Weisheiten LXXXVIII

Im Augenblick umgibt mich eher ein negativer Lauf. Es ist nichts gravierendes aber Kleinigkeiten die unangenehm sind, wie z.B. mein Computer der gerade defekt ist. oder meinen vielen neuen gesundheitlichen Probleme.  Es ist wie ein Fluch der gerade auf mir liegt.

Doch was macht in solchen Fällen? Verzweifeln ist die falsche Lösung. Die Zuversicht behalten das sich das Blatt wieder dreht. Einfach ins Gedächtnis rufen, wie oft und wie lange man Glück gehabt hat. Das es immer wieder Phasen im Leben gibt die nicht wie gewünscht verlaufen.

„Irgendwann ist das Glück wieder auf meiner Seite – bis dahin sei mit allen vorsichtig. Es kann noch ein paar Tage dauern vielleicht aber auch länger – hab Geduld“

Mehr kann ich nicht machen. Damit die jeweilige „Negativ Phase“ nicht zu schlimm wird, achte ich gerade an solchen Tagen auf meine Gesundheit.

Erfolg

Über Werder wird erst dann wieder ein Wort von mir gesprochen wenn die Leistung bringen, vorher nicht. Sie sind das beste Beispiel dafür wenn man glaubt ständig auf sicher gehen zu wollen. Die Leistung und die Konzentration lassen nach. Der Abwärtstrend wird nur noch beschleunigt.

Am Freitag habe ich genau das Gegenteil praktiziert. Am Nachmittag waren wir ausführlich bummeln, wobei das Bummeln mehr  auf ausführliches und langes Gehen lag. Das war schon mutig im Hinblick auf den Abend. So blieb die Frage meiner Frau auch nicht aus. „Kannst Du noch? Traust Du Dir das auch noch zu oder sollen wir Zuhause bleiben?“

Ihre Frage  war nicht unberechtigt, denn es war schon anstrengend gewesen. Aber ich wollte es wissen und war mutig und habe mit dem Gehstock versucht. Es war bis auf den Backfisch ein voller Erfolg. Am nächsten Morgen hatte ich zwar einen leichten Muskelkater um meiner Hüfte, das war es dann aber auch. Wir waren den ganzen Abend über den Freimarkt gelaufen und beim Feuerwerk ist auch alles gut gegangen.  Eine Viertelstunde auf einen Fleck, ohne Schwierigkeiten – das mir schon lange nicht mehr gelungen.

Da der Freitag ein so großer Erfolg für mich war, habe  ich es Gestern wieder versucht als wir ins Stadion gegangen sind. Das Fazit des Wochenendes heißt für mich ganz klar.        „Nur wer wagt – der gewinnt“

Freimarkt 2017

Vorweg – ich fühle mich bestens, mein Gesundheitszustand ist gut. Und doch ist ein ängstliches Gefühl in mir. Der Freimarkt beginnt Heute.. Das Wetter ist sonnig und trocken. Wenn heute Nacht um ca. 22.00 Uhr das Feuerwerk beginnt dürfte der Markt überfüllt sein. Früher war das kein Problem für mich, doch die Lage hat sich etwas verändert. Längeres Gehen ist nur noch mit dem Stock möglich und langes Stehen auf einen Fleck fällt mir auch immer schwerer. Keine rosigen Aussichten – und doch werde ich es versuchen. 

Das Risiko eines Sturzes ist zwar groß weil mir immer jemand gegen den Stock hauen kann. ein ungewolltes Berühren reicht um mich aus der Balance zu bringen, und wer weiß wie lange meine Kräfte reichen.

Aber genau darin liegt auch der Reiz. Die eigenen Grenzen herausfinden und meine Belastbarkeit testen.Es wird bestimmt gut für mich ausgehen. Da es jedoch das erste Mal für mich ist, gibt es keine Erfahrungswerte und es ist ungewiss was auf mich zu kommt. Die einzige Variante die mir bleibt ist der Glaube an das Gute, an das Gelingen.  

  

Stolz und zufrieden

Vielleicht ist es Stolz? Vielleicht bin ich aber auch einfach glücklich.  Mein Tief scheint sich dem Ende zu nähern. Symbolisch dafür steht der heutige Tag. Es ist wieder Semester Anfang. Es werden also wieder an die 600 neue Studenten durch unsere Bibliothek geschleust um über das Bibliothekswesen, speziell in der Wirtschaftsbibliothek,  informiert zu werden.

Es ist der härteste Tag des Jahres. Passend dazu sind wir Heute auch nur zu zweit. Da mein Kollege mit den Vorträgen beschäftigt ist, muss ich die Stellung halten – bis 15.00 Uhr. Das mir dies gelingen wird, davon bin ich felsenfest überzeugt und stolz darauf. Gleichzeitig bin ich aber auch glücklich das meine schlechte Serie zu Ende zu gehen scheint. Politik, Gartenvorstand und Fußball – irgendwann muss doch mal Schluss sein, habe ich mir immer wieder gesagt. Zu allen Überfluss wurde mein Tempo beim Fahrrad fahren immer langsamer. Dieser Prozess des langsamen Abstiegs schien nicht auf zu hören.

