HSV

Am Samstag spielte der HSV in Bremen gegen Werder. Die Fans des HSV gehören zu den wildesten der Liga und das zieht jedes mal ein großes Polizeiaufgebot nach sich. Das war diesmal auch der Fall. Als wir vor dem Stadion waren, war die Ansammlung kampfbereiter Polizei so groß das wir Mühe hatten voran zu kommen.

„Der ist Betrunken“ hörte ich zu meiner rechten. „Der“ dachte ich wird gleich aus dem Verkehr gezogen. Der Gedanke war noch nicht zu Ende, da hörte ich schon von einer anderen Stimme, links neben mir, „Der ist Behindert“ Jetzt drehte ich mich schnell nach links und dann rechts um und sah keinen der Gehandicapt war. Ich erkannte sah einen jungen und älteren Polizisten. „Vielleicht meinen die ja mich?“ dachte ich. Innerlich zuckte ich zusammen, war betroffen, war wütend, war verletzt und ich wußte nicht was ich denken sollte. Nach einigen Sekunden hatte ich mich wieder im Griff. Jetzt war ich stolz. Ganz einfach, weil es nicht jeder sofort erkennt das ich Beeinträchtigt bin.

Früher hätte mich so eine Situation verunsichert. Nervosität, Selbstzweifel, Anfall! Das war die typische Reihenfolge in ähnlichen Fällen. Heute ist das besser. Ich weiß wer ich bin, ich weiß das ich mich korrekt verhalte, ich weiß das ich mich nicht verstecken muß. Während ich früher vieles negativ ausgelegt habe, sehe ich inzwischen nur noch die positiven Seiten bzw. finde Positives. So chaotisch das ganze Drumherum bei diesen Fußballspiel auch war, ich werde diese amüsante Szene immer in guter Erinnerung behalten.

Es ist fast so wie bei meinen eigen Sport. Vor kurzen wurde ich zusammen gestaucht beim Fußball. Ich wurde mit Vorwürfen überhäuft. Anstatt verzweifelt zu sein, war ich stolz auf mich. Ich Nach ein paar Minuten entschuldigte sich mein Mitspieler. Er hatte ganz vergessen, das ich gehandicapt bin.

Anstatt verunsichert zu sein,  sollte man sich in solchen Fällen auf die eigenen Stärken besinnen und über das bisher erreichte froh sein. Wenn man nicht mehr mitleidig betrachtet wird, stattdessen  sich mit Forderungen konfrontiert sieht, dann hat man viel erreicht.

Autor: Leander

Ich bin 52 Jahre.Lebe in Bremen und arbeite an der Uni Bremen. Seid 1983 bin ich verheiratet. Eigentlich ist alles ganz normal bei mir Aber dadurch das ich Schwerbehindert bin ist es nicht mehr ganz so normal. Meine Freizeit Aktivitäten sind Politik, Fußball, Sport und natürlich Computer bzw. Internet Dazu kommt unser Kleingarten Ich handel nach dem Motto: Genieße jeden Tag

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