Gedanken 8- zu Wahlen

Morgen ist Europawahl. Was hat das mit meinen Blog zu tun? Eigentlich nichts. Sieht man einmal davon ab das es nicht gut ist wenn man nicht zur Wahl geht.

Es ist nicht gut wenn man den Kopf in den Sand steckt nur weil es,  nach außen gesehen, nicht so scheint wie man es gerne möchte. Nicht alles kann gleich zum Erfolg führen. Nicht aktiv zu sein ist gleich zu setzen mit Rückstand. Wenn man auf seine Rechte verzichtet darf man sich nicht beschweren wenn alles schief geht. Dann hat man zum Chaos selber beigetragen.Es ist nicht immer sofort zu erkennen wenn man etwas macht. Aber je mehr Mosaiksteinchen zusammen kommen umso deutlicher ist das Gebilde zu erkennen. Und sei es nur eine Aktion die dazu kommt. Lieber eine Aktion als keine.

Was habe ich gerade geschrieben? Waren das Sätze die aus dem Leben eines Menschen mit Beeinträchtigungen stammen? Oder war das ein Aufruf zur Wahl?

Mein Leben das ich heute führe habe ich auch den vielen Mosaiksteinchen zu verdanken. Manchmal war es nur ein winziges Steinchen pro Tag, ähnlich wie eine Stimme bei der Wahl, aber jedes Steinchen war wichtig.

Dusche

Heute morgen habe ich an unser Hotelzimmer in Berlin gedacht. Es hatte nur eine Badewanne. Dadurch war das duschen für mich etwas schweriger als normal. Unweigerlich mußte ich 3 Jahre zurückdenken. Bei der Besichtigung unserer neuen Wohnung stellten wir fest das es nur eine Badewanne gab. Unser Glück war das die Wohnung noch renoviert werden sollte. Eine gute Bekannte empfahl mir, bei der Wohnungsbaugesellschaft nachzufragen ob es nicht möglich wäre eine Dusche einzubauen. Genau das tat ich auch, und hatte Glück.  Deswegen habe ich jetzt auch keine Schwierigkeiten. Früher war es kein Problem für mich in die Badewanne zu steigen und dementsprechend auch auszusteigen. Nur bin ich keine 30 mehr sondern bald 53. Ich bin also nicht mehr so beweglich wie früher und das wird auch nicht besser. Das ist ein ganz natürlicher Prozeß.

Natürlich hatte ich Glück das wir eine Dusche anstelle einer Badewanne bekommen haben. Aber dieses Glück hätte ich nicht gehabt wenn ich nicht selber aktiv geworden wäre. Ohne Freunde, die einen mit Rat und Tat helfen können, wäre es wahrscheinlich auch nicht dazu gekommen.  Wir haben die Dusche auch deswegen bekommen, weil ich nicht bereit war die anfängliche Ablehnung der Wohnungsgesellschaft hinzunehmen. Ich habe ein Ziel vor Augen gehabt. Und das habe ich auch erreicht.

Mein Fazit nach dieser gelungen Aktion: Nichts ist unmöglich, alles ist machbar, man muß nur wollen  

Weisheiten VII

Bei soviel Glück wie gestern beschrieben, war es nur eine Frage der Zeit bis es ein  Negativerlebnis geben würde. Das war in Bremen mit dem gestohlenen Sattel auch der Fall.

Denn irgendwann kommt die Kehrseite der Medaile immer hervor. Es gibt kein reines totales Glück. Und es gibt auch nicht ausschließlich Pech. Jeder erwischt mal eine Pechsträhne.Mal ist sie kurz, mal ist sie etwas länger. Aber sie hält nicht dauerhaft an. Egal wer es ist. Es trifft jeden, und sei es nur eine Erkältungsphase. Glück ist nicht unendlich.  . Je stärker man an das Gute glaubt umso früher hört die jeweilige Pechsträhne auch wieder auf.

