Archiv für den Monat: Januar 2010

Ibizza

Man stelle es sich einfach mal vor! Sonne, Strand, Meer. Heute werde ich mal eine sonnige Geschichte   aufschreiben. Erlebnisse die aufzeigen wie ein normales Leben aussehen kann.

Es war 1979. Mir ging es gesundheitlich nicht gut, auf der Arbeit lief es auch nicht besonders und meine große Liebe hatte ich auch noch nicht, wie erhofft, gefunden. (das kam erst später und habe ich schon beschrieben) Das einzige was half, war meine Zuversicht.  Optimismus den ich auch dringend brauchte wenn ich wieder einmal unter Anfällen zu leiden hatte. Äußerlich sah ich nicht wie das blühende Leben aus, sondern genau wie das Gegenteil. Diese Tatsache habe ich aber einfach ignoriert und nur nach vorne gesehen. Als ich meinen Freund ein paar Jahre zuvor das erste Mal beim Training besucht hatte, habe ich die fragwürdigen Blicke auch ignoriert. Innerlich hatte ich zu kämpfen, das brauchte aber keiner wissen. Nach einer Weile wurde ich ein fester Bestandteil der 1. Herren von Osterholz Tenever. OT Bremen war nicht irgendein Verein im Bremen. Sie waren gerade Bremer Meister geworden und wurden von einen ehemaligen Werder Profi trainiert. Ich bewegte mich zwischen diesen Halb-Profis, so als wenn ich dazu gehörte. Auf diese Art und Weise wurde ich zum Betreuer speziell für die zwischenmenschlichen Töne. Darum war es für die Mannschaft selbstverständlich, das ich mit nach Ibizza zum Saisoabschluß fliegen würde. Da war es wieder. Etwas neues! Keine Angst, sondern Freude war meine Reaktion.

Dann war es soweit. Wir saßen im Flughafen, hatten eingecheckt und es dauerte… und dauerte. Am Tag zuvor war eine Maschine über die Landebahn hinausgeschossen bei der Landung auf Ibizza. Mit 4-Stündiger Verspätung sind wir endlich Richtung Süden gestartet. In Bremen war durchwachsenes Wetter. Ein bißchen Mai-Regen und dann wieder Sonnenschein. Dann flogen wir die Insel an. Was für ein Gefühl. Uns erwartete ca. 25 Grad und Sonnenschein. Und überall standen Palmen. Leider war es eine kurze Fahrt vom Flughafen zum Hotel. Mehr haben wir tagsüber nicht von der Insel gesehen.  Wir wohnten  im Stadtzentrum. Das Besondere war hier die Discothek. Sie befand sich direkt unter dem Hotel. Ängste?? Nein die waren alle verflogen. Ich war ein Teil der Meistermannschaft, ich gehörte dazu. Schon in der 1. Nacht mußte ich feststellen, das dort alles anders war. Egal welche Disco, wir angesteuert sind in der Nacht, welche Leute wir getroffen haben. Ob Skandinavier oder Engländer. Es gab keine Blicke, nichts herablassendes, keine mitleidvollen Gesten. Es war wie im Traum. Mit einenmal war ich in einer neuen Rolle. Ich konnte mich frei fühlen. Die Deutschen Urlauber verhielten sich genauso und dadurch hatte ich das Gefühl ständig zu träumen. Ich weiß nicht bzw wir wußten nicht ob Ibizza Sehenswürdigkeiten hat. Die Kultur interessierte uns erst recht nicht. Unsere Kultur war ganz einfach. Erst im „San Francisco“ kurz reinsehen dann los und die besten Discotheken der Insel besuchen. So ein Ambiente so ein Flair. Etwas vergleichbares habe ich nie wieder gesehen.  Es waren aber auch die teuersten Ddiscotheken der Insel. Am Schluß ging es jedesmal noch ins „San Francisco“ , unserer Hausdisco vorbei schauen.Geschlafen haben wir nicht viel. Zwischen 5 Uhr morgens und 7.30 Uhr haben wir geschlafen. Denn um 8 Uhr gab es Frühstück. Gegen 10 sind wir dann weg. Entweder an den Pool eines benachbarten Hotels oder an den Strand. Letzteres gestaltete sich immer etwas kompliziert. Wir kamen nur mit Booten auf die Laguneninsel. Dort haben wir dann erst einmal geschlafen. Sonnenstrahlen, Hitze!! Was solls. Wir haben uns nichts daraus gemacht. Wir waren im Urlaub und wollten braungebrannt nach Hause kommen. Die Badehose konnte nicht knapp genug sein. Wir waren ja Sportler. Und wir waren Meister. Wer soll uns schon was anhaben?

