Geschwister

Vielleicht wäre es damals, in den ersten Jahren meiner Krankheit, noch schwerer für mich geworden den Anschluss an ein normales Leben zu finden, wenn ich ein Einzelkind gewesen wäre. Zum Glück habe ich Geschwister.

 

Einen Bruder und eine Schwester. Da beide jünger sind war ich auch bereit, im Gegensatz zu meinen Eltern, mir von ihnen etwas sagen zu lassen. Sie waren sie stets bemüht „ihren großen Bruder“ helfen zu können. Denn zu der Zeit war es nicht selbstverständlich das sich ein Behinderter in der Öffentlichkeit zeigte, das Gegenteil war der Fall. Mein Bruder und später auch meine Schwester haben größte Überzeugungsarbeit geleistet um meinen Kreis klar zu machen das ich nur körperlich Beeinträchtigt bin, nicht Geistig Behindert und erst recht nicht ansteckend bin.   

 

Rückblickend kann ich nur feststellen das die zwei es nicht leicht hatten. Da sich fast alles auf mich konzentrierte wuchsen meine Geschwister so nebenbei heran. Ihnen wurde nur bedingt die Aufmerksamkeit geschenkt die Heranwachsende benötigen. Es drehte sich fast alles nur um mich, was mir nicht immer gefiel. Über mich wussten meine Eltern nahezu alles. Bei den zwei war es genau das Gegenteil.

Zum Glück haben sie es nie als Nachteil betrachtet. Dadurch das sie so früh Verantwortung übernehmen mussten fiel zwar ein Teil unbeschwerte Kindheit weg aber sie haben gelernt sich zu behaupten.

Heute sind beide verheiratet haben eine Ausbildung gemacht und sind als Angestellte bzw. Selbstständiger aktiv. Sie sind ihren Weg gegangen.

Auch wenn nicht immer alles Gold war unter uns(sonst wären wir auch keine normalen Geschwister)wir haben uns immer wieder vertragen,sind aufeinander stolz und halten zusammen. 


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