Archiv für den Monat: Juni 2012

Fußball 15/12

Es war drückend, es war schwül, es war nicht leicht zu spielen. Gleich zu Beginn habe ich 2 glasklare Torchancen vergeben danach mußte ich in die Abwehr. Gestern habe war ich mehr von der Leistung eines Mitspielers begeistert, deswegen werde ich ihn mal in den Vordergrund stellen.

Als ich ihn vor drei Jahren fragte ob er mitspielen wolle, bekam ich zur Antwort:

„Denk mal daran das ich schon fast sechzig bin und das ich die letzten 25 Jahre nicht einmal gegen den Ball getreten habe, geschweige denn Sport gemacht habe.“

Wahrscheinlich habe ich ihn so genervt das er eines Tages doch nachgegeben hat. Anfangs hörte ich nur stöhnen und wehklagen sowie den Hinweis: „

Ich kenne in meinen Freundeskreis keinen der sich das noch antut.“

Es war für mich nur eine Frage der Zeit wann er aufhört. Er tat es nicht, er hat sich durchgebissen. Die ersten Wochen und Monate habe ich gern gegen ihn gespielt, endlich war jemand auf dem Platz der langsamer als ich war. Im laufe der Zeit kam er jedoch immer  etwas besser zurecht und ich konnte mit ihm nicht mehr mithalten. Aufgeben oder aufhören kam für ihn nicht mehr in Frage und jetzt hörte sich das so an:

„Ich kenne keinen in meinen Freundeskreis der in meinen Alter noch Fußball spielt, aber ich bin stolz darauf“

 

Gestern hat er für mich den Beweis abgelegt das es sich lohnt wenn man nicht aufgibt, wenn man bereit ist für eine Sache zu kämpfen um ein Ziel zu erreichen. Seine Laufleistung, sein Einsatz das war beeindruckend. So manch vierzigjähriger hätte gestern nicht mithalten können.

Auch wenn es bei mir noch nicht optimal läuft, anhand dieses Beispiels weiß ich das ich es schaffen kann wieder so zu laufen und schiessen wie ich mir es vorstelle.    

Damenfußball Teil 3

Freude war das Schlüsselwort. Denn daraus ergab sich ein Gemeinschaftsgefühl, daraus ergab sich ein Gefühl der Stärke und daraus ergab sich dieser Wille „Wir zeigen das wir gut sind“. Den Grundstein dazu hat mein Andy-Toast gelegt. (Habe ich am 3.5.2009 beschrieben)

Diese Kalorienbombe war Grund genug sich immer wieder in meiner kleinen Junggesellenwohnung zu treffen wodurch wir immer mehr zu einer festen Einheit wurden. Inzwischen nahm die Zahl der Schaulustigen, beim Training, ab weil die Mädchen immer besser wurden. So nach und nach entwickelte sich die Mannschaft in der Liga und gewann des öfteren.

Die zwei Mädchen die mir anfangs aufgrund ihrer Sportuntauglichkeit die größten Probleme bereitet hatten, waren jetzt eine feste Größe im Team. Sie hatten beide mehr Schwächen aber jeweils eine Stärke. Genau diesen Punkt haben wir ausgebaut und uns nur darauf konzentriert. So hatte ich eine groß gewachsene Abwehrspielerin die sich nicht täuschen ließ weil sie nur auf den Ball(eine Gabe die nicht jeder hat)) sah und in der Luft jeden Ball bekam und ich hatte eine Klette! Eine Spielerin die erst kurz vor Beginn oder während des Spiels ihre Rolle bekam, dann war sie für das ganze Spiel immer bei der stärksten Spielerin des Gegners und wich ihr nur während der Pause von der Seite.

So bekam jedes Mädchen wichtige Aufgaben zugedacht die speziell auf sie und ihre Pluspunkte ausgerichtet waren. Auch wenn es den meisten anfangs schwer fiel, sie haben sich alle an die Vorgaben gehalten und das gespielt worin sie stark waren. Sie haben nicht so oft, wie Herren es gerne machen,  versucht zu zeigen was sie gerne spielen würden sondern an die Mannschaft gedacht. Die wenigen Spielerin die bei diesen System aus der Reihe tanzten wurden nicht von mir sondern von der Mannschaft erzogen.

 

So wuchs aus einen belächelten undenkbaren Projekt eine Mannschaft zusammen die am Ende ihrer ersten Saison Platz 3 belegte und mit einenmal vier weitere Trainer hatte die alle den süßen Duft des Erfolges genießen wollten.