Doch Gestern war mein erstes Erfolgserlebnis in diesen Jahr. Beim Fahrrad fahren konnte ich das erste mal seit langen ein hohes Tempo über einen längeren Zeitpunkt halten. Und dann Heute den Orientierungstag ohne Probleme überstanden.

Mein Glaube an bessere Zeiten scheint sich wieder einmal zu bewahrheiten

unsicher

Angesichts der vielen negativen Ereignisse von denen man immer wieder hört, ist es mir wichtig auf meine Gesundheit zu achten.

„Wäre er zum Arzt gegangen, hätte er nie diese Probleme bekommen“ Diesen Satz soll man nicht über mich sagen können.  „Zum Glück hat er sich immer durch checken lassen, deswegen ist er so alt geworden“ Dieser Satz gefällt mir besser

Es ist jedesmal das gleiche wenn so eine Untersuchung bevorsteht. Unsicher und Nervös bis zum geht nicht mehr – und dann ist alles wie weg gefegt. Wenn der erste Eindruck auch noch gut ist, dann ist meine Erleichterung groß wenn die endgültige Diagnose, ein paar Tage später, auch stimmt – das ist ein unbeschreiblich gutes Gefühl. Man fühlt sich die nächsten Wochen und Monate wie auf „Wolke 7“  Kein Krebs, keine schwerwiegenden Krankheiten – was will man mehr.

Das war Montag, der Teil den ich vorausahnen konnte. Aber wie entwickelt sich das mit meiner Rente? Habe ich wieder so einen chaotischen Berater oder vielleicht etwas besser? Diesmal war das Glück auf meiner Seite. Es war das absolute Gegenteil.

Zusammen gefasst ergibt sich für mich jetzt folgendes Bild.  Bis zum 31.12.2018 will ich noch versuchen weiter zu arbeiten. Also noch 14 Monate und 24 Tage oder 450 Tage.

Endlich ist eine eindeutige Aussage über meine Zukunft. Darauf lässt sich aufbauen. Alle Ängste, alle Sorgen sind ad acta gelegt.

Hilfsmittel

In den letzten Jahren sind mir viele Menschen begegnet die ein Handicap haben und dieses ignorieren. Sie weigern sich jede Art von Hilfsmittel in Anspruch zu nehmen. Warum soll ich da eine Ausnahme machen?

 

Doch HALT es gibt einen Unterschied. Es gibt einen Zeitpunkt an dem ist es mir egal was andere denken. So war es mit meiner Brille und so ist es jetzt mit meinen Gehstock. Wenn es sein muss und mir Erleichterung bringt dann ist mir jedes Hilfsmittel recht.  Angefangen hat alles mit dem Rollstuhl dann die Krücke und jetzt nach über 49 Jahren der Stock.  Egal welches Objekt mir geholfen hat, in meinen Innern herrschte immer ein Gefühl der Zufriedenheit und Dankbarkeit das es diese Erleichterungen gibt.

Auf eine gewisse Art und Weise das Wort „Glücklich“ im Augenblick am besten zutreffend, denn das trifft auf mich zu. Schon vor ein paar Jahren hat meine Frau auf mich eingeredet und mich zu überzeugen versucht, das ein Stock ein elegantes Hilfsmittel für mich sei. Doch das perlte an mir immer nur ab, denn mein Bewegungsradius war vollkommen in Ordnung. Na ja, es ging noch einigermaßen, es reichte noch.

Ins Grübeln kam ich bei meinen Aus im Fußball.  Vom Gefühl her schien es mir so das ich bis zum letzt möglichen Zeitpunkt alles mitgenommen habe, alles ausgereizt habe. So erscheint es mir auch mit etwas Abstand.

Lange, ja sogar unmöglich lang war es für mich möglich Dinge aus zu üben die eigentlich für mich nicht realistisch sind, mit etwas Glück war es mir möglich jahrelang über meine Verhältnisse zu leben.  Es war nur eine Frage der Zeit wann mein Körper nicht mehr mitspielt. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen und ich bin nicht böse oder traurig sondern schaue zufrieden zurück. Mir ist mehr gelungen als man erwarten konnte.

Irgendwann musste Schluss sein. Das ständige Überschreiten der eigenen körperlichen Grenzen konnte nicht ewig weiter gehen.  Das gleiche trifft auch auf meinen Kopf zu.  Dort musste ich schon etwas früher erkennen, das etwas mehr Ruhe für mich besser sei und das meine geistigen Grenzen schon zu oft von mir überschritten worden waren. Inzwischen ist auch der Schritt zurück vollzogen und verarbeitet.

Der Gehstock ist deswegen für mich mehr als ein Hilfsmittel. Er stellt für mich auch eine gewisse Symbolik da. Jeder Mensch wird älter und gebrechlicher. Das trifft auch auf mich zu, aber dafür bin ich noch ziemlich beweglich und vor allen Geistig fit.

Mehr geht nicht, außer  Glücklich zu sein.