Archiv für den Monat: Dezember 2011

Jahresende

Für mich geht das Jahr heute zu Ende. Die letzten Tage des Jahres 2011 wird dieser Blog eine Pause einlegen. Am 3.1.2012 werde ich mich wieder melden. Bis dahin wünsche ich allen

                             schöne und geruhsame Festtage sowie einen guten Rutsch ins neue Jahr

Fußball 39/11

Es gab keine Verletzungen am Donnerstag, es hat einfach Spaß gemacht.

 Wir haben über 40 mal in diesen Jahr gespielt, obwohl ich so oft ausgefallen bin kam ich auf 39 Einsätze. 39 mal habe ich mich sportlich betätigt in diesen Jahr, geschunden und Frust gehabt, aber viel mehr Freude und Spaß gehabt, dazu kommt die körperlich sowie geistige Fitness die ich jeweils gewonnen habe, sowie die Bestätigung und das damit verbundene Selbstbewußtsein, das ich mit 55 Jahren noch Fußball spielen kann.

Zusammenfassend kann ich nur feststellen, das der Sport für mich eine wichtige Rolle spielt und das es in diesen Jahr ohne größere Verletzungen gut gegangen ist. Das ich etwas langsamer geworden bin stört mich nicht so sehr, denn das ist der Lauf der Zeit, mich freut das mein Ballgefühl immer noch vorhanden ist. Solange das und mein Torinstinkt noch da ist kann ich beruhigt weiter spielen.    

19.4.2009

Am 19.4.2009 habe ich etwas über meinen sportlichen Anfang geschrieben und dabei eine Fortsetzung in Aussicht gestellt. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür gekommen. Ich möchte es diesmal jedoch von einer anderen Seite aus wiedergeben.

Es fing alles ganz einfach mit einen Golfball an. Den haben wir in der Pause immer zum Fußballspielen benutzt. Das war für mich die ideale Lösung, weil ich den mit meiner Krüke gut treffen konnte. Damals, 1968, war das der optimale Einstieg um Freunde zu gewinnen. Sehr schnell merkte ich das es im Sport keine Vorurteile gab, stattdessen entstand dort ein Gemeinschaftsgefühl.

Genau das war es was ich brauchte. Das Gefühl einer von ihnen zu sein, gemeinsam lachen, gemeinsam ein Ziel haben. Obwohl sich das nur auf die 10 Pause beschränkte, es gab mir ein Gefühl der Stärke. Es dauerte nicht lange und ich schloß mich der Bremer Behindertensportgruppe an. Anfangs hielt sich meine Begeisterung dafür in Grenzen, aber meine Mutter hatte sich dafür stark gemacht und so ging ich da mal hin, in dem festen Glauben das Kapitel schon bald für beendet erklären zu können. Doch es kam ganz anders. Das erste Mal seit meinen Unfall war ich unter Behinderten, ein ganz neues Gefühl.

Der Rest kommt heute Abend

Weihnachtstage

Es ist ja nicht so das bei mir nichts passiert ist in den letzten Tagen, aber es muߠ ja nicht alles hier stehen.

Eigentlich ist es mal wieder Zeit für eine Zwischenbilanz in diesen Fall wäre es sogar die Jahresbilanz.  Der Artikel für Freitag steht auch schon, der Adventskalender, wie es mir gerade ergeht, das sind Stichwörter die mir gerade durch den Kopf gehen.

Fange ich mal mit dem Kalender an.  Im letzten Jahr habe ich, wie bei einen Weihnachtskalender, an 24 Tagen etwas geschrieben, darunter waren viele Fremdbeiträge die oft auch sehr lang waren. Im nachhinein gefiel mir das nicht und deswegen gibt es dieses Jahr auch keinen Adventskalender.

In diesen Jahr ist der Wurm drin. Egal welchen Zeitpunkt ich wähle, ob es eine ruhige oder hektische Woche ist, irgendetwas ist immer bei mir nicht in Ordnung. Warum sollte es in dieser anders sein. der Montag fing mit einen kleinen Ärgernis an. Na ja, ganz so klein war es dann doch nicht, denn ich habe mich ziemlich aufgeregt. Die Folge war das ich Montag und Dienstag lmit leichten Kopfschmerzen verbracht habe. Das ganze gipfelte Dienstag Abend in einer Seie von Anfällen. Seit heute mittag fühle ich mich wieder topfit.

Ärger ist Gift für mich. Das habe ich in den letzten 2 Tagen gemerkt. Wenn ich eines unbedingt vermeiden muß, dann ist es Aufregung. Auch wenn ich manchmal meinen Unmut kundtun möchte, es ist wäre besser darauf zu verzichten. Zum Glück ist 2011 bald vorbei. Ein absolutes Seuchenjahr war das. Ich hoffe das 2012 besser wird


Fußball 38/11

Im nachhinein betrachtet ist es ein Wunder das ich nur zweimal gestürzt bin am Donnerstag. Meiner verbesserten Abrolltechnik ist es zu verdanken das mir nichts passiert ist.

