Archiv für den Monat: März 2012

Bingo

Am ersten Abend, im Hotel, gab es eine Karaoke Veranstaltung wovon wir allerdings nur die Vorbereitungen mitbekamen, denn wir waren einfach zu müde von dem langen Tag der hinter uns lag. Am darauffolgenden Abend erging es uns zwar nicht viel besser, aber für das Abendprogramm mußten die Kräfte reichen, denn wir waren ja nicht in den Urlaub gefahren um früh schlafen zu gehen.

So saßen wir auf einen der vielen Plüschsofas

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und genossen unseren Cappuccino, dabei bekamen wir Bingo mit. Es war fast wie auf der AIDA. Eine volle Lobby, alles fiebert mit und hofft auf den Gewinn, nur wir sitzen dazwischen und beobachten das rege Treiben ohne davon etwas zu verstehen.

Ein paar Abende später, es war wieder Bingo angesagt wollten wir unsere Unkenntnis beenden und spielten einfach mit in der Hoffnung das System zu durchschauen. Ehe sie sich versah hatte meine Frau BINGO und gewann eine Massage samt einer Flasche Sekt.

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Das war unsere Erfahrung mit mit BINGO. Die übrigen Abende haben wir nur noch beobachtet, wir wollten unser Glück nicht überstrapazieren sondern genießen.

Magische Grenze

Vor ein paar Tagen stellte ich mich auf die Waage und bekam einen Schreck. 

99,5 Kilo

Das war zuviel, damit liege ich ja nur noch 0,5 Kilo unter der magischen 100 Kilo Grenze. Eine Magie geht von dieser Grenze zwar nicht aus, aber sie hat doch etwas besonderes, an sich. Das leichteste wäre jetzt alles auf die Schilddrüse und deren Jojo Effekt zu schieben. Ganz so einfach will ich es mir doch nicht machen, denn für diese Gewichtszunahme bin ich wohl selbst verantwortlich.

Zum Glück weiß ich, mit absoluter Gewissheit, das ich in ein paar Wochen 4- 5 Kilo weniger auf die Waage bringen werde. Warum ich mir da so sicher bin? Es liegt ganz einfach an einen Vorsatz den ich heute morgen gefasst habe.

„Das schaffst Du“!

Diese Worte reichen für mich aus um mein Ziel zu erreichen. Wie und wann, das kann ich jetzt nicht sagen. Aber eines weiß ich genau. Keine Pillen, keine Diät, kein Hungern. Einfach der Wille auf neue Angewohnheiten zu verzichten und mehr Sport. Dann werden die Pfunde purzeln und die magische Grenze wird wieder in weite Ferne rücken.

Ruhig bleiben

Als ich in der letzten Woche auswärts meinen Kaffee getrunken habe, sprach mich jemand auf meine unruhige Hand an und wollte gleich alles wissen über meinen Schlaganfall denn den hatte ich bestimmt gehabt, ließ er mich wissen. Gegen soviel „Fachwissen“ konnte ich nicht ankommen. Eine dermaßen schnelle Diagnose war etwas neues für mich.

Ich war einfach sprachlos wie schnell man in eine Schublade gepackt wird ohne überhaupt gefragt worden zu sein. Das er sich dann aber auf meine Hand konzentrierte weil die nicht so ruhig, wie etwa bei einen Chirugen, ist das störte ihn regelrecht und er gab mir diverse Ratschläge.

Ausgerechnet die Hand sollte zittrig sein? dachte ich mir. Vor ein paar Jahren noch konnte ich nicht richtig meine Unterschrift geben, einen Kaffeebecher kaum halten und noch einiges mehr. Doch seit ein paar Wochen, ganz besonders nach dem Wochenende war sie und meine Ruhe mein ganzer Stolz. Ein Glas Cola oder eine Weinglas durch die halbe Disco tragen, meinen vollen Namenszug wieder schreiben können, einen gefüllten Becher Kaffee anheben, ich konnte es wieder. In erster Linie hat es natürlich mit dem Verzicht auf Politik zu tun, vor allen aber weil ich immer daran geglaubt habe das ich es einiges Tages wieder kann. Diesen Triumph wollte ich mir nicht nehmen lassen und bin deswegen ruhig gebieben, denn Ruhe und ausgeglichenheit das sind wichtige Faktoren die zur Gesundung beitragen. Da muss mich das Schubladendenken bzw. Vorurteile kalt lassen, meine eigene Gesundheit, meine selbst erkannten Fortschritte. Nur das zählt

Black Swan

Als ich in der letzten Woche über mein Problem nachdachte, konnte ich nur feststellen das es mir gut geht. Gleichzeitig gingen mir die Worte von jemanden durch den Kopf, die ich am 2. Wochenende in meiner Stammkneipe gehört hatte, als sie zu ihrer Nachbarin flüsterte, das ich eine traurige und bedauernswerte Geschichte verkörpern würde. Im Grunde genommen tat ich ihr leid.

