Archiv für den Monat: April 2011

Fußball 13-11

Ich bin unverletzt geblieben und wohlbehalten wieder zuhause angekommen, so könnte ich meinen Einsatz vom Donnerstag kurz zusammen fassen. Ganz so will ich es dann doch nicht stehen lassen.

Bei mir lief nicht viel zusammen, es war so wie ich es ein paar Tage zuvor beschrieben hatte. Der Wille war da, aber der allein hat nicht gereicht meinen Körper richtig zum laufen zu bringen, geschweige denn die notwendige Treffsicherheit zu haben. Drei mal habe ich das Alluminium getroffen und dann wurde ein Schuß von mir auch noch kurz vor der Linie von einen Spieler abgefangen. Der einzige Trost der mir an dem Abend blieb, und an den habe ich mich festgehalten, ich bin etwas gelaufen, habe gut geschwitzt sowie das ich mir keine Blessuren zugezogen habe, und die Erkenntnis das nächste Woche wieder gespielt wird.

Alternative

Nachdem ich gestern einen Anruf von einer Initiative gegen rechts bekommen hatte, sah die Lage nicht besser aus. Wie ich befürchtet hatte wollen sie mit den üblichen Mitteln gegen den Nazi-Laden vorgehen. Also viel Aufsehen erregen und die übliche Schikane. Jetzt hatte ich zwar die stärksten Gegner mobilisiert, aber deren Weg dauert sehr lange bis zum evtl. Erfolg. So hatte ich mir das nicht vorgestellt, also doch Einzelkämpfer! Mein Weg sieht anders aus.

Nach gründlicher Recherche wurde mein Wissen von damals bestätigt. Der Mietvertrag wurde von einen alteingesessenen Maklerbüro mit jüdischen Wurzeln getätigt. Um es etwas deutlicher zu sagen.

Ein Jude setzt sich für Nazis ein!

Da dieses Familienunternehmen bisher einen guten Ruf hat, ist das für mich ein Ansatzpunkt, den es sich zu verfolgen lohnt. Da mir das nicht reicht und ich von der Politik keine Unterstützung, außer Lippenbekenntnisse, erwarte, habe ich mich an das Kapital gewandt. Die zweitgrößte Wohnungsbaugesellschaft hat ihre besten Wohnungen direkt gegenüber dieses neuen Ladens. Wenn er bleibt sinkt die Wertigkeit ihrer Wohnungen um ein vielfaches.

Meiner Meinung nach hilft das mehr als Plakate oder Demonstrationen, ich bin nicht bereit die üblichen Rituale mit zu machen, so wie es bisher fast überall gemacht wird. Ich hoffe deswegen das meine Kombination aus Wissen und List aufgeht.

Wenn ich mich damals an die üblichen Vorgaben gehalten hätte um gesund zu werden, ich würde immer noch im Rollstuhl sitzen. Es kann also nie schaden wenn man sich Alternativen schafft, und diese Wege dann auch beschreitet.

Goliath

Der gestrige Tag war eine Mischung aus Streß und Bestätigung. Am Ende fühlte ich mich wie David der gegen Goliath gekämpft hat.

Ich war gerade von der Arbeit, Zuhause angekommen, als ich die Nachricht erfuhr, das direkt gegenüber unserer Wohnung ein Nazi-Laden demnächst aufmacht. Was die Sache so schlimm macht, ist das es in der rechten Szene ein Kult Laden ist.

Nach über 5 Jahren massiver Proteste ist es den Anwohnern, Geschäftsinhaber umliegender Läden sowie Politikern, des bisherigen Standorts, gelungen dieses „Sportgeschäft“ zu verdrängen.  Leider soll der neue Standort und damit auch gleichzeitig geheimer Treff für die Norddeutsche Nazi-Szene, auf der gegenüber liegenden Straßenseite sein. Keine erfreulichen Aussichten.

Zu meinen Erstaunen mußte ich feststellen, das bisher kaum jemand davon wußte, in der Politik schon garnicht.  Aber wofür gibt es Friseure? Die wissen alles, vor allen wenn sie schon Ewigkeiten in der Strasse ansässig sind. Nachdem ich mir alle Informationen besorgt hatte war ich gut 2 Stunden am telefonieren. Nahezu jeder wirkte betroffen und zeigte Mitgefühl. Das war es denn aber auch. Also wirklich David gegen Goliath! Warum hatte der kleine David eigentlich gegen Goliath gewonnen? Eine Steinschleuder würde mir gegen diesen Riesen aus dem rechten Sumpf nicht helfen.

Was mir bleibt ist eine List, denn mit herkömmlichen Mitteln wird es mindestens 5 Jahre dauern bis der Laden weg ist. Jetzt kam mir Wissen zugute das ich mir vor über 10 Jahren angeeignet hatte. Damals hatte ich mit einen Freund nahezu alles über jüdische Familiennamen herausgefunden, ob Vor- oder Nachname das spielte am Schluss keine Rolle mehr, wir wußten alles richtig einzuordnen.

