Gedanken 3 – über den sportlichen Anfang

Heute fange ich mal mit dem Sport an: Denn das ist meine Leidenschaft. Insbesondere der Fußball.

Es gab einen entscheidenden Grund warum ich wieder so schnell, nach meinen Unfall,   gehen konnte: Ich wollte wieder Fußball spielen. Und darum brachte mir meine Mutter auch meine Turnschuhe, die wie Fußballschuhe aussahen, ins Krankenhaus. Von da an habe ich die Pfleger und Krankenschwestern zur Verzweiflung gebracht. Sie hatten keinen Einfluß mehr auf mich. Ich wollte nur noch üben. Üben das ich wieder laufen kann. Egal wie oft ich mich übergeben habe und erschöpft ich war: Ein Versuch ging noch! Angefangen habe ich mit der Umrundung meines Bettes. Einmal rechts rum dann ins Bett und auf der anderen Seite wieder raus. Zurück gehen konnte ich ja nicht. Mit links konnte ich mich nicht halten.  Mit der Krankengymnastin habe ich die ersten richtigen Schritte geschafft. Und nach 3 Monaten konnte ich sogar allein mit der Krüke ein paar Schritte laufen.

Wahrscheinlich wäre ich lange Zeit im Rollstuhl geblieben. Aber ich hatte ein Ziel. Und für dieses Ziel habe ich alles aber absolut alles gegeben. Vielleicht war mein Ehrgeiz übertrieben und unvernünftig. Aber wer nur vernünftig ist kommt nicht weit.  Es gibt      Momente da muß die Vernunft dem Mut weichen.

Deswegen konnte ich, kurz nach Wiedereinschulung in die 5. Klasse im März, schon dem Ball hinterher jagen. Für außenstehende mag es ein komisches Bild gewesen sein. Für mich war es das größte.

Auf dem Schulhof haben wir in der Pause mit einen Tennisball Fußball gespielt. Und keinen meiner Klassenkameraden hat es gestört, das ich mit meiner Krüke versucht habe den Ball zu bekommen oder mit der Krüke den Ball geschossen haben.

Ich war dabei!!  Ich konnte Fußball spielen.  Von da an mußte ich wirklich gebremst werden. Und so begann mein Genesungsprozeß mit Hilfe des Sports. Allmählich hatte ich verstanden, das ich kein Profi werden kann. In dem Moment war es wichtig, das ich vernünftig denken und auch handeln konnte. So kam ich zum Behindertensport, der mir noch sehr viel geben sollte in den nächsten Jahren.

Unvernunft

Heute habe ich mich vorbildlich auf mein Fußball spielen vorbereitet. Nach der Arbeit bin ich in den Garten gefahren, habe Nudeln gegessen und danach geschlafen. Meine Tasche habe ich auch nicht erst in der letzten Minute gepackt sondern ganz in Ruhe früh genug bevor es losging.  Das habe ich nicht immer so gemacht. Bis zum letzten Jahr sah das oft ganz anders aus:
Nach Hause kommen, an den Computer gehen und dort bis kurz vor Abfahrt sitzen. Trinken ist nicht so wichtig, Essen muß nicht unbedingt sein und Schlafen kann ich ja abends. Zum Glück hat meine Frau dafür gesorgt das ich wenigstens etwas esse. Aber wie das so ist. Manchmal gibt es Tage, da hatte ich Nachts wenig oder schlecht geschlafen, der Stress war in der Woche ziemlich stark gewesen und aus Zeitmangel habe ich auf ordentliches Essen verzichtet.

Die logische Konsequenz war ein Zusammenbruch. Nach dem letzten Zusammenbruch, bei dem ich einige Minuten weggetreten war, habe ich beschlossen demnächst etwas vorsichtiger zu sein. Gegen eine Regel zu verstoßen ist ja in Ordnung, das kann immer mal vorkommen, eine zweite evtl. auch. (Wer will schon ein Engel sein) Aber gleich alle Voraussetzungen die für ein geregeltes Leben stehen, außer Kraft zu setzen, das ist grob fahrlässig und kann auch nur im Krankenhaus enden. Es ist wichtig sich hin und wieder ins Gedächtnis zu rufen, das man nicht kerngesund ist. Leider können wir nicht so verschwenderisch mit unseren Kraftreserven umgehen wie andere.