Damenfußball Teil 2

 Meine unmögliche Mission wurde zu einer wahren Herausforderung. So langsam gelang es mir aber die Begeisterung hochzuhalten und den Ehrgeiz zu wecken. Inzwischen hatte ich es geschafft ihnen ein wenig Taktik beizubringen, was sich jedoch immer wieder als zu gutgläubig erwies denn die jungen Frauen ließen sich nur ungern etwas sagen was meistens eine deftige Niederlage nach sich zog. Es war an der Zeit einen anderen Weg einzuschlagen.

Es gab die nächsten Wochen keine Taktik und auch keine Grundkenntnisse von mir. Stattdessen ließ ich sie im Training laufen und versuchte in Einzelgesprächen jeder zu erklären wie wichtig, gerade sie für die Mannschaft wäre, denn früh hatte ich erkannt das in jeder Spielerin das ein oder andere Talent schlummerte. So gelang es mir alle von ihren Fähigkeiten zu überzeugen. Selbst bei den hoffnungslosesten Fällen war ich zuversichtlich. Denn gerade sie zeigten Ehrgeiz, Willen und Bereitschaft sich zu quälen um der Mannschaft helfen zu können.

Das größte Problem war aber nicht ihre unerfahrenheit im Spiel sondern die Vorurteile mit denen sie zu kämpfen hatten. Anfangs waren sie die “süßen kleinen Mädchen”

 

kaum waren die ersten Spiele gewonnen wurden sie zu “Mannweibern” bestenfalls zu Emanzen. Es gab also genügend Gründe um mit dem Fußballspielen aufzuhören. Doch sie bissen sich durch. Da sie innerhalb des Vereins auch noch als Exoten angesehen wurden förderte ich die Gemeinschaft denn es sollte ja Spass machen und nur über Freude kommt man zum Erfolg.

   

 

Morgen kommt der letzte Teil

Damenfußball oder Gedanken 54

„Glaube versetzt Berge“ heißt es so schön in einen Sprichwort.

So ging es mir heute morgen durch den Kopf als ich an gutes Wetter gedacht habe, denn ich bin davon überzeugt das in 3 Wochen, wenn ich Urlaub habe nur gutes Wetter sein wird. Ob mein Glaube diesmal reicht weiß ich nicht. Da sich gerade alles um Fußball dreht fiel mir eine Geschichte ein bei der nicht viele an den Erfolg geglaubt haben. 

Als ich damals mit der Damenfußballmannschaft anfing wurde das von vielen belächelt und kaum einer glaubte an ein Gelingen dieses Projekts, vor allen mit mir als Trainer schien das undenkbar und nach 2 Spieltagen sahen sie sich bestätigt. 0:12 und 0:6 gingen die ersten Punktspiele für uns verloren.

 

Doch sowohl die Mädchen als auch ich, wir waren von uns überzeugt. Wie sehr wir gewillt waren konnte man schon beim ersten Sieg sehen. 14:0 war genau die richtige Antwort. Meine Mannschaft war nach dem 3. Spieltag in der Liga angekommen.

Teilweise konnte ich meine Kritiker ja verstehen denn die meisten Mädchen hatten noch nie gegen den Ball getreten oder sogar noch nie Sport betrieben. Meine feste Größe waren 3 Handballerin. Es war ein bunter Haufen junger Frauen die einfach Fußball spielen wollten. Da stand ich nun mit meinen unerschütterlichen Glauben. Erst einmal mußte ich ihnen die Regeln beibringen und vor allen das es nicht auf Schönheit sondern auf Gemeinschaft ankam.

 

Eine Baustelle reihte sich an die andere. Die größten Probleme bereiteten mir 2 Spielerin die überhaupt nicht für Fußball geeignet waren und die wahrscheinlich auch nie länger als 10 Sekunden gelaufen waren, so schien  es zumindest. Kurz zusammengefasst erschien es wie eine „mission impossible“ oder auf Deutsch, es schien wie eine unmögliche unlösbare Mission. Vor allen hatten wir mit Vorurteilen

 

zu kämpfen und doch war ich von meinen Mädchen überzeugt und habe fest an den Erfolg meiner Mannschaft geglaubt.