Manchmal erschien es mir sehr viel verlorene Zeit für eine Spielerei, die meinen Freund zwar geholfen hat für mich aber ohne Wert war. Seit gestern Nachmittag weiß ich das sich irgendwann jede Mühe bezahlt macht. Denn dieses Wissen anzueignen das hat Mühe und Schweiß gekostet. Was mein Wissen wert ist, davon werde ich morgen berichten, denn der Reisebericht fällt aus.

Akku

Heute morgen hatte ich mit einenmal das Gefühl leer und ausgepumpt zu sein,  oder um es moderat zu sagen, mein Akku war leer.  Dieses Gefühl kenne ich auch vom Fußball. Der Wille ist da, die Bereitschaft sich zu verausgaben ist auch vorhanden und doch bin ich blockiert und bewege mich planlos(wenn ich mich bewege)In solchen Momenten hilft mir nur der Glaube an mich selbst.

“ Das kann ich doch, das schaffe ich“ das sind die typischen anfänglichen Aufmunterungen, die sich so steigern das ich irgendwann auf all das von mir erreichte zurückgreife. Hin und wieder wirkt es sich so aus, das ich wirklich die Kehrtwende schaffe. Zumindest erreiche ich es mit etwas mehr Willen und Energie weitermachen zu können. 

„Reiß Dich zusammen, denk an die schlaffen Schalke Spieler von gestern Abend, die wirkten total ausgebrannt und leer. „Willst Du so durch die Gegend laufen? Geht es Dir so schlecht? Geb Dir Mühe, sei froh das es Dir so gut geht, streng Dich einfach an!“ Es hat geklappt, Heute ging meine Selbsthilfe gut.

Es ist schon enorm welche Auswirkungen der Fußball auf mich hat. Gleichzeitig ist es aber erkennbar wie wichtig Sport, insbesondere für Behinderte, ist. Der Sport bietet die besten Möglichkeiten Selbstvertrauen und Lebensmut zurück zu gewinnen

Tschernobyl

Diese Woche möchte ich mal etwas neues machen. Ich möchte das Leben im übertragenden Sinne mit einen Fußballspiel bzw. dem Fußball vergleichen. So ziemlich jede Aktion kann mit dem Sport verglichen werden. Für mich, als Fußballer, ist es klar welche Sportart ich bevorzuge. Ich möchte mal ganz simpel mit einer Geschichte vor 25 Jahren anfangen. Der 26. April 1986 war ein Freitag.

Freitags spielte ich immer mit meiner Studententruppe, die vornehmlich aus juristischen Mitspielern bestand, Fußball. Vor 25 Jahren war da nicht anders. Es war ein sonniger Apriltag, die Ozonwerte hielten sich in Grenzen, es wehte ein leichter Wind, der Boden war nicht zu hart, und das Gras war grün und kräftig, so gut wie schon lange nicht mehr. Es waren optimale Bedingungen. Einige von uns hatten leichte Bedenken zu spielen, woraufhin unser Professor uns zur Ruhe und Besonnenheit mahnte. Er bat uns das ganze Unheil ruhig und sachlich zu betrachten. Wann war der Unfall? Wie weit ist die Entfernung? Wie steht der Wind? Wie hoch ist die Windgeschwindigkeit? Nahm man all diese Kriterien in Betracht gab es keinen Grund zur Panikmache. Zwei konnten sicch mit dieser nüchternen Rechnung nicht anfreunden und gingen nach Hause.

An dem Tag, habe ich gelernt das es besser ist die Ruhe zu bewahren und alles genau zu durchdenken bevor man eine Entscheidung trifft. So gut und richtig ich diese Vorgehensweise auch finde, leider gelingt es mir nicht immer das zu 100% umzusetzen. Dennoch hat mir dieser Nachmittag für die folgenden Jahre viel gebracht, denn ich kann bestimmte Risiken inzwischen besser einschätzen.

Pink Floyd

Es war überwältigend, es war eine aneinanderreihung von außergewöhnlichen Informationen die wir nun bekamen, so das ich ab einen gewissen Zeitpunkt nicht mehr genau sagen kann auf welchen Deck wir uns befanden. Auf Deck 3 war ein Kühlhaus neben dem anderen. Ich war mir irgendwann nicht mehr sicher wo die größte Küche war. Ob wir auf Deck 3, 4, 9 oder 10 waren, oder habe ich ein Deck vergessen? Wir wurden quer durch die Innersten Heiligtümer des Schiffes geführt. Wir lernten die Speiseräume der Besatzung kennen. Vom Kapitän bis zu den Philipinos, die als letzte in der Rangfolge standen.Uns wurden die Pausen bzw. Freizeiträume der Offiziere und des Kapitäns gezeigt. Die Animateure hatten ihren eigenen Bereich genauso wie das Bordpersonal. Es war alles streng hierarchisch geregelt. Die ganze Führung war wie ein 2 stündiger Rausch. Gegen 18.00 Uhr wurden wir verabschiedet.