Gerade deswegen habe ich fest daran geglaubt das mein drittes Wochenende ein voller Erfolg werden würde. Ja, ich wollte genießen und auch zeigen das es keinen Grund gibt von anderen bedauert zu werden, denn auch Behinderte können ein erfülltes und zufriedenes Leben führen, und auf genau dieselbe Art wie alle anderen auch.

Es kam tatsächlich so, das fast alle meine Freunde da waren(auch die weiblichen) und wir eine Menge Spass hatten. Ich bin nicht einmal auf die Idee gekommen, mich als Außenseiter anzusehen oder unzufrieden zu sein. Stattdessen bilanzierte ich für mich, bei einen Becher Kaffee, gegen 3 Uhr, wie schön das Leben doch ist wenn man bereit ist es auch genießen zu wollen und nicht nur über evtl. Defizite nachdenkt. Unverständlich für mich waren meine Ängste die ich noch vor Jahren hatte, in die Disco zu gehen um mit anderen Spass zu haben. Da waren Vorurteile und Berührungsängste im Spiel. Beides absolut unbegründet. Denn seitdem ich mich frei bewege, mit dem Gefühl einer inneren Ausgeglichenheit, ist alles bestens. 

Am Sonntagnachmittag kam ich auch noch dazu einen ungewöhnlichen Thriller, zum Frühstück zu sehen. Black Swan. Ein besseres Finale meiner Zeit als Strohwitwer hätte ich mir nicht wünschen können.   

Wallstreet

Bevor meine Zeit als Strohwitwer begann hatte ich eine Vorstellung wie es im besten Fall für mich laufen könnte. Doch schon am 1. Wochende zeigte sich das nicht jede Vorstellung, nicht jeder Wunsch in Erfüllung geht. Die Realität war vom Wunschdenken weit entfernt und am 2. Wochenende war  es sogar noch eine Steigerung im negativen gewesen.

Meine erste Samstagnacht lief zwar ganz gut, aber die Musik war nur mäßig und leider waren nicht alle Freunde, die ich gerne gesehen hätte, dabei. Zu allen Überfluss verließen mich schon um 2.30 Uhr meine Kräfte, so das ich froh war unbeschadet nach Hause gekommen zu sein. Am nächsten Samstag war es chaotisch, es gibt kaum gutes zu berichten, außer das mein Stehvermögen sowie meine Kräfte wieder da waren.

Für die jeweiligen Sonntage hatte ich mir Spielfilm Highlights aufgehoben. Anfangen sollte alles mit „Wallstreet“ einen Film mit Michael Douglas. Doch das kam anders wie es geplant war. Am 2. Sonntag kam ich auch nicht dazu, wie geplant nachmittags beim Frühstück, einen Thriller zu sehen. Es sollte wohl nicht so sein, das alles nach Wunsch verläuft.

Es war eher so wie das normale Leben. Es kommt immer anders als man denkt. Grund zum Stöhnen hatte jedoch nicht, denn es ging ja nur um Optimalvorstellungen, nur die sind nicht immer zu erreichen. Ein Wochenende hatte ich ja noch, und an dieses Wochenende habe ich fest geglaubt. Der beste Start wäre ein Werder Sieg gewesen ..

Morgen geht es weiter      

Alanya

Alanya hat zwischen 135.000 Einwohnern im Stadtbereich und 385.000 im Umland. Es liegt ca. 140 Kilometer östlich von Antalya an der Türkischen Riviera. Kaum eine andere Stadt lebt so vom Tourismus wie Alanya, wobei hauptsächlich auf das jüngere Publikum gesetzt wird, so erzählte es zumindest unser Reiseführer.