Es ist mir erst am Freitag bewußt geworden das ich seit ein paar Wochen schräg laufe und immer kurz vorm Stürzen bin. Genau genommen war es meine Frau die es mir gesagt hat, wahrscheinlich würde ich sonst immer noch so wankend und gebückt laufen. Nach meinen verrenkten Rücken bzw. meinen Kreuzschmerzen habe ich unbewußt den Weg des geringsten Widerstands gesucht. Mich möglichst schnell und ohne Schmerzen fortbewegen, nur daran habe ich gedacht. Dabei war mir entgangen das ich mir eine unmögliche Gangart angeeignet hatte.

Normal gehe ich mit dem rechten Bein voran, ziehe das linke nach und habe einen aufrechten Gang dabei. Nach meinen Dilemma mit dem Rücken war mir das nur mit Schmerzen möglich. Irgendwann habe ich wohl die Gangart gewechselt indem ich mit den linken Fuß voran ging, was zur Folge hatte das ich immer leicht einknickte was den Rücken widerum entlastete. In der Not mag das velleicht für eine kurze Zeit hilfreich sein, auf Dauer aber unmöglich.

Jetzt wundere ich mich auch nicht mehr warum ich beim Fußball so langsam gelaufen bin und wenn ja, warum mir so oft die Bälle versprungen sind bzw. warum ich immer Sorge hatte gleich zu stürzen. Inzwischen übe ich bis zur totalen Erschöpfung mir meine gewohnte Art und Weise zu laufen, wieder anzugewöhnen. Leider ist das nicht ganz so leicht wie man glauben könnte.

Wenn sich der Fehlerteufel erst einmal eingeschlichen hat ist es nicht ganz so leicht ihn wieder zu beseitigen.  

Bundesparteitag

Nachdem ich am Samstag erfolgreich bestätigt wurde in meinen Amt als Regionaler Vertreter für Bremen und Umgebung ging es am Sonntag zum Bundesparteitag. Wieder einmal mußte ich dabei feststellen das zwischen Reden und Realität Welten liegen. Von anderen Parteien hätte ich es mir noch vorstellen können, von der SPD kannte ich es noch nicht. Während wir(Behinderte) bis dahin auf den Parteitagen immer die Möglichkeit hatten einen Sitzplatz zu bekommen, weil wir eine dementsprechende Kennung auf unseren Zulassungs-schild hatten, war es diesmal ganz anders. 

Kein Vermerk und der Mobilitätsbereich war sofort von denjenigen besetzt die einfach schneller waren, denn die Gäste, zu denen ich mit einenmal gehörte durften erst kurz vor der Rede von Helmut Schmidt den Saal betreten. Selbst der Hinweis auf meine Behinderung bzw. Aktivität bei Selbst Aktiv ließ die Ordner nicht erweichen. Stattdessen mußte ich hören das keiner hereingelassen wird. Währenddessen fuhr ein Rollstuhlfahrer an den Ordnern vorbei. Selbst sein Hinweis darauf das ich ein Gleichgesinnter sei hinterließ keine Wirkung, einzig ein Kommentar:

„KEINER kommt rein“   

Nun weiß ich was Solidarität ist.

Obwohl, ich kann mich nicht beklagen. Kurz bevor ich nicht mehr stehen konnte, bekam das ausgerechnet jener Türsteher mit der mich noch eine Stunde zuvor abgewiesen hatte. In weiser Voraussicht hatte er sich einen Platz reserviert. Urplötzlich jedoch hatte er jedoch einen Stuhl für mich organisiert. Wie meine Frau die 3 Stunden durchgestanden hat das ist ein Wunder für mich. An dem Tag lief für mich nicht mehr viel zusammen. An die hervorragende Rede von Helmut Schmidt kann ich mich noch erinnern, denn das war eine Glanzleistung. Auch wenn er mit der SPD phasenweise hart ins Gericht ging – er bekam zu Recht Applaus.

Der Rest des Tages bedeutete für mich: auf die Zähne beißen. Von unseren  Stand weiß ich nur noch das ich froh war sitzen zu können. Da ich ziemlich verärgert gewesen bin, war mein einziger Gedanke, wie ich möglichst schnell den Parteitag verlassen kann um in der Stadt etwas erfreuliches zu erleben.             Für Montag fehlte die Motivation. Den ganzen Tag mit Schmerzen zu verbringen, die ich den Ordnern zu verdanken hatte die mir ständig über den Weg liefen, nein da zog ich die Berliner City vor und bin am Dienstag auch nicht mehr, zur Rede von Steinbrück gegangen sondern zum Bahnhof gefahren.  