Aber das erzähle ich morgen

Fußball 14/12

 

Nach 2 Wochen Pause habe ich gestern wieder gespielt. Das beste gleich zu Beginn. Ohne Probleme, ohne Verletzung habe ich die 90 Minuten durchgehalten. Läuferisch ist es noch ausbaufähig was ich gezeigt habe, denn so schnell wie ich kann bin noch nicht gelaufen, ich habe mich auf das notwendigste beschränkt dafür reichten meine Kräfte aber für die ganze Zeit. In der nächsten Woche hoffe ich mich noch steigern zu können.

 

Etwas besonderes ist mir dann doch gelungen. Im richtigen Moment stand ich an der richtigen Stelle und habe ein Tor geschossen     

Unbeschwert

 

So wie auf dem Bild der Apothekenrundschau fühle ich mich, frei und unbeschwert.

Was war das ist vorbei und interessiert mich nicht mehr!

Wusch und weg! Das ist mein neuer Leitspruch. Innerhalb von Sekunden habe ich diese spezielle Vergangenheit weggewischt und es geht nur noch unbeschwert und positiv voran.

Endlich ist Heute wieder Fußball angesagt. Nirgendwo mehr Schmerzen dazu dieses neue Gefühl der Unbeschwertheit, ich bin guten Mutes für den Abend. Im Grunde genommen ist es mir egal ob ich gewinne oder nicht, Hauptsache Spaß haben.

Wenn ich es mir noch einmal alles durch den Kopf gehen lasse, muß ich feststellen das es im Leben manchmal doch recht hart zugehen kann. Aber egal wie es einen ergeht, eines sollte man nie aufgeben –

die Zuversicht! 

Irgendwann wird dieser Glaube auch belohnt und dann fangen unbeschwerten Zeiten an

Überglücklich

 

Glücklich, zufrieden, erleichtert, fröhlich und ausgelassen so habe ich es gestern beschrieben, Heute könnte ich das noch um einiges steigern. Inzwischen sind ein paar Stunden vergangen und ich fange an mein neues Glück, mein neues Leben richtig einzuordnen.

Dabei habe selber schuld, denn anstatt den Arzt, der meinen Kopf so gut wie kein anderer kennt, sofort danach zu fragen inwieweit diese getroffenen „Diagnosen“ zutreffen habe ich mich in Schweigen gehüllt. Wahrscheinlich war es Angst das diese „Expertenurteile“ zutreffen könnten. Gestern war es mir egal, ich wollte einfach das es aufhört.

Nach einer kleinen medizinischen Einführung über Kopfoperationen kam er zu dem Schluß das es für mich, aus neurologischer Sicht, keine Probleme geben dürfte. Die gibt es in den ersten Jahren nach einer OP oder sie bleiben aus. Er schloss mit den Worten

“ Bei ihnen ist alles bestens – sie können steinalt werden!“

 

Das war gestern um 9.30 Uhr. Seitdem habe ich ein vollkommen neues Leben. Endlich kann ich ungezwungen meine positiven Gefühle ausleben, keine Gedanken an den Tod oder andere Horror szenarien. Einfach frei und Glücklich ja überglücklich sein

Glücklich

Glücklich, zufrieden, erleichtert, fröhlich und ausgelassen und auf einer Wolke schwebend, so fühle ich mich gerade. Ich bewege mich so als hätte ich Flügel. Ungeahnte Glücksgefühle durchströmen mich ohne Unterbrechung. Warum ich mich so fühle?

 

Ich war bei meinen Arzt und habe ihn direkt auf das angesprochen was ich in den letzten Jahren erlebt und durchgemacht habe. Mir reichte es jetzt endgültig mich mit dem Sterben zu beschäftigen, mich täglich mal mehr mal weniger damit auseinandersetzen zu müssen und das schon seit 6 Jahren!

Angefangen hat es im April 2006, als ich beim Radiologen war der meinen Kopf geröngt hatte. So normal wie er mich vor der Untersuchung begrüßt und angesprochen hatte so seltsam veränderte sich sein Verhalten als er mit mir die Bilder durchsprach. Das ich Glück gehabt habe, das ich etwas schlimmes erlebt habe, all das wußte ich. Das es mir aber so vermittelt wurde wie man es bei einen Kleinkind machen würde, das war eine neue Erfahrung. Anhand seines Verhaltens wurde mir klar das der Arzt mich für ein Wunder hielt das nicht normal denken kann, weil es nicht sein kann das es so etwas gibt. Im Laufe der Besprechung gab er mir unmißverständlich ein ums andere mal recht deutlich zu verstehen das jeder Tag den ich lebe ein Glückstag ist denn es könnte mein letzter sein, oder das es mich überhaupt noch gibt grenzt an ein Wunder, ein Wunder das es medizinisch überhaupt nicht geben kann.

