Bundesparteitag

Nachdem ich am Samstag erfolgreich bestätigt wurde in meinen Amt als Regionaler Vertreter für Bremen und Umgebung ging es am Sonntag zum Bundesparteitag. Wieder einmal mußte ich dabei feststellen das zwischen Reden und Realität Welten liegen. Von anderen Parteien hätte ich es mir noch vorstellen können, von der SPD kannte ich es noch nicht. Während wir(Behinderte) bis dahin auf den Parteitagen immer die Möglichkeit hatten einen Sitzplatz zu bekommen, weil wir eine dementsprechende Kennung auf unseren Zulassungs-schild hatten, war es diesmal ganz anders. 

Kein Vermerk und der Mobilitätsbereich war sofort von denjenigen besetzt die einfach schneller waren, denn die Gäste, zu denen ich mit einenmal gehörte durften erst kurz vor der Rede von Helmut Schmidt den Saal betreten. Selbst der Hinweis auf meine Behinderung bzw. Aktivität bei Selbst Aktiv ließ die Ordner nicht erweichen. Stattdessen mußte ich hören das keiner hereingelassen wird. Währenddessen fuhr ein Rollstuhlfahrer an den Ordnern vorbei. Selbst sein Hinweis darauf das ich ein Gleichgesinnter sei hinterließ keine Wirkung, einzig ein Kommentar:

„KEINER kommt rein“   

Nun weiß ich was Solidarität ist.

Obwohl, ich kann mich nicht beklagen. Kurz bevor ich nicht mehr stehen konnte, bekam das ausgerechnet jener Türsteher mit der mich noch eine Stunde zuvor abgewiesen hatte. In weiser Voraussicht hatte er sich einen Platz reserviert. Urplötzlich jedoch hatte er jedoch einen Stuhl für mich organisiert. Wie meine Frau die 3 Stunden durchgestanden hat das ist ein Wunder für mich. An dem Tag lief für mich nicht mehr viel zusammen. An die hervorragende Rede von Helmut Schmidt kann ich mich noch erinnern, denn das war eine Glanzleistung. Auch wenn er mit der SPD phasenweise hart ins Gericht ging – er bekam zu Recht Applaus.

Der Rest des Tages bedeutete für mich: auf die Zähne beißen. Von unseren  Stand weiß ich nur noch das ich froh war sitzen zu können. Da ich ziemlich verärgert gewesen bin, war mein einziger Gedanke, wie ich möglichst schnell den Parteitag verlassen kann um in der Stadt etwas erfreuliches zu erleben.             Für Montag fehlte die Motivation. Den ganzen Tag mit Schmerzen zu verbringen, die ich den Ordnern zu verdanken hatte die mir ständig über den Weg liefen, nein da zog ich die Berliner City vor und bin am Dienstag auch nicht mehr, zur Rede von Steinbrück gegangen sondern zum Bahnhof gefahren.  

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