Archiv für den Monat: November 2009

Laptop

Aus Marketing technischen Gründen spricht man heute vom Notebook. Am Wochenende hatte ich meiner Frau ein solches gekauft. War ja auch kein Problem, denn die Instalation würde ein Freund von mir vornehmen. Mit diesen Gedanken bin ich in den Elektronikmarkt gegangen. Vielleicht würde ich das auch schaffen, den Internetzugang neu herzustellen. Aber wenn er das machen würde, wäre es natürlich bequemer. Mitten im Kaufrausch fiel mir ein das er sich auf einen Wochenendseminar befindet.

Was nun? Meine Frau will ab nächste Woche ihre ersten Erfahrungen mit dieser für sie völlig neuen Welt sammeln. Es ist bewundernswert wie es ihre Freundin vor ein paar Monaten geschafft hat und genauso begeistert bin ich von meiner Frau das sie sich dem Internet nicht verschließt, sondern es erkunden will. Beide Frauen wagen den Schritt in die Zukunft. Beide Frauen haben keine Angst sich zu blamieren, sondern sind zuversichtlich.

Unser gut zusammengestecktes System mit Fax, Computer, DSL Splitter(der 1. Generation) und natürlich Telefon, das alles mit einen alten Speedport zusammengehalten wird, wie kann sie mir dabei helfen? Unmöglich! Das wird nichts. Da muß ich warten. Nach ein paar Stunden kam unser Kampfeswille zum Vorschein. Vielleicht gibt es ja doch eine Chance haben wir uns gesagt. Erst einmal in Ruhe darüber nachdenken und auch etwas Selbstbewußtsein ansammeln. Und dann getreu nach meinen Motto: „Alles ist möglich“ handeln.

Die Theorie sah ja auch ganz gut aus. Leider bestand sie nur aus den neuesten Geräten, ohne Fax und nur aus Internet-Telefonie. Ich weiß nicht wieviel Versuche wir gebraucht haben. In 10 Minuten haben wir es auf jedenfall nicht geschafft. Nach gut 2 Stunden kam meine Frau aus ihren „Verließ“ zwischen Schreibtisch und Wand inmitten der Stecker, hervor. Sie hatte zu keinen Zeitpunkt an Aufgabe gedacht, sie hatte nur positiv gedacht. Und sie hatte es geschafft. Die ganze Steckgeschichte war ihre Aufgabe gewesen, weil ich den Speedport vom PC aus bedienen mußte. Gestern haben wir bewiesen, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg!

Ulli Hoeßneß

Ich bewundere ihn auf eine gewisse Art und Weise. Aber nun einen ganzen Eintrag nur ihm zu widmen, das fällt mir doch etwas schwer. Angesichts seiner Leistungen hat er es jedoch verdient. Denn eines sollte man nicht vergessen und das muß auch gewürdigt werden. Als er angefangen hat lag er praktisch am B oden und da er mit 27 nicht mehr Fußball spielen konnte, war er seelisch auch angeschlagen.

Freitag kommt der ausführlichere Teil

Schwiegermutter

Heute ist schon wieder Hallenfußball angesagt. Wie schnell die Zeit vergeht! 1Woche ohne Sport, da fehlte mir doch etwas. Mal sehen wie ich den Abend überstehe. Hoffentlich bin ich nicht eingerostet. Denn nichts tun ist gefährlich. Umso schwieriger ist es den Anschluß zu finden.Wie versprochen, ein kleiner Rückblick:

Meine Schwiegermutter lebt mit ihren 80 Jahren die Optimalvariante vor. Sie lebt allein in ihren Haus. Sie kümmert sich noch um alles selber, sie pflegt ihren Garten, hält das Haus immer sauber und ordentlich, sie liest täglich die Zeitung und hört bzw. sieht Nachrichten, sie gibt sich größte Mühe, sich nicht gehen zu lassen. Auch wenn es ihr an manchen Tagen schwer fällt ihren Rhytmus beizubehalten. Sie versucht ihrer Linie treu zu bleiben. Es dauert zwar alles etwas länger, was sie aber nicht weiter stört, denn Zeit hat sie genug. Sie hat mir in den letzten Tagen mal wieder aufgezeigt, wie wichtig es ist ständig an sich zu arbeiten, sich nicht vor dem Leben zu verstecken. Und wie wichtig es ist, sich in der Öffentlichkeit zu bewegen. Es ist für sie eine Selbstverständlichkeit an einigen Veranstaltungen der Gemeinde teilzunehmen. Das sie nicht überall mitmacht liegt nur daran, das sie sich zu jung fühlt um mit alten Leuten zusammen zu sein.

