Freitag der 13.

Genauer gesagt muß es heißen: Freitag der 13 Mai, denn das kommt nur alle 5 oder 6 Jahre vor das der 13. Mai ein Freitag ist. An einen solchen Freitag haben wir vor 28 Jahren geheiratet. Ich kann mich noch genau daran erinnern.

Es hatte fast den ganzen Mai geregnet, Sonnentage waren bisher Fehlanzeige. Am 11. Mai unseren Polterabend war es abends trocken, der 12 war jedoch wieder ein Regentag. Es regnete sogar noch morgens um 6 Uhr. So langsam empfanden mich alle nervig und keiner wollte meinen Worten Glauben schenken. „Wir bekommen das schönste und beste Wetter das man sich für eine Hochzeit wünschen kann“ sagte ich jeden der es wissen wollte. Aus Rücksichtnahme auf den Bräutigam widersprach mir keiner aber unterstützende Worte bekam ich nicht, stattdessen wurde ich belächelt. Das störte mich aber nicht weiter, ich blieb einfach optimistisch, so wie ich es auch die Jahre zuvor gewesen bin. Die Bedenken gegen unsere Ehe waren größer als man sich vorstellen kann. Ob es auf der Arbeit oder im Verwandtenkreis war überall hielt sich die Zustimmung in Grenzen. Sehr oft bekamen wir folgendes zu hören:

„Ist das nicht viel zu früh? Ihr kennt euch doch erst 2 Jahre“ oder

“ kann das gut gehen, ein Behinderter der eine gesunde Frau heiratet?“ Es waren sehr viel Fragen die andere beschäftigt haben.

„Wie lange mag das gehen? Das ist doch nur eine Frage der Zeit bis die Wege auseinander gehen“ war auch so ein Standartsatz.

Im Grunde genommen waren all diese Vorbehalte, ein ständiger Begleiter, seitdem wir zusammen waren. Die meisten Bedenken zielten darauf ab das ich Behindert bin. Auch bei der Vorbesprechung mit dem Standesbeamten wurde uns gesagt, das es noch nicht soviele Eheschließungen mit Behinderten Menschen gegeben hätte.

Wir fühlten uns in unseren Entschluß immer mehr bestärkt, das wir an einen Freitag, den 13. heiraten wollten. Gerade weil es ein sogenannter Unglückstag ist, wollten wir zeigen das wir dem Schicksal trotzen und fest an uns und an unsere Zukunft glauben. So gesehen konnte es auch nur der 13.5. sein. Denn der Wonnemonat Mai war unser Glücksbringer.

Ach ja, wir mußten bei leichten Nieselregen durch die halbe Stadt fahren. 500 Meter vor dem Standesamt, oder 30 Minuten vor der Eheschließung, kam die Sonne heraus. An dem Tag hatten wir ein absolutes Traumwetter, das sich die nächsten Wochen hielt.

Mein Glaube an das Gute hatte sich wieder einmal ausgezahlt.

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