Nächste Woche kommt der 2. Teil, da kommen unsere Badegeschichten und mein Abenteuer in der Lagune

Reiseprofis

Bei einer guten Bekannten habe ich gestern mitbekommen wie sie für eine Fahrt mit der Bahn mehrere Ergebnisse bekommen hat. Natürlich waren es auch unterschiedliche Preise. Als sie endlich eine gute Verbindung gefunden hatte und der Preis auch richtig war, schien alles bestens, bis die Homepage der Bahn abstürzte. Die Suchmaske weg und das Ergebnis auch. So ging das eine ganze Weile. Irgendetwas ging immer schief. Normalerweise gibt man auf und versucht es später noch einmal. Aber sie blieb hartnäckig und hat nicht aufgegeben. Meiner Frau und auch mir erging es mit der Deutschen Bahn genauso. Es gab Grund genug sich zu ärgern. Nur was bringt es mir, was bringt es uns? Nichts! Also habe ich das gemacht was ich nicht so gut kann, ich bin ruhig geblieben.  Für uns alle was ein erfolgreicher Tag. Wir waren, jeder auf seine Art und Weise, ruhig und haben konsequent unser Ziel verfolgt.

Heute Nachmittag fing es wieder an zu schneien. An die Minus-Temperaturen habe ich mich ja schon gewöhnt, aber wieder Schnee! Das nervt jetzt wirklich. Denoch bin ich ganz ruhig geblieben, habe mich nicht geärgert sondern denke an sonnige Zeiten. Noch so ein Spruch: „In der Ruhe liegt die Kraft“. Wenn ich ihn auch nicht immer umsetzen kann, es steckt viel Wahrheit darin. Jedesmal wenn es mir gelingt ihn zu beherzigen, ist vieles leichter.

Eiszeit

Nachdem die letzte Geschichte etwas geballt war, möchte ich schon auf Freitag hinweisen. Ibizza, Sonne, Strand, Meer. Das sind die Schlagworte dafür. Angesichts dieser kalten Verhältnisse kann der Gedanke daran nicht schaden.  Minus 14 Grad. Das ist  extrem und Mittwoch soll es schon wieder schneien. Ich muß also weiter auf mein Fahrrad verzichten. Oder ich gehe ein großes Risiko ein. Bei allen Hang zum riskanten. Es gibt auch Grenzen. Schnee, Glatteis und Kälterekorde sind Gründe um vernünftig zu sein. Die Gesundheit muß immer im Vordergrund stehen und die momentane Situation ist nicht für Abenteuer bzw. Wagnisse geeignet.

Es läuft gut bei mir im Augenblick. Gestern hatte ich wieder 2 Anfragen bei Facebook, und heute kam von meinen Bruder die Freundschaftsanfrage. Gestern habe ich es endlich geschafft. Monatelang habe ich geschlurrt oder um es deutlich zu sagen: ich habe mir keine Mühe gegeben die Homepage des SPD Ortsvereins Bremen Innenstadt zu pflegen. Meine eigene, habe ich auch stark vernachlässigt. Nun habe ich alles in Ordnung und auf dem laufenden. Blog, SPD Seite und meine Homepage.

Es ist eben so. Man kann sich zurücklehnen und nichts machen. Aber irgendwann trifft es dich doch. Dann muß es erledigt werden. Der Arbeitsaufwand ist dann nur größer und natürlich schwerer zu bewältigen. Normalerweise sollte ich das wissen, aber ich mache immer wieder diesen Fehler. Obwohl! Die Zeit des Nichts tuns, der Untätigkeit, ist auch schön und sie ist gut für die Seele    

6-days Bilanz

Ein wenig Mut gehörte schon dazu, diesen Schritt zu wagen. Harte körperliche Arbeit, die bis in die frühen Morgenstunden andauerte, die das absolute Gegenteil von meiner normalen Arbeitswelt war. Kein Büro, keine Stille, keine geistige Arbeit. Große Hallen, ein riesengroßer Lärmpegel und körperliche Anstrengung die bis ans Limit ging.