Willy-Brandt Haus

Genau genommen ging es mit dem Bundeskongreß von „Selbst Aktiv“ los. Unser Treffen fand im Willy Brandt Haus statt. 

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Ein futuristisch wirkender Bau, der eine echte Attraktion ist. Selten habe ich ein so beeindruckendes Haus gesehen. Allein das innere des Gebäude wirkt wie aus einer fernen Welt.

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Der Mittelpunkt ist aber die Willy Brandt Statue die sich am Eingang befindet.

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Diesmal war meine Frau fasziniert, ihr erging es so wie mir vor 10 Jahren, sie kam aus dem Staunen nicht heraus. Doch dann ging es im 4. Stock los. Unsere Bundestagung begann mit einen Bericht von Andrea Nahles, die jedoch nicht gut auf uns zu sprechen war. Wir wollten den Antrag stellen zukünftig als Arbeitsgemeinschaft zu fungieren. Wir hatten das Bedürfnis endlich eine eigenständige Gruppierung, innerhalb der SPD, sein zu können. Das dies nicht auf Gegenliebe stieß wunderte uns nicht, denn man müßte uns demnächst ernster nehmen, als es so manchen lieb ist.

Warum erzähle ich das so ausführlich ? Auch in der SPD ist es wie im normalen Leben. Solange über einen Bestimmt werden kann, gehört man zu den guten, zu den lieben. Sobald man aber versucht eigenständig zu sein, ist es damit vorbei. Behindert sein heißt auch gleichzeitig das andere gerne über einen bestimmen. So praktisch das auch in den ersten Jahren sein mag so schwierig ist es sich später davon loszulösen.

Wir waren gut 40 Aktive an diesen Mittag, die meisten davon schwerstbehindert, ich fühlte mich schon fast wie „Gesunder“. Eines hatten wir aber alle gemeinsam. Ob Rollstuhlfahrer, Blinde, Sprachbehinderte, körperlich Behinderte – wir alle sind es gewohnt ein eigenständiges Leben zu führen. Ein Leben in dem der tägliche Überlebenskampf an erster Stelle steht. Genau darum wollten wir eigenständig sein.       

  

Aleto Jugendhotel

Am Wochenende war ich in Berlin auf dem Bundesparteitag der SPD. Das ich im Vorfeld nichts darüber geschrieben habe war eine Sicherheitsmaßnahme. Wer will schon nach einen Kurztrip eine leergeräumte Wohnung vorfinden? Ich nicht. Da die Zeiten sich, dank Facebook, so geändert haben das man nicht mehr so unbedarft leben kann,muß ich dem Rechnung tragen und kann nichts mehr im Vorfeld schreiben. Aber jetzt kann ich berichten.  

Angefangen hatte alles mit einer Einladung vom Parteivorstand. Diese Einladung bezog sich auf den Bundeskongreß von Selbst Aktiv und auch auf den gesamten Parteitag. Da mußte ich einfach zusagen.  Bei dieser Örtlichkeit und dann noch in der Weihnachtszeit, da wollte ich meine Frau nicht allein zuhause lassen. So wurde aus „ich fahr nach Berlin“ ganz einfach „wir fahren nach Berlin“

Weil wir möglichst in der Nähe des Tagungsortes untergebracht sein wollten gestaltete sich die Hotelsuche nicht so leicht. Für Berlin gab es ca. 1.200 Angebote bei HRS. Also legte ich einen Kriterienkatalog zugrunde, der mit der Lage anfing über die Erreichbarkeit der U-Bahn weiterging und den Preis als ausschlaggebenden Faktor endete. Unter den vielen Möglichkeiten habe ich mich für das „Aleto-Jugendhotel“ entschieden, es liegt genau zwischen dem Willy-Brandt Haus und „Station Berlin“ wo der Parteitag stattfand. U und S- Bahn liegen auch nur 300 Meter vom Hotel und der Preis stimmte. Was mich daran faszinierte war der Blick zurück auf meine Jugend. Es ist ein einfaches Hotel, das aber die Bedürfnisse jüngerer Menschen absolut erfüllt.

„back to the roots“ wie es so schön heißt traf hier zu. „Zurück zu den Wurzeln“ der früheren Ansprüche. Kaum in Berlin angekommen ging es am Samstag auch gleich los.

Es geht Morgen weiter 

Fußball 37/11

Donnerstag lief alles gut, obwohl ich mich am nachmittag schon verausgabt hatte. Wir hatten unseren Keller ausgeräumt um unsere Sachen für den Sperrmüll bereit zustellen.

Deswegen war ich mit gemischten Gefühlen zum Sport gefahren.  Dementsprechend vorsichtig habe ich auch angefangen, was sich allerdings nicht lange hielt. Entscheidend war für mich nur, das ich etwas für meine körperliche Fitness getan habe und alles gesund überstanden hatte.