Zufälle

Wieviel positives Denken ausmacht konnte ich die Tage in Berlin feststellen. Natürlich waren wir im KaDeWe. Zum kaufen ist es dort zu teuer. Aber Kaffee auf den Dachgarten, das wollten wir uns nicht nehmen lassen. Für die Fensterfront gibt es leider nur 4 Tische. Wir hatten Glück. Es war gerade ein Tisch frei geworden. So konnten wir über die Stadt hinwegsehen und die Einkaufststraße, unter uns, in Ruhe beobachten. Freitag abend haben wir den Gang ins Mövenpick gewagt. Auch hier müßte normalerweise jeder Fensterplatz besetzt sein. Gutes Wetter, eine volle Stadt, Pfingsten. Doch auch hier haben wir uns gesagt: „Warum nicht, versuchen wir es. Mehr als schiefgehen kann es nicht“

Und auch hier hatten wir Glück. Es war noch ein Fensterplatz frei. Es war genau wie am Nachmittag, als wir auf dem Schiff einen sehr guten Platz erwischt haben. Am Samstag hatten wir das Glück gleich  zweimal. Beide Male haben wir fest gehofft noch einen Sitzplatz auf dem Platz vor der Gedächtniskirche zu bekommen. Unser Hoffen wurde belohnt.

Turnschuhe

Der Donnerstag und der Freitag in Berlin, standen ganz im Schatten der neuen Turnschuhe. Kurz bevor wir losgefahren sind hatte ich mir noch neue Schuhe gekauft. Der Grund war ganz einfach. Ich hatte endliche elegante Sportschuhe mit einen grünen Streifen entdeckt. Das war mein Bekenntnis zu Werder Bremen. Beim Anprobieren saßen sie zwar etwas knapp, aber sie passten. Zwei Kleinigkeiten hatte ich vergessen: Die Schuhe der Marke sind immer etwas enger.  Und in Turnschuhen ist Größe 46 für mich normalerweise Pflicht. In der Eile hatte ich aber Größe 45 genommen

Das habe ich dann auch den Donnerstag so stark gespürt das ich mich nur dann wohl gefühlt habe, wenn wir ein paar Minuten saßen. Glücklicherweise waren wir abends im Theater. Dementsprechend waren wir auch eleganter angezogen und ich natürlich mit anderen Schuhen ausgestattet gewesen. Abends bin ich im Hotel, stehend k.o., sofort eingeschlafen. Der Freitag war schon etwas besser. Ich hatte die Schuhe ein wenig ausgetreten. Nur durch den engen Schnitt wirkte ich immer etwas gehandicapt.  Das Dumme an der ganzen Sache war, das ich nicht schimpfen konnte. Den Fehler hatte ich einzig und allein selber begangen. Und wieder zeigte es mir, auf schmerzhafte Art und Weise, wie wichtig es ist immer konzentriert zu sein. Und wie wichtig es ist auf jedes noch so kleine Detail zu achten.

Vielleicht gelingt es mir in den nächsten Wochen besser, als es im Moment der Fall ist. Es ist nur eine Frage der Geduld und der Konzentration.

Diebstahl

Es waren 4 Ereignissreiche Tage in Berlin und ich werde in den nächsten Beiträgen auch davon berichten. Erst einmal muß ich mit dem heutigen Tag anfangen.

Gegen Mittag will ich mit dem Rad zum Garten fahren. Es sollte ein Tag zum Entspannen werden. Aber dann kam alles ganz anders. Von meinen Fahrrad war der Sattel samt Stange geklaut worden. Was nun? Erst war ich fassungslos. Aber schon nach ein paar Sekunden habe ich angefangen darüber nachzudenken wie es weitergehen könnte.Und ich hatte Glück im Unglück. Die Fahrradstation am Bahnhof hatte geöffnet. Dort habe ich mir dann einen neuen Sattel montieren lassen. Wie sich später für mich herausstellte war es das falsche Modell. Für den heutigen Tag reichte es noch. Morgen werde ich das hoffentlich in Ordnung bringen können.  Zwei Dinge sind mir im Nachhinein wieder einmal aufgefallen:

1. Wie wichtig es ist sofort in Richtung Zukunft zu schauen, und dabei nicht dem vorherigen Zustand hinterher zu trauern. Das hätte mir nicht geholfen. Weg ist weg. Und jetzt hatte ich eine neue Situation. Und die muß nun bewältigt werden.

2.  Wie wichtig es ist auf die kleinsten Details zu achten. Die Auswirkungen können größer als gedacht sein.

Das sah bei mir heute so aus: Die Größe des Sattels stimmte, die montierte Höhe stimmte. Nur die Federung war etwas zu stark. Wenn das der Fall ist,  kann ich nicht problemlos die Balance halten. Als Ausgleich für die gelähmte Hand rutsche ich doch ziemlich stark auf dem Sattel herum. Und da ist mir ein federnder Sattel nicht gerade hilfreich. Und genau diese Winzigkeit hatte ich übersehen.