Archiv für den Monat: Juli 2011

Fußball 23/11

Am Donnerstag ist mir endlich mal wieder ein Tor geglückt. Es war ein ganz simpler Abstauber, also nichts besonderes. Es hat sich also gelohnt die ganze Zeit an mich zu glauben. Ich wußte das ich es kann, es war nur die Frage wann es klappt. Mein Ehrgeiz war an dem Tag so groß, das es vielleicht noch mehr geworden wären, aber ich hatte mich verschätzt, genauer gesagt: ich hatte meine Kräfte überschätzt.

Anfangs war ich ziemlich viel gelaufen und hatte auch ein gutes Gefühl dabei. Leider hatte ich in meiner Begeisterung vergessen, mir meine Kräfte einzuteilen. Nach gut 50 Minuten verließen sie mich zusehends, und ich war froh das ich ins Tor konnte.

Antennenkabel

Heute kommt mal eine aktuelle Information.

Seit Freitag ist das erste Fernsehprogramm bei uns nur noch mit Schnee zu empfangen. Da wir keine Information über eine Frequenzänderung bekommen haben, bin ich der Sache auf den Grund gegangen. Ich war nicht bereit diesen Zustand zu akzeptieren. Obwohl sich mein Fachwissen, für diesen Bereich, in Grenzen hält habe ich solange im Netz gestöbert bis ich fündig geworden bin. Irgendwann war ich sogar in der Lage die genaue Ursache zu benennen um dann eine Lösung zu haben.

Dadurch das die Radiofrequenzen neu angeordnet worden sind, ergibt sich auf dem Kanal der ARD für den Raum Bremen eine Doppelbelegung. In Schleswig-Holstein und Hannover betrifft es den Kabelkanal von SAT 1. Ein doppelt abgeschirmtes Antennenkabel war nötig um wieder problemlos Fernsehen zu können. Wobei mir im Netz fast immer ein doppeltes Kabel angeboten wurde. Ich war jedoch fest davon überzeugt, das es auch ein doppelt abgeschirmtes Antennenkabel mit nur einen Stecker geben muß. Ich bin fündig geworden

Das ganze war zwar ziemlich anstrengend weil es eine ungewohnte Materie für mich ist, aber einfach aufgeben und mich irgendwelchen Fernseh Reperaturdiensten ausliefern, das wollte ich nicht. Ich habe mir immer wieder gesagt

„Das kannst du, das schaffst du!“ Es muß nicht immer um Gesundheit gehen, der Wille, die Überzeugung, das ist wichtig.

Gedanken 46

So verregnet war mein Urlaub noch nie. Aber es hat auch etwas Gutes. Ich habe sehr viel Zeit zum Nachdenken.

So fiel mir eine Begebenheit ein, die sich vor einigen Jahren ereignet hatte. Ich war gerade zum Behindertenbeauftragten gewählt worden. Leider weiß ich nicht mehr genau wo sie sich abgespielt hat. Von meinen Erfahrungen her kann das leider überall der Fall sein.

Einer, der besonders lustig sein wollte, sagte das ich jetzt „Der König der Untermenschen“ sei. Zum Glück merkte er sofort das dies kein Scherz war und korrigierte sich auch auf der Stelle.  Ich habe es ihm nicht übel genommen. Gleichzeitig zeigt es aber auch wie schwer es Menschen haben die Beeinträchtigt sind. Auf der einen Seite werden sie scheinbar akzeptiert und ernst genommen, auf der anderen Seite werden bemitleidet und letztendlich bei viel zu vielen doch nicht immer ernst genommen.

Viele der  „Körperlich Gesunden“ gehen davon aus das sie der Maßstab des Lebens sind. Nur wer vollkommen Gesund ist hat das Recht als vollwertiges Mitglied der Gesellschaft betrachtet zu werden. Die Arroganz gegenüber Behinderten ist manchmal erschreckend. Selbst bei denen die vorgeben Verständnis zu haben ist immer noch eine Portion Überheblichkeit zu spüren.