Risiko

Heute war ein Tag ohne besondere Vorkommnisse. Es soll mir auch recht sein. Denn gedanklich bin ich schon bei morgen. Dann beginnt wieder die Freiluftsaison. Endlich wieder Fußball auf Rasen unter freien Himmel spielen.  Weil ich dazu soviel zu erzählen habe werde ich das auf die nächsten Gedanken verschieben.

Ach ja, eine Kleinigkeit gab es noch: Am Nachmittag war ich mutig und habe mich wieder an die Gartenarbeit gewagt. Ganz nach dem Motto: Risiko!!  Und es hat sich gelohnt. Nach über einer Stunde Unkraut reichte es mir. Wo mein Rücken vor ein paar Tagen mich noch zum Aufgeben gezwungen hatte, hielt er heute durch. Und ich bin auch nicht so fertig wie beim letzten Mal.

Wer vorwärts kommen will, muß den inneren Schweinehund überwinden. Aber das nicht nur einmal sondern mehrmals. Und immer wieder mit dem Training, den Übungen oder den Aufgaben anfangen. Solange bis es klappt. Und die vielen erfolglosen Male einfach ignorieren. Immer nur das Ziel vor Augen haben, in der Gewissheit das es zu schaffen ist. Die Freude über das erreichte ist dann so groß das gleich das nächste Ziel angegangen werden kann. Denn eines geht nicht. Stillstand!                                                                    Stillstand heißt Rückstand

Rückenschmerzen

Meine Rückenschmerzen waren stärker als mir lieb war. Aber ich habe dagegen gehalten. Nein!! Ich lasse mich nicht von Rückenschmerzen unterkriegen.

Auf der Arbeit war heute die Hölle los. Aber so ist das ja immer, kurz nach den Ostertagen.

Gegen Nachmittag wurden die Schmerzen weniger. Heute bin ich fast den ganzen Nachmittag mit dem Rad unterwegs gewesen und habe zum Schluß noch im Garten geholfen. Am Ende konnte ich mit einen guten Gefühl die Abendsonne genießen.

Es hat sich wieder einmal gezeigt, das es sich immer lohnt zu kämpfen. Das Wort „Aufgeben“ muß auf dem Index stehen.  Mir geht es richtig gut – ich kann heute abend wirklich über nichts klagen.  Meine einzige Überlegung ist heute nur wie ich anderen helfen kann.

Gartenarbeit

gartenarbeit.jpg

Es ist Ostern und somit auch ein Fest der Ruhe und Erholung. Aber nachdem wir den Sonntag ziemlich ruhig im Garten verbracht haben. Und wir nachmittags auch als Aktivität nur einen Besuch im Eiscafe vermelden konnten, war heute Schluß mit unserer Ruhephase. Das Unkraut wartete auf uns.Eine Stunde habe ich gezupft, dann konnte ich nicht mehr. Mein Rücken spielte nicht mehr mit.  Die Schmerzen wurden so stark das ich abbrechen mußte

Karfreitag

Heute habe ich mal wieder gemerkt, das ich behindert bin und auch an epileptischen Anfällen leide. Genauer gesagt:

Jackson-Anfälle. Es sind kurze Sekundenartige Schüttelanfälle die meine gelähmte Körperhälfte durchzucken. Diese Blitze im Gehirn bekomme ich voll mit. Es ist jedesmal wie ein Vulkanausbruch im Gehirn den ich hautnah erlebe. Beim Schwimmen, beim Radfahren, beim Fußball, ja ich habe sie in jeder Situation erlebt. Es ist ein fester Bestandteil meines Lebens.

Darum muß ich auch die Spielregeln beachten, so gut es geht. Regelmäßig zu bestimmten Zeiten Tabletten einnehmen, das fällt mir ja noch leicht. Die starke Sonne meiden bzw. ein Cap tragen ist auch ok. Mit ausreichend Schlaf wird es schon schwieriger. Und Streß vermeiden ist nahezu unmöglich. Aber er ist Gift für mich. Im Laufe der Jahre habe ich herausgefunden das geistiger Streß, vor allen Ärger überhaupt nicht gut ist.        Normalerweise bekomme ich die Folgen sofort zu spüren. Hin und wieder bekomme ich die Auswirkungen aber erst ein paar Tage später zu spüren. Dann kann ich machen was ich will. Sie kommen  ziemlich oft hintereinander. Und so ein Tag war heute.

