Archiv für den Monat: Mai 2009

Urlaubs Gedanken

Donnerstag geht es los. 4 Tage Berlin. Ich freue mich schon darauf. Vorher gibt es aber noch ein paar Kleinigkeiten zu regeln. Ein Freund bringt mir noch Eintrittskarten fürs Finale. Die wiederum werde ich an einen Mitspieler aus meiner Fußballmannschaft weitergeben. Es ist für mich sehr wichtig anderen zu helfen. Dafür nehme ich auch einiges in Kauf. Ich kann es nicht oft genug sagen: Freunde und Freundschaften sind für mich eines der wichtigsten Dinge überhaupt.

Das habe ich gestern wieder einmal gemerkt. Gegen Spätnachmittag bekam ich einen Anruf von unseren Gartennachbarn, die dort wohnen. Sie informierte uns darüber das unsere Plane sich vom Dach des Pavillions losgelöst hatte. Ein Anruf von mir bei unseren Nachbarn im Wohnblock gegenüber. Und sie sind sofort mit uns in den Garten gefahren. Das ist Freundschaft. Ohne sie wären wir aufgeschmissen gewesen. Es ist ein Glück solche Nachbarn, und das gleich im doppelten Sinne, zu haben.

Keine Lust

Ja – es stimmt. Ich habe heute keine Lust zu schreiben. Was soll ich denn schreiben? Es passiert nichts aufregendes.

Aber ich habe diesen Blog angefangen und deswegen werde ich mich diszipliniert verhalten. Genau so wie viele es machen. Die Schulkinder, die Hausfrauen,  die vielen beruflich eingebundenen. Die klagen auch nicht sondern machen es. Oder die vielen kranken. Denen fällt es ganz besonders schwer. Da ist es schon eine Leistung sich täglich zu disziplinieren. Sich täglich aufs neue zu quälen. Oft wochen und monatelang ohne ein Ergebniss zu sehen. Jeden Tag aufs neue. Nur mit den Gedanken an eine Besserung. Das ist Durchhaltevermögen. Zum Glück zahlt es sich fast immer aus.

Und dann komme ich mit dieser Einstellung! So geht das nicht. Dabei habe ich ein zwei Erfolgserlebnisse zu vermelden. Ich habe das aufsitzen beim Rad endlich hinbekommen. Ich habe mich an die Höhe des Sattels gewöhnt und kann jetzt problemlos aufsteigen. Und ich habe meinen linken Mundwinkel wieder soweit in Griff bekommen, das ich das Essen rechtzeitig  spüre und beim Trinken geht auch kein Tropfen mehr daneben. Es ist nur eine Frage der Konzentration.

Weisheiten VI

Als wir gestern im bei unseren Nachbarn im Garten waren, fiel mir etwas auf. Er hatte schon ziemlich viel erreicht. Diverse Sträucher eingepflanzt, einige Blumenbeete angelegt, zwischendurch das ganze Unkraut beseitigt und sogar schon Beete für Erdbeeren, Bohnen usw. fertiggestellt. Ich hörte aber keine Freude keine Begeisterung sondern nur fluchen was  noch alles gemacht werden muß

Es ist ja im Prinzip gut wenn man ungeduldig ist um so schnell wie möglich voran zu kommen. Es ist auch gut wenn man etwas erreicht. Aber es ist nicht gut wenn man alles auf einmal will. Denn dann blockiert man sich  indem man zuviel will.

Wenn etwas erreicht ist kann es nicht schaden sich einmal zurückzulehnen um noch einmal zu verinnerlichen was man gerade geschafft hat. Aber wenn man schon während der aktuellen Tätigkeit unzufrieden ist weil noch nicht alles fertig ist,  dann stimmt etwas nicht. Denn man kann nicht alles auf einmal machen.

Als ich damals mit den Reha Maßnahmen anfing, wollte ich so schnell wie möglich gesund werden. Laufen und auch meine linke Hand wieder benutzen. Dazu noch richtig denken und richtig sprechen. Doch schnell habe ich bemerkt. Das geht so nicht. Ich mußte das trennen. Den Geist konnte ich praktisch zu jeder Zeit trainieren. Aber Beine und Hand gleichzeitig. Da ging überhaupt nichts mehr. Ich habe mich voll aufs Laufen lernen konzentriert. Und dabei habe ich mich über jeden kleinen Erfolg gefreut. So bin ich gut vorangekommen.