In diesen Tagen bzw. später, wurde mir klar, wer nur den leichten Weg wählt, wird es schwerer haben im Leben. Je mehr du bereit bist durchs Feuer zu gehen, umso mehr wirst du davon profitieren. Wie sehr mich diese Tage beeinflußt haben wird mir erst heute beim Schreiben dieser Zeilen klar. Bevor ich dort gearbeitet hatte, war ich zwar schon selbstbewußt, aber die Momente des Zweifelns und der Unsicherheit waren doch recht häufig vertreten. Nun bewegte ich mich zwischen ungefähr 100.000 Menschen durch, mit einer Selbstverständlichkeit, von der ich vorher nicht einmal im Traum daran gedacht hatte. Mir wurde in dieser Masse klar, das ich auf mich sehen muß, denn wenn ich nicht aufpasse werde ich zur Seite gedrückt. Das nur ich meinen Weg gehen muß. Andere werden vielleicht auf mich sehen, aber meine Arbeit muß ich alleine machen. Deswegen muß ich die Blicke, oder Kommentare ignorieren. Nur wenn ich stark bin, komme ich weiter. Das ich dazu oft bis an meine Grenzen gehen muß wurde mir schon früh klar. Je härter ich zu mir bin, umso wahrscheinlicher, das ich auch Freude ernten werde. Das dieser Weg, diese Einstellung nicht verkehrt ist, habe ich Jahre später feststellen können.

Unter uns (8 Hilfskräfte) waren drei aus wohlbehüteten Hause, sie haben die 6 Nächte nicht geschafft sie haben vorher  aufgegeben. Der Rest war so wie ich. Wir mußten uns durchs Leben kämpfen. Später habe ich mal den ein oder anderen getroffen. Das Leben war für sie wie ein Spiegelbild ihrer Arbeit bei den 6-days gelaufen. So sehr ich auch geflucht und geschimpft habe, so sehr hat es sich auch gelohnt. Diese Einstellung hat mir auch geholfen meine Ausbildung zu überstehen. Diese Einstellung hat mir geholfen vieles zu überstehen. Denn ich wußte nun, das der Spruch stimmt:

Ohne Schweiß bzw. Fleiß kein Preis! Diesen Spruch kann man auf alles im Leben anwenden.

Stadthalle Bremen (G.35)

Es war in der Samstag Nacht als ich mit den Nerven fertig war. Da war kein Selbstbewußtsein, keine Stärke, keine Zuversicht. Und bis dahin hatte man mich auch ziemlich genau beobachtet. Just in dem Moment, als ich vorm Aufgeben stand, bekam ich Hilfe. Ob es nun meine Mitstreiter als  Bierglassammler oder das Personal in der Küche und an den Thresen war, mit einenmal waren sie da um mir mit ihren Ratschlägen zu helfen. Es waren auch einige brauchbare Ideen dabei. Zum Beispiel: Immer den kürzesten Weg nehmen, und nie auf das Publikum Rücksicht nehmen. Sonst wird man in der Masse zum Spielball. Dann ist der Weg von Halle 4 bis zum Anfang der Halle 1 doppelt so lang. Einer gab mir dabei den Tipp, falls ich mich nicht ganz so rücksichtslos durch die Menge drängeln will, sollte ich immer „Vorsicht! Heiß und Fettig!“ rufen. Diese Mischung aus Durchsetzen und Rücksichtnahme gefiel mir besser und ging auf. Eine weitere Idee war, immer dorthin zu gehen, wo gerade viele Angetrunkene zusammen stehen. Denn dort lagen immer viele Gläser und der Sack wurde schneller voll. Das bedeutete aber auch, früher und öfter Pause.  Mit Hilfe dieser Tricks habe ich die Tage gut überstanden und durfte bei den nächsten Sechstage Rennen als Zigarettenverkäufer arbeiten. Das war anstrengender aber lukrativer. Denn ich bekam auch Prozente. Für jede Schachtel Zigaretten oder noch lohnender Zigarren. Wie hoch mein Gewinnn war weiß ich nicht mehr, aber ich war zufrieden .

Allerdings habe ich mit meinen Bauchladen nur deswegen soviel verdient weil ich des öfteren geschummelt habe. Wenn sich mir die Gelegenheit bot habe ich alles auf einen Tisch gestellt und von dort aus verkauft. Der Nachteil an der Sache war: Ich durfte mich dabei nicht erwischen lassen. Das mochte der Chef überhaupt nicht. Den ein oder anderen tadelnden Blick von Kollegen mußte ich allerdings über mich ergehen lassen. Aber das störte mich nicht, denn ich mußte die Treppen bis unters Dach rauf und runter, jeden Gang, jeden Block und dabei bohrten sich die Riemen immer tiefer in meine Schultern und mein Kreuz spürte ich auch nicht mehr. Wenn mir die Leute in meiner Erholungspause soviel abkaufen war mir das recht. Meine Entschuldigungen hatte ich immer parat. Am letzten Tag brauchte ich sie auch. Meine Zeit in der Stadthalle war  eine lehrreiche Zeit. Das Resume werde ich demnächst schreiben.

