Fussball 18 und 19/12

Das ich letzte Woche keinen Bericht geschrieben habe lag daran das ich es leid war immer nur von schlechten Ergebnissen und meiner Leistung im Tor zu schreiben. Erwähnenswert ist nur ein minimaler Aufwärtstrend sowie das ich Gesund geblieben bin.

 

Das sah Gestern schon besser aus. Zwei Minuten vor Schluss ist mir das Tor zum Ausgleich gelungen. Dabei hätte mich gerade gestern eine Niederlage nicht gestört. So wie ich gelaufen bin, das war lange nicht mehr der Fall gewesen. Fehlen nur noch mehr Flanken bzw. Pässe und ich kann vom perfekten Spiel reden.

 

 

Dank meiner Laufleistung fühle ich mich wie Supermann. Und doch weiß ich  das fast jeder von uns mir läuferisch überlegen ist. Nur das spielt für mich keine Rolle. Für mich zählt mein eigenes Gefühl, meine eigene Fitness.   

Bo Derek

Die größte Schwierigkeit bestand für mich darin eine Freundin zu finden.  Obwohl ich meine größte Konzentration auf das weibliche Geschlecht legte, hielten sich meine Erfolge in Grenzen.

 

Eine Abweisung nach der anderen musste ich hinnehmen, und wenn ich mal Glück hattehielt es nicht lange. Das nervte zwar aber die Richtige fürs Leben war ja auch noch nicht dabei.

So langsam fing ich an meine Vorstellungen von „meiner Traumfrau“ zu überdenken. Sollte ich mich mit einen „häßlichen Entlein“

 

zufrieden geben,sowie Susan Boyle, oder doch lieber nach der Traumfrau so wie

 

Bo Derek suchen der man damals die 10, wie makellos, gab?

Also suchte ich nach meiner Zehn die das haben sollte was mir vorschwebte, was ich wollte. Nach drei Jahren der Suche stand sie vor mir! Nächstes Jahr feiern wir unseren 30.Hochzeitstag.

Mit meiner Beförderung ging es nicht ganz so schnell, aber 10 bzw. 15 Jahre später hatte ich es sogar zweimal geschafft. Am einfachsten war mein Erfolg als Trainer, was ich allerdings schon beschrieben habe. Mit der Politik ging es gut, jedoch nicht ganz so erfolgreich wie ich es gern gehabt hätte, immerhin habe ich viel erlebt und konnte dadurch etliches an  Hintergrundwissen erlangen. Wichtiger als die ganzen Erfolge, 

 ist mir mein Umfeld. Auch Freunde muss man sich erarbeiten. Allein, von sich aus kommt keiner auf Dich zu. Umso mehr bin ich stolz darauf ein so hervorragendes Umfeld zu haben.

So kann ich Heute, 45 Jahre nachdem ich wieder ins Leben getreten bin, zufrieden zurückblicken

 

und optimistisch in die Zukunft sehen.

Yes I can

Gut 10 Jahre nach meinen Unfall ging es mir am schlechtesten, wie ich schon mehrfach beschrieben hatte. Bis dahin hatte ich zwar immer versucht „Positiv zu Denken“, was nach aussen auch wunderbar gelang, aber in meinen Innern sah die Welt phasenweise ganz anders aus.

„Was wäre wenn?“ kam in meinen Gedanken nicht mehr vor aber nun stand das „Wie“? im Vordergrund.

„Wie soll ich all meine Ziele schaffen? Wie lange stehe ich es noch durch all diese Schwierigkeiten auszuhalten?“ Die Wende kam im Herbst 78. Auf eine gewisse Art und Weise bin ich diesen Tag Dankbar, denn danach gab es nur noch die eine Devise

JA, ICH KANN ES!

