Archiv für den Monat: Juni 2009

Alles richtig

Gestern habe ich vielleicht nicht alles, aber doch vieles richtig gemacht.

Schlaf?? Na ja, da könnte man Kritik üben. Morgens und auch mittags habe ich genügend gegessen. es gab Käsespätzle, und auch abends war auch alles gut. Bei dem Sonnenschein war trinken sehr wichtig. Und das habe ich auch reichlich getan. Vor allen habe ich 2 Dinge beachtet: Ich habe an mein Sonnencap gedacht und es die ganze Zeit getragen. Und ich habe mich nicht bis zur Erschöpfung verausgabt. Dazu kam das ich nervenaufreibende Diskussionen vermieden habe bzw. Ärger aus dem Weg gegangen bin.  Abends bin ich früh ins Bett gegangen.

Es war fast ein musterhaftes Verhalten von mir. Ganz so wie ich es gerne schreibe. Das mag auch alles ganz schön sein, und vor allen für meine Gesundheit gut sein, aber auf Dauer kann ich das nicht durchstehen. Das wäre ein Leben nach Schema F. Ohne Höhen und Tiefen. Dafür bin ich nicht geschaffen. Dafür bin ich zu emotional. Wie soll ich bei diesen Tagesablauf neues, z.T. auch riskantes, ausprobieren? Würde ich mich nur vernünftig verhalten, dann dürfte ich nicht einmal die Hälfte von dem tun, was ich täglich erlebe. Ein wohlbehütetes Leben indem ich mich nicht weiter entwickeln kann, das ist nichts für mich.

Das ist das Dilemma in dem viele Behinderte stecken. Zum einen der Gedanke an die Gesundheit. Geht es danach, sollte man sich so unauffällig wie möglich verhalten. Und dann die Weiterentwicklung. z.B. Laufen lernen oder Bewegungsabläufe wieder trainieren oder überhaupt Belastungsgrenzen wieder ausprobieren. Das alles ist mit einen gewissen Risiko verbunden. Die Kunst liegt darin das richtige Mittelmaß zu finden, und auch bei Rückschlägen weiter zu machen.  

Noch nie passiert

Heute morgen bin ich, wie gewohnt, am Bürgerpark entlang, zur Arbeit gefahren. Das sind 3,2 Kilometer schnurgerader Radweg. Einzig eine Ampel muß passiert werden. Ich habe es morgens noch nie gesehen, das jemand in den Park hinein oder hinaus fährt. Dementsprechend fahren auch alle Radfahrer an dieser Stelle.

Heute war es soweit: Das erste Mal hatte ich Rot,  und mußte stehen bleiben weil ein Auto aus den Bürgerpark fuhr. Das war mir in über 20 Jahren noch nie passiert. Sofort habe ich eine Verbindung zu ähnlichen Situationen gesucht.Und es stimmt: Es gibt immer ein erstes Mal. Es wird immer vorkommen, das etwas noch nie passiert ist. Und weil das nicht immer angenehmes sein kann, versuche ich, so gut es geht, für solche Situationen gewappnet zu sein. Dementsprechend schwirrt bei mir fast immer der Gedanke „Vorsicht“ im Hinterkopf herum. Gestern hatte ich wohl meine Gedanken schweifen lassen. Erst habe ich mit Rücksicht auf unser geplantes Abendessen wenig gegessen, dann hatte ich den Nachmittag bei Nachbarn verbracht und mich dabei der Sonne ausgesetzt. Wir haben eine intensive Diskussion geführt und ich habe mich selber unter Druck gesetzt, weil ich zulange geblieben bin. Deswegen kam am Ende Hektik auf. Wir wollten ja noch zuhause essen. Und das führte dazu das mir am Schluß schwindelig wurde.

