Archiv für den Monat: Juni 2010

Hinweis

Im Augenblick arbeite ich an dem Reisebericht für Freitag. Der Jakobsweg ist die Überschrift, soviel kann ich schon verraten. Morgen kommt die Halbjahresbilanz. Der Bericht dürfte gerade für alle Neuen interessant sein.

Wetter

Im Augenblick haben wir ziemlich gutes Wetter. Im Grunde genommen ist es ein traumhaftes Wetter.Wirklich? Wenn ich mir anhöre wie viele schon wieder stöhnen und das Wetter kritisieren, fällt es mir schwer ruhig zu bleiben. Als wir diese lang anhaltende Kälteperiode hatten, gab es nur Stöhnen, als es wärmer wurde regnete es oft. Und wieder gab es nur Klagen.

Egal wie das Wetter auch ist, es wird nur gestöhnt und kaum jemand ist zufrieden. Dabei ist es doch so schön im Augenblick. Sommer, Sonne, trocken und Hitze. Das sind die besten Voraussetzungen für perfekte Tage. Da kann man garnicht anders. Da freut man sich des Lebens und kann nur noch Positiv denken. Diejenigen die es gerne etwas kühler hätten, können sich problemlos in ihren 4 Wänden aufhalten. Aber das wollen viele dann doch nicht.

Es gibt soviel was man kritisieren kann, irgendwann sollte man aber Farbe bekennen und sich für eine Seite entscheiden. Immer nur die Meinung wechseln, wie es einen gerade passt, das geht nicht. Das beste ist doch sich einfach über die schönen Seiten des Lebens zu freuen. Wer will schon immer nur herum mäkeln. Es ist doch viel besser nur das Positive zu sehen. Als ich mich vor ein paar Jahren, im Rahmen einer Tagung für Selbst Aktiv, mit einen Schwerstbehinderten unterhalten habe, sagte der nur:

Was interessiert  mich das Wetter? Mir geht es gerade gut, ich Lebe!

Weisheiten XXIV

Letzte Woche sagte jemand zu einer einer Kollegin, aus dem Sozialausschuss im Beirat Mitte, das sie mutig wäre. Mutig weil sie demnächst nach Kiel fährt um sich an der Wirbelsäule operieren zu lassen. Vor kurzen bekam das ein Garten-Nachbar auch zu hören. Er hatte sich am Arm operieren lassen. Ich behaupte mal das beide nicht mutig sondern vernünftig sind.

Egal was es ist, ob Arm, Rücken, Bein, Inneres oder andere Bereiche des  menschlichen Körperers, es ist richtig den Weg zum Arzt nicht allzu lange auf zu schieben. In den seltendsten Fällen findet eine Selbstheilung statt. Ist erst einmal ein Schaden aufgetreten, wird er, bei Nichtbehandlung, eher größer und dadurch schwieriger zu behandeln. Mir fällt spontan das Beispiel eines Verwandten ein. Bei ihm wurde ein Blutgerinsel diagnostiziert. Er hat  sich sofort operieren lassen. Obwohl sich sein Leben danach radikal verändert hat, war seine Entscheidung richtig.

Denn er lebt weiter. Natürlich sind die Folgen einer Gehirn Operation nicht  so leicht zu verarbeiten, wie bei einer Arm OP. In allen genannten Fällen, habe ich aber Respekt vor der Vernunft der Betroffenen. Auch wenn nicht immer das Leben auf dem Spiel steht, eine Beeinträchtigung der eigenen Leistungsfähigkeit ist fast immer vorhanden.

Mit dem Auto fährt man regelmäßig zum TÜV. Mit dem eigenen Körper nimmt man es nicht immer so genau. Nur wozu gibt es Ärzte? Ärzte können dafür sorgen, die jeweils vorhandenen Defizite zu beseitigen. Sie haben nur einen Nachteil! Man muß sie aufsuchen und meistens eine Weile warten. Wer aber mit seinen Leben nicht ganz so verantwortungslos umgehen will, sollte diese Wartezeit in Kauf nehmen.

Maastricht

Endlich war ich in Eindhoven. Eine lange ausgiebige Pause lag vor mir. Ungewollt hatte ich das Glück gleich am Anfang das Stadium des PSV Eindhoven sehen zu können. Fußballstadien üben einen besonderen Reiz auf mich aus, deswegen war es etwas besonderes für mich. Kurze Zeit später hatte ich die Innenstadt erreicht. Dort sah ich ein ganz besonderes Einkaufscenter. Die Heuvel Galerie. Es ist eine Mischung aus Kunst Galerie und shoppingcenter.

