Archiv für den Monat: Januar 2011

Fußball 2/11

Eigentlich sollen meine Beiträge über mein Fußballspielen ja Samstags erscheinen.  Ich habe es diesmal ganz schlicht und einfach vergessen.

Werder gegen Bayern das war Samstag für mich der Mittelpunkt, dem Duell galt meine ganze Aufmerksamkeit. Leider hat Werder verloren. Damit stehen sie kurz vor dem Abstieg. Ich hoffe das sie das noch vermeiden können. Wie konnte es überhaupt dazu kommen? Werder erlebt gerade das was jeder durchmacht wenn er sich zu sicher ist. Ich habe das mit meinen Fahrradsturz gerade hinter mir.Wer die nächsten Zeilen liest, wird sich fragen ob ich über Fußball oder über das, was viele täglich erleben, schreibe.

Werder hat jahrelang nur Gute Zeiten erlebt, es lief alles wie von selbst. Dieses Jahr ist nicht alles optimal gelaufen. falsche Spielereinkäufe, viele Verletzte und schon war alles anders wie gewohnt. Im übertragenden Sinne könnte man von einen Unfall sprechen. Einen Unfall den sie selber herauf beschworen haben. Sie waren von sich so überzeugt das sie nie in Betracht gezogen haben, das ihnen mal etwas passieren könnte. Nun stehen sie vor einen Problem. Sie müssen kämpfen, nichts geht mehr mit spielerischer Leichtigkeit so wie früher. Fighten ist angesagt. Laufen, rennen , arbeiten quälen. Das gefällt kaum jemanden, Fußballprofis schon gar nicht. Sie machen jetzt das durch was für viele Normaltät ist. Täglicher Überlebenskampf! Morgens aufstehen und die Gewissheit haben, nur mühsam voran zu kommen und das viele einen Rückfall erwarten. Obwohl alles so schlecht läuft, muß man immer wieder versuchen doch an sich zu glauben, doch nach vorne zu sehen. Jeden Tag mit erleben wie andere erfolgreicher sind, und immer wieder die Bereitschaft zur Schinderei zeigen, immer wieder den Glauben an ein weit entferntes Ziel haben. All das ist nicht leicht.

In den nächsten Wochen wird sich der wahre Charakter dieser Mannschaft zeigen. Wer ist bereit sich der Gegenwart zu stellen, wer blickt realistisch nach vorne, wer ist bereit den Kampf anzunehmen? Wer aber vergangenen hinterher trauert, der wird verlieren.

So ziemlich jeder der mit Beeinträchtigungen lebt, hat diese Situation schon einmal durchgemacht. Deswegen weiß auch jeder das einen nichts geschenkt wird und man immer wieder versuchen muß seine Grenzen zu überschreiten. Das Kämpfen allein nicht reicht, man muß bereit sein für Rückschläge um sie dann so schnell wie möglich zu verarbeiten und wieder,auf ein neues, von vorne anfangen. Wer das verinnerlicht hat der kommt auch weiter.So manches habe ich hier mehrfach geschrieben, aber genauso ist es wenn man unten liegt. Dieser Kraftakt wieder aufzustehen, wieder in das gewohnte Umfeld zurück zu finden ist keine Selbstverständlichkeit und erfordert viel Schweiß und Geduld

Am Donnerstag habe ich mich durchgebissen und bin zum Fußball gegangen. Ich wollte wieder spielen, ich wollte nicht aufgeben sondern versuchen so schnell wie möglich in meinen normalen Rhytmus zurück zu kehren. Gut habe ich nicht gespielt, im Gegensatz zu meinen Freund, der auch noch älter als ich ist, bin ich kaum gelaufen, war dafür umso mehr geschafft als er. Aber das war nicht wichtig. Ich habe wieder angefangen, nur das zählte.

Madeira

Am 4. Tag liefen wir morgens gegen 7.30 Uhr im Hafen von Funchal ein.  Das war schon beeindruckend. Die Sonne ging langsam auf , der Berg war noch von Nebelschwaden umzingelt, die Stadt wachte langsam auf und wir konnten alles vom Schiff aus beobachten. Wir haben viele schöne Tage erlebt, aber das was nun kam möchte ich als Höhepunkt der Reise bezeichnen. Es ging früh los für uns, denn unser Tagesprogramm hatte es in sich. Funchal und Umgebung in 5 Stunden.