Ich hatte mehrere Male, meine selbst aufgeschriebenen Regeln, mißachtet. In der Reihenfolge war mir das noch nie passiert. Demnächst werde ich besser aufpassen. Gestern habe ich es mal wieder gemerkt:

Jeden Tag, jede Stunde, jede Minute muß ich aufpassen. Ich muß immer daran denken welche Auswirkungen meine Aktivitäten haben. Ich muß wirklich an jede Kleinigkeit denken. Nur wenn ich das einhalte, habe ich ein leichtes Leben

Michael Jackson

Gestern ist Michael Jackson gestorben. Das ist traurig und ich bin auch betroffen. Nun reden sehr viele davon das sie von Jacko geprägt worden sind. Vielleicht hört es sich so gut an, das soviel das gleiche reden. Ich kann nur hoffen, das sie ihre Persönlichkeit unabhängig von ihm entwickelt haben.

Was mich betrifft, kann ich nur sagen: Er hat Einfluß auf meinen Tanzstil gehabt. Nicht das ich den Anspruch erhebe es mit ihm aufnehmen zu können. Dazu fehlen mir gut 95 % seiner tänzerischen Fähigkeiten. Auch wenn ich seine Musik gerne gehört habe und seine Show habe ich zweimal live genossen habe. Außer für einen bestimmten Schritt hat es nicht gereicht.

Früher hatte ich beim Tanzen, Disco-Tanzen genauer gesagt, den Standart Schritt. Vor und zurück quer vor und wieder zurück. Das war gefahrlos. Für mein weibliches Gegenüber und auch für mich. Dann kam „Thriller“ und ich habe geübt. Solange bis ich Knoten im Bein hatte und mir nur noch schwindelig war. Ich habe es geschafft. Ein kleiner Ausfallschritt der zum Schwungholen diente, ganz eng ran und dann um die eigene Achse drehen und das ganze mit einen großen Ausfallschritt beenden. Das war jahrelang mein Paradestück. Es ging allerdings nur wenn ich viel Platz auf der Tanzfläche hatte. Sonst gab es für die umliegenden Tänzer Blessuren.

Vor 2 Jahren habe ich es nach jahrelanger Pause mal wieder versucht. Das war keine gute Idee. Aber der Ehrgeiz hatte mich gepackt. Ein wenig Training reichte allerdings nicht. Es kam hier alles zusammen. Mut, Training und der Glaube das ich es noch kann.

Auf der Kohlfahrt habe ich es im Februar einige Male bewiesen, das es noch geht. Wie schon mehrfach gesagt:   Aufgeben gibt es nicht!    Alles ist möglich

Ärger

Nichts ärgert mich mehr als Inkonsequenz. So ist es mir gestern ergangen.

Das Wetter war hervorragend und ich habe mich bestens gefühlt. Optimale Vorausetzungen um im Garten zu arbeiten und ein wenig zu relaxen. Aber es ist ja Donnerstag und Fußball steht an. Daraufhin habe ich wie gewohnt, meinen Tagesablauf ausgerichtet.

Als es soweit war und wir am Treffpunkt ankamen, waren wir nur ein Häufchen von 5 Spielfreudigen. Dazu kam, das die Plätze abgesperrt waren und die Umkleideräume gesperrt waren. 4 Leute hatte letzte Woche großartig Versprechungen abgegeben, und nun fehlten sie einfach. So ein Verhalten kann ich nicht nachvollziehen. Auf der einen Seite mit der eigenen Bereitschaft groß angeben. Und auf der anderen Seite alles im Stich lassen.

Wenn ich etwas verspreche muß ich das auch einhalten. Wenn ich einen Weg eingeschlagen  kann ich nicht einfach stehen bleiben und sagen: „Nein ich will nicht mehr, ich habe keine Lust „.

Schönreden

In den Sommermonaten spielt sich ein Großteil unseres Lebens im Garten ab. Trotzdem gibt es genug Situationen, die symbolisch für viele alltägliche Ereignisse stehen könnten.

Diesmal mußte ich feststellen, das ich auch ein Meister im Schön-reden sein kann. Meine Frau hat unseren Garten fast fertig bekommen. Bis auf einen kleinen Streifen am rechten Rand unseres Gartens. Der sieht noch verwildert aus. Nun gehen ihr aber auch langsam die Kräfte aus.  Und deswegen versuche ich schon seid einigen Tagen diese Ecke schön zu reden. Dieser Streifen wirkt so gut, das man ihn garnicht bearbeiten sollte. Es fehlt nicht mehr viel und dann ist sie auch davon überzeugt, das es gut aussieht.

