Dagegen halten

Gestern fing der Tag ganz gut an. Es lief alles ganz normal, so das ich mir nicht einmal Gedanken um einen Eintrag machen mußte. Aber gegen Mittag drehte sich das Blatt.  Auf der Fahrt zum Weserpark(dem größten Bremer Einkaufscenter) saß ich so schlecht im Bus, das ich ziemlich oft gegen eine Plexiglasscheibe gedrückt wurde. Mit der Zeit wurde das schmerzhaft in der Schulter. Durch die vielen kleinen Erschütterungen fing es an auch im Kopf zu wirken. Wo andere nicht einmal etwas registrieren, kann ein Kopf-operierter schon kurz vor einer Gehirnerschütterung stehen.  So erging es mir dann auch. Das viele Hin und Her schütteln hatte seine Spuren hinterlassen.  Jetzt weiß ich das ein Stehplatz im Bus manchmal besser sein kann als ein Sitzplatz.

Ich brauchte dringend eine Kaffeepause und bin deswegen nicht sofort in den Elektronikmarkt gegangen um mir den Gutschein für Windows 7 zu kaufen. Als ich es später versucht habe, war alles weg. Ausverkauft. Genau wie bei Microsoft oder bei Amazon. Den Aktenvernichter den ich haben wollte gab es auch nicht mehr. Die Gardine für mein Zimmer habe ich natürlich auch nicht gefunden. Und meine Lieblingsbrötchen mußten erst noch gebacken werden. Wartezeit: 40 Minuten! Da half nur eins und das habe ich auch versucht: Dagen halten! Im Gedanken habe ich mir immer wieder gesagt: Alles wird gut, du läßt dich nicht unterkriegen, du stoppst diese kleinen Negativerlebnisse. Du akzeptierst das nicht. Es hat geklappt. An der Kasse im Supermarkt ging es schnell, der Wolkenguß war gerade herunter gekommen und wir haben den Bus  trocken erreicht. Er brauchte auch nicht mehr 60 Minuten sondern nur 52! Und die Alternativbrötchen schmeckten so gut, das wir unsere gewohnten garnicht vermißt haben.

Ich hatte das „kleine Glück“ wieder!

Gedanken 15 – Fahrrad

So wie das Wetter heute ist und ich ständig mit dem Rad durch die Gegend fahre, muß ich an meine vielen Fahrradtouren denken.  Und deswegen werde ich mich in den nächsten Tagen dem Thema Fahrrad zuwenden

Nach einer Operation hat jeder Mensch schon Schwierigkeiten sofort auf die Füße zu kommen. Nach einer Gehirnoperation erst recht. Und bei Gehirnbluten dauert es immer etwas länger. Das Gleichgewichtsgefühl ist nicht mehr vorhanden. Die richtige Motorik muß erst wieder gefunden werden. Und dementsprechend schwer ist es mir auch gefallen die richtige Balance oder Feinabstimmung oder noch besser, die richtige Motorik zu finden.

Angefangen hat alles 1976! Die ersten Jahre nach meinen Unfall habe ich mich nur zu Fuß fortbewegt. Doch irgendwann kam das Gefühl auf, das ich wieder Fahrrad fahren will. Eines Tages erbarmte sich mein kleiner Bruder um mit mir das Fahren wieder zu üben. Er war es leid meine ständigen Nervereien mit anhören zu müssen. Bis zu dem Moment wo das Rad vor mir stand war ich auch ziemlich mutig. Das war dann aber schlagartig vorbei. Nach vielen zureden kam mein Kämpferherz wieder durch und wir haben eine ca. 400 Meter lange Strecke rund um einen kleinen See in Angriff genommen. Nach etlichen Anläufen ist es ihm geglückt mich heile auf das Damenrad zu bekommen. Und irgendwann ist es mir auch gelungen mich so halbwegs, gerade ohne Schlangenlinien,  fortzubewegen. Das war ein tolles Gefühl. Hatte mich mein Bruder bis dahin immer noch ein wenig gehalten, war es nun vorbei. Gleich bin ich schneller gefahren,  100 Meter! und ich hatte meinen ersten Unfall!! Ich bin voll in eine Fahrrad hineingefahren. Die Frau habe ich fast noch ungeschoren gelassen. Sie hatte gar keine Chance. Ich habe sie voll anvisiert.  Natürlich hatte ich meinen 1. Sturz. Dem sollten noch viele folgen.