Ich habe damals einfach geschwiegen und versuchte stark zu sein. Doch das ist leichter gesagt als getan, kann ich nur sagen. Leider passiert so etwas immer wieder und verursacht eine ständige innerliche Verunsicherung. Das Gefühl es immer besonders gut und besser als andere zu machen. Das bezieht sich auf alle Lebenslagen und wird wohl auch für immer so bleiben, denn Behinderte müssen wohl das doppelte oder dreifache an Leistung bringen um zu zeigen das sie keine „Untermenschen“ sind.

Zum Schluss diesmal ein kleiner Nachsatz: Ich hoffe nicht das einer, derjenigen die einmal solche diskriminierenden Äußerungen von sich gegeben haben, eines Tages ein „Untermensch“ sind. Oder um es aus meiner Sichtweise zu sagen, einmal ein Behinderter Mensch sind.

Fußball 22/11

Donnerstag war schweißtreibend. Auch wenn ich mal wieder verloren habe, fühlte ich mich als Gewinner.

Endlich bin ich wieder so gelaufen und gerannt wie ich es mir vorstelle. Jetzt fehlt nur noch der richtige Abschluss, dann bin ich vollends zufrieden. Im Grunde genommen bin ich auch mit meinen Schüssen aufs Tor zufrieden, das es am Donnerstag noch nicht geklappt hat lag an einen überragenden Torhüter der alles gehalten hat. 

Befund

Da ich Urlaub habe, genieße ich es alles ein wenig ruhiger anzugehen. So gesehen müßte es mir gut gehen. Am Dienstag sah das aber ganz anders aus. In den letzten Jahren ist es mir hoffentlich gelungen „Positives Denken“ zu vermitteln. Nur leider gibt es immer wieder Momente, da ist das nicht möglich. Das Gehirn geht dann seine eigenen Wege, und dabei kommen Ängste und Sorgen an erster Stelle.Es ist für mich ein Phänomen gegen das ich mich so gut es geht wehre, aber die Realität holt mich oft genug ein. So wie am Dienstag bzw. die Tage davor.

Letzte Woche hatte ich immer etwas was mich nicht zur Ruhe kommen ließ. Es ging aber alles gut, meine Gesundheit hat mitgespielt, es gab keine Probleme. Doch Samstag deutete es sich schon an, ich hatte 2 kleine Jackson Anfälle die sich am Sonntag wiederholten. Montag Abend hat es mich am PC erwischt und am Dienstag Morgen auf dem Weg in den Garten war es richtig schlimm. Während ich die Tage zuvor es einfach ignoriert habe und mich sofort wieder auf etwas anderes konzentriert hatte, saß ich am Dienstag im Garten und hatte Zeit. Viel zuviel Zeit um Nachzudenken.

Es ärgerte mich das ich schon seit Tagen wieder meine Epileptischen Anfälle hatte. Auch wenn es nur kleine Anfälle waren, meine Belastungsgrenze war stark gesunken und so wie ich wollte konnte ich nicht. Was mich am meisten störte war das ich mich absolut vorbildlich verhielt und der Erfolg ausblieb. Dies ganze Nachdenken zog mich immer weiter in den Keller. Es war zwar nicht so das ich nicht versucht hätte dagegen zu halten, aber das ist leichter gesagt als getan. Mit Müh und Not kam ich auf die Idee die Gründe für meinen aktuellen Zustand heraus zu finden. Das war nicht wenig was sich in den letzten Wochen angesammelt hatte mußte ich feststellen:

Die ganze nervliche Belastung in der Politik, ob ich nun Behindertenbeauftragter werde oder nicht,  mein Rad das mir gestohlen wurde, das neue Rad, wie wird die Feier mit den Arbeitskollegen? machen wir auch alles so das es ihnen wieder gefällt? und dann die Untersuchung beim Internisten! Wie würde das Ergebniss wohl ausfallen? Bin ich Krank? wie ich es schon so oft gehört habe, das eine bei vielen die länger nicht beim Arzt waren, eine schlimme Krankheit festgestellt wurde. Es war also ein bunter Mix der aus unterschiedlichsten Gründen bestand.