So gehe ich des öfteren vor.  Es ist egal um was es geht. Aber aus jeder Aktion kann man auch etwas positives herausziehen. Man muß nur wollen. Wenn etwas nicht ganz so optimal verlufen ist wie gedacht, dann suche ich so lange bis ich einen Funken gutes gefunden habe. Und den rede ich mir so lange schön bis ich fest davon überzeugt bin, das mein Mißgeschick oder was es auch war, einen Sinn hatte.

Das ist kein Selbstbetrug und ich mache mir auch nichts vor. Aber es ist angenehmer nur das beste in jeder Aktion zu sehen

Grillen

Ich komme gerade vom Grillen nach Hause. Es war ein sonniger und schöner Tag. Nachmittags ein wenig im Garten arbeiten und ab 17.00 Uhr vorbereiten für einen Grillabend.

Um 18.00 Uhr kamen unsere Nachbarn. Es war so angenehm das es bis kurz nach neun dauerte. Am  Schluß war ich etwas müde. Es war doch ein langer Tag.

Auch solche Tage können nicht schaden. Ich habe dann einfach ein gutes Gefühl und genieße es zu leben. Das ist Lebensqualität.

Mutlos? Nein danke

Als ich heute morgen, nach meinen Arztbesuch, das Haus verlassen wollte, kam mir eine Frau entgegen. Genauer gesagt: Sie versuchte es. Sie ging an zwei Krüken, hatte einen schlimmen Fuß und den Arm noch leicht bandagiert. Ich habe ihr natürlich Vortritt gelassen und gewartet bis sie die Treppe geschafft hatte. Wir kamen ins Gespräch und dabei stellte sich heraus, das sie dem Verzweifeln nahe war. Ich konnte das gut verstehen. Zehn Wochen so stark mitgenommen, das zerrt schon an den Nerven.

Es stellte sich heraus, das sie den Kampf zwar angenommen hatte um mit der Krankheit fertig zu werden. Auch um die körperlichen Beeinträchtigungen lindern oder sogar ganz beseitigen zu wollen. Aber irgendwann kommt der Moment, da ist bei jeden einmal der Akku leer.

Ich glaube das es mir, anhand vieler Beispiele,  gelungen ist ihr wieder neuen Mut und Zuversicht zu geben.

Das zeigt wieder einmal wie wichtig es ist, möglichst viele Kontakte zu haben. Wenn es einmal nicht so läuft, dann ist garantiert einer zur Stelle der einen helfen kann. Und oft ist es nur der Zuspruch oder die Motivation. Das reicht schon um zu helfen.

Gedanken 11 zur Schulzeit Teil 2

Damit die Einführung bei meinen letzten Eintrag, auch einen Sinn ergibt, kann ich jetzt auf meine Schulzeit, die ich nach meinen Unfall erlebt habe, eingehen.

Ich glaube nicht, das ich heute auch so gut durch die Schule gekommen wäre. Damals hatte ich das Glück erst in eine Schule gekommen zu sein bevor sich die Lehrer Gedanken gemacht haben, ob es sinnvoll ist ein Behindertes Kind innerhalb einer „normalen Schulklasse“ am Unterricht teilnehmen zu lassen. Diese Gedanken kamen mit der 68er Generation erst auf.  So konnte ich ganz normal aufwachsen. Dazu gehörte auch mit Freunden weggehen und auch trinken. Genauso wie es die Jugendlichen heute auch machen. Es gab also fast keinen Unterschied zu heute. Und die Jugendlichen heutzutage, würden mich ganz normal und ohne große Vorbehallte in ihren Kreis dabei haben wollen.