Bevor wir zur Tropfsteinhöhle fuhren hatten wir noch einen Stop auf der Burg, dem touristischen Highlight Alanyas, gemacht. Dabei gelang meiner Frau ein einzigartiges Foto. Einen Tag vor Heiligabend war alles diesig und grau, bis auf ein paar Sekunden. Da strahlte die Sonne auf einer kleinen fläche im Meer. 

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Es war ein Naturschauspiel. 

Unter http://www.alanya-tuerkei.de/alanya_burg.htm 

ist alles wissenswerte über die Burg zu finden.

Beim Kaffee auf unserer Mittagspause, konnten wir beobachten, das selbst bei größten Regen Knölchen verteilt werden.

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Das ist mir von der City Alanyas im Gedächtnis geblieben, denn ansonsten ist es eine Ansammlung von Geschäften die nur auf den Tourismus ausgerichtet waren.   

Heute wird am Reisebericht für morgen gearbeitet, der auch bebildert sein wird.

Es ist schon seltsam, da gibt es Phasen in denen das Schreiben schwerfällt und dann geht es so fließend das ich täglich 3 Beiträge veröffentlichen könnte. Auch wenn ich gerade in so einer Hochstimmung bin, ich versuche die Kräfte die Energie so lange wie möglich zu erhalten, indem ich nicht ganz so euphorisch, wie ich mich fühle, zur Sache gehe denn die Erfahrung zeigt das diese produktive Phase genauso schnell wie sie gekommen ist auch wieder vorbei sein kann  

Banales

Ich weiß nicht ob es allen so ergeht, bei mir ist es auf jedenfall so. Der Tag kann schön sein, meine äußere Stimmung auch, die Gesundheit ist bestens und doch ist es ein Tag an dem nicht viel zusammenläuft. Es sind Winzigkeiten die den Ausschlag für diese Stimmungsunterschiede sorgen, es sind wirklich ganz banale Dinge, die allein für sich nicht einmal erwähnenswert sind. (Ich habe das auch schon mal beschrieben)

Heute ist alles bestens. Gestern war ich wieder einmal blockiert, da konnte mich schon ein falscher Ton, ein falscher Blick aus dem Rhytmus bringen. Tagelang hatte ich auf eine Antwortmail gewartet, tagelang hatte ich keine Kraft um im Haushalt das zu erledigen was ich vorhatte, so manchen Kommentar hatte ich falsch verstanden usw. eben wie gesagt banalitäten.

Mein positives Denken hat sich aber bezahlt gemacht. Heute kann mich nichts belasten, heute ist einfach alles gut. Wahrscheinlich ist es so das ich immer wieder mit Stimmungsschwankungen zu tun haben werde. Solange es mir dabei noch gut geht, sollte es kein Problem sein damit richtig umzugehen. Heute brauche ich mir keine Durchhalteparolen geben, das „bald alles besser wird“

Ach ja, ich weiß nicht ob  es allen so ergeht oder nur Menschen mit Kopfoperationen. Im Grunde ist es mir egal – denn es geht mir gut

Weisheiten XLIII

Schweigen ist Silber – Reden ist Gold – Verschwiegen ist unbezahlbar.

Mit diesen ureigenen Motto habe ich den Spruch – Reden ist Silber, Schweigen ist Gold etwas verändert und kann das auch begründen.

Wenn ich nur schweige, wer kann dann etwas von mir erfahren? wer weiß dann wie er mir im Notfall helfen kann? Wie soll man mich verstehen können? Es kann also nur von Vorteil sein, wenn ich nicht der absolute „Schweiger“ bin, sondern jederzeit bereit bin auch zu reden, mich nicht hinter dem Mantel des Schweigens zu verstecken, sondern bereit bin mich offen allen Dingen zu stellen. 

Ich habe mein Motto bewußt erweitert, denn viele glaube ihr Schweigen wäre ein Ausdruck von Glaubwürdigkeit, was allerdings falsch ist.

Vor vielen Jahren gab mir jemand den Rat gab das ich mir Verschwiegenheit erarbeiten sollte, „denn durch meine Behinderung gilt für mich eine andere Wahrnehmung in der Öffentlichkeit“ ergänzend fügte er hinzu

„Das ist eine Stärke, ein Pluspunkt für den du nicht viel machen mußt, das Ansehen das du dann jedoch genießt ist enorm“