Archiv für den Monat: Februar 2012

Freunde

In den letzten Tagen habe ich per sms und e-mail oder auch per Post aber vor allen per Telefon Genesungswünsche bekommen. Dafür möchte ich mich herzlich bedanken. Wen soll ich hervorheben? Bei wem soll ich mich besonders bedanken? Ich weiß es nicht, es ist schwer zu sagen. Soll ich meine Arbeitskollegen die meine Freunde sind besonders erwähnen? oder doch die Menschen in meiner Nähe? oder meine Fußballer? vielleicht diejenigen die mir aus der Ferne per sms oder mail wünsche übermittelt haben?

Ich freue mich soviele Freunde zu haben, deswegen möchte ich auch keine unterteilung in gute oder schlechte, enge oder weitläufige, erwähnenswerte oder beiläufige Freunde vornehmen. Es sind zum Glück sehr viele, die mir Genesungswünsche geschickt haben. Das was alle auszeichnet und das ist das wertvolle an Freunden. Sie sind da, wenn man sie braucht.

Deswegen möchte ich es heute wieder einmal betonen wie wichtig Freunde sind. Gerade in den ersten Tagen als ich nicht genau wußte wie ich mich fühlen soll, als die Grenze zwischen Zuversicht und Unsicherheit verschwommen war, hat mir der enorme Zuspruch geholfen. Eine bessere Motivation um Gesund zu werden konnte ich nicht bekommen.

Darum noch einmal an alle, die glauben alleine leben zu können.

Freunde sind ein hohes Gut, das man mit keinen Geld der Welt aufwiegen kann

Watte

Wer meinen Blog liest, dürfte gerade in den letzten Tagen, etwas überrascht sein wie unregelmäßig ich schreibe. Ich kann mich dafür nur entschuldigen und auf Besserung verweisen. Der Grund dafür liegt ein paar Tage zurück als ich im Krankenhaus war, denn all das erlebte muß ich erst einmal verarbeiten.

All das was ich erlebt habe war doch weitaus mehr als ich mir vorgestellt hatte. Eine der Konsequenzen habe ich Heute in die Tat umgesetzt. Auch wenn ich noch für den Ortsvereinsvorstand gewählt worden bin, dann doch nur als Revisor. Wie ernst es mir damit ist, verantwortungsvolle Politik zu übernehmen zeigt der Verzicht auf alle wichtigen Ämter. Weil ich mich nicht so verhalten will, als sei ich in Watte verpackt, schalte ich zwar einige Gänge runter aber ganz ohne geht es nicht. Außerdem will ich mich nicht von der Umwelt abschotten und weiterhin aktiv sein. Genau genommen muß es heißen. Ein wenig aktiv, denn dieses „in Watte verpackt“ zu sein tut meiner Gesundheit sehr gut. Es ist nur die Frage wie lange ich das durchhalte, denn ein Leben indem ich nur auf Nummer sicher gehe, jeder evtl. Gefahr aus dem Wege gehe, das kann ich mir, bei besten Willen, nicht vorstellen.

Etwas Risiko gehört immer zum Leben dazu   

23.Dezember 2011

Nachdem wir in Antalya gelandet waren, konnten wir zwar feststellen das es wärmer als in Deutschland war, geregnet hat es dafür aber umso stärker. Wir werteten das einfach als guten Start in einen tollen Urlaub, und so war es ein schöner Regen. Mit einen Shuttle wurden wir zu unseren Hotel ins 40 Kilometer entfernte Belek gebracht.

Da war es, unser Hotel. bild1.jpg

Das Spice&Spa Hotel. Unter dem Eingangsdachturkei-1.jpg konnten wir beruhigt unsere Koffer herausholen, es blieb alles trocken.

Der Traum der uns dann erwartete, den werde ich die nächsten Male beschreiben

Kekse

Willenststark und diszipliniert will ich sein, was ich auch ohne weiteres kann. Na ja, so ganz stimmt das dann doch nicht. Schwach und rückfällig trifft wohl eher zu. Es handelt sich um Kekse. Wenn ich diese eine bestimmte Kekssorte sehe dann vergesse ich alle Vorsätze die etwas mit abnehmen zu tun haben. So gesehen bin ich vielleicht schwach, aber genau genommen ist das Nervennahrung damit ich stark und diszipliniert sein kann.

Ein Musterexemplar an Geduld, Zuversicht und Willensstärke war mein Bettnachbar im Krankenhaus. Seit Februar letzten Jahres befand er sich in den unterschiedlichsten Krankenhäusern und wurde nahezu am ganzen Körper operiert. Das kann man nicht überleben wenn man nur noch 1 Fünftel des Magens besitzt usw. haben viele gesagt. Er hat fest an sich geglaubt hat alle Schmerzen und ertragen und war immer davon überzeugt das er bald seinen Hobby wieder nachgehen kann. So lange in diversen Kliniken, immer wieder Rückschläge und doch hat er seinen Optimismus nicht verloren. Da kam ich mir richtig klein vor.

