Archiv für den Monat: Februar 2010

Experiment

Ich habe es tatsächlich wahr gemacht. Ich bin heute morgen mit dem Rad zur Arbeit gefahren.Die Fahrrad Saison hat wieder angefangen. Was liegt näher als einen Reisebericht zu schreiben? Aber warum sollte ich nur eine Kurzform wiedergeben? Warum soll ich nicht mal etwas neues wagen? Inzwischen habe ich schon einige Zuschriften bekommen, die sich gerade über die Reiseberichte erfreut gezeigt haben.

Vor 17 Jahren habe ich eine Radtour durch Holland gemacht. Von dieser Fahrt will ich ausführlich berichten. Dabei will ich mich nicht nur auf das erlebte konzentrieren, sondern auch meine Gedanken wiedergeben. Wenn alles gut geht wird es ein 10 oder 12-teiliger Bericht. Bis Mitte/Ende Mai würde es also jeden Freitag einen Erlebnisbericht aus Holland, Belgien oder Deutschland geben. Es ist deswegen ein Experiment, weil ich versuchen will mich an jedes noch so kleine Detail zu erinnern. Es waren nicht einfach 1930 Km durch die oben aufgeführten Länder. Es war eine Erfahrung fürs Leben. Den Einstieg   wird es morgen geben.  

Das wurde Zeit

Endlich es ist soweit! Morgen werde ich, wenn es nicht zu kräftig regnet,  wieder mit dem Fahrradfahren anfangen. Es war auch eine lange Zeit. So manches Mal dachte ich schon, das es für mich Zeit wird wieder anzufangen. Ich war auch phasenweise der Meinung etwas verweichlicht zu sein. Wenn ich es so bedenke, muß ich sagen, das ich alles richtig gemacht habe. Denn Gesundheit geht vor.

Schneefall

Als ich heute morgen aus dem Fenster sah, mußte ich feststellen, das mein geplantes Comeback auf dem Fahrrad ausfallen muß. Es hatte wieder einmal geschneit. Ich habe eine Weile überlegt und dann war ich zufrieden, denn ich hatte etwas gutes in dem Schneefall gefunden. Warum soll ich mich ärgern? Es bringt ja nichts. Natürlich bin ich nicht begeistert, eher das Gegenteil. Aber wenn er nun schon mal wieder da ist, etwas Gutes muß doch daran zu finden sein.

Dameine Frau nächste Woche für 3 Wochen in den Schwarzwald fährt, kann sie im Garten nichts machen. Durch den erneuten Wintereibruch wird sie jetzt sowieso nichts vor Ende März im Garten arbeiten können. Dadurch das ich noch ein paar Tage mit der Bahn fahren muß, komme ich mit meinen Buch weiter voran. Aus allen was passiert kann ich etwas positives ziehen. Es gibt nichts wo ich nicht noch eine Rosine herausholen kann. Ich könnte auch vieles negativ sehen. Das macht aber schwermütig und frustriert. Wer will schon so durch die Gegend laufen? Ich nicht!

Gaffer

Am Samstag waren wir endlich mal wieder frühstücken gegangen. Es wurde ja auch Zeit das wir am Samstag morgen mal wieder raus kamen. So fuhren wir ins Einkaufscenter. Als wir bei unseren Lieblingsbäcker saßen, wurde ich das Gefühl nicht los beobachtet zu werden. So langsam fing ich an nervös zu werden. Wie soll ich mein Brötchen halten? Halte ich es überhaupt richtig? Sitze ich richtig? Ist es schlimm das mir die Gurkenscheibe aus dem Brötchen fällt?  – So konnte das nicht weitergehen, ich mußte mir was einfallen lassen. Darum beschloß ich ganz einfach, das der Mann, der mich beobachtete Zuhause keinen Fernseher hat und deswegen im Einkaufscenter sitzt um sich andere Menschen anzusehen. Mit dieser kleiner Eselsbrücke habe ich mich wieder auf mein Frühstück konzentriert und es genossen. Ich bin nicht im geringsten auf die Idee gekommen, das er mich aufgrund meiner Behinderung beobachtet. Es hat mich überhaupt nicht interessiert, warum er sich so verhält. Denn ich brauche mich nicht zu verstecken.