Viele meiner Freunde hatten Ausreden wenn sie etwas zuviel getrunken haben. Es merkte keiner. Natürlich haben sie die wildesten Geschichten erzählt, und kamen damit fast immer durch. Das erste Mal ging auch bei mir gut. Aber beim zweiten Mal war mein Stiefvater anwesend. Da er noch jung war, kannte er  diese Spielchen. Und so wurden meine Schwindelgefühle gleich entlarvt. — Das war es dann auch für lange Zeit. Keine Bauchschmerzen mehr, kein Schnupfen — nichts.

Das hatte natürlich den Nachteil das ich, wenn ich wirklich mal etwas hatte, doch zur Schule gehen mußte. Das war eine harte Zeit die ich dann durchgemacht habe. Im Nachhinein hat mir das aber mehr geholfen als geschadet.

Dadurch habe ich mir eine Verhaltensweise zugelegt, von der ich noch heute profitiere. Außerdem hat es dazu geführt, das ich ziemlich selbstkritisch mit mir umgehe. Seitdem hinterfrage ich nahezu jede Aktivität.

Wenn ich es recht betrachte hat ein Teil meiner Schulzeit dazu geführt das ich heute so gut zurecht komme.

Gedanken 10 zur Schulzeit Teil 1

Das Schuljahr nähert sich dem Ende(zumindest in Bremen) und da kommt mir schon der Gedanke an meine Schulzeit wieder. Es war eine schöne Zeit aber auch mit dunklen Seiten. Es ist nicht leicht für mich darüber zu schreiben, denn ich habe einiges erlebt. Im Nachhinein muß ich feststellen, das es auch ein Bericht aus der heutigen Zeit sein könnte. Viel hat sich nicht verändert. Das Verhalten der heutigen Jugend ähnelt der vor 30 bzw. 35 Jahren doch mehr als ich vorher gedacht habe. Der große Unterschied liegt bei den Personen die für Schüler verantwortlich sind. Es sind die Eltern, die Lehrer und die Politiker.

Während es bis zum Anfang der 70er Jahre klar und relativ einfach verteilt war, hat sich im Laufe der späteren Jahre immer mehr zum Nachteil der Schüler entwickelt.

Die Politik gab die Rahmenbedingen vor und schuf damit in einen einfachen System gute Voraussetzungen für Lehrer und Schüler. Die Lehrer waren dadurch dementsprechend motiviert und es gab auch keine Unterrichtsstunden die ausfielen. Dadurch fühlten die Eltern sich auch in der Verantwortung und trugen durch ihre Kontrollfunktion den ihrigen  Teil zum Gelingen bei.

Heute sieht das wie folgt aus: Die Politik betrachtet das Bildungswesen als Spielwiese, bei der immer wieder eingespart werden kann, die Lehrer sind überfordert und größtenteils demotiviert und die Eltern verweisen auf die Lehrkräfte und die Politik. Leidtragende sind die Schüler.

Freitag, im Weserpark

Was ist heute passiert? Nicht viel! Es war ein ganz normaler Tag. Arbeit danach zum Einkaufen in den Weserpark. Vorher haben wir noch einen Kaffee getrunken  und ein wenig gebummelt. Dabei traf ich jemanden aus früheren Zeiten. Er war über mein Selbstbewußtsein erstaunt, weil ich mich so Selbstbewußt verhalten würde, was mich widerum erstaunte. Ich finde es nicht besonders ausgeprägt. Da ich das gestern auch schon zu hören bekam fing ich an nachzudenken.

Ja, es mag so sein das ich nach außen hin ein unerschütterliches Selbstbewußtsein habe. Aber im Grunde genommen, ist es nichts weiter als Positiv denken. Egal was ist, der Blick geht nur nach vorne und dabei habe ich immer nur die erfolgreiche Lösung im Auge. Das geht natürlich nicht immer gut. Aber das kommentiere ich dann mit den Worten:  „Nobody is perfect“ oder „dann versuche ich es nochmal“ und „wo gehobelt wird da fallen Späne“ Das ist für manchen gewöhnungsbedürftig.

Aber was geschehen ist(und sei es nur vor 5 Sekunden) ist geschehen. Danach heißt es ganz einfach: Fehler einsehen und den Blick nach vorne richten. Das muß die Devise sein.