Schnee

Am Wochenende hat es etwas geschneit. Für Norddeutsche Verhältnisse war es sogar viel. Um sicher zu gehen bin ich am Montag mit der Straßenbahn zur Arbeit gefahren. Eigentlich eine gute Idee, so war die Verletzungsgefahr nicht gegeben, als wenn ich mit dem Rad unterwegs wäre. Doch es kam wieder einmal ganz anders. Es gibt einen Weg der nicht gestreut oder geräumt wird wenn es geschneit hat. Das sind die 800 Meter von der Bahn zur Bibliothek.

Dementsprechend Glatt war er auch. Es war eine Kraftanstrengung mit Folgen. Seitdem plagt mich ein Muskelkater im Hüftbereich, der mir das Gehen schwer fallen lässt. Mein Bewegungsrhythmus ist so eingeschränkt das ich die letzten Tage nur Zuhause verbracht habe.

Erkenne

Das wird kein Bibel Beitrag , dafür handelt er über meine Erkenntnisse die ich in den letzten Tagen gewonnen habe. Doch der Reihe nach. Heute ist der SPD Parteitag für den ich die Fahrt auch schon gebucht hatte. In einen ruhigen Moment, letzte Woche Freitag, kam mir die Idee mal über die Fahrt, den Parteitag und meine Aktivitäten in Berlin nach zu denken.

Alles schön und gut, ja ein traumhaftes Programm lag vor mir.  Doch HALT! eine Kleinigkeit hatte ich vergessen. Ich bin keine 40 mehr, meine Beweglichkeit ist nicht mehr so wie noch vor ein paar Jahren und ein Stock ist jetzt mein ständiger Begleiter. Wie lange würde ich meinen Berlin Ausflug durchstehen? Diese Frage bewegte mich lange und führte zu der Erkenntnis, das mein geplanter Parteitags Besuch doch eine Nummer zu groß sein könnte.

Schnell habe ich das Ticket bei der Deutschen Bahn storniert. Irgendwann ist jede Zeit vorbei. Das dies gerade jetzt der Fall ist – Pech, mehr aber auch nicht. Gerade so in Fahrt gekommen, kamen noch andere Erkenntnisse dazu, wie z.B. der Blog. Das ich nicht mehr soviel schreibe und ziemlich oft wie leer gesaugt  bin. Pech –  kann vorkommen – mehr aber auch nicht.

Es ist eben so – jedes Leben bringt Veränderungen mit. Mal mehr, mal sind es weniger. Wichtig ist nur, das man die Veränderungen erkennt und sich ihnen stellt um sie zu akzeptieren. Und doch ist ein Funken Hoffnung in mir der an eine  Besserung  glaubt.

Weisheiten LXXXIX

Jahrelang habe ich mich für die SPD verausgabt, Zeit und Kraft investiert um mir immer wieder die gleichen Sätze anhören zu müssen

„Das wird dir nie gedankt“ oder Deine ganze Arbeit ist umsonst“

Diese und andere negativen Feststellungen waren schon Normalität für mich. Doch mir war schon immer klar. Irgendwann werden sich Bemühungen oder auch Arbeit auszahlen.  So ähnlich bekam ich auch oft Worte von meinen Eltern zu hören, wenn Freunde von mir mal wieder mit Getränken verwöhnt worden waren.

Das jeder irgendwann für seine Mühe belohnt wird, davon war ich immer überzeugt – aber wann das sein wird? Diese Frage blieb unbeantwortet.

Ein Teil der Frage wurde vor kurzen beantwortet, als sich Freunde von früher bei mir meldeten, und wir seitdem in regen Kontakt sind.

Was die Politik betrifft, so ergab sich vor ein paar Tagen mein Erfolgserlebnis.  Ich bekam vom Bundesvorstand der SPD eine Einladung zum Bundesparteitag der SPD nach Berlin. Gerade im Augenblick verspricht er auch spannend zu werden. Es ist ein schönes Gefühl wenn man zu den Sahnestücken eingeladen wird.Nicht nur das, sondern auch vom Bundesvorstand. Wie auch immer das zustande gekommen ist, das ist mir egal.  Früher habe ich viel Arbeit und Schweiß investiert und keiner hat gefragt.

Heute schöpfe ich die Sahne oder Highlights ab und genieße

Es lohnt sich immer zu arbeiten, auch wenn der Lohn für die Mühe jahrelang aus bleibt.

Vergangenheit

Inzwischen ist von mir und meinen Geh Stock einiges geschrieben worden und es werden bestimmt noch einige Artikel folgen.