Als wir im Marktrestaurant saßen, erlebten wir unseren einzigen unangenehmen Zwischenfall mit einen Tischnachbarn. Mit einenmal empfand ich es vorteilhaft keine feste Tischordnung zu haben. Wir standen einfach auf und gingen ein Deck höher ins Restaurant „Weite Welten“, dort war es auch wie gewohnt, es ging freundlich zu und wir waren auch sehr schnell im Gespräch mit unseren Nachbarn. Im Gegensatz zu vorher war das eine Wohltat, keine angetrunkenen pöbelnden Gäste und kein Ehemann der seine Frau schikanierte. (Zum Glück blieb es auch bei diesen einen Vorfall) Von dem Ehepaar mit dem wir uns jetzt unterhielten erfuhren wir was wir alles am Nachmittag verpasst hatten. Eine Kunstauktion , die Besichtigung der Schmuckwerkstatt auf Deck 6, den Tanztreff hatten wir auch wie die nautische Fragestunde verpasst und natürlich Shuffleboard.

Die Sportschau haben wir uns nicht in der Anytime Bar sondern auf unseren Zimmer angesehen. Deswegen bekamen wir auch die Globetrotter Gameshow im Theatrium nicht mit und von der Musical Reise „Memories“ sahen wir auch nur die letzten Minuten.

Nachdem am Vorabend meine Frau musikalisch auf ihre Kosten gekommen war, konnte ich mich auf ein ganz besonderes Musikerlebnis freuen. “ Echoes“ ein Hitmix von Pink Floyd als Musical zusammengestellt. Nun hatte ich schon 2 mal eine Hardrock Vorführung gesehen und dann dies. „Dark side of the moon, another brick in the wall,  und viele mehr. Danach wollte ich auch nichts mehr sehen, sondern nur noch im Gedanken genießen, und das ging am besten bei einen Cocktail. Eigentlich schade das es, hier in der AIDA Bar, unser letzter Abend war dachte ich mir und so schossen mir tausende Gedanken durch den Kopf. Aber die nächsten Abende waren für das Rossini reserviert und dann ging es ja schon wieder nach Hause.

Morgen lag aber erst einmal Tanger an. Auf die Fahrt freute ich mich besonders

Kombüse

Wie schon erwähnt hatten wir ein Paket gebucht, das aus 3 Teilen bestand. Die Restaurantbesichtigung hatten wir hinter uns, nun kam das Schiff an die Reihe, und zwar der Bereich der für uns nicht zugänglich war. 

Nachdem wir uns im Buffallo Steak Restaurant getroffen hatten, ging es in eine ziemlich große Küche, da wir uns auf einen Schiff befanden, war es die Kombüse. Meiner Meinung nach war es eine Großküche, die eher zur Mensa der Universität gepasst hätte. Wir wurden aber schnell aufgeklärt das hier auf Deck 10 die kleinere Großküche war. Eine Etage tiefer würde sich eine weitaus größere befinden. Nachdem wir ein paar Lagerräume gesehen hatten, ging es mit einen Fahrstuhl runter auf Deck 3, in das Proviantlager. Unvorstellbar, was sich dort alles befand, und vor allen in welchen Mengen.

Teil 2 erfolgt morgen

Tomatenpflanze

Der Montag hatte es in sich, abends die Bauausschuss Sitzung aber mein Erfolgserlebnis hatte ich schon am Nachmittag. Wir (meine Frau und ich) waren bei einen Gartencenter um für sie Tomatenpflanzen zu holen. Letzte Woche hatte sie es erfolglos in einen Baumarkt versucht, nun sollte es klappen.

Bis auf eine kümmerliche Pflanze war nichts übrig geblieben, und Gurkenpflanzen waren überhaupt keine mehr da. Wir waren zu spät gekommen. Sollte es dieses Jahr keine Tomaten und Gurkenernte geben? Anstatt nach verpassten Möglichkeiten hinterher zu trauern oder lange zu fluchen beschloss sie in den größten Baumarkt zu fahren. Eigentlich wollte ich ihr das vorschlagen, aber sie war so überzeugt das sie ihre Sachen fürs Gewächshaus jetzt finden würde, sodaß ich garnichts sagen brauchte. Sie strotzte nur so vor Optimismus. Sie glaubte fest daran fündig zu werden. Sie wurde in jeder Beziehung fündig. Zufrieden konnten wir den Rückweg antreten.