Madeira ist nur 57 x 22 Km oder 740,7 km² groß. Die Insel bietet eine Vielfalt voin üppigen Wäldern und Gärten, bis zu tiefen Schluchten und dramatischen Klippen. klippen.jpg

Obwohl es zu Portugal gehört, liegt die Insel 951 Kilometer von Lissabon entfernt mitten im Atlantik. Madeira ist gerade für Kreuzfahrtschiffe ein Anziehungspunkt. Und egal wo man hin sieht auf der Insel, es gibt Blumen über Blumen. Das liegt vor allen an dem Subtropischen Klima der Insel.   

Funchal hat viele schöne Parks und Gärten. Wenn man den Botanischen Garten besucht, kann man es kaum glauben wie hoch die Artenvielfalt der Pflanzen aus Südamerika und Afrika ist. Die Stadt Funchal ist an drei Seiten von Bergen umgeben, dazwischen befinden sich der Botanische Garten und die Seilbahn. (Einmal aufs Bild klicken zum Vergrößern)

 

Die Fahrt führte uns gleich ins Zentrum.

Unser 1. Anlaufpunkt madeira-markthalle1.jpg war die Markthalle mit ihren üppigen Ständen markthalle2.jpg und der Fischhalle madeira-fischhalle.jpg

Danach ging es zur Lagerstätte des Madeira Weins madeira-wein.jpg  madeira-wein2.jpg

und direkt im Anschluss ging es in den Botanischen Gartenbotanischer-garten-1.jpg. Hier laß ich einfach Bilder botanischer-garten-3.jpg sprechen, Fotos aus dem November! botanischer-garten-2.jpg botanischer-garten-4.jpg

botanischer-garten-5.jpg   botanischer-garten-6.jpg   botanischer-garten-7.jpg

Ein Erlebnis war die Seilbahn die danach unser Ziel warseilbahn.jpg

Nächste Woche kommt der 2 Teil des Tages

Weisheiten XXVIII

Wenn kaum einer an Dich glaubt, der Erfolg auch noch nicht sichtbar ist und wenn überhaubt, noch in weiter Ferne liegt, die meisten dich schon als Hoffnungslosen Fall betrachten, dann ist das noch lange kein Grund um aufzugeben.

Das sollte vielmehr Grund genug sein um an sich zu glauben und erfolgreich zu sein.

Diese Weisheit fällt mir immer wieder ein, wenn ich an die Anfänge meines Berufslebens denke. Darum werde ich nächste Woche etwas ausführlicher darüber schreiben.

Fahrradhelm

Heute liegt nichts besonderes an, aber das ist passt mir ganz gut. So kann ich in Ruhe entspannen. Langsam spüre ich schon meine selbst auferlegte Strafe. Ich schaue wehmütig auf die Radwege, wahrscheinlich ist es für mich aber die wirksamste Methode das ich es am besten lerne korrekt zu fahren. Bisher habe ich die Strassenverkehrsordnung recht großzügig zu meinen Gunsten ausgelegt, das muß und wird sich demnächst ändern. Wobei die Androhung eines Fahrradhelms wohl doch die größte Wirkung haben wird. So gut und sinnvoll ein Helm auch ist, für mich kommt er nicht in Frage. Nicht aus optischen oder praktischen Gründen, nein! der Gesundheit zuliebe. So seltsam sich das auch anhört, so logisch erscheint es mir zumindest. Wenn ich einen Helm aufsetze drückt er gegen meine Plastikplatte, sollte ich dann auch noch so stürzen wie letzte Woche richtet er mehr Schaden an der rechten Kopfhälfte an, als das er Schutz bietet. Weil ich keinen Helm trage, blieb mir an dem Morgen schlimmeres erspart. Durch den Aufprall wäre der Helm so verrutscht das er voll auf die Plastik gedrückt hätte. Die Folgen mag ich mir gar nicht vorstellen. Mein Auge wäre vielleicht unversehrt geblieben, aber wahrscheinlich würde ich heute noch in der Neurologie liegen weil der Helm so massiv auf meinen Kopf gedrückt hätte.Um diesen Diskussionen aus dem Weg zu gehen, werde ich meinen Fahrstil doch der STVO anpassen.

Meine Argumente werden die wenigsten verstehen, denn wer achtet schon auf die Feinheiten, dabei sind sie doch immer von großer Bedeutung. Das würde aber auch gleichzeitig heißen das man sich intensiv und durchdacht mit einigen Dingen befassen müßte. Wie soll das in einer oberflächlichen Gesellschaft nur gehen?

Bulletin

Es geht mir wieder gut. Ich bin heute wieder zur Arbeit gegangen. Erst einmal nur mit der Straßenbahn, denn ganz so verwegen, das ich gleich wieder mit dem Rad fahre wollte ich doch nicht sein.

