Black Swan

Als ich in der letzten Woche über mein Problem nachdachte, konnte ich nur feststellen das es mir gut geht. Gleichzeitig gingen mir die Worte von jemanden durch den Kopf, die ich am 2. Wochenende in meiner Stammkneipe gehört hatte, als sie zu ihrer Nachbarin flüsterte, das ich eine traurige und bedauernswerte Geschichte verkörpern würde. Im Grunde genommen tat ich ihr leid.

Gerade deswegen habe ich fest daran geglaubt das mein drittes Wochenende ein voller Erfolg werden würde. Ja, ich wollte genießen und auch zeigen das es keinen Grund gibt von anderen bedauert zu werden, denn auch Behinderte können ein erfülltes und zufriedenes Leben führen, und auf genau dieselbe Art wie alle anderen auch.

Es kam tatsächlich so, das fast alle meine Freunde da waren(auch die weiblichen) und wir eine Menge Spass hatten. Ich bin nicht einmal auf die Idee gekommen, mich als Außenseiter anzusehen oder unzufrieden zu sein. Stattdessen bilanzierte ich für mich, bei einen Becher Kaffee, gegen 3 Uhr, wie schön das Leben doch ist wenn man bereit ist es auch genießen zu wollen und nicht nur über evtl. Defizite nachdenkt. Unverständlich für mich waren meine Ängste die ich noch vor Jahren hatte, in die Disco zu gehen um mit anderen Spass zu haben. Da waren Vorurteile und Berührungsängste im Spiel. Beides absolut unbegründet. Denn seitdem ich mich frei bewege, mit dem Gefühl einer inneren Ausgeglichenheit, ist alles bestens. 

Am Sonntagnachmittag kam ich auch noch dazu einen ungewöhnlichen Thriller, zum Frühstück zu sehen. Black Swan. Ein besseres Finale meiner Zeit als Strohwitwer hätte ich mir nicht wünschen können.   

Autor: Leander

Ich bin 52 Jahre.Lebe in Bremen und arbeite an der Uni Bremen. Seid 1983 bin ich verheiratet. Eigentlich ist alles ganz normal bei mir Aber dadurch das ich Schwerbehindert bin ist es nicht mehr ganz so normal. Meine Freizeit Aktivitäten sind Politik, Fußball, Sport und natürlich Computer bzw. Internet Dazu kommt unser Kleingarten Ich handel nach dem Motto: Genieße jeden Tag

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