Auch wenn  das nur eine kleine Aktion war, so steht sie, meiner Meinung nach, doch symbolisch für so vieles im Leben. Wer fest an etwas glaubt und negative Gedanken zur Seite schiebt, der wird auf kurz oder lang auch für sein „Positives Denken“ belohnt.

Blinden-Leitsystem

Gestern hatte ich wahrscheinlich meine letzte Bauausschuss Sitzung.

Wie schon in der Beiratssitzung vor 2 Wochen  sowie der nächsten in 4 Wochengibt es nur das eine Thema: Neubebauung des erweiterten Bahnhofsvorplatzes.

Nachdem der Beirat sehr viel am 1. Architektenentwurf zu kritisieren hatte, bekamen wir diesmal eine weitaus bessere Version vorgestellt. Aber auch hier war noch nicht alles perfekt. So schien es mir das man die Bedürfnisse Behinderter Menschen wieder einmal einfach ignoriert hatte indem man sich für einen holprigen Bodenbelag entschieden hatte. So gesehen war es zwar nur Kleinigkeit, aber jeder weiß wie die entscheidend die sein können. Nachdem ich mich relativ schnell mit meinen Vorschlag für bessere Bodenverhältnisse durchsetzen konnte wurde ich mutig. Na ja, nicht so ganz, denn mein nächster Wortbeitrag spukte mir nur im Kopf herum, und ich wurde immer nervöser. Vielleicht war es auch eine zu dreiste Idee die ich hatte. Ein Blindenleitsystem!

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„Als Blindenleitsystem bezeichnet man die bauliche Ausstattung von Straßen, Plätzen, Haltestellen des ÖPNV, Bahnhöfen sowie öffentlichen Einrichtungen mit Leitstreifen aus optisch und taktil kontrastierenden Bodenindikatoren wie beispielsweise Rillenplatten und Noppenplatten bzw -pflaster. Ziel der Ausstattung ist die Barrierefreiheit im öffentlichen (Straßen-)Raum.“ 

Ich nahm meinen ganzen Mut zusammen und stellte die entscheidende Frage nach dem Blinden-Leitsystem, wohlwissend das es bisher noch in keiner Passage oder Fußgängerzone Bremens vorhanden ist. Aber, wer nicht wagt der nicht gewinnt.  Bis auf den Architekten und denFinanzgeber waren alle dafür., doch nach einer Weile stimmten die zwei auch zu.

Nicht ich habe gewonnen, die Blinden haben gewonnen.

Schlaganfall

In der letzten Woche, hatte jemand aus meinen erweiterten Umfeld einen Schlaganfall erlitten.

Das kam, wie fast immer,  plötzlich und unerwartet. Gerade deswegen ist es so schwer Vorsorge zu treffen, denn wer will sein Leben schon in ständiger Angst um diverse Krankheiten verbringen? Und doch gibt es Möglichkeiten zur Minimierung des Risikos. Auf alle kann ich nicht eingehen, aber die stärksten bzw. größten Auslöser, zu denen kann ich was sagen.

Bluthochdruck ist der Feind Nr.1. Was das betrifft bin ich stark gefährdet, aber ich versuche ruhig zu bleiben, denn damit kämpfe ich schon seitdem ich meinne Plastik im Kopf habe.

Das Alter spielt eine große Rolle, Männer ab 55 sind gefährdet und das Risiko steigt bei zunehmenden Alter.  Mir bleibt also nichts anderes übrig als dieses Jahr endlich zum Arzt zu gehen.

Rauchen und Alkohol! das sind auf jedenfall 2 Faktoren die für einen Schlaganfall recht förderlich sein können. Da kann ich beruhigt bleiben, denn beides kommt für mich nicht in Frage

Zu guter letzt noch der Risikofaktor auf den jeder am besten einwirken kann, so oder so.

Stress!

Das kann ich am besten beurteilen. Da bin ich Experte!  Es ist meiner Meinung nach der Hauptfaktor, denn zuviel Stress kann sich auch auf den Bluthochdruck auswirken. In den letzten Jahren als ich extrem aktiv war, befand ich mich des öfteren am gesundheitlichen Limit. Schwindelgefühle und Kopfschmerzen standen auf der Tagesordnung. Nachdem ich nun endlich alles ein wenig reduziert habe ist es damit besser geworden, und doch muß ich angesichts meines Alters, aber vor allen wegen meines Handicaps, aufpassen.

Zum „Doc“ gehen, da habe ich keine Zeit sage ich mir des öfteren. Über Zeit brauche ich mir keine Gedanken mehr machen, wenn es mich richtig erwischt hat. Dann denke ich wahrscheinlich nur noch daran warum ich nicht früher zum Arzt gegangen bin. Deswegen lasse ich mir noch heute einen Termin geben.