Mit dieser Einstellung kommt man , zumimdest ich, leichter durchs Leben. Jeder hat das Recht sich frei und ungehindert durchs Leben, durch die Öffentlichkeit zu bewegen. Auch wenn ich das schon ein paarmal geschrieben habe, ich kann es nicht oft genug wiederholen. Stark und Selbstbewußt in der Öffentlichkeit bewegen. Das sollte für jeden Normalität sein. Und wenn es Menschen gibt, die dich mustern bzw beobachten, ignoriere sie und sage dir das sie es bei jeden machen, weil sie Zuhause keinen Fernseher haben. Nach irgendetwas müssen sie ja sehen. Auf jedenfall wirst du nicht angesehen, weil du gehandicapt bist, sondern weil diese Menschen jeden begaffen, und heute trifft es dich zufällig.

Fakt ist, das man von vielen als Mensch gesehen wird. Das sind diejenigen die für mich zählen. Leider gibt es aber noch genug die gaffen. Mit denen beschäftige ich mich nicht.

Zweifel

Heute geht es mir überhaupt nicht gut. Ich kann nicht sagen woran es liegt. Fakt ist, das mein Kopf mir Sorgen macht. Die rechte Kopfhälfte ist auch ziemlich dick angeschwollen, und der Schmerz ist direkt unter der Kopfhaut. Genau an an der Stelle an der sich die Plastikplatte befindet. Es fühlt sich so an als ob die Nervenstränge frei liegen. Natürlich suche ich nach Gründen. Zu einen Ergebniss bin ich aber noch nicht gekommen. Liegt es daran, das ich Streß hatte? das ich zuviel gelesen hatte? oder liegt es an dem nervenaufreibenden Spiel von Werder gestern Abend? In solchen Situationen mache ich mir dann schon Gedanken über meine ganzen Freizeitaktivitäten. Soll ich auf die ein oder andere verzichten? Oder sogar auf alle? Aber sobald die ersten Ängste und Sorgen überwunden sind, komme ich jedesmal zu dem selben Ergebnis. Ich werde alles ganz normal so weitermachen, wie vorher. Der einzige Unterschied zu früher  wird der sein, das ich konsequenter an meine Gesundheit denken werde. Ich werde die Warnsignale nicht mehr ignorieren und möglichst wenig Raubbau zu betreiben.

Verblendung

Stig Larsson mit seinen Erfolgstrhriller hat Schuld! oder der Literaturkritiker den ich vor ein paar Monaten getroffen habe. Ein wenig verrückt klingt die folgende Geschichte schon. Aber was ist auch normal? Wenn alles planmäßig verlaufen würde, gäbe es keine Unfälle und wir würden wie Maschinen existieren. Wer will das schon? Darum liegt der Reiz auch in dem was schwer zu erklären ist geschweige denn zu verstehen ist. In diesen Fall liegt der Ursprung sehr lange zurück.

Früher habe ich sehr viel gelesen. Ich erinnere mich noch genau das ich einmal innerhalb von 3 Tagen, im Krankenhaus, Quo Vadis gelesen haben. Es gab eine Zeit in der ich fast alles gelesen habe. Grass, Böll, Solzenitschin usw. Minimum 10 Bücher waren normal im Jahr. Mein Zimmer war immer ordentlich und aufgeräumt, ganz wie ein Musterbüro. Dann kam ein Riß! Ich habe immer überhaupt nicht mehr gelesen und an Ordnung hatte ich auch kein Interesse mehr. Nach einen Umzug, vor 10 Jahren steigerte sich der Hang zum Chaos. 2006, beim letzten Umzug, war die zwischenzeitliche Ordnung nur ein Strohfeuer. Warum das so ist weiß ich nicht.Vor 15 Jahren habe ich nach über 10-jähriger Pause wieder ein Buch gelesen. Die Firma, von Grisham. Es war fast so wie in alten Zeiten. Also beschloß ich in meinen Zimmer auf zu räumen. Das war der erste von vielen Versuchen. In meinen Innern hatte ich eine Reihenfolge festgelegt an die ich mich halten wollte. Erst lesen, dann Ordnung schaffen. Das Internet und mangelnde Lesebereitschaft waren aber nicht gerade förderlich für dieses Vorhaben. Nun komme ich zur „Verblendung“ von Stig Larsson. Vor 5 Monaten sah ich diesen Thriller. Platz 1 in jeder Bestenliste und mehrfach ausgezeichnet. Dann traf ich, wie damals beschrieben, den Literaturkritiker. Danach war mir klar: Es muß sich was ändern. Nur schlaue Sachen schreiben, und sich nicht daran halten, das geht nicht. Bis ich dann anfing mein Vorhaben in die Tat umzusetzen vergingen wieder ein paar Monate. Nur jetzt stecke ich fest im Leserausch. Dabei befinde ich mich erst in der Mitte des ersten Bandes. Da es eine Triologie ist, habe ich noch 2 weitere Bücher, mit jeweils über 700 Seiten zu lesen.