Jetzt fing der andere Teil meiner Reise an. Ich konnte mich vor Ort selber schlau machen. Wie sollten gute Center aussehen? Und ein paar Tage später dann Aachen. Auch wenn ich wußte das keinen meine Eindrücke interessieren würden, so hatte ich für mich den Ansatz wissen zu wollen über was wir im Beirat Mitte(Kommunalparlament) reden. Am nächsten Morgen ging es weiter nach Maastricht. Nach ein paar Kilometern wurde mir klar, das ich eine kurzen Tagesabschnitt vor mir hatte. Das waren auf direkten Wege ja gerade mal 90 Kilometer. Das war mir zu wenig. Also baute ich noch ein paar Umwege in meinen Tagesabschnitt.Warum nicht noch ein wenig die Südlichen Niederlande kennen lernen? Erst einmal führte mich mein Weg nach Roermond. Wie genau es weiter ging kann ich schwer sagen. Ich weiß nur das ich irgendwann auf die Maas stieß. Es führte kein Radweg an ihr entlang. Aber etwas tiefer am Rande des Flußes befand sich ein Trampelpfad. Den wollte ich nehmen, der gefiel mir. Der Fluß verlief in Richtung Süden. Ich war also irgendwie richtig. Der Abstieg von der Straße zum Ufer war recht schwierig. Mit etwas Glück ging es aber gut. Schon nach wenigen Kilometern legte ich eine Pause ein. Dieser Weg, dieser Fluß übten einen seltsam beruhigenden Eindruck auf mich aus. (Erst vor ein paar Jahren erfuhr ich, das ich mich auf dem Niederländischen Teil des Jakobsweg befunden habe)

Es folgte meine schönste Etappe,eine entspannte Fahrt auf der ich viele Gedankengänge abgearbeitet habe. Das ist der Einstieg in den Teil des nächsten Berichts.

Ampel

Heute morgen stand ich an der Ampel und wurde beim Start gleich Reihenweise überholt. Früher hätte mich das gestört, weil ich an meiner Reaktions- und Antrittsschnelligkeit gezweifelt hätte.

Inzwischen verhält sich das etwas anders. Als ich mich umsah, mußte ich feststellen, das alle die an mir vorbeischossen bedeutend jünger waren. Warum sollte ich an mir und meinen Fähigkeiten zweifeln? Warum soll ich über diesen minimalen Rückstand verzweifeln? Nein! Da gab es keinen Grund! Stolz sollte ich sein. Stolz weil ich es immer noch schaffe der Jugend auf den Fersen zu bleiben.

Dies ist nur ein ganz einfaches Beispiel anhand einer harmlosen Situation. Damit will ich aber aufzeigen, das es immer möglich ist, aus einer Aktion etwas Positives heraus zu ziehen.Das ist besser als etwas schlecht zu sehen. Wer will sein Leben vergeuden, indem er sich immer nur auf eventuelle Negativ Erlebnisse konzentriert?

Abstechen

Eine Vorankündigung muß ich gleich vorweg schicken. Am Freitag werde ich von einer besonderen Etappe, die mich an die Maas führte, berichten.

Gestern habe ich es geschafft. Das Rasenstück ist fertig abgestochen. Es waren ungefähr 10×5 Meter. Alles allein ohne Hilfe. Es gab einige die nicht daran geglaubt haben das ich es schaffe, dann gab es einige die mir abrieten weil sie wußten was für Schmerzen auf mich zukommen und dann gab es einige die an mich geglaubt haben. Für mich war es nichts besonderes. Denn ich hatte schon schwierigere Aufgaben im Garten bewältigt. (Wie ich es schon im April diesen Jahres erwähnt hatte)

Damals hatte es mir niemand zugetraut das ich so ein großes Projekt erfolgreich zu Ende bringen würde.Aber ich besaß meinen Willen etwas ungewöhnliches zu schaffen und ich hatte den Glauben an mich und meine Kräfte.

Unmögliches gibt es nicht, scheinbar unmögliches wird dann eben wahr gemacht.

Das war meine Devise. Es war damals nur deswegen möglich weil mir die Zeit gegeben wurde. Neben der Willenskraft war Ruhe und Ausdauer gefragt. Sieben Jahre habe ich für den Teich gebraucht. Aber ich habe es geschafft.

Mit dem Rasen abstechen verhielt es sich genauso. Ich bin nach dem gleichen Muster vorgegangen. Mit Ruhe und Geduld, dazu eine ungewöhnliche Arbeitsweise, so bin ich voran gekommen. So wie es mich damals nicht gestört hat, das viele meinen Arbeitstil anfangs nicht nachvollziehen konnten, so habe ich mich diesmal auch nicht aus dem Konzept bringen lassen. Mit meinen kaputten Rücken konnte ich nicht normal arbeiten, also habe ich die Rasenstücke sitzend, von einer Fußbank aus, abgestochen.