Veränderungen

Es ist mal wieder Zeit für Veränderungen bzw. etwas Neues zu machen. Das habe ich mir gestern auch gesagt und bin, nach der Arbeit, zu meiner Frau gefahren. Die befand sich gerade in einen Einkaufscenter um fürs Wochenende  einen Großteil einzukaufen. Warum nur einkaufen? Ein Kaffee danach wäre bestimmt nicht schlecht. Genau diese richtige Einstellung hat sie auch. Und weil ich auch gerade darauf Durst  hatte, bin ich vom Bahnhof direkt zu ihr ins Center gefahren. Zu zweit genießt es sich besser. Das war eine neue Situation für uns. Es war aber schön. Diese Spontanitäten bringen einfach immer wieder frischen Wind rein. Ich versuche den täglichen Alltag, den immer wieder kehrenden Tagesablauf, die tägliche Routine, so gut es geht durch solche Aktionen zu durchbrechen. Auch wenn es nur Kleinigkeiten sind, sie wirken belebend. Das dadurch eine ganz andere geistige Frische entsteht ist zudem ein angenehmer Nebeneffekt. Die gewonnene Ausgeglichenheit brauchte ich aber auch, denn gestern Abend mußte ich noch zur Vorstandssitzung des Kleingartenvereins. Genauer gesagt. Mein Freund und ich. 

Die Vorstandssitzung war zwar auch eine neue Erfahrung, aber eine Negative. Es war das Aufeinandertreffen von jung und alt, Weitsicht und Engstirnigkeit. Mir wurde einmal aufgezeigt, das der eigene Einfluß doch begrenzt ist. Darum ist es wichtig, das man im eigenen Bereich (Familie, Freunde) eine möglichst große Zufriedenheit hat. Das ist der Bereich für den jeder verantwortlich ist. Das ist der Bereich indem man selber etwas verändern kann. Alles andere kann ich nur verfolgen,  mich darüber ärgern und unnötige Energie verfolgen.

Ungeschickt

Gestern bin ich in der Bahn, mit dem Kopf gegen eine Stange gestoßen. Zum Glück war es die linke Kopfhälfte. Auch wenn es nur ein kleiner Schmerz war, so hatte er doch  Folgen für mich. Auf der Arbeit hatte ich das Gefühl ständig im Nebel zu sein, erst Zuhause wurde es etwas besser. Das ich auf die Sozialausschusssitzung verzichtet habe, war eine gute Entscheidung. Früher als üblich ins Bett zu gehen war auch eine gute Maßnahme.

Aber wie blöd kann man nur sein? Gegen eine Haltestange in der Bahn stoßen. Das war wieder ein Beispiel dafür, das immer etwas passieren kann wenn man nicht aufpasst, unkonzentriert ist oder davon ausgeht, das alles Routine ist. Es kommt immer etwas unvorhergesehenes. Und genau darauf sollte ich immer eingestellt sein. Auch am frühen Morgen!

Heute geht es mir auf jedenfall besser. Es ist wahrscheinlich der letzte Tag an dem ich mit der Bahn zur Arbeit gefahren bin. Wenn nicht wieder Schneefall und Minustemperaturen dazwischen kommen werde ich ab morgen wieder mit dem Rad zur Arbeit fahren.

Grünkohl

Samstag war ein Tag ganz nach meinen Geschmack. Nahezu alles was wir uns vorgenommen hatten, haben wir geändert und anders gemacht. Angefangen hatte alles damit, das ein Regalschrank im Zimmer meiner Frau auseinandergefallen war. Groß trauern um dieses teure Stück half nichts. Er war kaputt und es war eine neue Situation auf die man sich sofort einstellen mußte..  Jetzt gab es nur den Blick nach vorne. Am besten gleich einen neuen Schrank kaufen. Freitag hatten wir nichts gefunden und für Samstag war ein „Wohlfühltag“ angesagt. So ging es auch los. Aber schon beim Kaffee verspührte ich die Lust etwas anderes zu machen. Also schnell fertig machen und los ging es zur Bushaltestelle. Wir hätten keine 20 Sekunden später kommen dürfen. So konnten wir einen Schnellbus nehmen und waren schon in 19 Minuten, anstatt 65 Minuten, bei Ikea. Entgegen unseren Gewohnheiten saßen wir schon um 10.30 Uhr beim Frühstück. Kurz danach wurden wir fündig. Als Belohnung haben wir uns ein schönes Grünkohlessen gegönnt. Es war ein unwiderstehlich günstiges Angebot in der Einkaufspassage neben Ikea. Zu einen Zeitpunkt wo wir oft noch nicht einmal gefrühstückt haben, hatten wir das Mittagessen schon hinter uns. Dabei mußten wir fesstellen, das Flexibilät hilfreich sein kann. So kam ich dieses Jahr doch noch zu meinen Grünkohl, der norddeutschen Spezialität. Zurück ging es wieder mit dem Schnellbus. Wir hatten also unser komplettes Programm durcheinander gewürfelt. Obwohl es ein aktiver Tag war, hatten wir das Gefühl auf einer Wolke der Zufriedenheit zu schweben. Hätten wir unsere Freunde noch erreicht wäre es perfekt gewesen.