 

Versprechen

In den letzten Tagen habe ich einiges erlebt. Anfangen möchte ich mit meinen Versprechen vom 21.6. diesen Jahres.

Dies ist der 4. Versuch es einzulösen. Firefox ist tatsächlich 3 x abgestürzt und alles geschriebene ist weg. Ich werde später mal darauf eingehen. Heute steht der Bericht unter einen schlechten Stern. Ich bin nicht abergläubisch. Irgendwann kommt der Punkt, da muß man einsehen das es sinnlos ist weiter nach dem selben Schema vorzugehen. Ich gebe in solchen Fällen nicht auf, ich versuche dann nur einen anderen Weg, in diesen Fall, einen anderen Aufbau meines Berichts, zu finden.

Ich habe meiner Frau ein Doppelgeschenk gemacht. Sie hat es dieses Jahr bekommen und wird es zu ihren runden Geburtstag, im nächsten Jahr, einlösen.Wir werden eine 10-tägige Kreuzfahrt mit der AIDA Bella rund um die Kanaren machen. Es ist ein Traum den wir uns damit erfüllen. Das Leben ist zu kurz um es nur an einen Ort zu verbringen. Wir wollen möglichst von der Welt sehen. Wir wollen viel Freude erleben, wir wollen möglichst viel für unsere Seele tun. Denn nichts wirkt so beschwingent wie ein Auslandsurlaub. Da kann unser Garten nicht mithalten. Freude ist das beste Doping für die Seele. Wer freudig und ausgelichen den Tag erlebt, den geht vieles viel leichter von der Hand. Krankheiten haben es schwerer bei diesen Menschenschlag „Fuß zu fassen“! Allein die Vorfreude setzt soviel Glücksgefühle frei, das wir wahrscheinlich die nächsten 12 Monate auf einer Wolke der Glückseligkeit schweben werden.

Strohwitwer

So, die Tage als Strohwitwer sind vorbei. Es waren schöne Wochen. Aber es waren auch anstrengende Wochen. Auch weil ich sehr viel unterwegs war, aber vor allen weil ich vieles erledigen mußte was sonst meine Frau macht. Genau das ist der Reiz dieser Zeit des Alleinseins. Das geht mit dem Frühstück los und beim Betten machen wartet schon die nächste Herausforderung. Ich habe wieder alles gemeistert. Einzig das Finale sollte ich noch einmal überdenken. Das war heute Stress. Stress den ich hätte vermeiden können. Dafür habe ich es genossen, nicht immer alles sofort wegzuräumen. Das tut auch mal gut.

Ich bin froh demnächst wieder zu zweit zu sein. Dennoch, es hat was für sich wenn man ein paar Wochen mal alles ganz anders machen kann. Von heute bis Dienstag werde ich im Schwarzwald sein. Solange muß ich ohne Internet auskommen.

Bis bald

Loblied

Gestern wollte ich das Wochenende aufarbeiten. Mein PC war wohl anderer Meinung und hat alles gelöscht. An einer Stelle muß ich eine Tastatur falsch gedrückt haben. Danach wollte ich nicht mehr. So ist das eben. Vorbei ist vorbei. Das war in dem Moment ärgerlich, auch weil ich soviel geschrieben hatte. Aber egal. Der Blick geht wieder nach vorne. Der heutige Beitrag ist eine Ode an alle Hausfrauen. Das passiert mir zweimal im Jahr, das ich dieses Loblied singen muß. Dieses Mal möchte ich es aber auch ein wenig differenzierter wiedergeben.

Im Laufe der letzten 3 Wochen habe ich wieder einmal die Höhen und Tiefen einer Hausfrau durchleben dürfen. Welche Höhen? frage ich mich gerade. Ich kann es mir leicht machen und hier schreiben das Hausarbeit nicht leicht ist. Fertig! Das wäre aber wirklich zu einfach. Hausarbeit ist zwar nicht stressig, aber zeitaufwendig. Wenn ich es genau bedenke, ist sie sogar nervig und es ist ein undankbarer Job. Nun habe ich die letzten Wochen diesen Job nicht ganz so ernst ausgefüllt. Morgen früh soll die Wohnung aber glänzen. Mir bleibt also nichts anderes übrig als heute zum Arbeitstier zu werden. Staubsaugen, Boden wischen, Aufräumen was nicht an Ort und Stelle ist, Badezimmer säubern, Blumen gießen, usw., usw.! Wenn ich mir das so vor Augen führ, muß ich feststellen, das man für diesen Job ein extrem belastbares Multitalent sein muß.

