Sichtweise

Sonntag und vor allen gestern waren wir lange im Garten. Und gestern Abend hatte ich keine Lust mehr um 22.00 Uhr noch etwas zu schreiben.

Am Sonntag sind einige unterschiedliche Sichtweisen aufeinandergestoßen. Mein älterer Gartennachbar ist um mich besorgt, was ich im allgemeinen ganz gut finde.  Ihm war schon seid längeren aufgefallen, das ich etwas ungewöhnlich aufs Rad steige. Damit hat er Recht, denn es fällt mir immer schwerer den Einstieg zu überqueren und mit richtig Schwung auf den Sattel zu kommen. Aber mit der richtigen Konzentration geht es sehr gut. Und gestürzt bin ich auch noch nicht. Ein Rad mit Stützrädern wäre das richtige für mich, meinte er, und der Sattel müßte auch viel tiefer. Zumindest müßte so schnell wie möglich ein Rad ohne hohen Einstieg her.

Das hörte sich ja alles ganz gut an, aber ich bin noch nicht soweit, das eine derartige Lösung mit Stützrädern für mich in Frage kommt. Vielleicht mit 88. Vorher nicht! Ich hatte aber auch das Gefühl das er mich so wohl behütet wie es geht,  sehen würde.

„Vielleicht sollte ich mit dem Radfahren ganz aufhören. Dann ist die Wahrscheinlichkeit das ich stürze gleich Null. Vielleicht sollte ich auch mit dem Fußball aufhören, dann ist Wahrscheinlichkeit das mir dort etwas passiert gleich null.“ Wenn man es genau betrachtet kann mir und jeden anderen auch, überall und zu jeder Zeit etwas passieren. Natürlich ist ihm an einer Risiko Minimierung für mich gelegen.

Aber ist es nicht die Würze des Lebens schweres zu meistern. Dinge die nicht unbedingt von einen zu erwarten sind. Ist es nicht die Würze des Lebens seine Hobbies seine Leidenschaften zu leben. Oder sollen wir, und das ist ein Horror Szenario das seinesgleichen sucht, unser Leben nur noch am PC oder Fernseher verbringen? So ist das bestimmt nicht von ihm gedacht. Und darum werde ich mich weiter anstrengen und auch kämpfen. Denn ich will die Welt, das bunte Treiben kurzum das Leben in vollen Zügen genießen. Und dabei nehme ich auch gern Risiken in Kauf.

Trotzdem bin ich ihm dankbar. Denn er hat mir klar gemacht. Das es sinnvoll ist hin und wieder auf Hilfsmittel zurückzugreifen. Irgendwann wird es nicht mehr ausreichen mich richtig zu konzentrieren wenn ich aufs Rad steige. So sehr ich eine Bereitschaft zum Risiko habe. Es sollte ein kalkulierbares Risiko sein. Und keins auf das ich keines das dem Russischen Roulette gleicht. Und darum werde ich mir spätestens nächsten Sommer ein neues Rad kaufen.

Auch wenn es mir nicht immer gefällt was mir gesagt wird. Ich höre ruhig zu und verarbeite es lange und ausgiebig. Und sei es nur ein Körnchen. Etwas gutes ist immer dabei wenn ich einen Ratschlag bekomme

Autor: Leander

Ich bin 52 Jahre.Lebe in Bremen und arbeite an der Uni Bremen. Seid 1983 bin ich verheiratet. Eigentlich ist alles ganz normal bei mir Aber dadurch das ich Schwerbehindert bin ist es nicht mehr ganz so normal. Meine Freizeit Aktivitäten sind Politik, Fußball, Sport und natürlich Computer bzw. Internet Dazu kommt unser Kleingarten Ich handel nach dem Motto: Genieße jeden Tag

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