Letzte Woche hätte ich gerne das ein oder andere geschrieben. Es waren auch gute Ansätze vorhanden, aber dabei ist es leider geblieben. Manchmal verstehe ich meinen Kopf, meine Zentrale, mein Gehirn nicht. Obwohl der Wille da ist aktiv zu sein, sträubt sich etwas in mir und ich habe keine Chance etwas dagegen zu unternehmen. Wenn ich dann doch etwas machen würde, wie z.B. den Blog schreiben, dann käme nur Unverständliches heraus das eher für den Müll geeignet ist als hier veröffentlicht zu werden. Es nervt mich ein wenig aber es lohnt sich nicht sich damit intensiv zu beschäftigen, denn das menschliche Gehirn ist unergründlich und hoch sensibel. Darum kann ich nur allen, die auch Gehirnerkrankungen haben, nicht über diese Sonderheiten zu verzweifeln. Einfach Ruhe bewahren und urplötlich ist wieder alles in Ordnung.

In diesen Sinne geht es diese Woche hoffentlich wie gewohnt weiter

EEG

Was mir passiert ist, das ist gemessen an anderen Krankheiten oder Patienten harmlos, und denoch es muß erst einmal verarbeitet werden. Das hatte ich mir letzte Woche ganz anders vorgestellt! Mir wurde wieder einmal klar wie schnell das Leben sich innerhalb von Sekunden verändern kann. Bei mir waren es keine weitreichenden Folgen – aber es hätte schlimmer kommen können. Mein Schutzengel stand wohl direkt neben mir.

Ich habe die Zeit nicht in der Neurologie verbracht, denn die war überfüllt sondern in der Kiefern Abteilung. Nur einmal, da wurde mir etwas mulmig, was sich auch in einigen epileptischen Anfällen zeigte. Am Donnerstag mußte ich zum EEG 

„Die Elektroenzephalographie ist ein Untersuchungsverfahren in der Neurologie. Mithilfe dieses Verfahrens ist es möglich, rasch einen Überblick über die Hirnaktivität zu erhalten. Den wichtigsten Stellenwert hat es heute in der Diagnose von epileptischen Erkrankungen und Schlafstörungen. Überdies findet es Anwendung bei der Überwachung von Patienten auf der Intensivstation (z.B. Komapatienten) oder während Operationen.

Im Zuge dieser Untersuchung registrieren mehrere Elektroden an der Schädeloberfläche Spannungsschwankungen. Diese elektrischen Signale werden durch die Aktivität der Nervenzellen in der äußersten Schicht des Gehirns – der sogenannten Hirnrinde – verursacht. Das Ergebnis dieser Untersuchung nennt man ein Elektroenzephalogramm, kurz EEG. Die Untersuchung ist völlig schmerzlos und birgt keine Gefahren.

Die Elektroenzephalographie ist das älteste Verfahren, mit dem Funktionsabläufe im Gehirn (auf griechisch „Encephalon“) aufgezeichnet werden können. Sie wurde 1929 vom deutschen Neurologen Hans Berger entwickelt. Seither hat sich durch die Einführung weiterer diagnostischer Verfahren der Stellenwert des EEG in der Neurologie deutlich gewandelt. So wurde es vor der Einführung der Computertomographie (CT) auch für die Tumordiagnostik herangezogen.“

Im Grunde genommen war es nichts besonderes für mich, aber dadurch das ich mich in einen Rollstuhl setzen mußte um an den Untersuchungsort zu gelangen, das war nicht nach meinen Geschmack. Leider hatte ich noch nicht genügend Kraft zum protestieren. Dazu kam dieses unangenehme Gefühl das ich durch die alten Operationsräume gefahren wurde. Nach dem Umbau vor ein paar Jahren wurden sie in Untersuchungsräume umgewandelt.Zu allen Überfluß sah ich noch einen Rollstuhl von damals der auf dem Flur herum stand. Spätestens jetzt wußte ich das ich mich im Neurologischen Teil der Klinik befand. Auch wenn ich die Kiefern Abteilung nicht als optimale Lösung gesehen habe, für meine Psyche war sie besser als die Neurologie. Denn dort hingen noch zuviele Erinnerungen für mich in der Luft. 

Aber darüber erzähle ich nächste Woche

Überholspur

Zum Glück fühle ich mich heute etwas besser. Mir ist nicht mehr so schwindelig, ich bin nur noch müde. Das Auge wird immer bunter und es ist je nach Tageszeit, mal mehr mal weniger dick angeschwollen. Wie konnte das überhaupt passieren?

