Archiv für den Monat: April 2010

Kurfürstendamm

Ich hab mich entschieden. Wir fahren nach Berlin zum Pokalfinale. Natürlich war das eine gemeinsame Entscheidung.

Mein Entscheidungsprozeß hat nicht lange gedauert sondern ging relativ schnell. Gestern habe ich erfahren das wir Eintrittskarten fürs Finale bekommen haben. Heute Mittag war alles perfekt. Hotel gebucht, die Bahnfahrt ist auf Umwegen gebucht und die Karten für die Komödie am Kurfürstendamm sind auch gebucht. Die Bahn hat es zwischendurch etwas kompliziert gemacht, indem das ausgesuchte Angebot für die Fahrt mit einenmal nicht mehr zur Verfügung stand. Aber nicht mit mir! Ich habe dann in Ruhe weiter gesucht und die Fahrt noch etwas günstiger gefunden. Der Unterschied besteht in der frühreren Uhrzeit und das wir einmal mit dem Metronomom fahren.

Ich will nicht von mir behaupten das ich immer die schnellsten Entscheidungen treffe. Aber es gab hier nur 3 Varianten. Und je schneller die Entscheidung fallen würde, umso besser ginge es danach weiter, das war mir klar.

Die 1. Variante die Karten für viel Geld, bei Ebay, also auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen, schied schnell aus. 

Die 2. Variante war vom Preis her verlockend. Für 45 Euro(pro Person) könnten wir mit dem Fan Sonderzug nach Berlin kommen. Einen Haken hätte die Sache doch gehabt. Morgens um 6.00 Uhr aufstehen um dem Zug um 8.00 Uhr loszufahren. Die Rückfahrt wäre um 01.30 Uhr gewesen. Ankunft in Bremen ca. 5.00 Uhr. Das wäre extremer Stress.

Wir haben uns für die 3. Variante entschieden, bei der wir auch Rücksicht auf unsere Gesundheit nehmen. Freitag nach Berlin und Sonntag Mittag zurück. Es ist nun mal so, wir müssen unsere begrenzte Belastbarkeit akzeptieren und uns danach richten. Wenn wir das ignorieren, müssen wir  gesundheitlich die negativen Folgen durchmachen. Wer will das schon. Ich nicht.

Motivation

Nachdem ich den etwas intensiveren Bericht für diese Woche geschafft habe, geht es nun moderater weiter. So wichtig dieser wöchentliche Eintrag auch sein mag, so schwer fällt es mir mich in diese kritische Zeit zurück zu versetzen. Und dennoch dienen diese Berichte mir in gewissen Situationen als Motivation. Ganz einfach um mir auf zu zeigen, was ich bisher geschafft habe, Motivation dafür weiter zu machen und sich nicht gehen zu lassen. Wenn man so will kann ich auf mehrfache Art und Weise Motivation aus diesen Berichten ziehen.

Endlich haben wir Sonnenschein und angenehme Temperaturen. Nachdem ich es letzte Woche geschafft habe, mal wieder schwere körperliche Arbeit zu bewältigen, bin ich heute motiviert weiter zu machen. Früher ging das auch. Warum sollte es mir heute nicht gelingen innerhalb kürzester Zeit diese Arbeiten zu verrichten.

Meine Motivation ist die Aussicht auf den Erfolg. Dieses wunderbare Gefühl etwas erreicht zu haben, die Gewissheit gesteckte Ziele verwirklicht zu haben, das ist Ansporn genug um die Momente in denen es mir schwer fällt, zu überstehen. Wenn ich, in ein paar Wochen, fertig bin, kann ich mich beruhigt zurück lehnen und genießen. Und dieser Genuß ist ein unbeschreiblich schönes Gefühl das auf mich wartet.  

Forum

Heute möchte ich mal Auszüge aus einen Brief an eine frisch operierte , den ich in einen Forum für Gehirnerkrankungen gefunden habe, wiedergeben. Damit will ich aufzeigen, das nichts unmöglich ist.

Liebe Betroffene, meine Frau war auch sehr am Gehirn erkrankt ,mit einer langen Reha zu Hause mit der ganzen Familie mußte sie alles neu erlernen, lesen ,schreiben,auch die Sprache ,alles was neu war  weil das Kurzzeitgedächtniss und die Orientierung weg waren.Sie wußte nichts mehr,wie alt sie ,die Kinder ich und all die anderen sind. All dieses hat sie wieder geschafft. Normal währe sie ein schwerer Pflegefall,nach damaliger Auskunft der Ärzte.Normal schafft es kein Mensch bei diesen Tumor an der Stelle,ohne Schwierigkeiten.
Du schafft es auch,viel Glück
und gebe nicht auf
Familie unbekannt

Ergänzend dazu folgte ein 2. Beitrag

als zusatz .meine Frau war erst in Freiburg unoperabel entlassen als Pflegefall,in Chemnitz wurde als Versuch eine Operation durch geführt, mit der Option 100% Plegefall, dieses war 1995 heute schreiben wir 2010 und meine Frau ist wieder voll gesund mit kleinen Defizit
sie kann manchmal nicht so schnell umdenken. Aber mit unserer Hilfe klappt es schon.
Du mußt an Dich und Deine Familie glauben,nur es liegt alles an Dir.
Du mußt alles lernen um für deine Familie dazusein.