Heute ist es so wie früher. Wenn ich kein Lust hatte mein Bein oder den Arm zu trainieren, um die Lähmung zu reduzieren, oder auch in der Lehre bzw. Schule zu üben, kam irgendwann doch der Punkt, wo mir nichts anderes übrig blieb. Das waren dann immer sehr „intensive Momente“, um es mal moderat zu formulieren. So ähnlich ergeht es mir heute.

Vor ein paar Jahren wurde ich in meiner Kaffeerunde gefragt, wie ich das alles machen würde. Sie konnten sich Hausarbeit nicht vorstellen. Und dann noch als Beeinträchtigter. Für viele war das scheinbar nicht möglich. Dabei haben sie vergessen, das alles möglich ist, wenn der Wille da ist. Leicht ist es nicht, aber für jede Schwierigkeit gibt es einen Ausweg. Der einzige Nachteil besteht darin, das es mehr Zeit kostet. Das wichtigste an der Hausarbeit ist die Ruhe und die Übersicht zu behalten. Ungefähr so wie ich es Samstag geschafft habe. Auch aus diesen Grund bewundere ich  Hausfrauen.

Adrenalinschub

Heute möchte ich das Wochenende aufarbeiten. Immerhin habe ich mir eine ungewöhnlich lange Pause gegönnt. Stellvertretend fürs Wochenende werde ich den Samstag wiedergeben. Anfangs hatte ich mir vorgenommen nach Hamburg zu fahren. Durch den Freitod des Torwarts war ich etwas durch den Wind. Ich war unentschlossen und wußte nicht genau was ich nun machen sollte heute. Vielleicht fehlte mir auch ein wenig Druck, denn bis dahin verlief der Samstag normal. Um 12.57 Uhr telefonierte ich noch mit meiner Frau um ihr dabei zu sagen das ich, wenn überhaupt, den Zug um 14.28 Uhr nach Hamburg nehmen würde. Kaum war das Gespräch beendet, fragte ich mich ob es denn auch zum Zug davor reichen könnte. Es waren ja noch 29 Minuten Zeit. Also habe ich versucht Ruhe zu bewahren und alles logisch durchdacht. Gut, ich mußte mich noch anziehen(ca. 10 Minuten), den Weg zu Fuß zum Bahnhof (ca. 9 Minuten), meinen Horror am Fahrkarten Automat schnell überstehen(5 Minuten), den Weg zum Bahnsteig,(ca. 4 Minuten)Wenn ich jetzt nicht nervös werde dann kann ich hier oder da eine Minute einsparen und dann ginge meine Rechnung auf. Kleiner Nachteil war das mir jetzt eine Minute fehlte. Hätte ich nicht meine Uhr vergessen, wäre ich im Soll gewesen. So mußte ich meine Berechnungen korrigieren. Als ich im Bahnhof ankam hatte ich noch 7 Minuten.Dann mußte ich mich mehrfach zwingen nicht nervös zu werden. Es ging gut und vor allen ich hatte mein Trauma, Fahrkarten Automat besiegt. Auf dem Weg zum Bahnsteig sah ich noch den Bäcker und dort habe ich mir schnell noch etwas zu essen besorgt. Um 13.27 Uhr saß ich im Zug. Es geht doch wenn man sein Konzept durchzieht und sich dabei nicht irritieren läßt, habe ich mir gesagt.

Mißverständnisse

Nachdem ich gestern die allgemeine Sichtweise dargestellt habe,ohne dabei auf die Person einzugehen, möchte ich das heute nachholen. Gestern ist es mir hoffentlich gelungen, deutlich zu machen, das es sich bei Selbstmord um eine entgültige Sache verhält. Es ist nicht wie bein Computerspiel. Man steht nicht wieder auf.