„So gesehen geht es Dir ja gut, bis Samstag hast Du alles problemlos überstanden“ sagte ich mir um es dann weiter fort zu fahren „es gibt keinen Grund um dich gehen zu lassen oder traurig zu sein. Du hast nun mal dieses Anfälle und die sind ein Teil deines Lebens, reiß Dich zusammen und blick nach vorne. Jeder hat eine Bürde die er mit sich herum trägt“

Gerade als ich wieder Optimistisch nach vorne blicken wollte klingelte mein Handy.

Endlich! Es war mein Arzt der mir das Ergebnis der Untersuchung mitteilen wollte. Das hätte er auch in einen persönlichen Gespräch machen können, aber es wäre, seiner Meinung nach, ein unnützer Zeitaufwand,  das ein Arzt logisch für den Patienten denkt war für mich neu.  Was mich wirklich überrascht hatte bei ihm war das er nicht sofort zu Tabletten riet sondern erst auf andere Maßnahmen setzte, denn meine Schilddrüse scheint das einzige zu sein, was Probleme machen könnte.

Danach ging es mir bestens. Alle Sorgen, alle Bedenken waren wie weggeblasen.

Fußball 21/11

 Sommerpause? Fehlanzeige.

So könnte man diesen Sommer beschreiben. Vor einigen Jahren wäre das für uns undenkbar gewesen. Ich kann mich noch an einen Ausspruch vor 10 Jahren erinnern.

 “Wir sind auch nicht mehr die jüngsten, wir brauchen die Pause!” 

Nun sind wir zwar älter geworden, aber was die geistige Fitness betrifft, scheinen wir eher jünger geworden zu sein. Es macht sich schon bezahlt wenn man sich einmal in der Woche trifft um Fußball zu spielen, und die Geselligkeit danach zu genießen. Sport ist das beste Mittel um jung zu bleiben. Da ist es vollkommen egal welche Sportart betrieben wird. Hauptsache Bewegung und Kontakt zu Sportskameraden, das ist das Geheimnis um „jung alt zu werden“.

Deswegen bin ich auch nicht böse sondern eher froh das wir diesmal keine Unterbrechung haben. Donerstag war wieder ein Schritt nach vorn für mich denn meine Kraft mein Gefühl ist inzwischen wieder so wie vor meinen Rücken Dilemma.

Maschine

Wenn ich eine Maschine wäre, würde ich heute den Reisebericht schreiben. Die letzten Beiträge waren jedoch so intensiv das ich erst einmal durchatmen muß.

Das hat mich schon mitgenommen was ich in den letzten Tagen geschrieben habe. Dieser Ausflug in die Vergangenheit kreist immer noch in meinen Gedanken herum. Deswegen habe ich den Kopf noch nicht frei bekommen, ich bin immer noch beeindruckt von dem was ich alles erlebt habe. So nach und nach fallen mir immer mehr unangenehme Dinge ein.

Auch wenn ich nächste Woche Urlaub habe, es geht weiter und zwar wie gewohnt positiv nach vorne schauend, vielleicht werde ich in unregelmäßigen Abständen etwas aus den 70-ern schreiben. Garantieren kann ich das aber nicht, denn das geht auch an die Substanz. 

Dankbar

„Das Leben dankbar annehmen“

diese Worte verfolgten mich länger als mir lieb war. Vieles von dem was ich mir an dem Tag vorgenommen hatte mußte ich erst einmal richtig einordnen. Mit dem Alkohol hatte ich meine Schwierigkeiten, das ging nicht ganz so leicht wie ich es mir vorgestellt hatte. Jedes mal wenn ich der Meinung war dieses Kapitel abgeschlossen zu haben, kam noch eine „Ausnahme“ dazu. Im Mai 78 ist es mir dann doch mit Blick auf meine Gedanken,

„Du willst Gesund sein, du willst eigenständig sein, du willst ein Leben mit Perspektive führen! Dann reiß dich zusammen und mach es so wie damals als du aus dem Koma erwacht bist. Fange von vorne an und kämpfe.“

gelungen. Entscheidend war meine Willenskraft.