Diese Beiträge zeigen wie schwer es ist nach einer Gehirnerkrankung ins normale Leben zurück zu kehren, sie zeigen aber auch das es möglich ist wenn man an sich glaubt und sein Ziel, selbst bei allergrößten Schwierigkeiten, nicht aus den Augen verliert.

Torwart

Endlich! Heute Morgen hatte ich wieder genügend Kraft in den Beinen um schneller Fahrrad zu fahren. Das war schon bitter, als ich in den letzten Tagen, soviel Radfahrer an mir vorbei fahren lassen musste. Kräftemäßig war ich noch nicht so weit. Also blieb mir nur die Geduld. Was ist das aber gemessen an der Geduld und Ruhe die einer unserer Mitspieler aufgebracht hat. 15 Monate hatte er gefehlt. Das linke Bein wurde ihm schon amputiert, jetzt hatte er über ein Jahr mit Problemen an seinen rechten Bein zu kämpfen. Viele hatten ihn schon abgeschrieben. Einige gaben ihn nur noch ein paar Monate. Was macht er? Er hat die ganze Zeit an sich geglaubt, er war fest davon überzeugt das er noch Fußball spielen kann. Alles andere hat er ignoriert. Seit letzte Woche steht er wieder im Tor. Für ihn gilt der Satz: Geht nicht, gibts nicht, wer aufgibt hat verloren.

Utrecht

Es war der schönste und wegweisendste Tag für mich. Aber der Reihe nach. Es war ein wunderschöner Morgen, und rückblickend würde ich sagen, das es der schönste Tagesabschnitt wurde den ich vor mir hatte. Da ich problemlos kreuz und quer fahren konnte, habe ich mir noch einige Historische Bauten angesehen bis ich durch das Stadttor Amsterdam in Richtung Den Hag bzw. Rotterdam verlassen habe. Denn meine geplante Route sah wie folgt aus: Amsterdam – Den Haag – Rotterdam weiter in Richtung Antwerpen… Kaum das ich auf freien Gelände angekommen war wurde der Wind immer stärker. Nach ein paar Kilometern kam wieder so ein Kreuz für Radfahrer. Diesmal waren die Wegeverbindungen auch unterirdisch. Tunnel – Ebene – und eine Überführung. 3 Fahrbahnen übereinander. Da stand mein Schild „Rotterdam“ Die nächsten Kilometer wurden zur Qual. Der Westwind schlug mir voll entgegen. Mit einenmal kam ich an eine Gabelung. Das war der letzte Hinweis für Radfahrer wie sie zu fahren hatten. Rechts ging es nach Den Haag und Rotterdam. Links war ein Hinweisschild für den Weg nacht Utrecht. Ich blieb stehen! Das was mir in den folgenden Minuten durch den Kopf ging war wegweisend für vieles auf dieser Tour.

Muß ich unbedingt nach Rotterdam? Bin ich gezwungen den Weg zu fahren? Nein! Das mußt du dir nicht antun. Du fährst doch um Spaß zu haben um Freude zu haben. Der geplante Weg führt dich schneller nach Antwerpen und weiter nach Brüssel, damit du über Lüttich nach Aachen fahren kannst. Aber das Leben besteht schon aus genug Quälerei. Warum sollst du dich unnötig schinden? Sei einfach flexibel, plane deine Route neu, plane deine Tour neu. Ach was – las dich einfach treiben. Genieße den Tag, das Leben, die Tour.

Das war der Auftakt zu einer denkwürdigen Fahrt. Denn auf keiner meiner Etappen habe ich mir soviel durch den Kopf gehen lassen, wie an dem Tag.

Die Fahrt geht weiter. .