Ich habe mich die ganzen Jahre nicht gezwungen. Ich habe es immer so gemacht wie meine Kräfte, meine Gemütslage es zuließen. Auf eine gewisse Art und Weise habe ich mich treiben lassen. Ob es damit vorbei ist, kann ich heute nicht sagen. Aber das Gefühl etwas zu ändern wird immer größer. Ich bin fest davon überzeugt das es mir gelingt. Wenn das der Fall sein sollte, hat es sich wieder einmal gelohnt an die eigenen Fähigkeiten zu glauben.

Diese Geschichte hat einen extrem langen Vorlauf. Sie zeigt aber auch, das es möglich ist seine selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Das man sich dabei nicht unter Druck setzen sollte. Wichtiger ist das Gelingen. Das ich mir mit diesen Dingen soviel Zeit gelassen habe liegt allerdings auch daran, das es nichts mit Gesundheit, nichts mit Leben zu tun hat. Es geht einfach nur um Ordnung von toten Material. Ich würde es immer wieder so machen. Erst die Gesundheit dann der Rest.

Ratlos

Da hatte ich für heute schon einen wunderbaren Beitrag im Hinterkopf, allein schon deswegen weil ich gestern ein wunderbares Kompliment bekommen habe, (Rückfragen sind sinnlos) fühlte ich mich gepuscht, aber mittendrin hat mich mein Mut verlassen. Deswegen werde ich das angedachte vielleicht zu einen späteren Zeitpunkt (oder nicht?) schreiben. Für heute bleibt mir nur der Gedanke an bessere Witterungsverhältnisse.

Ich will keinen Schnee mehr und von Minustemperaturen habe ich auch die Nase voll! 

Im Augenblick ist das allerdings nur ein Wunsch, der sich wohl nicht so schnell erfüllen wird. Trotzdem! Ich gebe die Hoffnung nicht auf, das der Winter sich dem Ende zuneigt.

Aleviten

Gestern hatten wir Sozialausschuss. Von diesen Feld, Beiratspolitik, werde ich mich nicht trennen. Dazu ist es viel zu interessant. Ich war eingesprungen für eine kranke Kollegin, und hatte eigentlich keine Lust. Letztendlich konnte ich mich überwinden und bin zur Sitzung gegangen. Meine Überraschung wuchs im Laufe des Abends immer mehr. Wir waren von der Volksgruppe der Aleviten eingeladen worden. lmehr über sie unter dem folgenden Link

http://www.aufenthaltstitel.de/stichwort/aleviten.htm

Als wir fertig waren mußte ich feststellen, das diese Menschen zwar gesund waren, aber durch ihren Glauben werden sie fast überall benachteiligt. Anstatt aufzugeben, machen sie weiter. Sie nehmen vieles in Kauf, sie lassen sich nichts anmerken. Hoffnung ist ihre Devise. Wenn ich bedenke das ich manchmal zweifle oder mir nicht sicher bin dann sollte ich an die Aleviten denken. Dann kann ich nicht anders als stark zu sein.

Weisheiten XVIII

Mit Urlaubsberichten werde ich diese Woche kürzer treten.

Freitag war ich mit meinen Freund als Revisor für den Kleingartenverein aktiv. Wir mußten den Jahresbericht des Kassierers prüfen. Gestern nacht habe ich als Internetbeauftragter für den Ortsverein an der Homepage gesessen. Heute werde ich als Behindertenbeauftragter des OV noch aktiv. Abends werde ich für den Beirat als Beiratsmitglied im Sozialausschuss aushelfen. Der Bauausschuss dem ich als Vorsitzender angehöre, findet erst nächste Woche statt. Zum Glück gibt es diese Woche keine Vorstandssitzung des OV, dem ich als Beisitzer angehöre. Und es gibt auch keinen Parteitag, für den ich als Delegierter gewählt bin. Meine Aktivitäten als Vorsitzender und gleichzeitig Regionalvertreter Bremen für Selbst Aktiv, will ich nicht unterschlagen, das war letzte Woche. Das alles ging mir Freitag Abend durch den Kopf. Gemessen an dem was ich vor ein paar Jahren an Ämtern bekleidet hatte und vor allen was ich an Verantwortung zu tragen hatte, ist das nur halb so schlimm.

