Tetouan

Nachdem wir den 1. Teil des Tages in Tanger verbracht hatten, ging es erst einmal wieder zurück aufs Schiff. Es war das einzige Mal das wir auf der AIDA zu Mittag gegessen haben. Kurz danach ging es auch schon los ins ca. 70 Kilometer entfernte Tetouan. Das war Marokko ungeschminkt. Es ging ins Landesinnere und am Wegesrand gab es viel zu sehen. Landschaftlich war es traumhaft, aber oft genug sahen wir Menschen entlang der Straße – und das war Armut, die wir sahen. 

Tetouan ist eine Stadt mit ca. 500.000 Einwohnern und zugleich Sitz der Sommerresidenz von König Mohammed VI. Wir bekamen gleich am Anfang die Postkarten Version zu sehen oder um es anders zu sagen den Platz an dem sich Touristen bevorzugt aufhalten. Doch das änderte sich für uns sehr schnell. Es war wie am Vormittag in Tanger. Wir wurden durch enge und dunkle Gassen geführt, die sich abseits von den üblichen Touristenpfaden befanden.

Es war ein unvergesslicher Nachmittag, ein Nachmittag der mir noch lange durch den Kopf ging. Mir wurde deutlich wie gut es uns in Deutschland geht und das wir überhaupt keinen Grund zum Jammern und Klagen haben. Auf der Rückfahrt ließ ich den Tag mal von einer ganz anderen Seite Revue passieren. Das uns die „Scouts“ oder Führer so abenteuerlich durch die Souks oder Gassen und über Plätze begleitet haben war ja gut und auch lehrreich, aber für Menschen mit einen Handicap war diese Tour unmöglich zu überstehen. Mal ging es 20 ungleiche Stufen runter dann wieder 50 Stufen hoch, die Wege waren sowieso allesamt uneben und immer wieder tauchte eine Strufe auf. Es war wie bei einer Verfolgungsjagd im Film. Springen und hüpfen war angesagt. Dann wechselte mal der Strassenbelag von uneben auf noch schlimmer weil zusammengesuchte Steine den Weg bildeten. Für ältere Menschen war dieser Ausflug nicht oder nur sehr schwer zu schaffen.

Dabei war die Reise bisher absolut vorbildlich verlaufen. Auf Madeira war mir eine Rollstuhlfahrerin aufgefallen, kurz danach eine ältere Dame mit ihren Rollator, und so könnte ich noch etliche aufzählen. Die AIDA war absolut Barrierefrei, das war ein großer Pluspunkt den sie gegenüber einigen Kreuzfahrtschiffen hatte. Denn genau darüber hat sich ein Freund von mir, der gerade eine Reise mit einen Ozeanriesen hinter sich hat, beschwert. Die vielen Hindernisse auf dem Schiff machen es Menschen mit Beeinträchtigungen schwer bis unmöglich. Das war auf der AIDA Bella anders. Egal wo man sich befand auf dem Schiff, für Rollstuhlfahrer und sonstige Beeinträchtigte gab es keine Probleme. Das Gegenteil waren die Ausflüge. Sieht man einmal von den VIP Touren ab, waren das doch sehr anstrengende Ausflüge, die ihren Höhepunkt in Tanger und Tetouan hatten, was die Belastbarkeit betrifft.

Zum Glück dauerte die Rückfahrt noch an, denn am Abend sollte ja der Höhepunkt der Reise kommen. Das Essen im Rossini

Autor: Leander

Ich bin 52 Jahre.Lebe in Bremen und arbeite an der Uni Bremen. Seid 1983 bin ich verheiratet. Eigentlich ist alles ganz normal bei mir Aber dadurch das ich Schwerbehindert bin ist es nicht mehr ganz so normal. Meine Freizeit Aktivitäten sind Politik, Fußball, Sport und natürlich Computer bzw. Internet Dazu kommt unser Kleingarten Ich handel nach dem Motto: Genieße jeden Tag

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