Nächsten Monat kann er seinen 75. Geburtstag Zuhause feiern. Er hat mir gezeigt das mit der richtigen Einstellung alles möglich ist, das der feste Glaube an den Erfolg die beste Kraft ist um Gesund zu werden.

Thyroxin

Nach der Einführung von gestern, will ich heute mit der speziellen Problematik einer Schilddrüsen Operation fortfahren. Nachdem ich am Donnerstag aufgewacht war überkam mich ein besorgtes später sogar ängstliches Gefühl. Ohne Schilddrüse kann man nur mit Hilfe von Tabletten leben wußte ich. Herumliegen in der Ungewissheit ob es der richtige Schritt war, oder ob er vielleicht doch etwas voreilig war? Natürlich ließ es sich jetzt nicht mehr rückgängig machen, aber es blieben Zweifel. Zweifel die mich immer mehr beschäftigten. Warum stöhnt jeder darüber das er sein ganzes Leben an diese Tabletten nehmen muß? Was sind das überhaupt für Tabletten und welche Wirkung haben sie? welche Funktionen übernehmen sie? sind sie wirklich so lebensnotwendig? Ich wußte nicht mehr was ich denken und fühlen sollte.

Noch einmal rief ich mir die vielen Auswirkungen der Schilddrüse ins Gedächnis und mußte feststellen, das ich bei einigen Körperfunktionen Defizite aufzuweisen hatte, die von der Schilddrüse beeinflußt werden. Von der eventuellen Krebsgefahr ganz zu schweigen. So gesehen war die OP notwendig gewesen. Inzwischen erkenne ich immer mehr die Vorteile meines neuen Lebens. Da es im Internet dermaßen viel Informationen über den Bereich gibt verzichte ich auf eine genaue medizinische Definition der Schilddrüse und ihrer funktionen.

Thyroxin ist eine Hormontablette die alle Funktionen einer intakten Schilddrüse ersetzt. Von kalten Füßen bis hin zu meiner Allergie, scheinen meine Probleme verschwunden Um es noch einmal kurz zusammen zu fassen. Nach anfänglichen Zweifeln ob es eine richtige Entscheidung war, das aus meinen Körper ein lebenswichtiges Organ entfernt worden war, kann ich nur sagen. „Es war die richtige Entscheidung“

Filmriss

Seid Mittwoch ist viel passiert. Ich will mal gerade im Interesse von Schilddrüsenpatienten versuchen die Tage aufzuarbeiten, denn ich habe viel lesenswertes gefunden aber nur wenig über die Gefühlslage nach einer Operation.

Kaum war ich im Krankenhaus angekommen befand ich mich schon auf dem Weg zum Operationssaal. Ganze 60 Minuten hatte ich Zeit um mich jetzt endgültig auf ein Leben ohne Schilddrüse einzustellen. Denn dann wurde ich mit einen Rollstuhl in den OP gebracht. Genau an der Stelle habe ich einen Filmriß! Ich weiß nicht wie ich dorthin gekommen bin, ich weiß nur das ich mich die ganze Zeit auf etwas fixiert hatte und zwar auf nur einen einzigen Gedanken. So schnell wie möglich gesund werden. Auf diesen Gedanken hatte ich mich schon den ganzen Morgen konzentriert und habe mir dabei eine Brücke gebaut damit es leichter aber umso intensiver werden kann. Ich wollte zum Fussballspiel von Werder beim HSV am Samstag wieder Zuhause sein um dort auf Sky alles sehen zu können. An nichts anderes habe ich mehr gedacht.

Ganz so leicht wie viele schreiben oder berichten war die OP dann doch nicht. Es ist also nicht einfach hinlegen – kleine Narkose – operieren – ausruhen um dann nach Hause zu gehen. Wer das liest und glaubt hat selber schuld. Den ganzen Mittwoch habe ich geschlafen. Auch den Donnerstag habe ich weitesgehend im Bett verbracht, allerdings ging es mir da bedeutend besser. Das ich am Freitag entlassen wurde hatte ich wohl mehr dem Umstand zu verdanken, das die Betten knapp waren im Krankenhaus.

Was aber wirklich entscheidend war, ist mein Wille gewesen. Es war fast so wie vor 45 Jahren, damals wollte ich unbedingt gesund werden um das Krankenhaus schnellstmöglich zu verlassen. Denn ich hatte nur einen Gedanken der mich beschäftigte.

Ich wollte Fußball spielen!

Es müssen nicht immer hochtrabende Ziele sein, die zur Gesundung beitragen. Ganz einfache, banale Ziele reichen aus um die Gedanken darauf zu lenken und man sich voll zu 100% darauf konzentrieren kann, und zwar so das sich dieser Wunsch zu einen Willen entwickelt dem sich der ganze Körper dann anpasst.

