Gefeuert

Gestern ist der Trainer von Bayern München gefeuert worden. Dieses Gefühl ist mir nicht unbekannt. Das ist mir auch zwei mal passiert.  Aber ich habe mich nicht lange geärgert, sondern war stolz auf mich. Beim 1. Verein wollte mich die 3. Herrenmannschaft als Co-Trainer nicht mehr. Wie sich später herausstellte war ich ihnen zu hart im Training. (Ein paar Mal war ich alleinverantwortlich) Sie hatten die Vorstellung: Gewinnen und aufsteigen ohne sich dafür zu quälen. Das Bier danach war wichtiger als alles andere. Es ist  so als wenn ein Kranker wieder gesund sein will ohne etwas dafür tun zu wollen. Das konnte nichts werden.  Mit dieser Einstellung waren sie bei mir an den falschen geraten. Als ich für 3 Wochen alleinverantlich war, habe ich sie geschliffen.  Dann war meine Tätigkeit als Co. vorbei. Ich wurde gefeuert! Für die Jugendmannschaft durfte ich als 1. Trainer weiter machen. Sie waren bereit sich zu schinden und folgten meinen Anweisungen. Die Belohnung war die Meisterschaft.

Ungefähr das gleiche Schicksal ereilte mich ein Jahr später in Bremen. Dann habe ich meine Trainer bzw. Co-Trainer Tätigkeit aufgegeben. Angefangen hatte alles 1976. Damals habe ich eine Jugendmannschaft übernommen. Es war die 8. Mannschaft in ihrer Altersklasse.  Auch wenn es anfangs ein wilder Haufen von „hoffnungslosen Jungen“ war. Sie hatten alle eine Vision. Und für dieses Ziel haben sie alles gemacht. Und wir haben auch die Vizemeisterschaft geholt. Und das gleich 2 mal hintereinander. Mir ist es gelungen einige von den 8-10 jährigen bis in die 1. und 2. Mannschaft zu bringen.

Nach 3 erfolgreichen Jahren Jugendtrainer habe ich die 1. Damen Fußballmannschaft im Bremer Osten gegründet. Sehr schnell stellte sich heraus: Es wird viel geredet aber nicht jeder ist bereit etwas zu tun. Gegen größte Widerstände ist es gelungen die Damen Mannschaft zu erhalten. Obwohl man uns keinen Trainingsplatz gab. Aber ich hatte ein Ziel und das habe ich konsequent verfolgt. Solange bis sie am Ligabetrieb teilnehmen durften. Und auch ihren Trainingsplatz haben sie bekommen. Und es kam wie ich befürchtet hatte. Die Mädchen waren erfolgreich und gewannen fast alles. Und so wurde ich vom Trainer bis zum vierten Betreuer durchgereicht. Am Schluß war ich nur noch für die Moral zuständig. Das störte mich aber nur wenig. Denn ich hatte etwas geleistet, was man mir erst einmall nachmachen sollte. Der Weg dahin hat  Kraft und Entbehrungen gekostet. Aber es hat mir sehr viel Anerkennung gebracht.

Autor: Leander

Ich bin 52 Jahre.Lebe in Bremen und arbeite an der Uni Bremen. Seid 1983 bin ich verheiratet. Eigentlich ist alles ganz normal bei mir Aber dadurch das ich Schwerbehindert bin ist es nicht mehr ganz so normal. Meine Freizeit Aktivitäten sind Politik, Fußball, Sport und natürlich Computer bzw. Internet Dazu kommt unser Kleingarten Ich handel nach dem Motto: Genieße jeden Tag

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