Gedanken 21-Tour 90 Finale

Heute möchte ich meinen ausführlichen Bericht über die Fahrradtour beenden.

Den vorletzten Tag auf dieser Fahrt bin ich nicht direkt weiter in Richtung Süden gefahren. Ich habe mir einen Abstecher in die Weingebiete im Hunsrück gegönnt. Es war beruhigend. Kein Zeitdruck, keine Falschfahrerei. Alles im Sinne der StVo. Da habe ich mir mal Zeit für mich genommen und bilanziert. Natürlich die Tour, aber auch mein Leben. An dem Tag habe ich schon nachmittags nach ca. 120 Kilometern in Worms Schluß gemacht. Dann habe ich das erste mal überhaupt die Worte eines Freundes zu Herzen genommen und umgesetzt.

„Bei all deinen Mühen und der Bereitschaft anderen etwas gutes tun zu wollen, man muß auch mal an sich denken und sich was gutes gönnen.“

Er hat ja recht. Aber ich mußte es auch erst einmal lernen mich nicht zu egoistisch zu verhalten. Davor hatte ich Angst. Angst das ich dann nur noch an mich denken würde. An diesen Abend bin ich in ein Restaurant gegangen und habe nach Herzenslust genossen. Dabei kamen in mir Gedanken hoch die ich aus gesundheitlicher Sicht richtig finde.

Ich beschloss am nächsten Tag nicht mit dem Rad weiter zu fahren, sondern mit dem Zug nach Villingen-Schwenigen zu fahren. Bei meinen Besuchen im Schwarzwald konnte ich sehen, das Radfahrer dort einen schweren Stand haben. Es gibt es nur Autoverkehr. Fahrradwege sind kaum vorhanden.  Dazu kam das ich höllischen Respekt vor den kurzen aber steilen Anstiegen hatte. So habe ich mich mit 20 Kilometern Radfahrt durch die Berge von Villingen nach Trossingen begnügt. Die waren schon schwer genug.

Wenn ich es so aus heutiger Sicht beurteile,  würde ich sagen: Man kann viel erreichen. Und ich hatte viel erreicht. 850 Kilometer in 6 Tagen. Mehrfach den inneren Schweinehund überwunden. Mehrfach hatte ich mir aufgezeigt was man mit Willenskraft und positiven Denken erreichen kann. Mehrfach hatte ich die Grenzen überschritten weil ich dieses eine Ziel vor Augen hatte.

Aber irgendwann kommt der Punkt da muß man Grenzen akzeptieren. So schwer es mir auch fiel, ich habe nachgegeben und an meine Gesundheit gedacht. Im Hinterkopf habe ich mir aber gesagt das ich es irgendwann schaffen werde.  3 Jahre später habe ich bewiesen das ich es kann. Das war zwar eine ganz andere Strecke, dafür umso schwerer.

Davon werde ich später mal erzählen.

Autor: Leander

Ich bin 52 Jahre.Lebe in Bremen und arbeite an der Uni Bremen. Seid 1983 bin ich verheiratet. Eigentlich ist alles ganz normal bei mir Aber dadurch das ich Schwerbehindert bin ist es nicht mehr ganz so normal. Meine Freizeit Aktivitäten sind Politik, Fußball, Sport und natürlich Computer bzw. Internet Dazu kommt unser Kleingarten Ich handel nach dem Motto: Genieße jeden Tag

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