Aber man kann ja nicht alles haben.

Sixdays

Gestern Abend wurden in Bremen die 46 Sixdays angeschossen.Im Grunde genommen nichts besonderes. Denn das Sechstagerennen wird schon zum 46. Mal gestartet. Nur fällt mir immer wieder ein, wie ich dort gearbeitet habe. Das war 1975 und 76. Weil ich unbedingt mit einer Freizeitgruppe in die damalige Tscheslowakei wollte, brauchte ich Geld. Denn es sollte ein vom mir finanzierter Urlaub werden.

Mit etwas Glück wurde ich als Laufbursche angestellt. Das hatte ich dem guten Einfluß meiner Eltern zu verdanken. Da alles sehr plötzlich kam konnte ich erst in letzter Minute, telefonisch Urlaub nehmen. Meine Begründung war ganz einfach. Ich bräuchte noch Erholungsurlaub. Am nächsten Tag bekam ich einen grauen Kittel, der mir garnicht gefiel und los ging es für mich als Bierglas-sammler. Die ersten Stunden am Donnerstag war es ein angenehmer gut bezahlter Job. Leider änderte sich das im Laufe der Nacht und vor allen in den folgenden Tagen. Jetzt war es hart verdientes Geld. Trepp auf Trepp ab, ganz bis unters Dach und zwischen den Reihen, inmitten von Betrunkenen, Biergläser aufsammeln und in meinen blauen Sack verstauen der natürlich immer schwerer wurde. Obwohl es Plastikgläser waren, hatten sie auch Gewicht. Meistens war der Sack dann voll wenn ich in den oberen Rängen der Halle war. Die Halle ist ja schon ziemlich groß, aber das besondere an dem Bremer Sixdays ist das die Zuschauer sich von Halle 1 bis Halle 4 vergnügen können. Das hieß auch viel laufen und wenn der Sack in Halle 4 voll war, hieß das auch viel schleppen bis ich ganz vorne bei der Küche und der Waschanlage war. Puh, das war nicht schlecht. Bis 3 Uhr war normal, Samstag bis 5 Uhr morgens. Das war wirklich ein Knochenjob. Nachdem ich anfänglich mißtrauisch beäugt wurde, wann ich denn meine Extrawurst bekommen würde, welches Privileg ich wohl haben würde, legte sich diese Skepsis in der langen Samstag Nacht (3 Nacht)Denn ich hatte keine Sonderrechte gegenüber meinen Kollegen beansprucht. Ich habe genau wie sie auch gelitten und genossen. Wir waren ein Team. Damals wurde mir schon klar wie wichtig es ist auf eine Sonderstellung zu verzichten. Wie wichtig Eigenständigkeit ist, wie wichtig es ist sich alleine durchzubeißen. Diese harte Schule, die ich in diesen 7 Nächten 1975 durchgemacht habe war ein wichtiger Lernprozeß für mein ganzes späteres Leben.

Es geht bald weiter

Schnee

So langsam fange ich an genervt zu sein. Der Schnee könnte ruhig verschwinden. Ich würde gerne wieder mit normalen Schuhen und nicht mit Stiefeln unterwegs sein und ich würde gerne wieder Fahrrad fahren.

Aber so ist das im Leben, man muß sich mit dem was auf einen zukommt arrangieren. Da spielt es keine Rolle ob es eine Krankheit, ein Unfall oder nur der Schnee ist. Es gibt Dinge mit denen muß man sich abfinden und das beste daraus machen. Nach 2 langen Beiträgen war das heute ein kurzer Bericht, bei dem es mir doch noch gelungen ist einen Bogen vom ursprünglichen Thema auf ein anderes zu schlagen.