An dem Abend habe ich den Einstand als Fahrradfahrer in Bremen gegeben. Und ich hatte gleich alle Kriterien erfüll: Schnelles und verkehrswidriges Fahren. Aber das allerwichtigste für einen Bremer Fahrradfahrer habe ich gleich beherrscht. Schuld am Unfall hat immer der andere Radfahrer.

Damit hatte ich binnen weniger Minuten das wichtigste schon erreicht. Nun mußte ich nur noch lernen, sicher Fahrrad zu fahren.

Ungeahntes

Gestern abend wollte ich für den Blog einen Bericht aus der Vergangenheit schreiben. Aber dann kam alles ganz anders.

Die Arbeit war anstrengend gewesen und ich war noch einmal zur Holzhandlung in den Hafen, mit meinen Nachbarn, gefahren. Später war ich der Meinung das ich noch Unkraut zupfen könnte. Aber das war wohl die falsche Idee. Danach war ich so kaputt wie schon lange nicht mehr. Hätte ich das geahnt, welche Folgen Gartenarbeit am Spätnachmittag bei großer Hitze hat, wäre ich es ruhiger angegangen. Da halfen mir auch nicht die Gedanken an früher. Als ich noch etwas jünger war, hatte ich überhaupt keine Probleme im Garten zu arbeiten. Es konnte nicht heiß genug und auch nicht schwer genug sein. Diese Herausforderungen habe ich alle gerne angenommen – und gewonnen

Aber das war früher!! Ich muß jetzt mit der heutigen Situation zurechtkommen. Und das bedeutet: meine Belastungsgrenze ist niedrig. An manchen Tagen ist sie sogar überhaupt nicht vorhanden.

Was solls! Mir geht es ansonsten gut, und damit kann ich leben !

Lebenszeichen

Mich gibt es noch, und ich werde heute auch wieder schreiben

Es ist Sommer!! Und genauso sieht es bei mir aus. Es gibt nicht viel zu berichten. Das Leben verläuft im Moment absolut normal. Es passiert nichts außergewöhnliches. Das ist das beste was mir passieren kann. Wenn alles normal verläuft, kann ich keine Schwierigkeiten haben. Und das ist gut so!

In den nächsten Tagen werde ich oft meinen Gedanken freien Lauf lassen. Immerhin habe ich doch etliches zu erzählen.

Ach ja, eine Neuigkeit habe ich doch noch. Zwei Nachbarn haben uns geholfen den Fahnenmast aufzustellen. Eigentlich wollte mein PC Fachmann mir den Mast aufstellen.  Das Fundament war auch schon fertiggestelt. Aber dann kam schlechtes Wetter. Und gestern bat sich der gegenüberliegende Nachbar so freundlich an, da konnte ich nicht ablehnen.

Egal welche Situation es gibt. Von irgendwo kommt immer Hilfe

Frontpage

Endlich!! Ich habe es geschafft. Frontpage 2003 habe ich wieder auf meinen PC!

Vor ein paar Monaten hatte ich die Software über EBAY gekauft. Nachdem es eine Weile gut gelaufen ist, gab es am Schluß nur Probleme. Microsoft zeigte mir immer wieder an das es nur eine Testversion sei. Aber aufgeben ist nicht meine Sache. Und heute hat es im x-ten Anlauf geklappt. Das Programm ist fest instaliert. Es lohnt sich also an das gute zu glauben. Wer aufmerksam meinen Blog gelesen hat, wird feststellen, das ich mir vor ein paar Wochen ein neueres Programm gekauft habe. Leider hat er richtig gelesen. Es ist mir das passiert, was immer mal wieder vorkommen kann:

Ich habe den zweiten vor den ersten Schritt gemacht. Bei der Gestaltung meiner Homepage wollte ich mit Hilfe neuer Software mehr Frische auf meine Seite bringen. Darum habe ich mir das Nachfolgeprogramm besorgt. Das lief auch ganz gut. Aber dann habe ich mich doch etwas überschätzt. Ich wollte praktisch, ohne Anlernphase, auf das Expression Web 2, also das allerneueste, umsteigen. Das war dann doch zu schnell. Nachdem ich mir eingestehen mußte, das es noch zu früh dafür ist, habe ich Frontpage 2003 wieder instalieren können. Das Microsoft mir das Leben dabei schwer gemacht hat, spiegelt nur die damit verbundenen Schwierigkeiten dar, die einen passieren, wenn man sich zuviel und zu früh zutraut.

