Gedanken 1 – zur Arbeit

Manchmal verfalle ich in Gedanken, was wäre wenn? Vor allen an Tagen wie diesen, wenn alles ganz normal verläuft. Heute war ich bei den Anfängen meiner Arbeit

Was wäre mit mir, wenn ich damals die leichte Variante gewählt hätte? Kein Aufbäumen,  kein Kämpfen, keine Schmerzen, keine Qualen. Das wäre viel leichter gewesen für mich. Weniger Ärger, kaum Streß, kein Büffeln bis in die Nacht, kaum Verantwortung.

Aber ich habe mich für den Dornigen Weg entschieden. Den Lohn konnte ich inzwischen schon mehrfach einstreichen

Dabei wurde mir der Weg zu einer Behinderteneinrichtung so leicht gemacht. Ich hätte nur ja sagen müssen.  Aber das war nicht mein Ziel. Mein Ziel war immer der der vorletzte Platz unter den „normal gesunden“.  Ich mußte, wegen mangelhafter Noten in der Ausbildung, zu einen Vorstellungsgespräch beim Martinshof (heute Werkstatt Bremen)erscheinen, und mir dort alles  anhören.  Dabei wurde mir klar, das ich noch mehr arbeiten mußte und mich noch mehr quälen mußte. Aber eines wollte ich nicht: In keine Behinderten-Einrichtung. Ein Gedanke war für mich damals ganz entscheidend:

Egal, welche Variante ich wähle, ob leicht oder hart,  mein Leben geht weiter. Es war nur die Frage, ob ich über mich bestimmen lasse oder ob ich mein Leben selber bestimme.

Da es ziemlich eng für mich war, bin ich der Gewerkschaft beigetreten und ich habe eine Flugblatt Aktion gemacht und bin zur Bild Zeitung.  Egal wo ich kämpfen konnte – ich habe gekämpft.  Und ich durfte meine Ausbildung zu Ende machen.  Den Abschluß habe ich sogar mit 2,3 gemacht. Mein Ziel hatte ich erreicht. Nur eins hatte ich gelernt:

Wenn ich mich zu lange gehen lasse. wird es immer schwerer voranzukommen.

Seitdem ist jeder Tag ein Kampf für mich. Mal klein, mal groß.  Und manchmal ist auch ein Kraftakt notwendig. Aber außer mir bekommt das keiner mit.  Und deswegen versuche ich mich nicht mehr gehen zu lassen. Stattdessen versuche ich mit positiven Denken dagegen zu steuern