Ich hatte nie wieder einen so starken Anfall, jetzt hatte ich wirklich nur noch Jackson Anfälle oder Sekundenanfälle.

Ende 78, Anfang 79 ging es mit mir auch aufwärts, die schlimmste Zeit war überstanden. Mein Gang wurde immer besser,  das Radfahren wurde auch sicherer usw. Bis ich aber wirklich zufrieden sein konnte vergingen noch weitere 12 Jahre. 

In den ganzen Jahren hat mich der oben genannte Satz begleitet, woraus sich zwar kein Helfer-Syndrom entwickelt hat, aber die Bereitschaft Freude zu verbreiten, Gutes zu tun, die ist bei mir stark ausgeprägt.

Eine positive Lebenseinstellung ist besser als alles in Frage zu stellen, denn das Leben ist kann so leicht und schön seien, warum unnötig schwer machen?    

Freude – Weisheiten XXXIV

Diese letzte Stunde hatte gravierende Spuren bei mir hinterlassen. Am betreffenden Tag und die Tage danach, im Grunde genommen hat es sich auf mein ganzes Leben bis heute ausgewirkt.

Was war in meinen tiefsten Innern passiert? 

Ich ließ die letzten Minuten immer wieder an mir vorbei rauschen, wie einen Film der ständig wiederholt wird. Nach und nach kam ich zu dem Entschluss, das es so wie ich mein Leben führe nicht weiter gehen kann, denn 2 Dinge wollte ich nicht noch einmal erleben. Zum einen diesen fürchterlichen Anfall und zum anderen keinen weiteren Selbstmordversuch. Mit dieser Erkenntnis starrte ich lange auf den Boden. Solange bis ich zu der Feststellung kam, das ich an dem tiefsten Punkt in meinen Leben angekommen war.

Genau hier begann meine Wandlung. An dem Punkt, an dem ich mich gerade befand, wollte ich nicht bleiben.

Spontan beschloss ich von nun an nur noch das beste zu sehen. Ich wollte nur noch die positiven Seiten des Lebens wahrnehmen. Als erstes versuchte ich herauszufinden was ich positives aus den letzten Minuten ziehen könnte? Mir fiel lange nichts ein, doch dann wurde es mir immer klarer.

Ich Lebe, es gibt mich noch. Wer das übersteht kann jede Schwierigkeit meistern. Ja, ich kam sogar zu der seltsamen Erkenntnis das dieser Zwischenfall für mich von Vorteil sein könnte

„Ich war ganz tief am Boden, jetzt heißt es aufstehen und das Leben genießen“ dachte ich   

wobei ich das erste mal das Wort „genießen“ gebraucht habe. Nicht das ich vorher auch schon zu den Genusssüchtigen gehört habe. Diesmal meinte ich es anders. Ich dachte weniger an gutes Essen und Alkoholhaltiges. Das Leben meinte ich. Es war der Moment in dem mir klar wurde das ein gesundes Leben die Basis für ein langes Leben ist.

Also beschloss ich auf das Trinken zu verzichten! (das hat zwar nicht sofort geklappt, dazu mehr morgen im Nachtrag) Vielleicht sollte ich mich doch einmal so verhalten wie mein Arzt mir es immer wieder sagte, dachte ich.

Etwas später hatte ich ganz andere Erkenntnisse: Wer einmal so fertig mit dem Leben war, das er zu diesen verhängnisvollen Schritt bereit war, für den kann es immer nur aufwärts gehen, der weiß die Schönheiten des Lebens zu schätzen, der weiß wie unwichtig Streitereien sind, vor allen weiß er das negatives Denken nicht hilfreich ist. Der weiß jeden Tag zu schätzen. Nachdem mir schon soviel weise Worte durch den Kopf gegangen waren, kam noch etwas ganz entscheidendes dazu. „Wer soviel Glück hat, das er noch lebt, der darf es nicht mit Füßen treten, der muß es dankbar annehmen und nur nach vorne sehen