Das gehört aber auch zum Leben. Immer wieder probieren. Und wenn man mal auf die Nase fällt. Nicht schlimm! Aufstehen und wieder versuchen. Dabei kann es hilfreich sein, erst einen Schritt zurück zu machen um dann gefestigt es wieder noch einmal zu anzugehen.

Weisheiten VIII

Mir fallen spontan gerade 3 Personen ein die Gehirnbluten hatten. Unterschiedlicher kann es garnicht sein. Das Alter spricht schon für sich: 10 Jahre, 30 Jahre und 65 Jahre.

Der jüngste hatte es am leichtesten weil er noch extrem belastbar war. Der 65-jährige konnte nur deswegen auch langfristig überleben, weil er sich konsequent an die Vorgaben der Ärzte hält. Der mittlere hatte den, scheinbar, leichtesten Eingriff. Von allen dreien geht es ihm aber am schlechtesten. Er war der Meinung, das er sich nur einer Routine-OP unterziehen müsse um danach sofort wieder durchstarten zu können. Dabei hat er so ziemlich alles falsch gemacht was man falsch machen kann.

Nach der Operation hat er sich ins Flugzeug gesetzt um von Hamburg möglichst schnell nach Stuttgart zu kommen. Damit hat er seinen frischoperierten Kopf gleich dem Höhendruck ausgesetzt. Danach glaubte er, das er problemlos weiter als Workoholic aktiv sein könnte. Es versteht sich fast von selbst, das er kaum Zeit zum Schlafen gefunden hat. Und um das ganze noch, im negativen, zu steigern hat er auch noch Alkohol getrunken.

Es ist wichtig sich nach einer Kopfoperation so langsam und so vorsichtig wie möglich an das Leben heranzutasten. Es handelt sich nicht um irgendeinen Knochenbruch, sondern um die Schaltzentrale eines Menschen. Wenn sich hier ein Defekt einschleicht, kann das gravierende Folgen haben. Und je nachdem wie man sich nach einer gelungenen Operation verhält, so sind die Chancen auf eine Heilung. Das dauert bei einen 65-jährigen viel länger als bei den 10-jährigen. Alle haben aber eins gemeinsam: Sie müssen geduldig sein.

Selbst wenn die OP gut verlaufen ist und auch die ersten 6 Monate, dank vorbildlichen Verhaltens, gut überstanden sind, eines muß jeden klar sein:

Man wird nie wieder ganz gesund sein! Man wird nie wieder den gewohnten Rhytmus haben. Aber..

Man lebt!!!!!

Und mit der richtigen Einstellung kann man noch eine Menge erreichen und erleben. Dieses Glück hat nicht jeder, der am Kopf operiert werden mußte

Gedanken 14 –

Da saß ich nun auf meinen Rad und bin erst einmal losgefahren. Ich wollte in unseren damaligen Garten. Er war ja nur 5 Km weit weg von er Arztpraxis. 20- 25 Minuten. Mein Problem waren nur die letzten Sätze des Arztes. Und deswegen dauerte die Fahrt über eine Stunde und war mindestens doppelt so lang.

„Mir ist kein ähnlich gelagerter Fall, wie bei ihnen bekannt. Zumindest keiner der heute noch lebt. Medizinisch gesehen sind sie ein Wunder. Seien sie über jeden Tag froh, den sie noch leben!“

Das saß. Diese Worte werde ich nie vergessen. Seine weiteren Ausführungen bekamen in den nächsten Wochen und Monate noch  mehr Bedeutung für mich. Da fuhr ich nun durch die Stadt und ich konnte nicht mehr klar denken. Immer nur dieser Gedanke an seine Sätze. Was hieß das für mich jetzt? Bin ich ein Wunderkind? wie lange lebe ich noch? warum kann ich normal denken, wo mir doch soviel intaktes Gehirn fehlt? Das waren nur 3 von vielen Fragen, die immer wieder durch meinen Kopf schwirrten. Es dauerte nicht lange und mir war klar, das es nur eine Lösung gibt.