Natürlich sind es unterschiedlich große Projekte. Aber in einer Beziehung haben sie Gemeinsamkeiten. Nur durch Wille, den Glauben an sich und die eigenen Fähigkeiten, sich nicht durch Außenenstehende irritieren lassen und die Bereitschaft sich zu quälen, konnte ich erfolgreich sein. 

Ideen

In den letzten Wochenmangelte es mir nicht an Ideen und es gab immer wieder erwähnenswertes aus meinen Leben. Heute hat es mich erwischt. Es gibt nichts zu erzählen. Jetzt könnte ich versuchen einen großen Bogen zu machen und über alles mögliche schreiben.

Aber ist es nicht schön wenn man fröhlich und unbeschwert durchs Leben gehen kann? Es muß doch nicht jeden Tag etwas passieren. Einfach Ruhe sich des Lebens freuen und genießen.

Niederlande

Kaum hatte ich die Niederlande erreicht, bekam ich wieder meinen gepflegten Fahrradweg. Endlich hatte ich mal ein Land auf herkömmliche Art und Weise verlassen bzw. betreten. So endete mein Bericht letzte Woche.

Es war ein schönes Gefühl wieder ein paar Gleichgesinnte zu treffen. Auf dem Rastplatz hinter der Grenze befanden sich also nicht nur Lkws und Autos, sondern auch Fahrradfahrer. Die Pause hatte ich auch nötig denn ich war fast 90 Kilometer ohne Unterbrechung durchgefahren. Es war nicht so sehr die körperliche Belastung, es war die geistige Frische die mir jetzt fehlte.

Gerade in den Minuten als ich meine Höchstgeschwindigkeit hatte, war meine volle Konzentration gefragt gewesen. Gerade fahren, ohne nach Rechts oder Links einen Schlenker zu machen, gehört nicht zu meinen Stärken. Bedingt durch meine Einseitige Fahrweise drifte ich oft zu stark nach Rechts ab oder weil ich korrigieren muß ziehe ich zu stark nach Links. Aber bei dieser rasanten Abfahrt gab es keine Alternative. Ich mußte die Linie halten. Mit der rechten Hand hatte ich fester denn je den Lenker umklammert, mit der Schulter hatte ich versucht die Balance zu halten, was aber gleichzeitig bedeutete das ich auf meinen Sattel herum rutschen mußte. (Diese „unruhige Fahrweise“ erleichtert mir das Fahren mit einer Hand). Nur so konnte ich bei dem hohen Tempo leider nicht fahren, ich mußte versuchen regungslos auf dem Rad zu sitzen. Das alles mußte ich erst einmal verarbeiten.

Zum Glück wurde ich abgelenkt. An der benachbarten Sitzgruppe entstand gerade eine kontroverse Unterhaltung innerhalb einer Familie, ob wir nun in Holland oder in den Niederlanden waren? Für mich war es ganz klar: Holland!  Kurze Zeit später wurde ich darüber aufgeklärt.

Offiziell heißt es Niederlande, umgangssprachlich ist aber von Holland die Rede. Dabei ist Holland eine von 12 Provinzen innerhalb der Niederlande, vergleichbar mit dem Status eines Bundeslandes in Deutschland. Die Provinz Holland ist dabei die größte und bedeutenste weil dort u. a. die Königsfamilie ihren Sitz hat.

Mit soviel Wissen konnte ich mich in aller Seelenruhe aufmachen und die Schönheiten der Provinz Brabant genießen. Die Sonne war auch hervor gekommen. Kurze Zeit später war ich in der Phillips Stadt Eindhoven angekommen. So wie Wolfsburg von Volkswagen beherrscht wird, so wird Eindhoven von Philipps dominiert.  

Special Olympics Persönlich

Die Athletinnen und Athleten sind das höchstes Gut von Special Olympics- für sie wurde Special Olympics vor 40 Jahren gegründet, in ihrem Sinne wirkt die Special Olympics Idee weltweit und für ihre Wertschätzung und Integration engagieren sich Menschen in 180 Ländern.

In Deutschland gehören derzeit 30.000 Sportlerinnen und Sportler mit geistiger Behinderung zu Special Olympics, erlernen eine Sportart und trainieren für die Wettbewerbe. Sie leben die Special Olympics Idee, mit den Mitteln des Sports das eigene Potential zu erschließen, selbstbewusster und selbständiger zu werden und sich aus eigener Kraft Anerkennung in der Gesellschaft zu erwerben. Dafür gibt es viele Beispiele und bewundernswerte Erfolgsgeschichten, die natürlich das gesamte Umfeld der jeweiligen Athletinnen und Athleten einschließen. Einige davon können Sie auf dieser Website und in unseren monatlichen Newslettern lesen.