 

Mit einenmal wusste ich das ich alles schaffen kann was ich will. Egal welches Ziel ich mir vorgenommen hatte, ich würde es erreichen. Von da an fühlte ich mich als „Gesunder Mensch“. Es interessierte mich nicht mehr wie ich angesehen wurde und wie über mich gesprochen wurde, es gab nur noch das Bestreben ein normales und ausgefülltes Leben erreichen zu können.

Grundsteine hatte ich ja schon gelegt, aber ich wollte mehr! Eine Freundin – ja sogar eine Frau die ich heirate und mit der ich Glücklich sein kann, wofür ich am meisten belächelt wurde. Im Beruf wollte ich mich weiter verbessern um mehr Geld zu verdienen. Beim Fussball wollte ich mehr als Zehnjährige trainieren und irgendwann würde ich in die Politik gehen, womit ich endgültig als Träumer abgestempelt war.

 

Morgen kommt der letzte Teil       

 

Was wäre wenn?

 

Diese Frage habe ich mir auch das ein oder andere mal gestellt um dann aber wieder nach vorne zu sehen. Und doch taucht diese Frage immer wieder auf. Allerdings habe ich dabei meine Gesundheit nie in Frage gestellt.

Schon am ersten Tag nach meinen Erwachen habe ich sie akzeptiert und mich von Anfang an mit ihr zu arrangieren. Und doch hatte ich ein Problem! Was sollte aus meinen Zielen werden? Wie sollte mein Leben jetzt werden? So kam es das ich von lauter Fragezeichen umzingelt war.

Anfangs konzentrierte ich mich voll darauf wieder Laufen zu lernen damit ich Fussball spielen kann, am besten als Profi bei Werder Bremen. Doch mir wurde schnell klar, das des nur Wunschdenken bleiben wird.

„Was wäre wenn?“ verbannte ich ganz einfach aus meinen Wortschatz, was auch die nächsten Jahre gut ging – bis ich mein Interesse an Mädchen entdeckte. Deren Sympathie oder Freundschaft zu bekommen das war nicht leicht, zumindest nicht so wie ich das gern gehabt hätte.

Nachdem ich festgestellt hatte „das ich Profi geworden wäre und immer nur die schönsten Frauen gehabt hätte“ kam ich zu der Feststellung das mir diese Seifenblasen nicht helfen sondern sondern nur schaden konnten.

Spätestens da wäre der Moment gekommen um meinen Unfall zu verfluchen und „Was wäre wenn“? zu meinen Lebensmotto zu machen. Ich ich tat es nicht sondern baute mir neue Ziele auf, woran zwar viele nicht glaubten sie sogar für Träumerei hielten. Doch ich war felsenfest davon überzeugt das es zu schaffen war.

Darum geht es morgen

Ein ungewöhnlicher Geburtstag

 

In den letzten Tagen habe ich mich das erste mal genau bemüht herauszufinden wie lange ich damals, 1967, im Koma lag. Bisher war ich von 13 Tagen ausgegangen. Doch damit lag ich vollkommen daneben.

Vom 7.8.1967 bis zum 9.9.1967 , bis ca.17.30 Uhr, lag ich im Koma.

So gesehen hatte ich ich gestern meinen 45. Geburtstag.

 

Was genau an dem Samstag passiert ist kann ich nicht sagen. Aber eines werde ich nie vergessen. Die Worte des Reporters aus dem Radio.

„Es sind noch ungefähr 10 Minuten, hier in Braunschweig, zu spielen und Werder führt mit 2:0“ das war der Moment an dem ich wieder ins Leben zurückgekehrt bin.

Das Werder sogar ein Tor höher gewonnen hat, habe ich nicht mehr mitbekommen, da habe ich schon geschlafen oder mich mit der Krankenschwester gestritten weil ich den Kopfverband runter reissen wollte. Fakt ist, das ich von da an Geistig präsent war. Mal besser, mal schlechter, mal mit Lücken, mit fortlaufender Zeit jedoch immer besser. Morgen kommt die Fortsetzung

Was soll ich machen?