Mir ergeht es auch nicht besser wie jeden anderen von uns. Ich lebe! Und zum Leben gehört Bewegung. Meine bevorzugte Art sich fort zu bewegen ist das Fahrrad, bei anderen ist es das Auto oder das Motorrad. Ich war jetzt über 5 Jahre unfallfrei gefahren, anders ausgedrückt: 20.000 Kilometer ohne einen Unfall. Ich könnte auch sagen das 99.99 % meiner Fahrten  ohne Probleme sind. Aber leider bin ich nicht Hundertprozentig oder Perfekt. Fehler passieren eben immer wieder. Und doch hätte mir es am Mittwoch nicht passieren dürfen. Es war ein Fahrfehler der dazu geführt hat, das ich nicht auf der Arbeit sondern im Krankenhaus gelandet bin. Ich bin ein Mensch wie jeder andere auch, habe Eigenarten und Fehler wie jeder andere auch. Da gibt es keine Bonuspunkte weil man Behindert ist. Im Wesen bin ich genau wie alle anderen. 

Wäre das Leben eine Autobahn würden die meisten versuchen permanent auf der Überholspur zu fahren solange es ihnen möglich ist. Eine Eigenart der Menschen ist es manche Vorsichtsmaßnahmen zu ignorieren wenn es einen gut geht. Warum sollte ich da eine Ausnahme sein? Bin ich leider nicht, sonst wäre ich etwas vorsichtiger gefahren am Mittwoch. Ganz nach dem Motto: “ ich fühl mich gut, mir gehört die Welt, was soll mir schon passieren?“ bin ich losgefahren und habe mich nicht richtig konzentriert, nicht konzentriert auf die Gefahren die täglich auf uns lauern, täglich vor uns liegen. Und schon war es passiert! Dabei wäre es besser gewesen wenn ich auf der, im übertragenen Sinne, Autobahn ein wenig langsamer gefahren wäre, anderen den Vortritt lassen oder nur eingefädelt hätte anstatt ohne jegliche Vorsicht mich nur auf der Überholspur fort zu bewegen.

Ich kann es nicht mit absoluter Gewissheit versprechen, das ich von nun an so vorsichtig fahren werde, das mir nichts mehr passiert. Aber diese Zeilen werde ich als ständige Mahnung im Hinterkopf behalten. Genau genommen kann ich die „Autobahn“ auf der wir uns befinden auf alle Bereiche des Lebens ausweiten.

Unfall

Gerade eben bin ich nach Hause gekommen..

Am Mittwoch hatte ich einen Fahrrad Unfall, der so stark war das ich ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte und bis heute dort auch gewesen bin. Es mußte eine Platzwunde über dem linken Auge genäht werden. An den Folgen der Gehirnerschütterung leide ich immer noch ein wenig. Sobald es mir wieder besser geht wird es hier auch weiter gehen

Gedanken 45

Gestern kam ich mit einen guten Freund auf kleinere und größere Fehler des Lebens zu sprechen, als er gerade am Schimpfen über seine Tochter war weil sie damals, vor 20 Jahren, seinen Rat nicht befolgt hat und in die freie Wirtschaft gegangen ist anstatt einen möglichen Job beim Staat anzunehmen. Heute bereut sie die Entscheidung. Als er gerade aufzählte was für sie, als 18-jährige wichtig gewesen sei, unterbrach ich ihn um zu fragen warum er nicht zum Staat gegangen sei, als er die Chance dazu hatte. Damit war die Unterhaltung fast vorbei.

Später dachte ich darüber nach wie es bei mir gewesen ist? Es war nicht viel besser wie bei seiner Tochter. Was interessierte mich Arbeit? Disco, Fußball und Freunde – das war wichtig. Beruf – darüber machte ich mir keine Gedanken. schon eher über einen großen Urlaub. Träumereien waren an der Tagesordnung. Hätte ich nicht auf meine „nervende Mutter“ gehört wäre ich nie im Bibliothekswesen, nie an der Uni gelandet. Ich habe im richtigen Moment zugehört und den Rat eines erfahrenen Menschen befolgt. so gesehen bin ich meiner Mutter dankbar. Interessant find ich aber die Tatsache das sich Generationen übergreifend vieles wiederholt. So wie ich mich nur langsam ins normale Leben integriert habe so ergeht es vielen Jugendlichen heute auch. Darum kann ich es auch nicht verstehen wenn man sich über die Jugend negativ äußert. Sie machen die gleichen Fehler wie wir, nur vergessen das viele der älteren.

Warum bringe ich das mit meinen Blog in Verbindung? Egal ob jung oder alt, Gesund oder Beeinträchtigt. Zuhören und den Rat anderer auch mal annehmen. Keiner sollte von sich behaupten allwissend zu sein. Allein führt der Weg in eine Sackgasse – Gemeinsam ist man stark und kann vieles erreichen