Ankunft

Am 22.12.11 ging es für uns morgens um 6 Uhr los. Wir wurden in Bremen wieder mit dem „Nightliner“ abgeholt und bis zum Flughafen Hamburg gefahren. Dort wurden wir nicht ganz legal vor der Tür abgesetzt. Die Anfahrt direkt vor das Flughafengebäude ist nur Hamburger Taxifahrern erlaubt. Alle anderen müssen ins Parkhaus oder auf der ca. 50 Meter entfernten Zufahrtsstrasse halten, was wiederum auch nur geduldet wird. In Hamburg hat man den Taxifahrern eine Monopolstellung ermöglicht. Dank unseres Fahrers fanden wir sehr schnell unseren „Check in Schalter“

Da stand es unser Flugzeug, von German Sky Airlines.

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Bis zu dem Zeitpunkt hatte ich noch nie etwas von dieser Luftfahrtgesellschaft gehört, dementsprechend unangenehm war mein Gefühl. Allerdings das Flugzeug machte einen guten Eindruck, es war eine Boing 737-800. Früher wurde dieser Flieger noch als Jumbo beteichnet denn er bietet Platz für 183 Personen plus Besatzung. Bevor wir das Flugzeug betreten konnten, wurde erst ein Rollstuhlfahrer zu seinen Platz geschoben.

„Schön“ dachte ich, “ es gibt doch Behinderte die das Leben genießen und keine Berührungsängste haben“.

Besser konnte der Urlaub nicht anfangen

Fußball 6/12

Das war gestern das letzte Mal für lange Zeit das ich gespielt habe. Wann es für mich weitergeht kann ich noch nicht sagen. Wahrscheinlich in 3 – 4 Wochen. Auf jedenfall war ich zufrieden denn ich habe ganz bis zum Schluss durchgespielt und war absolut topfit, es gab mal ausnahmsweise keine Probleme bei mir.

Unverletzt kann ich diesmal nicht sagen. Eine kleine Blessur oder Schramme am Knie und Arm habe ich davon getragen. Bei einen Ausflug bin ich kurz vor dem gegnerischen Tor weggerutscht, da der Hallenboden sehr glatt ist. Es ist nur deswegen eine Erwähnung wert weil ich im letzten Jahr mich bei ähnlichen Situationen schwerer verletzt habe.

Ach ja, diesmal ist es mein gegenüber im Tor, so ergangen wie mir letzte Woche. Man kann auch vom Rollentausch sprechen. Bei mir fielen diesmal nicht ganz soviel Tore. Jede Negativserie dauert nicht ewig sondern kehrt sich oft genug ins Gegenteil um

Überlegungen

Gestern Abend ergab sich für mich die Möglichkeit, das ich demnächst wieder zum 1. Vorsitzenden des SPD Ortsvereins Mitte gewählt werden könnte. Nach jetzigen Stand bin ich der einzige Kandidat. So gut sich das auch anhört, so überlegt muß dieser Schritt auch sein.

Natürlich ist es ein ehrenamtlicher Posten der viel Arbeit macht, zugleich ist es aber auch ein besonderer Posten. Ich betrachte es schon als Auszeichnung, das ich überhaupt dafür in Frage komme. Das ausgerechnet ein Mensch der Behindert ist, für diese Funktion vorgeschlagen wird, zeigt mir aber auch, das es keinen Grund gibt sich als Mensch mit Beeinträchtigungen, zu verstecken. Das Gegenteil sollte der Fall sein. In die Offensive gehen und die gleichen Rechte, wie alle anderen einfordern. 

Keiner muß sich verstecken und jeder kann etwas erreichen. Es sind dann zwar andere Ziele als man sich vorgestellt hatte solange man gesund war, aber es sind Ziele die erreichbar sind, denn nichts ist unmöglich.

Dämonen

Ich weiߠnicht mehr genau wer es war, aber vor einiger Zeit sagte mir jemand das mein Verhalten vorbildlich sei, das ich für viele ein Vorbild wäre. Daraufhin habe ich nur geschwiegen, was auch besser war wie ich in den letzten Tagen bewiesen habe. 

Es sind die Dämonen mit denen jeder kämpft. An den meisten Tagen haben diese vielen klein bösen Geister keine Chance bei mir sich zu entfalten. Und dann gibt es Tage wie am letzten Wochenende.

Ich umschreibe diese Gedanken bewußt fantasievoll, denn ich betrachte das nicht negativ sondern positiv. Diese kleinen teuflischen Gedanken können nur von Dämonen kommen. Sie haben auch alle einen Namen: Lustlosigkeit, Trägheit, Bequemlichkeit, Arbeitsscheu und Träge.

All das steht für mein Wochenende. Ich weiß nicht wie es „Gesunden“ ergeht, von vielen Behinderten weiß ich das sie sich auch des öfteren in diesen Zustand befinden. Da will man etwas machen, aktiv sein und auch einiges erreichen am Tage. Und dann das! Man will sie nicht, aber mit einenmal sind sie da, diese Gedanken die alle auf einen Begriff hinauslaufen.

Nichts tun!

