Filmriss

Seid Mittwoch ist viel passiert. Ich will mal gerade im Interesse von Schilddrüsenpatienten versuchen die Tage aufzuarbeiten, denn ich habe viel lesenswertes gefunden aber nur wenig über die Gefühlslage nach einer Operation.

Kaum war ich im Krankenhaus angekommen befand ich mich schon auf dem Weg zum Operationssaal. Ganze 60 Minuten hatte ich Zeit um mich jetzt endgültig auf ein Leben ohne Schilddrüse einzustellen. Denn dann wurde ich mit einen Rollstuhl in den OP gebracht. Genau an der Stelle habe ich einen Filmriß! Ich weiß nicht wie ich dorthin gekommen bin, ich weiß nur das ich mich die ganze Zeit auf etwas fixiert hatte und zwar auf nur einen einzigen Gedanken. So schnell wie möglich gesund werden. Auf diesen Gedanken hatte ich mich schon den ganzen Morgen konzentriert und habe mir dabei eine Brücke gebaut damit es leichter aber umso intensiver werden kann. Ich wollte zum Fussballspiel von Werder beim HSV am Samstag wieder Zuhause sein um dort auf Sky alles sehen zu können. An nichts anderes habe ich mehr gedacht.

Ganz so leicht wie viele schreiben oder berichten war die OP dann doch nicht. Es ist also nicht einfach hinlegen – kleine Narkose – operieren – ausruhen um dann nach Hause zu gehen. Wer das liest und glaubt hat selber schuld. Den ganzen Mittwoch habe ich geschlafen. Auch den Donnerstag habe ich weitesgehend im Bett verbracht, allerdings ging es mir da bedeutend besser. Das ich am Freitag entlassen wurde hatte ich wohl mehr dem Umstand zu verdanken, das die Betten knapp waren im Krankenhaus.

Was aber wirklich entscheidend war, ist mein Wille gewesen. Es war fast so wie vor 45 Jahren, damals wollte ich unbedingt gesund werden um das Krankenhaus schnellstmöglich zu verlassen. Denn ich hatte nur einen Gedanken der mich beschäftigte.

Ich wollte Fußball spielen!

Es müssen nicht immer hochtrabende Ziele sein, die zur Gesundung beitragen. Ganz einfache, banale Ziele reichen aus um die Gedanken darauf zu lenken und man sich voll zu 100% darauf konzentrieren kann, und zwar so das sich dieser Wunsch zu einen Willen entwickelt dem sich der ganze Körper dann anpasst.

Morgen kommen meine Gefühle nach der OP   

Autor: Leander

Ich bin 52 Jahre.Lebe in Bremen und arbeite an der Uni Bremen. Seid 1983 bin ich verheiratet. Eigentlich ist alles ganz normal bei mir Aber dadurch das ich Schwerbehindert bin ist es nicht mehr ganz so normal. Meine Freizeit Aktivitäten sind Politik, Fußball, Sport und natürlich Computer bzw. Internet Dazu kommt unser Kleingarten Ich handel nach dem Motto: Genieße jeden Tag

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