Ich saß dann da, fand meine Situation garnicht lustig, war auch etwas genervt, aber ich habe schon Pläne gemacht für die Zeit nach der intensiven Anfallsphase. Und ich glaube das ich dann  erst einmal ein paar Tage Ruhe habe

Weisheiten II

Heute morgen fiel mir auf wie schön und wie wichtig ein Lächeln sein kann.  Als ich um 8.00 Uhr mit dem Rad das Haus verließ schien die Sonne. Meine Frau winkte mir noch einmal fröhlich hinterher, eine Nachbarin grüßte freundlich und als ich bei meiner Kaffeerunde ankam war es auch nicht anders. Überall freundliche Gesichter. Ich wurde überall mit einen Lächeln bedacht.  Aber aufgefallen ist mir das erst beim Bäcker im Bahnhof, als ich den Kuchen für unsere Wochenendrunde holte.  Die Bedienung lächelte nicht nur sondern fand noch ein paar nette Worte. Aber wie wichtig ein netter Blick oder ein Lächeln sein kann, das merkte ich erst im Bürgerpark als ich eine Joggerin bei ihren Dehnübungen sah und sie mich mit einen freundlichen Blick bedachte.

Da durchfuhr es mich richtig. Ich spürte diesen Adrenalinschub ganz deutlich. Dieses Glücksgefühl das Flügel verleiht, das ungeahnte Kräfte freisetzen kann, das viele Krankheiten im Keim erstickt.  Da wurde mir bewußt wie wichtig so ein Lächeln ist. Denn es bedeutet auch Harmonie.

Es ist einfach schön in freundliche Gesichter zu sehen. Das ist gut für die Seele. Und wenn es meiner Seele gut geht, geht es mir auch gut.

Nichts ist so einfach wie freundlich zu sein und auch ein Lächeln zu zeigen. Es kostet nichts,  du verlierst keine Zeit dabei und verausgaben brauch man sich auch nicht. Aber das was man dafür ernet das ist das beste Heilmittel das es gibt.  Und wenn ich mal nicht so gut drauf bin, sage ich mir: Jeder freut sich über ein Lächeln, also lächel zurück.

Egal in welcher Behindertenvereinigung ich war, es ging immer freundlich untereinander zu. Warum unnütze Kraft vergeuden und als mißmutiger Mensch durch die Gegend laufen.  Ein Lächeln steht als Sinnbild für positives Denken. Und nur positives Denken hilft dir weiter.  Nur durch posiitives Denken habe ich es soweit gebracht.

Das was ich ich für mich habe  geschafft habe, kann jeder für sich auch erreichen. Ein Lächeln ist der Anfang

Gedanken 2 – über Freundschaft

Nun schreibe ich einen Monat diesen Blog und habe immer noch kein Feedback erhalten. Aber ich werde weitermachen. Mir jagen die Gedanken und nur so durch den Kopf. Und ich bin mir nicht immer sicher ob es Weisheiten, Gedanken oder Tägliches zuzuordnen ist, was ich hier schreibe.

In meiner Stammkneipe bekam ich gestern mit was Kollegialität ist:  Obwohl eine Bedienung schon eine schwere Tagschicht hinter sich hatte, half sie einer Kollegin, die ein unvorhergesehenes Problem hatte,  indem sie deren Nachtschicht übernahm.  Das ist Freundschaft.

Und da fielen mir auch etliche Situationen ein, die ich selber durchlebt habe.

Freunde sind etwas ganz wichtiges im Leben. Wie wichtig Freundschaft ist habe ich in vielen prekären Fällen erlebt.  Es ist gut zu wissen, das jemand da ist wenn man Hilfe braucht. Es ist schön zu wissen das man nicht allein ist. Es ist beruhigend zu wissen, das man jemanden oder mehrere hat die meine Probleme anhören, Verständnis haben, und auch zur Lösung beitragen wollen.

Nur gibt es eine Kleinigkeit die beachtet werden sollte. Das Gleichgewicht sollte stimmen. Wer nimmt muß auch geben können!