Gleiches gilt auch heute und das für jedermann. Und da spielt es keine Rolle ob es im Haushalt oder im Garten oder auf der Arbeit ist.

Erst eins dann zwei und dann in Ruhe weiter. Alles auf einmal ergibt Chaos

Belohnung

Es schien für mich schon fast gelaufen. So wie ich es mitbekommen hatte war schon alles vergeben. Aber ich hatte im Kampf um die Eintrittskarten für das Finale in Berlin die Hoffnung nicht aufgegeben. Denn ich hatte ja noch am Donnerstagmorgen eine Beschwerdemail an die Geschäftsführung von Werder Bremen geschrieben.  Nachdem mir eine gute Bekannte vor ein paar Tagen mein Motto als ihre Devise präsentiert hat, war mir klar: Von nun gilt wieder nur eines:

Positiv denken, egal was kommt. Alles wird gut.

Und gestern morgen waren 2 Karten für das Pokalfinale nächste Woche da. Und es war nicht wie bei den meisten, die ich kenne, die Preiskategorie 1. Es war sogar PK 3. Es hatte sich wieder einmal gelohnt nicht aufzugeben. Auch wenn ich meine Frau damit fast zur Verzweiflung getrieben habe. Der Glaube an den Erfolg hat sich wieder einmal als richtig erwiesen

Schock

Da hatte ich meinen täglichen Beitrag schon fast fertig und dann erfahre ich von einer guten Freundin(ja, so etwas gibt es tatsächlich noch) das sie Krebs hat. Das wird jeder verstehen das ich dann sofort alles gekippt habe.

Sie wird überleben! Denn sie ist eine Kämpferin. Das zeigt aber wieder einmal wie schnell es von lustig auf brutal umschwenken kann. Sie wird deswegen überleben, weil sie sich sofort der neuen Situation stellt. Sie geht bedingungslos jeden erforderlichen Weg den die Ärzte vorschlagen. Mögen die Veränderungen, die Einschnitte ins gewohnte Leben die Entbehrungen, noch so groß sein. Sie nimmt alles auf sich. Denn sie lebt! Und sie wird bestimmt noch sehr lange leben. Denn die Medizin macht ja ständig Fortschritte.

Sie hat mir nicht einmal gesagt wie arm sie dran ist oder warum es gerade sie trifft. Sie hat nur einen Gedanken und für den hebt sie ihre ganze Kraft auf. Ihre ganze Energie soll nur dazu verwandt werden, das sie weiterlebt! Und wenn dann noch etwas überbleibt, wirdft sie schon den Blick in die Zukunft

Unkraut

Heute kommt zur unendliche Geschichte mit dem Unkraut eine neue Variante dazu. Gerade als ich mich umgezogen hatte, und anfangen wollte, da fing es an zu regnen. Erst ein wenig und kurze Zeit später richtig stark. Das war das Ende vom Unkraut zupfen für heute.  Dabei hatte ich mich wirklich gut gefühlt, weil ich mir sicher war meinen Körper besiegen zu können. Es stimmt, es sind phasenweise Qualen die ich bei dieser Arbeit durchmache. Und ich fluche für mich auch so manchesmal. Aber dann denke ich:

Es gibt soviele die es verstehen sich zuhause zu verkriechen, verweilichen und dadurch natürlich krank und anfällig werden. Ganz besonders erfindungsreich sind dabei  Jugendliche. Sie führen ihre Eltern dabei ganz besonders vor indem sie ihnen alles mögliche vortäuschen.

So möchte ich nicht werden. Da bin ich lieber hart gegen mich. Denn nur das bringt mich weiter. Das zeigt aber auch wie schwer es Eltern haben.  Es ist zwar schade ohne eigene Kinder zu leben. Es erspart mir aber auch sehr viel Ärger und Streß. Dadurch vergeude ich nicht zusätzliche Kräfte. Das Gegenteil ist der Fall. Ich habe dann Kräfte  die ich ausschließlich  für mich gebrauchen kann. Und das sind dann z.B. Kräfte die ich fürs Unkraut einsetzen könnte.