Es reicht schon ein gebrochener Finger, und es entsteht für den betroffenen eine neue Lebenslage. Je nach Dauer des Krankheits- oder Genesungsprozesses verändert sich das jeweilige Leben.  Man muss sich vollkommen  neu orientieren. Die neue Situation zu akzeptieren – das ist noch leicht. Aber mit den damit verbundenen Konsequenzen fertig zu werden – das dauert etwas länger.

Mir war gar nicht klar, was für Folgen sich für mich ergeben.  Selbst eine Tür zu öffnen gelingt nur umständlich, genauso  ist es wenn ich etwas tragen will, es sind viele selbstverständliche Dinge die mir Schwierigkeiten bereiten, aber dafür ist das Wort „Rückenschmerzen“ Geschichte und der ungleiche ja schwankende Gang gehört auch der Vergangenheit an.

So langsam fange ich an, mich auf eine bessere Zukunft ein zu stellen. Um das zu erreichen hilft nur eines  – Positiv Denken

Schwer

???

Diese Fragezeichen stehen im Moment für meinen Gefühlszustand. Es ist leicht darüber zu schreiben, sich zu motivieren – es zu machen und ohne Schwierigkeiten umzusetzen das ist eine andere Sache.

Es ist ein neues Leben das auf mich zu kommt. Es ist nicht schlechter – nur ungewohnt. Passend dazu haben bei meinen Rad die Bremsen ihren Geist aufgegeben, so das ich vermehrt mit meinen Stock unterwegs bin.  Vielleicht fällt mir die Umstellung auch deswegen so schwer, weil ich nichts mehr tragen kann. Der Stock ist mein Begleiter – und fertig. Mal eben hinter der Bahn herlaufen – das geht nicht mehr oder meiner Frau beim Einkaufen die Tasche tragen – das geht überhaupt nicht.

„Ich kann gar nichts mehr! “

Dieser Gedanke schießt mir das ein oder andere Mal  durch den Kopf. Das ist natürlich vollkommener Unsinn, aber ich war es gewohnt mehr zu machen, mehr zu schaffen. Der Gehstock steht für mich symbolisch für diese Veränderungen, die sich für mich ergeben haben. Das mir das Gehen mit dem Stock auch schwer fällt war am Freitag zu sehen. Meine Belastungsgrenze war schneller erreicht als gedacht. Die Zeit der langen Fußmärsche ist wohl endgültig vorbei.

Doch deswegen bin ich zwar noch etwas irritiert, mehr jedoch nicht. Mit aller Macht versuche ich mich mit der Situation zurecht zu finden um das Positive darin zu sehen.

Fiasko

Fiasko, Gau oder Worst Case stehen im Duden für den gleichen Begriff: Schlimmster Fall der eintreten kann.

So ein Fall ist mir Freitag Mittag passiert. Auf der Fahrt von der Arbeit nach Hause verließen mich meine Kräfte. Erst rutschte mein linker Fuß wiederholt von der Pedale dann hatte ich das Gefühl so leer im Kopf zu sein, das ich gleich vom Rad falle. Relativ schnell wechselte ich auf den Fußweg um das Rad zu schieben, doch es wurde nicht besser sondern schlimmer.  Meine Frau  musste mich abholen um das Rad zu schieben.  Das war für mich ein totales Fiasko. Aber es war auch Glück denn mir ist nichts weiter passiert.

Das ganze hatte mich so stark mitgenommen, das mein Wochenende schon am Freitag gelaufen war. Dabei war die Arbeit nur etwas intensiver als üblich gewesen.  Doch was sich schon die letzten Tage angekündigt hatte, Freitag wurde es wahr. Meine Kräfte reichen nicht mehr so wie ich es gerne hätte. Je höher die Geistige Belastung umso größer ist die Wahrscheinlichkeit, das mich meine Kräfte vollkommen verlassen und bei mir nichts mehr geht.

Auf eine gewisse Art und Weise ist das deprimierend aber.. gleichzeitig ist mir klar, das mich dieser Zustand schon vor über vierzig Jahren hätte treffen sollen.  Nun haben wir aber schon 2017 und es muss ja nicht so weiter gehen. Ich muss nur bereit sein, einiges in meinen Leben umzustellen – dann wird wieder alles gut

Müde

So langsam lassen meine Kräfte nach. Es ist eben doch etwas anderes wenn man allein lebt.  Zu zweit ist es nicht nur schöner sondern vor allen nicht so anstrengend. Zum Glück ist die Zeit heute Abend vorbei.  Früher fiel mir alles viel leichter. Inzwischen sind ein paar Jahre dazu gekommen.  Mein Körper hat sich verändert, mein Kopf ist nicht mehr so strapazierfähig, vor allen mein Handicap macht mir zu schaffen als früher, der Zahn der Zeit ist an mir nicht spurlos vorüber gegangen.