Wenn man es genau betrachtet, war er behindert. Nicht körperlich, auch nicht geistig. Dieses Handicap war nicht sichtbar, es ging um die Seele. Die ist bekanntermaßen ein unsichtbarer Teil des Menschen. Es gibt also Menschen die haben eine körperliche Beeinträchtigung, die äußerlich erkennbar ist. Da weiß man das ein Handicap vorhanden ist. Aber schon bei inneren Verletzungen geht es los. Keiner kann sehen ob seinen Gegenüber eine Niere fehlt oder sonstige Körperteile defekt sind. Bei geistig Behinderten wird es auch nicht leichter zu erkennen ob eine Beeinträchtigung vorliegt. Zu guter letzt kommen noch die seelisch Kranken. Hier ist es nahezu unmöglich zu erkennen ob eine Beeinträchtigung vorliegt. Vor allen ist es eine nicht anerkannte Krankheit und was noch schlimmer ist. Sie wird von der Gesellschaft abfällig betrachtet. Nur wenige nehmen sie ernst. Selbstmörder sind auch oft Opfer unserer Gesellschaft. Eine Gesellschaft in der alles der Norm entsprechen sollte. Ich kenne sehr viele die diesen perfekten Bild entsprechen und doch stark beeinträchtigt sind. Würden sie ihre Krankheit bekannt machen, würde man sie als Spinner abtun oder sie hätten von dem Moment an ein ganz anderes Leben zu führen in der Öffentlichkeit. Eine Öffentlichkeit, die vergisst das sie selbst jederzeit zu Betroffenen werden kann. Um allen Missverständnissen aus dem Weg zu gehen ist es besser verständnisvoller zu sein.

Trauer

Gestern ist der Torwart der Fußball Nationalmannschaft gestorben. Er hat Selbstmord begangen. Und genau das macht mich traurig und nachdenklich. Er hat das für sich als einzige Lösung gesehen. Bei all dem Mitleid was nun herscht, ein paar kritische Worte muß ich doch anmerken.

Es gibt soviele Menschen die mit Beeinträchtigungen leben. Und was machen sie bei all dem Leid das sie ertragen müssen. Sie freuen sich des Lebens. Sie genießen jeden Atemzug. Denn sie wissen, das sie nur dieses eine Leben haben. Sie wissen auch was sie ihren Verwandten und Freunden antun. Menschen die ihnen geholfen haben. Menschen die sie lieb haben. Darum sind sie gewillt vieles durchzumachen. Aber sie wollen leben. Es gibt soviele Menschen die sich mit dem Gedanken tragen, ihren Leben ein Ende zu setzen. Sie machen es aber nicht, denn das ist keine Lösung. Sie entscheiden sich dafür Probleme zu lösen. Die Erde dreht sich weiter. Alles geht normal weiter. Nur ein Mensch, der noch leben könnte, der fehlt. Mehr nicht. Dieser Selbstmord ist nur einer von vielen in Deutschland. Er ist ganz einfach bedeutungslos. Es ist ein dummer sinnloser Tod.

Gemessen an diesen Hintergrund ist der Wille ist die Leistungsbereitschaft, ist die Freude von Menschen mit Beeinträchtigen nicht hoch genug anzusehen. Sie stellen sich der Verantwortung.

Die andere Sichtweise kommt morgen

Experimente

Das erste Mal seitdem ich alleine bin, habe ich ausgeschlafen. Inzwischen bin ich soweit, das ich nicht mehr bis tief in die Nacht am PC sitze oder ähnliches mache was bis spät in die Nacht andauert. So langsam kehrt bei mir auch der Alltag ein. Die wilden Tage sind erst einmal vorbei. Ich werde nun meine nächtlichen Aktivitäten aufs Wochenende beschränken.

Weil ich noch ein kleines Schlaf Defizit habe und ich weiß das der Schlaf vor Mitternacht der beste ist, werde ich heute etwas ausprobieren. Für mich ist es ein Experiment. Ich will schon um 22.00 Uhr schlafen gehen. Das habe ich schon lange nicht mehr gemacht. Das letzte Mal als ich morgens um 5.00 Uhr aufstehen mußte. Das ist schon über 30 Jahre her. Für neues war ich schon immer zu haben. Normalerweise sind Experimente bei mir mit einen Risiko verbunden. Denn es ist eigentlich egal um was es geht. Eine Ungewißheit gibt es immer.

Als kleines Beispiel fällt mir spontan ein Tabletten Versuch ein. Damals ging es mir überhaupt nicht gut. Bis 1994 habe ich verstärkt unter Epileptischen Anfällen gelitten. Mein neuer Arzt kam auf die Idee ein neues Medikament, aus Großbritannien, das sich noch in der Forschungsphase befand, bei mir auszuprobieren. Es war riskant, aber bei Gelingen war eine radikale Besserung meines Gesundheitszustandes in Sicht. Es hat sich gelohnt. Mein Anfallsleiden wurde um ca. 8o % reduziert. Nach wie vor gilt der Spruch:

„Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“

Da mein größtes Bestreben nach wie vor einer Besserung meines Gesundheitszustandes ist, bin ich immer bereit mich auf Risiken einzulassen. Bisher hat es sich bezahlt gemacht. Heute ist es ungefährlich. Es geht nur um eine evtl. Veränderung meiner täglichen Gewohnheiten.