In meinen tiefsten Innern fühle ich mich aber noch wie ein Jugendlicher.

Gedanken 7- zur Religon

Wir sind heute zum Bahnhof gegangen um Brötchen zum Frühstück zu holen. Später waren wir noch einmal kurz draussen. So eine Vollheit habe ich noch nie erlebt. In Bremen herrscht Ausnahmezustand. Ein friedlicher angenehmer Zustand. Es dreht sich alles um den Kirchentag. Ich finde es bewundernswert wie die Menschen in Bremen ihren Glauben kund tun. Es gibt keine Ängste, das sie als bemitleidenswerte Spinner abgetan werden. Jeder ist bereit sich zu öffnen.

Darum werde ich, nach langen überlegen, heute etwas sehr persönliches niederschreiben.

Gott! Was ist Gott? Wer ist Gott? Diese Fragen habe ich mir früher sehr oft gestellt. Ich weiß nicht ob ich ihn gesehen habe, oder wer es gewesen ist, als ich im Jenseits war. Ich weiß nur das ich etwas gesehen habe, was ich aber für mich behalten werde. Sonst lande ich noch in einer Talkshow. Die Kirche hat mir viel gegeben. Doch dann kam der Moment wo die Kirche ihre Arbeit für die Jugendlichen eingestellt hat. Daraufhin bin ich ausgetreten. Was mich aber nicht daran hindert heute wieder gläubig zu sein. Das war nicht immer so.

In den ersten Jahren nach meinen Unfall versuchte ich Gott zur Seite zu schieben, denn ich hatte zuviel mit mir selbst zu tun.  Meine Philosphie war ganz einfach. Ich ging davon aus, das mir eine Prüfung auferlegt wurde,  die ich alleine bestehen mußte. Ich allein mußte mit der Situation fertig werden. Denn nur ich konnte mir helfen. Gott hatte mich für eine Prüfung ausgesucht. Denn ich lebte ja noch. Und das war entscheident. Später habe ich das etwas entspannter gesehen, indem ich meine Situation als Unfall betrachtet habe. Einen Unfall den es im Leben immer mal geben kann. Nur hatte ich dabei Glück gehabt, das ich überlebt habe.

Fakt ist, das mir der Glaube und diverse Zwiegespräche geholfen haben. Ohne dem wäre ich nie so stark geworden wie ich es heute bin.

verloren

Trauern ist zuviel gesagt. Aber meine Enttäuschung über Werders Niederlage muß ich erst einmal verarbeiten

Ich werde das nicht in mich hineinfressen sondern ein oder zwei Stunden trauern. Danach geht der Blick wieder nach vorne, dann habe ich es verarbeitet. Ganz nach diesen Motto gehe ich mit Mißerfolgen um

Geschafft

Es ist schon komisch. Ich werde es auch nach über 40 Jahren nicht verstehen.Da gibt es Tage an denen ich mich ganz gut fühle, aber es geht nichts. Keine Kraft wenig Motivation usw. Und dann gibt es Tage wie heute. Ich sprühte nur so voller Energie. Im Garten habe ich den Teil des Rasens der ein Blumenbeet werden soll, fertig abgestochen. Und die Rasenstücke habe ich auch noch weggebracht. Als hätte ich heute nichts gemacht, fühle ich mich schon wieder dynamisch und zu jeder Schandtat bereit. Der Grund dafür ist ganz einfach: Ich habe gestern Abend nicht zuviel und auch nicht zu spät gegessen und ich habe ausreichend geschlafen.

Das was ich hier immer empfehle habe ich auch einmal beherzigt. Es ist ratsam sich so gut es geht an diese Spielregeln zu halten. Und da steht Schlaf an allererster Stelle.

Hätte ich das in meiner Jugend auch so gesehen, dann würde es mir heute wahrscheinlich noch etwas besser gehen. Aber dafür habe ich gelebt(gehe ich später mal drauf ein)Diese Entscheidung muß aber jeder für sich treffen. Wenn man davon überzeugt ist das es die richtige war dann gibt das auch ein Gefühl der Zufriedenheit. Und das ist unbezahlbar