Seitdem habe ich einen dauerhaften Alptraum erlebt. Dieser Alptraum wurde im Januar letzten Jahres noch verstärkt weil die Ärzte im Krankenhaus die Feststellung des Arztes noch untermauerten und zu guter letzt mußte ich jetzt im Februar das ganze noch einmal durchmachen. Diesmal wurde es allerdings noch begründet. Gepaart mit dem was ich im Netz alles gelesen hatte ergab das nur ein Szenario.

„Wie lange noch? Wie schnell ist es vorbei? Wie kann ich mich am besten verhalten um meine Lebensdauer zu verlängern? Diese Fragen beschäftigten mich jeden Tag an guten sowie an schlechten. An denen war es sogar richtig grausam, da verfolgten sie mich dauernd.

Doch all das ist jetzt vorbei, es ist Vergangenheit.

Warum? das erzähle ich morgen

Weisheiten XLVI

So gut es auch ist wenn man seine Linie, den Weg den man eingeschlagen hat, beibehält so ratsam ist es diesen Weg auch zu korrigieren wenn man aufgrund neuer Erkenntnisse zu einer anderen Meinung gekommen ist. Obwohl ich es schon mehrfach geschrieben habe, ich kann es nicht oft genug betonen das ein Kurswechsel, eine Korrektur der eigenen Meinung nichts negatives sondern genau das Gegenteil ist. Anhand eines Erlebnisses kann ich das gerade mit einen aktuellen Fall begründen.

Vor ein paar Jahren gefiel mir die Idee, nur runde Geburtstage feiern zu wollen, recht gut. Aus meiner damaligen Sicht ergab es auch einen Sinn. Inzwischen habe ich neue Erkenntnisse. Als ich im letzten Jahr gleich mehrfach mitbekommen habe welche Wirkung ein kleines Geschenk zum Geburtstag haben kann, ließ ich mir die damals getroffene Entscheidung immer wieder durch den Kopf gehen und bin nun der Auffassung das die größeren Geschenke nach wie vor zu den runden Geburtstagen sein sollten, aber dazwischen liegen noch etliche Geburtstage. Die kann ja sollte man nicht einfach übergehen sondern mit kleinen Präsenten versehen.

Auf der Arbeit gibt es nicht mehr soviel Möglichkeiten, wenn überhaupt falls wir nach dem alten System verfahren und im privaten ist die Zahl der Geburtstage die wir noch feiern können leider auch absehbar. Da wäre es doch schade wenn ich an dem einmal eingeschlagen Weg festhalten würde.

Stattdessen sage ich mir, das man nie auslernt und es schön ist wenn man dieses neue Wissen auch in die Tat umsetzt 

Taurus Gebirge

Fast hätte ich den 26.12.2011 vergessen. „Wahrscheinlich wird das eine Spazierfahrt ohne große Höhepunkte“ dachte ich mir, doch damit lag ich vollkommen falsch,

denn es kam alles ganz anders. Unser Weg führte uns direkt ins Taurus Gebirge.Bis dahin wusste ich noch nicht viel darüber zu sagen, was sich inzwischen geändert hat. Zum besseren Verständnis ist es auf der Karte abgebildet.

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 Die Taurus Gebirgskette ist ca. 2.000 Kilometer lang und der höchste Berg ist 3.792 Meter hoch. 

Es ging schon nach 10 Minuten mit einen Tee los der in einer natürlichen Umgebung serviert wurde.

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was mich in meiner Annahme bestätigte das dies ein verlorener Tag werden würde. Kurze Zeit später änderte sich das jedoch, als wir Pfannkuchen essen konnten, woraufhin ich erst einmal die Sonne genossen habe.

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Dann waren wir fast auf Augenhöhe mit den höchsten Gipfeln. Laut Reiseführer sollen wir um die 2.000 Meter hoch gewesen sein.

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Wahrscheinlich waren es über 1.000 Meter, aber das reichte auch. Auf dem endlos langen Rückweg der teilweise sehr steil hinunter führte ging mir einiges durch den Kopf. Vor allen dachte ich daran wie schön es ist all das zu erleben und das es jeder erleben könnte, das es zwar für mich ein besonderes Erlebnis sei aber nichts ungewöhnliches denn es gab auch zwei Frauen mit Rollator die diese Tour mitgemacht hatten.