Morgen kommen meine Gefühle nach der OP   

Blitzheilung

Es ist fast wie ein Wunder. Nur 45 Stunden nachdem ich am Mittwoch aus dem OP geschoben wurde, bin ich schon nach Hause entlassen worden.

Das bedeuted aber nicht das ich schon fit bin, ganz im Gegenteil. Die Operation hatte sich schwerer als erwartet erwiesen und nach 2 Tagen im Bett fällt mir das laufen auch noch etwas schwer. Zudem geht das ganze jetzt erst richtig los. Ich muß lernen mir meine Kräfte richtig einzuteilen und die Tablettendosis muß die nächsten Wochen auf mich eingestellt werden. Mein Arzt wird mich also ziemlich oft zu sehen bekommen.

Naturheilkunde

Wahrscheinlich werde ich morgen nicht in der chirugischen Abteilung bzw. Station untergebracht. Als ich heute morgen meine Vorbesprechungen hatte wurde ich erst in die Chirugie geschickt, nach unendlich langer Wartezeit stellte man fest das es morgen kein freies Bett gibt.sondern nur in der Naturheilkundestation Die Stationsschwester der Naturheilkundestation widerum telefonierte solange herum bis ich morgen ein Bett habe. Wo ich dann liegen werde, das konnte sie mir nicht sagen. Immerhin steht fest, das ich gegen 9. Uhr operiert werden soll.

Angefangen hatte der Tag mit einen Gespräch bei der Chirugin, die mich wegen ihres Wissens überraschte. Sie wußte genau über mein Krankheitsbild Bescheid. Dabei hatte sie nicht nur die medizinischen Fachkenntnisse vorzuweisen, sie war sogar über die Statistik, von Menschen die an Gehirnbluten operiert worden sind, informiert. Sie bestätigte tatsächlich das was ich über Gehirnbluten im Netz gelesen habe. Einige Zeit wußte ich nicht mehr was ich denken und fühlen sollte. Inzwischen habe ich eine Entscheidung getroffen.

Aktive Politik ist für mich seid heute morgen vorbei! Aktive Mitarbeit in diversen Vorständen ist für mich vorbei! Wenn man mit soviel Glück ausgestattet ist, wie ich es habe dann darf man es nicht unnötig aufs Spiel setzen. Das heißt aber nicht das ich nicht mehr aktiv sein will. Nur so nervenaufreibende Tätigkeiten die will ich vermeiden. Meine ganze Konzentration gilt jetzt dem Blog und wer weiß, vielleicht finde ich ja bald eine Möglichkeit zu helfen. Eines weiß ich auf jedenfall. Weit über 70% aller operierten sterben und bei denjenigen die überleben ist die Zahl derer die geistige Probleme haben nicht gerade klein.

Da bin ich in der Pflicht an meine Gesundheit zu denken um anderen Menschen helfen zu können.

zu kurz

Das Leben ist zu kurz um … diesen Satz habe ich mal wieder am Wochenende gehört. So langsam fängt dieser Satz, diese Weisheit an zu einer Floskel zu werden und doch ging er mir gestern durch den Kopf. Wenn ich an übermorgen, an die Schilddrüsen OP, denke fallen mir einige Symptome ein die sich danach ändern könnten, so habe ich es zumindest im Internet herausgelesen. Neben dem Kreislaufproblemen die dann reduziert sein sollen, habe ich ziemlich oft etwas von „größerer Aktivität“ gelesen.

Wenn ich es so bedenke bin ich schon einigermaßen aktiv, wie mag es dann sein? SPD Ortsverein und Behindertenpolitik, Fußball, Kleingartenverein, Homepage, Blog, Arbeit, Freizeit mit Freunden und das wichtigste was über allen steht, meine Frau. Da kann ich schon von aktiv reden und doch könnte ich mehr machen. Warum ist dieser Drang nach einen ausgefüllten Leben bei mir so ausgeprägt habe ich mich schon des öfteren gefragt?

Vielleicht liegt die Antwort schon über 40 Jahre zurück, denn damals, kurz nachdem ich aus dem Koma erwacht war, habe ich beschlossen soviel wie möglich vom Leben mitzunehmen weil es verdammt kurz sein kann und jederzeit vorbei sein kann. Später wurde es konkreter und ich habe das „soviel Leben“ um „aktiv“ ergänzt. Daraus ergab sich für mich phasenweise ein hyperaktives Leben.

Wenn ich demnächst wirklich mehr Kräfte für meine ganzen Aktivitäten haben sollte, dann werde ich versuchen sie intensiver auszufüllen aber nicht durch neue zu ergänzen. Als kleine Mahnung werde ich versuchen diesen Satz zu verinnerlichen.