zu kurz

Das Leben ist zu kurz um … diesen Satz habe ich mal wieder am Wochenende gehört. So langsam fängt dieser Satz, diese Weisheit an zu einer Floskel zu werden und doch ging er mir gestern durch den Kopf. Wenn ich an übermorgen, an die Schilddrüsen OP, denke fallen mir einige Symptome ein die sich danach ändern könnten, so habe ich es zumindest im Internet herausgelesen. Neben dem Kreislaufproblemen die dann reduziert sein sollen, habe ich ziemlich oft etwas von „größerer Aktivität“ gelesen.

Wenn ich es so bedenke bin ich schon einigermaßen aktiv, wie mag es dann sein? SPD Ortsverein und Behindertenpolitik, Fußball, Kleingartenverein, Homepage, Blog, Arbeit, Freizeit mit Freunden und das wichtigste was über allen steht, meine Frau. Da kann ich schon von aktiv reden und doch könnte ich mehr machen. Warum ist dieser Drang nach einen ausgefüllten Leben bei mir so ausgeprägt habe ich mich schon des öfteren gefragt?

Vielleicht liegt die Antwort schon über 40 Jahre zurück, denn damals, kurz nachdem ich aus dem Koma erwacht war, habe ich beschlossen soviel wie möglich vom Leben mitzunehmen weil es verdammt kurz sein kann und jederzeit vorbei sein kann. Später wurde es konkreter und ich habe das „soviel Leben“ um „aktiv“ ergänzt. Daraus ergab sich für mich phasenweise ein hyperaktives Leben.

Wenn ich demnächst wirklich mehr Kräfte für meine ganzen Aktivitäten haben sollte, dann werde ich versuchen sie intensiver auszufüllen aber nicht durch neue zu ergänzen. Als kleine Mahnung werde ich versuchen diesen Satz zu verinnerlichen.    

Autor: Leander

Ich bin 52 Jahre.Lebe in Bremen und arbeite an der Uni Bremen. Seid 1983 bin ich verheiratet. Eigentlich ist alles ganz normal bei mir Aber dadurch das ich Schwerbehindert bin ist es nicht mehr ganz so normal. Meine Freizeit Aktivitäten sind Politik, Fußball, Sport und natürlich Computer bzw. Internet Dazu kommt unser Kleingarten Ich handel nach dem Motto: Genieße jeden Tag

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