Es ist gut wenn man ein Ehrenamt ausübt. Das sollte jeder in seinen Leben mal gemacht haben. Allgemein gilt die Aussage, das ein Ehrenamt für jeden der es ausübt eine Bereicherung darstellt. Das kann ich nur bestätigen. Wie ich mir meine ganzen Ämter an mir vorbeiziehen ließ, kam ich zu der Erkenntnis, das vielleicht der ein oder andere Job zuviel ist. Das ist der Nachteil wenn man erst einmal in dem „Kreislauf Ehrenamt“ dabei ist. Es kommt immer ein neues dazu. Es ist natürlich verlockend ein Amt anzunehmen, wenn man in einen Kreis kommt, der keine Vorbehalte gegen Behinderte hat.

Trotzdem! Ich werde mich von dem ein oder anderen Amt trennen. Selbst wenn ich dann auf Angenehmes verzichten muß, wie z.B. ein Wochenendseminar in Berlin mit hochrangigen Vertretern aus dem SPD Bundesvorstand. Denn eines darf man, insbesondere ich, nicht vergessen.

Ich habe nur dieses eine Leben! Und das will ich solange und sogut es geht mit meiner Frau und mit meinen Freunden teilen.

Die Lagune

Es ist Freitag, es liegt immer noch Schee und Eis. Da muß ich Urlaubsgeschichten anbieten. Ich möchte die Geschichte vom 29.1., Ibizza,   beenden. Natürlich wollten wir auch baden, das bietet sich auf einer Insel und ständigen Sonnenschein auch an. Aber wo? Unser Hotel lag nicht am Strand und hatte auch keinen Swimming Pool. In unseren Reihen war jemand mit Beziehungen zu einen der besseren Hotels. So kam es das wir von morgens bis spät nachmittags ein „aufregendes Leben am Pool“ verbrachten. Dabei wurde ich im wahrsten Sinne des Wortes: Kaminrot. Es wäre noch schlimmer geworden, aber hin und wieder erhoben wir uns um zu baden. Nach 2 Tagen Pool wollten wir ans Meer.Dazu mußten wir mit einen Boot auf eine Badeinsel übersetzen. Das war der Nachteil unseres Domizils. Preiswert – nur Baden gehörte nicht dazu. Zum Glück hatten wir einen gutmütigen Sponsor der uns die Überfahrt zahlte.

Endlich konnten wir am Strand ungehemmt Fußball spielen, ohne auf lästige Hotelgäste achten zu müssen. Das Wasser war aber so schön, das wir uns lieber in die Fluten des Mittelmeers gestürzt haben.  Wahrscheinlich war meine Begeisterung zu groß. Erst mit der Mannschaft mit, das war schon etwas besonderes, dann mein erster Flug und jetzt im Mittelmeer. Nachdem ich mit den Jungs ein paarmal bis zur Begrenzung geschwommen war, wollte ich mehr. Dahinten war eine kleine felsige Insel, da will ich hin sagte ich mir. Also schwamm ich drauf los. Das war nicht gerade leicht. Je weiter ich rausgeschwommen bin umso rauher wurde das Meer. Kurz bevor ich diese Insel erreichte sah ich einen kleinen Höhleneingang. Das war es! Eine Höhle. Genauer gesagt eine Lagune. Natürlich schwamm ich hinein. Es war felsig über mir, neben mir und ein wunderschöner sandiger Grund. Nein, ganz so schön war er doch nicht. Immer wieder ragte eine kleine Felsspitze hervor.  Es war schon riskant. Irgendwann hatte ich den seichten Rand in der Höhle erreicht. Dort habe ich mich auf einen Felsvorsprung niedergelassen und dabei ist mir einiges durch den Kopf gegangen.

 

Dieses Gefühl der Freiheit, der Junge der es gerade geschafft hat sein Leben in den Griff zu kriegen. Im Beruf war es endlich so wie ich es mir vorgestellt hatte, dem Alkohol war ich entkommen, mit der Gesundheit ging es bergauf. Es war wie im Traum. Ich hatte nie aufgegeben. Habe immer nur nach vorne gesehen. Rückschläge waren ein Teil von mir. Phasenweise wurde ich mitleidsvoll von meinen Mitmenschen betrachtet und z. Teil auch nicht für ernst genommen. Das alles habe ich ignoriert und weggesteckt, und nun saß ich hier in dieser wunderbaren Höhle. Wenn das kein Grund war um stolz zu sein. So langsam wurde es kalt und kurz danach war ich wieder an Land. Es gab Vorwürfe, von jeder Seite. Dabei erfuhr ich das ich fast eine Stunde weg war. Das habe ich alles überhört. Denn ich war ganz allein in der Lagune gewesen. Und das war ein unbeschreibliches Gefühl. Der Rest des Urlaubs ist schnell erzählt. Es war einfach schön