Ich kann es auch aus einer moderaten Sichtweise betrachten. Ich schone mich und lade meinen Akku auf. Doch die kritische Variante ist besser.

Ich laß mich gehen und habe am Wochenanfang genügend Kräfte für die neue Woche. Durch diese 2-3 Tage nichtstun brauche ich widerum eine gewisse Zeit um voll belastbar zu sein. Ich bin also nicht 7 Tage sondern nur 3 Tage in der Woche aktiv. Effektiv sind anders aus.

Mein Kopf, mein Gehirn mag das vielleicht gut finden, mich selber stellt das nicht zufrieden. Und so kämpfe ich nahezu täglich mit diesen Dämonen der Bequemlichkeit …

Zum Glück setze ich mich noch oft genug mit meinen Willen „aktiv zu sein“ durch.      

Bauhandschuhe

Das Wetter ist in diesen Tagen das beherschende Thema, was bei den anhaltenden Minus Temperaturen nicht verwundert. Am Freitag habe ich mir Handschuhe gekauft, genauer gesagt Bauarbeiterhandschuhe. Meine Fahrradhandschuhe sitzen zwar optimal, aber die Finger sind frei und das ist dann schon ziemlich kalt. Da ich vor hatte weiter Rad zu fahren, brauchte ich Handschuhe die vorne dicht sind und mit denen ich den Lenker fest greifen kann. Lederhandschuhe wären die beste Lösung, dachte ich. Nur wollte ich keine Unsummen ausgeben und so habe ich die günstigste Variante gewählt. 

Auch wenn Vernunft nicht zu meinen großen Stärken gehört, so stand sie für mich doch im Vordergrund. Natürlich sieht es seltsam aus wenn ich die Handschuhe beim Radfahren anhabe, aber es darf mich nicht stören was andere denken. Einzig meine Gesundheit, mein Wohlbefinden muß im Vordergrund stehen. Solange ich anderen keinen Schaden zufüge sollte mein Wohl an erster Stelle stehen.

Heute morgen wollte ich das erste mal mit meinen Handschuhen fahren, aber aus Gründen der Vernunft, habe ich noch einmal darauf verzichtet. Minus 14 Grad und etliche eisige Stellen, da habe ich mich für die Strassenbahn entschieden.

Das mein Verhalten nicht immer so vorbildlich ist, darüber werde ich morgen schreiben.   

Fußball 3/12 – 5/12

Als erstes eine kleine Änderung für 2012. Der Reisebericht tauscht mit dem Fußballbericht. Dadurch wird der Einstieg ins Wochenende noch entspannter.

In den letzten Wochen hat es nach wie vor Spass gemacht mit meinen Freunden zu spielen, vor allen weil die Freiluftsaison immer näher rückt, kann man die Halle etwas entspannter betrachten. Wobei meine Freude jeweils nur von kurzer Dauer war, denn dann ließen meine Kräfte rapide nach und ich war einfach platt. Innerhalb von ein paar Minuten war mein Akku praktisch auf Null gesunken. Es ist mir nicht einmal gelungen über die volle Distanz zu spielen.

Woran das liegt weiß ich nicht. Meine Vorbereitung war so wie immer, mein Gefühl vor dem Sport war gut, danach wurde es auch immer besser und den heutigen Tag gab es auch keine Probleme, einzig während der Spielzeit ging es mir so schlecht das ich mich wie ein angetrunkener bewegt habe.

Zumindest weiß ich jetzt welche Konsequenzen es nach sich zieht, wenn man nicht 100% konzentriert bei der Sache ist. Soviel Tore wie gestern habe ich schon lange nicht mehr kassiert. Was die Gründe für diese Schwächephasen sind weiß ich noch nicht, aber ich werde es herausfinden.  Im schlimmsten Fall muß ich auf Sport verzichten.

Kälte

Vielleicht ist es etwas mutig, aber „warum nicht“? habe ich mir gesagt und bin bei den derzeitigen Minusgraden mit dem Rad zur Arbeit gefahren.

Heute morgen waren es minus 8 Grad. Nach den ersten Metern habe ich mich verflucht und wäre am liebsten vom Rad gestiegen. Alternativ hätte ich auch mit der Strassenbahn fahren können. Die Vorstellung zwischen lauter hustenden und schnupfenden in einer überfüllten Bahn zu sitzen vertrieb diese Gedanken recht schnell. 

Stattdessen dachte ich nur

„Alles ist möglich, alles ist machbar, man muß nur wollen“ 

Kurz danach begegneten mir 2 Radfahrer, die ich fast jeden Morgen, treffe und ich wußte das meine Leistung nichts besonderes ist.

So ist es fast mit jeder Aktivität, irgendwo gibt es immer jemanden der in der Lage ist das gleiche zu schaffen und damit aufzeigt was ein Mensch ertragen und leisten kann. Irgendwo ist immer jemand der scheinbar unmögliches wahr macht.  Die einzige Voraussetzung für alle Leistungen ist der Wille, der Wille, die Bereitschafft etwas erreichen zu wollen. Meine Fahrt in der Eiseskälte ist nur ein kleines Beispiel dafür.