Und das kann manchmal schwer sein. Denn nicht immer passt es. Es gibt soviele Gründe sich zu drücken. Aber Hilfe läßt sich leider nicht terminieren. Egal wie schwer es fällt und wie es einen selber gerade nicht passt. Man sollte alles unternehmen um zu helfen.  Dabei darf es keine Rolle spielen ob eine gesunde Mischung zwischen Geben und Nehmen entsteht, oder ob man Jahrelang in der „Geber-Rolle“ ist. Die Situation kann sich urplötzlich ändern und man ist lange Zeit in der „Nehmer-Rolle“.

Freundschaft ist nicht meßbar! Freundschaft ist ein hohes Gut das gepflegt werden sollte.

Das was ich heute bin was ich heute erreicht habe, das habe ich auch zu einen großen Teil meinen Freunden zu verdanken. Und dadurch das ich auch sehr oft hefen oder unterstützen konnte, hat sich meine „Geber-Rolle“ auch noch positiv auf mich ausgewirkt. Neben meiner Frau sind Freunde die wichtigsten Bezugspersonen die ich habe

Mutlos

Heute habe ich eine Soap gesehen. Im Grunde nichts besonderes. Man kann sich so leicht entspannen. Nur Hin und wieder fällt ein Satz der für mich von Bedeutung ist. Da klagt die junge Pianistin das sie nie wieder spielen kann, weil die Finger an der rechten Hand nach einer OP noch steif sind. Ihr Leben wäre jetzt sinnlos.

Dabei hat sie sich nur in ihren Selbstmitleid gebadet und nicht einmal positiv gedacht. Sie hat noch nicht einmal für ihre Hand trainiert, nicht einmal auf die endgültige Diagnose abgewartet und schon soll alles vorbei sein? Besteht das Leben nur aus einer Aktivität? Oder ist es nicht so vielfältig das es sich jeden Tag aufs neue lohnt dafür zu kämpfen?

Egal wie groß die Hürden sind wie schwer das gerade erlebte zu sein scheint, Es lohnt sich immer wieder voran zu kämpfen.  Es lohnt sich immer wieder nach vorne zu blicken. Jeder Schicksalsschlag, egal wie er aussieht, der bewältigt wird macht dich stark. Das Glück, die Freudigen Momente im Leben, es muß erkämpft werden.  Dafür lohnt es sich alle Schmerzen und Anstrengungen in Kauf zu nehmen

Und genau aus diesen Grund darf es kein Zaudern und Hadern geben. Es gibt nur den einen Weg. Und auch wenn es schwer fällt. Der positive Blick nach vorne – Nur der zählt

Du hast nur dieses eine Leben! Danach ist alles vorbei

Fahrradbremsen

Keine Politik am Montag. Das ist auch mal ganz gut.  Heute gibt es nichts außergewöhnliches zu berichten. Von einer Kleinigkeit aus abgesehen. Ein Freund hat mir an meinen Fahrrad die Bremsen repariert. Genaugenommen hat er dioe Bremsbeläge ausgetauscht. Ich hatte die Bremsen ganz runter gefahren. Der Bremseffekt hielt sich die letzten Tage auch stark in Grenzen. Aber das war mir auch recht so. Denn seit einen schweren Radunfall vor 20 Jahren mag ich es nicht, wenn ich so plötzlich zum Stehen komme wenn ich bremse.

Es war ein Sommerabend im Jahr 1987,  und ich kam gerade vom Schwimmen. Ich war ziemlich gut drauf und so bin ich auch mit meinen neuen Bremsen gefahren.  Dummerweise mußte ich auf einer Erhebung eine Vollbremsung machen und bin dabei über den Lenker geflogen. Es ist für mich heute noch unerklärlich wie das passieren konnte das ich auch noch soweit geflogen bin. Aber an dem Abend blieb mir die schmerzhafte Erfahrung nicht erspart. Bis auf meinen Kopf war alles an mir mehr oder weniger stark verletzt. Ob Knie, Arme, Hände, Ellbogen, ich hatte überall blutende Schürfwunden. Und dementsprechend lief ich auch etliche Tage stark verbunden rum.

Das war eine der wenigen Situationen, wo ich Mühe hatte noch etwas positives aus der Sache zu ziehen. Letztendlich mußte ich aber feststellen: Es hätte auch schlimmer enden können und das ich in Zukunft besser aufpassen werde.

Seitdem sind mir frisch eingestellte Bremsen ein Greuel. Auf jedenfall habe ich meine Lehren aus diesen Unfall gezogen. Ich fahre etwas vorsichtiger