Anstatt darüber betrübt zu sein, ist bei mir jedoch Stolz und Zufriedenheit im Vordergrund.  Selbst mit 61 bin ich noch in der Lage vierzehn Tage allein zu leben und alles was dazu gehört dementsprechend zu machen.  Auch wenn am Ende die Kräfte nachlassen. Für mich zählt nur eines.

„Ich habe es wieder geschafft, es geht noch „

Zeichen

Manchmal gibt es Tage an denen alles schief zu laufen scheint. Das Unheil beginnt oft mit Kleinigkeiten die nicht erwähnenswert sind. Doch nach einer gewissen Zeit summiert sich das und bringt dann folgenden Ausspruch hervor

„Das ist nicht mein Tag“

Jeder kennt diese Situation, umso schöner ist es wenn man diese negative  Tendenz durchbrechen kann.

Es fing alles ganz harmlos an. Erst verschlafen, dann kam mir ein Strahl Orangensaft auf die frisch angezogene Jeans entgegen. Beinahe hätte ich meine Brille und auch die Armbanduhr vergessen.  Es ging damit weiter, das mir das Radfahren unerwartet schwer fiel, diverse Autos ziemlich robust meinen Weg beschnitten und ging beim Kaffee so weiter. Erst musste ich feststellen das mein morgendlicher Gesprächspartner nicht da war und dann gab man mir eine kleine Tasse Kaffee anstatt eines Bechers. 

Das war nun der negative Höhepunkt für mich. Eine Tasse im Becher – ist das so schwer zu verstehen? Eine Tasse kann ich kaum halten und beim Trinken fallen mir die ersten Schluck sehr schwer. Bei einen Becher sieht  das entspannter aus. Sollte ich jetzt Ärger machen? Sollte ich jetzt den beleidigten spielen? Nein das kam für mich nicht in Frage. Durch beißen und es schaffen gegen den Trend des Tages an kämpfen.

Es hat geklappt – seitdem läuft alles viel besser. Glück gehabt, das dieses einfache Konzept aufging.

Veranstaltung

Gestern Abend fand eine Veranstaltung statt für die nur ein kleiner Personenkreis, Einladungen erhalten hatte. Anfangs war mir nicht danach dort hin zu gehen, doch am Ende erwies es sich als richtig dort hin gegangen zu sein.

Es war ein Streitgespräch zwischen Reinhard Grindel, dem DFB Präsidenten, und Bremens Innensenator Ulrich Mäurer.  Es ging vor allen um die Gebühren für Polizeieinsätze  bei Bundesligaspielen.

Unter den Gästen waren einige Größen aus der Bremer Politik, die mich begrüßten ohne das sie von mir angesprochen waren.  Ein schönes Gefühl.  Als ich so da saß und den verbalen Schlagabtausch verfolgte überkam mich ein seltsames Gefühl. Meine Lust dorthin zu gehen war sehr klein gewesen, doch jetzt war mir klar: es hatte sich gelohnt.  Es war wieder einmal ein Spiegelbild des Lebens. Nur wer bereit ist, sich auf zu raffen und etwas zu machen, der kann genießen.

Einmal so im Gedanken ließ ich ihnen gleich ihren Lauf.  Was wäre wenn? ich nicht bereit gewesen wäre mich zu Qäulen? Wenn ich einfach alles hingenommen hätte? Wenn ich nie gekämpft hätte? Kurzum wenn ich mein Schicksal so hingenommen hätte?

Ganz einfach. Solche Veranstaltungen wie Gestern würden  für mich nicht in Frage kommen. Viele der schönen Dinge des Lebens würden mir verwehrt bleiben.

So stand am Ende für mich wieder einmal fest. Es lohnt sich immer zu kämpfen, sich zu bemühen, nie aufzugeben.  Solche Abende wie der gestrige sind dann eine gewisse Belohnung dafür

Wochenende

Diese Woche gibt es zwei Wochenenden für mich, so zumindest ist mein Empfinden.  Es ist optimal zum Kraft tanken, leider ist erst Weihnachten der nächste Feiertag.  Der gestrige Tag war mein Wasch – Putz und Haushaltstag zugleich. Also irgendwo zwischen 13.00 Uhr und 20.00 Uhr war genügend Zeit alles was anlag, zu erledigen. Kein Druck, kein Stress, für mich war es wie am Wochenende, bis heute Morgen dann war wieder Montag — Halt  gefühlt wie Montag es ist natürlich Mittwoch – bald ist wieder Wochenende