Rücksicht

Heute war wieder fussball angesagt. Es war ein unmögliches Wetter. Drückend bis zum Umfallen. Schon nach ein paar Minuten lief mir der Schweiß nur so runter. Und es kam noch schlimmer. Innerhalb kürzester Zeit lagen wir 1:3 zurück.

Aber wir haben fest an uns geglaubt. Wir haben unsere Spielweise beibehalten. Wir haben uns nicht beirren lassen. Und am Ende haben wir auch 5:3 gewonnen.  Viel wichtiger war aber das wir alle Spass hatten, gelaufen sind und sich keiner verletzt hat.

Während des Spiels gab es eine Begebenheit die den Charakter unserer Mannschaft wiederspiegelt. Ein Mitspieler, der sich auch mal gerne etwas robuster einsetzt, versuchte mich durch überharten Körpereinsatz auszubremsen. Daraufhin wurde er von den anderen zurechtgewiesen, das er bei mir rücksichtsvoller sein sollte. Nicht das ich unter Artenschutz stehe, aber bei allzu harten Einsatz ziehe ich fast immer den kürzeren weil ich ja nur mit der rechten Körperhälfte dagegen halten kann. Das war bei meiner ersten Fußballtruppe anders. Da ging ich doch oft zu Boden. Da wurde ich ziemlich unsanft angegangen. Sogar die Grätsche wurde bei mir eingesetzt. Aber das habe ich mehr als Auszeichnung gesehen.

Welch ein Unterschied zu heute. Es besteht aber auch ein gewisser Qualitätsunterschied zur vorherigen Truppe. So konnte ich gestern machen was ich wollte, wenn ich vorm Tor war bzw darauf zu gelaufen bin. Ein Gegenspieler konnte mich immer ausbremsen. Er war immer eher am Ball als ich. Und jedesmal mit fairen Mitteln.

Darum macht mir das Fußballspielen in dieser Mannschaft auch soviel Spass. Das wichtigste für uns ist die Gemeinschaft. Und ich werde von keinen als Exot betrachtet, weil ich der einzige körperlich Behinderte bin. Das liegt vielleicht auch daran das ich nie Sonderrechte beansprucht habe. Stattdessen habe ich mich durchgebissen. Und das war der richtige Weg

Diät

Vor einen Jahr brachte ich 105 Kilo auf die Waage. Das war bedeutend zu viel. So schön der Ägypten Urlaub auch gewesen war. „All in“ ist nicht gleichzusetzen mit Gewichtsabnahme.

Ich habe versucht auf eine Diät zu verzichten. Fußball, Radfahren und Gartenarbeit das sollte reichen habe ich mir gesagt. Aber leider hatte ich auch Gefallen an den Leckereien des Lebens gefunden. So konnte ich gerade mal 2 Kilo abnehmen. Nur das reicht mir nicht. Ich will zwischen 92 und 94 einpendeln. Ich habe inzwischen einiges bei meinen Eßgewohnheiten geändert. Und Disziplin lege ich auch an den Tag. Aber mehr als 94,5 ist nicht drin. Inzwischen habe ich mich auf 95 Kg gefestigt. Nur weiter geht es im Moment nicht. Und das stört mich. Auch wenn ich darüber nicht begeistert bin, ich werde meinen Weg beibehalten. Solange bis ich bei 92 Kg angekommen bin.

Aufgeben kommt für mich garnicht in Frage.

Feiern

Gestern ging mir mein Freund durch den Kopf.  Wir kennen uns noch nicht lang. Und dennoch scheint es uns so, als wenn wir nur aufeinander gewartet haben bzw. uns ein Leben schon kennen würden.

Nun hat er ein Problem. Er hat Samstag runden Geburtstag und weiß nicht genau: Feiern oder wegfahren? Ich habe das für mich so gelöst, das wir für 5 Tage nach Wangeroge gefahren sind. Im Nachhinein habe ich dann mit Freunden und auch mit Arbeitskollegen gefeiert. Das war zwar etwas aufwendiger aber dafür lief auch alles harmonischer ab. Ich beneide ihn nicht. Egal wie er es macht. Aus einer Sicht macht er es falsch. Feiern ist schön und ist immer gut für die Seele. Aber eine Feier die mit Ängsten, wegen Streitigkeiten verbunden ist, die ergibt nur Streß. Auf der anderen Seite. Ein Tag ohne Freunde und ganz still und leise. Das ist auch nicht jedermanns Sache.

Das ging mir gestern alles durch den Kopf. Und dann habe ich spontan etwas verrücktes gemacht. Eine etwas größere Überraschung für meine Frau. Innerhalb kürzester Zeit war es perfekt. Heute sehe ich das schon nüchterner. Ich bin mir nicht mehr so sicher ob es richtig war. Aber man kann ja nicht immer nur vernünftig sein. Hin und wieder muß es auch mal etwas sein, was außerhalb des gewohnten liegt. Das bringt Farbe ins Leben. Ich habe nur dieses eine und das möchte ich voll auskosten. Genau darum mag ich es die Ketten der Normalität zu durchbrechen

Am 21.11.diesen Jahres werde ich das Geheimniss preisgeben.

Rosenbeet

Es ist fertig. Unser Rosenbeet im Garten. Es war fast so wie vieles in meinen Leben. Als wir vor einen Jahr den Garten übernommen haben, sah es hoffnungslos aus. Da gehörte schon Mut dazu eine Idee zu haben. Es war auch eher eine Vision. Wir haben aber trotzdem an unsere Idee geglaubt. Wir haben viel Schmerzen in Kauf genommen, viel Schweiß vergossen.  Aber wir haben die Ruhe behalten und unser Ziel nie aus den Augen verloren.