Vor allem aber sind die Sportlerinnen und Sportler mit ihrer Offenheit, ihrer Begeisterung, ihrem Engagement für ihren Sport und mit ihrer unvergleichlichen Art, sich zu freuen, die besten Botschafter in eigener Sache.

So lautet die offizielle Beschreibung auf der Homepage der Special Olympics.

Und es stimmt. Die letzten 2 Absätze treffen 100% zu. Selbstbewußter und selbstständiger durch Sport. Nirgendwo ist diese Aussage zutreffender als bei Menschen mit Beeinträchtigungen. Das es immer wieder Erfolgsgeschichten gibt liegt daran, das die meisten Behinderten, vor allen geistig und Mehrfach Behinderte, nur positiv denken.

In meinen vielen Begegnungen habe ich nie Negativ denkende Menschen erlebt. Egal welche Beeinträchtigung sie haben. Mag es aus der Sicht „Gesunder Menschen“ noch so schlimm sein, das stört sie nicht. Sie blicken nach vorn und freuen sich des Lebens. Sie freuen sich über jeden Tag den sie erleben können.

Es gab auch bei mir Phasen in denen ich nicht so sicher und zuversichtlich war. Als ich dann aber Menschen getroffen habe die Mehrfach beeinträchtigt sind, konnte ich immer nur feststellen, das mein Zweifeln unbegründet war und das ich keinen Grund zum Hadern habe. Stattdessen darf es für mich nur eines geben.

Den Blick nach vorne und positives Denken. Genau das kann ich nur jeden empfehlen

Special Olympics

In Bremen finden gerade die Special Olympics statt. Mein Kommentar dazu folgt morgen. Hier der Einführungstext von Radio Bremen:

Dieses Jahr finden in der Hansestadt die Nationalen Spiele für Menschen mit geistiger Behinderung statt – die Special Olympics. Unter dem Motto

„In jedem von uns steckt ein Held“ per.jpg

treten vom 14. bis zum 19. Juni 2010 über 4.500 Athletinnen und Athleten in Sportwettkämpfen an. Somit werden es die größten deutschen Sommerspiele geistig behinderter Menschen sein, die es bisher gab: Die Special Olympics National Games geben den Sportbegeisterten die Möglichkeit, Ihren Ehrgeiz und Ihre Leistung unter Beweis zu stellen. Mit Betreuern, Helfern und Familienmitgliedern erwartet die Stadt über 12.000 Aktive, die zu den Spielen nach Bremen kommen. Die Veranstaltung ist mit den Olympischen Spielen vergleichbar, allerdings auf nationaler Ebene. Die geistig behinderten Teilnehmer treten in 20 verschiedenen Sportarten gegeneinander an, darunter Fußball, Leichtathletik-Disziplinen und Schwimmen „So viele wie noch nie“, sagte der Präsident des Organisationskomitees, Hans-Jürgen Schulke: Nicht weniger als 4.550 Sportler nehmen an den Sommerspielen in Bremen teil. Der Veranstalter spricht von einem Rekord an interessierten Teilnehmern. Innerhalb von zehn Jahren habe sich die Teilnehmerzahl der National Games verdreifacht. Mehr als 5.000 Athleten hatten sich für die Sportspiele beworben. Aufgrund der begrenzten Kapazitäten in den Sportstätten konnten jedoch nicht alle zugelassen werden. Begleitet wird das Sporttreffen in Bremen von einem internationalen Wissenschafts-Kongress. „Wir sehen immer wieder, dass geistig behinderte Menschen durch Sport einen kräftigen Entwicklungsschub erfahren“, sagte Schulke. Deshalb wolle man diskutieren, warum das so ist. Durch die Special Olympics sollen Menschen mit geistiger Behinderung auch mehr soziale und gesellschaftliche Anerkennung gewinnen. Fast 500.000 von ihnen leben in Deutschland. Die internationale Sportorganisation Special Olympics Deutschland e.V. richtet das Sportevent aus. Sie stellt die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger und Mehrfachbehinderung dar. In rund 180 Nationen erfasst der Verein über 2,8 Millionen Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit geistiger Behinderung. Neben den sportlichen Wettbewerben bietet er auch das Gesundheitsprogramm “ Healthy Athletes“ und ein Familiennetzwerk an. Im Jahr 1998 fanden die ersten von Special Olympics Deutschland organisierten Nationalen Sommerspiele statt. Seit dem ist sowohl die Teilnehmerzahl als auch die Qualität der Veranstaltung stetig gestiegen. Die Nationalen Spiele werden im jährlichen Wechsel als Nationale Sommer- und Winterspiele ausgetragen.