Donnerstags-Fußball

Auf vielfachen Wunsch meiner Mannschaftskameraden, die inzwischen auch eifrige Leser dieses Blogs sind, werde ich versuchen die Geschichte unserer Mannschaft wieder zu geben, bzw. die einiger Spieler.

Die Truppe wurde vor fast 30 Jahren gegründet. Die Mannschaft hat schon einige Höhen und Tiefen durchlebt. Seit 10 Jahren bin ich dabei. In dieser Zeit hatten wir einige Spieler die aufgrund von Knie Problemen aufhören mussten. Leider hatten wir auch zwei Todesfälle zu beklagen. Der Altersdurchschnitt beträgt ca. 55 Jahre. Oder um es noch deutlicher zu sagen: wir sind zwischen 38 Jahre und 71 Jahre alt. Das sind die Eckdaten.

Das Besondere ist unser Gemeinschaftsgefühl. Als ich vor 10 Jahren dazu kam, war es für mich keine Selbstverständlichkeit sofort aufgenommen zu werden. Ein Behinderter unter lauter körperlich Gesunden, ob das gut geht? Diese Frage habe ich mir oft gestellt. Es ging gut, denn bei der Mannschaft steht der Mensch im Vordergrund. Das war eine angenehme Erfahrung die ich gemacht habe. Es hat mir Sicherheit und im Laufe der Zeit auch Stärke gegeben. Wie wichtig das Zusammengehörigkeitsgefühl für unsere Mannschaft ist konnte unser Ältester und Gründer in den letzten Jahren feststellen.

Vor einigen Jahren wurde ihm der Fuß abgenommen. Kurze Zeit später stand er wieder auf dem Spielfeld, genauer gesagt, im Tor. Es dauerte nicht lange und ihm wurde das Bein amputiert. Jeder normale Mensch hätte aufgehört ans Fußball spielen zu denken. Er nicht! Er hatte nur ein Ziel. Wieder spielen. Er hat sein Ziel erreicht. Vor 2 Jahren machte ihn eine andere Verletzung schwer zu schaffen. Spätestens jetzt war das Ende seiner Karriere gekommen. Aber wieder hatte er nur ein Ziel. Und er hat das fast unmögliche mit eisernen Willen und Disziplin, gepaart mit dem festen Glauben es zu schaffen, wahr gemacht. Nach fast eineihalb Jahren steht er wieder im Tor. Mit Auge, Reaktionsvermögen und der richtigen Ahnung versucht er die Bälle abzuwehren. 2 Meter Breit und 1,40 Hoch sind unsere Tore, genug Platz um den Ball dort unter zu bringen. Regelmäßig verzweifeln die Gegner an ihm. Ich möchte ihn nicht hervorheben, dafür scheitere ich zu oft an ihm, was ich dann auch nicht lustig finde. 

Aber er ist das beste Beispiel dafür, das es sich immer lohnt zu kämpfen, das es sich immer lohnt nicht auf zu geben, das es sich immer lohnt positiv zu denken, und wie wichtig Freunde seien können. Wir haben immer den Kontakt zu ihm aufrecht erhalten. Die Mannschaft hat ihn nie vergessen. Um Gesund zu werden mußte er aber selber kämpfen. Das hat er auch auf eindrucksvolle Art und Weise bewiesen. Alles ist möglich! Der Wille muß nur da sein.


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