Nachdem wir gestern mit einen Bekannten von mir, weil mein bester Freund nicht konnte, (zu ihm schreibe ich morgen mehr) 8 Edelrosen von einen Gartencenter geholt haben, wurden sie heute eingepflanzt.

Und jetzt sind wir fast fertig mit unseren Garten. Das 1. Ziel ist erreicht. Heute konnten wir genau sehen, wie es ist wenn ein Rädchen ins andere greift. Am Anfang war es nur Schufterei – für nichts. Ich konnte mich verausgaben und arbeiten wie ich wollte. Es sah nie nach Fortschritt höchstens nach Linderung aus. Dann kam die Phase bei der ich körperlich stark beansprucht wurde. Nur weil ich ein wenig Licht am Horizont gesehen habe, war ich noch bereit durchzuhalten. Dann kam die Phase des Wartens. Und heute war das Rosenbeet fertig. Und der Garten erstrahlt in einen ganz anderen Licht. Den Rest werden wir auch noch schaffen

Gedanken 9 – Anne Frank

Gestern wäre Anne Frank 80 geworden. Es gab natürlich dementsprechend Berichte über sie und ihr relativ kurzes Leben.  Für viele ist sie durch „das Tagebuch der Anne Frank“ ein Begriff. Ich wurde daran erinnert was sie alles durchgemacht hat und wie sie trotzdem geschrieben hat. Sie hat den Erfolg ihres Buches nicht erleben dürfen. Und doch hat sie in ihrer aussichtslosen Lage es weitergeführt in der Hoffnung etwas gutes zu tun.

Genau aus diesen Grunde werde ich diesen Blog weiter schreiben. Und sei es nur für eine Person der ich durch diesen Blog helfen kann. Ich werde nicht aufgeben. Ich werde an den Erfolg meines Tagebuchs glauben. Auch wenn sich die Begeisterung für eine neue Sache in Grenzen hält, weil der Erfolg noch nicht ersichtlich ist.

Geduld, wird sich eines Tages auszahlen. Bis dahin werde ich durchhalten und mich zur Not an Anne Frank erinnern.

stadionseite.de

Endlich!! Es ist soweit. Ich kann wieder an meiner Homepage arbeiten.  So langsam komme ich mit dem Nachfolger Programm von Frontpage zurecht. Expression Web heißt es und soll sich damit zu dem biederen Vorgänger abgrenzen.

Ich hatte große Bedenken, ja vielleicht auch etwas Angst mit dem neuen Programm zu arbeiten. Was passiert mit den bisherigen Seiten die ich in mühevoller Arbeit erstellt habe? Geht etwas verloren? Oder kann ich mit dem geschafften weitermachen?

Im Grunde genommen war es für mich eine normale Situation. Ich kann es nie genau voraussagen was passiert, wenn ich etwas neues wage. Aber ich wage es immer wieder. Ob es nun das Fahrradfahren, Fußballspielen oder was auch immer ist. Ich bin bereit ein Risiko einzugehen. Ich bin auch bereit Fehler zu machen. Nur zu eines bin ich nicht bereit:

Untätig zu sein

Revisor

Es war ein fast normaler Tag.  Aufstehen – zur Kaffeerunde – mit dem Rad zur Arbeit später auch zurück. Und das ohne naß zu werden. Ein ruhiger Nachhmittag. Und dann begann für mich ein neues Kapitel.

Im Februar wurde ich als Revisor in den Vorstand meines Kleingartenvereins gewählt. Nun war meine erste Vorstandssitzung. Während der Sitzung habe ich so nebenbei mitbekommen, das sich einige Vorstandsmitglieder an der Wahl gestört haben.  Das mein Nachbar und ich direkt vom Vorsitzenden vorgeschlagen wurden, hat nicht bei jeden Zustimmung gefunden. Ich könnte das auch auf mich und meine Behinderung beziehen, was auch der Fall sein kann.

Nur das interessiert mich nicht! Ich bin ohne Gegenstimme gewählt geworden. Und was hinter meinen Rücken geredet wird, das muß mich kalt lassen. Gerede wird es immer geben. Ich darf mich davon nicht beeindrucken lassen. Auch wenn es nicht immer leicht fällt: Ich muß versuchen darüber zu stehen. Es ist wichtig das ich an mich glaube und von dem was ich mache überzeugt bin. Denn wenn ich immer auf das „Gerede der Leute“ eingegangen wäre, würde ich heute nicht soweit sein.

Sommerflieder

Als wir zu Beginn der letzten Woche im Garten ankamen, sah unser Sommerflieder wie ein Häufchen Elend aus. Der erste Gedanke meiner Frau war – Raus und auf den Kompost. Die Idee fand ich nicht so gut. Er war erst vor 10 Tagen umgepflanzt worden. Heute sah er zwar immer noch nicht viel besser aus, aber an einigen Stellen kann man erkennen das er sich erholt und wahrscheinlich bald in voller Pracht blühen wird.

So ähnlich ist es mir des öfteren ergangen.  Wenn mir von keiner Seite etwas zugetraut wurde, dann wurde ich erst recht stark. Dann habe ich es geschafft zu überzeugen. Egal ob es im Beruf oder im Sport oder bei körperlichen Beeinträchtigungen war. Fast jedesmal ist es mir gelungen diejnigen, die mir etwas nicht zugetraut haben, eines besseren zu belehren. Entscheidend war dabei immer folgendes:

Sich nicht beirren lassen und immer an die eigenen Fähigkeiten glauben. Und selbst bei Rückschlägen den Blick nach vorne und auf das selbst gesteckte Ziel nicht beibehalten