Ich lebe und mir geht es gut! Nur der Blick nach vorne zählt. Wenn ich schon so ein medizinisches Wunder sein soll, dann richtig! Und darum muß ich jetzt erst recht noch lange leben.

Eine ganz einfache Philosophie, ohne große Schnörkel. Und schon war ich durch mit dem Thema. So dachte ich auf jedenfall. Aber das war natürlich nur ein Trugschluss. Denn seitdem beschäftigt mich das ziemlich oft. In der ersten Zeit mochte ich nicht einmal Fußball spielen. Irgendwann konnte sich bei mir die Vernunft durchsetzen, und die sah so aus:

Wieder Sport machen, nicht so ängstlich denken, nur positiv nach vorne sehen, keine Schwarzmalerei und vor allen ist es mir gelungen mich als ganz  normaler Mensch zu sehen. Denn ich will kein Wunderkind sein. Ich will einfach so normal und unauffällig wie möglich leben.

Das es mich doch hin und wieder beschäftigt, dürfte jeden klar sein.

Gedanken 13 – Röntgenaufnahme

Die folgenden Erklärungen sind schon lange fällig und ich habe sie gestern eingeleitet, dann jedoch auf heute verschoben.

Vor 3 Jahren war meine Unbekümmertheit, frei nach der Devise: „Mir gehts gut, ich bin zu allen bereit“,  schlagartig vorbei!

Nachdem ich, wie schon geschrieben, beim Fußball zusammengebrochen bin, war ich mir nicht mehr sicher wie es um meine Gesundheit steht. Darum schickte mein Arzt mich zum Radiologen um meine Befürchtungen, das ich einen Tumor habe, beseitigen zu können. So groß meine Ängste auch waren, so habe ich mich innerlich doch dagegen gesträubt und versucht nur an das beste zu glauben.

Und dann habe ich beim Radiologen Gegensätze kennen gelernt, wie ich es bis dahin noch nie erlebt habe. Bevor die ganze Prozedur anfing habe ich mich noch gut mit dem Arzt unterhalten. Es war zwar keine hochtrabende Unterhaltung aber es war ein angenehmes Gespräch. Als ich ein wenig später zur Besprechung der Bilder in sein Sprechzimmer kam, mußte ich einen Unterton feststellen, der mich etwas irritierte. Er sprach so vorsichtig und einfühlsam als wäre ich noch in der Vorschule. Eine halbe Stunde später wußte ich warum:

Beim B etrachten Röntgenbilder fiel mir sofort ein kleiner und ein größerer weißer Fleck auf.Dazu kam diese riesige matte Farbe auf dem Bild, das die rechte Schädeldecke wiederspiegelte. Etwas zögerlich rückte er mit vielen Beschreibungen, so wie man es bei Kleinkindern macht, mit der Sprache heraus. Plastikplatte, ein Ventil und ein Metallclip. Das ist die Hardware die sich bei mir in der rechten Gehirnhälfte befindet. Die weißen Flecken stehen für fehlende Gehirnmasse. Und der große matte Teil ist verkrustetes Gehirn. Oder wie Mediziner sagen: Der Teil ist defekt.

Ich hatte keine Lust mehr im zu sagen, wo ich arbeite und das ich gerade den Sprung in den Bremischen Landtag verpasst hatte. Das war mir zu blöd.

Welche Auswirkungen das Ergebniss auf mich gehabt hat, werde ich demnächst erzählen

Kopfschmerzen

Das geht ja gut los. Gegen Mittag bekam ich leichte Kopfschmerzen, denen ich keine große Bedeutung zugemessen habe. Das änderte sich im Laufe der nächsten Stunden und ging in ein Drückendes Gefühl über. Früher hätte ich das ignoriert und unter Schmerzen meinen Tagesablauf fortgesetzt. Dazu neige ich heute immer noch. Aber…

Und genau dieses Aber ist mein Problem, oder vielleicht auch mein Vorteil. Denn meine Unbedarftheit ist nicht mehr gegeben.  Auf der anderen Seite bin ich jetzt vorsichtiger. Und das hat natürlich seinen Grund. Und das erzähle ich morgen