Cocktail

Gestern bekam ich mein Rad zurück. Seitdem geht es mir wieder gut. So gut das es schon fast gefährlich ist. Im Grunde genommen eine optimale Ausgangslage für heute Abend. Die Aussicht darauf das es mein Spiel werden könnte ist groß. Aber da war doch was? Ja genau, meine Erfahrungen. Die sagen mir, das ich lieber aufpassen sollte. Sonst ergeht es mir wieder so wie 1997 oder 2007. Da bin ich auf dem Platz zusammen gebrochen, danach ins Krankenhaus und war etliche Wochen nicht einsetzbar. Auf der Arbeit und erst recht beim Fußball. Die offizielle Diagnose lautete jeweils: Kreislaufkollaps. Leider waren die Folgen in meinen Kopf größer als erwartet. Ich war wochenlang nicht belastbar.

Heute könnte es wieder so sein. Zwei Voraussetzungen für einen evtl. Zusammenbruch erfülle ich zumindest. Ich habe sehr schlecht, also wenig, geschlafen. Ich bin phasenweise übermotiviert. Wenn ich jetzt noch wenig essen würde, wenig trinken würde, überhaupt nicht schlafen würde, das wäre der perfekte Cocktail damit alles schief läuft. Vielleicht noch etwas Stress dazu und der Cocktail wäre noch schön gemixt.

Zum Glück bin ich lernfähig. Trinken und auch Essen werde ich ausreichend, dazu eine kleine Ruhepause, mit Glück auch schlafen. Um ganz sicher zu gehen, das mir nichts passiert, werde ich beim Fußball heute Abend ein paar Kunstpausen gönnen.      

Ursprung

Nachdem ich gestern mal wieder ziemlich deutlich auf gesundheitliche Probleme eingegangen bin, was  ein Freund als ziemlich brutal empfand, möchte ich das demnächst weiter fortführen. So wie ich den Fr./Sa. für meine Reisegeschichte habe, werde ich demnächst an einen der ersten 3 Tage der Woche auf den Ursprünglichen Gedanken dieses Blogs eingehen. Die Gesundheit, und die Folgeerscheinungen die sich zwangsläufig nach einer größeren Erkrankung ergeben.  

Weisheiten XXII

Endlich regnet es. Jetzt kann die Asche aus dem Vulkangletscher Eyjafjallajökull herabfallen und somit weniger Probleme bereiten. Inzwischen weiß, dank der Medien, wohl jeder wie es in einen Vulkan aussieht bzw. welche gewaltigen Kräfte bei einen Ausbruch frei gesetzt werden.

So in ungefähr, muß man sich im übertragenden Sinne, einen  epileptischen Anfall vorstellen. Dabei enstehen in einen kurzen Zeitraum unbeschreiblich große Kräfte. Neurologen sprechen von einer Eruption des Gehirns. Um es noch deutlicher zu sagen. Von einen Vulkanartigen Ausbruch der Gehirnströme kann man dann sprechen. Es verhält sich genau wie in der Natur. Er kann kurz und intensiv sein. Es kann aber auch über einen längeren Zeitraum gehen. Dann verteilt sich diese Explosion im Gehirn auf mehrere Schübe. Wenn sich der Vulkan beruhigt hat liegt er da, als wäre nie etwas gewesen.Genauso verhält es sich bei Menschen.

Ihre Krankheit ist nicht ansteckend. Viele betrachten Menschen die unter dieser Krankheit leiden abwertend, manche glauben sogar das sie geistig zurück geblieben sind. Wer an epileptischen Anfällen leidet ist nicht dumm, ist nicht zurück geblieben. Es ist eben eine dauerhafte Krankheit die sichtbar ist, wenn sie auftritt. Es gibt soviel Menschen mit chronischen Krankheiten, nur keiner sieht es ihnen an.

Kompost

Das Wochenende fing für mich gut und strapaziös an. Gleich am Freitag habe ich es endlich in die Tat umgesetzt was ich mir schon lange vorgenommen hatte. Ich habe den Kompost umgesetzt. Das hört sich leicht an, war aber genau das Gegenteil. Nur genau das hatte ich gewollt. Schwere körperliche Arbeit. Für die nächsten Wochen (evtl. Monate) haben wir 2 größere Projekte ins Auge gefasst. Beide sind wie geschaffen für mich. Einziger Nachteil – sie erfordern harte körperliche Arbeit. Deswegen war der Kompost für mich ein Test. Schaffe ich es den Kompost um zu setzen kann ich an den Teich denken den wir bauen wollen. Und ich kann auch an die Erweiterung unserer Strauch Landschaft denken, denn dafür muß Rasen abgestochen werden. Für die nächste Zeit habe ich also eine Perspektive im Garten. Der Test am Donnerstag war deswegen hilfreich, weil ich nun weiß das ich etwas mehr Pausen wie früher machen muß. Ich weiß aber auch, das ich es mit der notwendigen Ruhe und Geduld schaffen kann. Diese Aktivität im Garten ist auch ein Spiegelbild des Lebens.