 

Das die Leistungen der Sportler in London für mich nachvollziehbar sind liegt in den Anfängen meiner Aktivitäten beim Behindertensport. Mein Leben hatte ich dem Sport gewidmet denn dort bekam ich die Bestätigung die mir sonst verwehrt wurde.

In einer Phase, in der es mir körperlich und geistig nicht gut ging machte ich im Schnelldurchlauf das Sportabzeichen. Dabei entdeckte ich meine Fähigkeit schnell auf kurzen Distanzen laufen zu können sowie eine Begabung für den Weitsprung. Das gefiel mir, doch wirklich gut und auch  erfolgreich war ich im Schwimmen.

Aus meiner Sicht waren es die besten Voraussetzungen um in all den Disziplinen an den Paralympics teilnehmen zu können. Doch bald war mir klar, das ich nicht alles zusammen machen kann, denn so würde mich nicht einmal qualifizieren können. Über all dem stand meine Leidenschaft für den Fussball.Unweigerlich stellte ich mir immer wieder die Frage

„Was soll ich machen?“

Wenn ich es ernsthaft angehen wollte um an den Paralympics teilnehmen zu können, musste ich mich spezialisieren. Gemessen am Erfolg wäre nur mein ungeliebtes Schwimmen in Frage gekommen.

Leichtathletik konnte ich verschmerzen aber beim Fussball hatte ich Probleme. Dazu käme das Aus für andere Aktivitäten. Mein ganzes Leben hätte ich nur noch dem Schwimmen widmen müßen. Nach Jahren der Disziplin und Willensstärke um meine Gesundheit voranzubringen wollte ich nicht schon wieder das Wort „Verzicht“ in den Vordergrund stellen.

Denn genau das zählt für Beeinträchtigte Sportler mehr als für jeden anderen. Eiserne ja nahezu verbissene Disziplin sowie Willensstärke dazu der ständige Verzicht auf vieles, was gemeinhin als „angenehme Dinge des Lebens“ bezeichnet wird.

Aus diesen Gründen steht für viele Sportler der persönliche Erfolg im Vordergrund. Mit etwas Glück reicht es zu einer Medailie, wenn nicht freut man sich über die Teilnahme. 

Paralympics

 

Zur Zeit finden in London die Paralympics statt. Jeder kann mit ansehen wie begeistert die Sportler ihre Wettkämpfe ausüben. Phasenweise könnte man glauben das ein 11. Platz mehr wert ist als die Goldmedailie. Wer die Spiele verfolgt kann sich ein Bild davon machen wieviel unterschiedliche Beeinträchtigungen es gibt.

Für diese Sportler ist es vollkommen normal mit ihren Handicap zu leben. Man merkt ihnen an, das sie nur den Blick nach vorne kennen, das sie allesamt mit positiven Denken ausgestattet sind. Sie vollbringen Leistungen die sie zu Beginn ihrer Krankheit nie für möglich gehalten hätten, geschweige denn das sie dazu in der Lage gewesen wären.

Das was alle verbindet ist der feste Glaube an ein Ziel, ein Ziel das viele im jeweiligen Umfeld für unmöglich halten. Wie es den Sportlern ergeht kann ich gut nachempfinden.

Aber das ist eine lange Geschichte – und die kommt morgen

Dienstag

So sieht ein Dienstag bei mir gerade aus.

Um 6.30 Uhr aufstehen, frühstücken und um 7.45 Uhr zum Kaffee. Gegen 8.20 Uhr geht es mit dem Rad weiter zur Arbeit. Nach der Arbeit fahre ich zum Garten der nur 4 Kilometer entfernt ist. Heute gab es nicht viel zu tun für mich. Im Grunde genommen war es Erholung. Als ich auf der Terasse saß habe ich mir noch gedacht das es jeder so schön haben könnte. Dabei fiel mir nicht der Wille ein den man braucht sondern vielmehr die Organisation im Leben. 

 

Wenn ich bedenke das ein Nachmittag im Garten früher für mich undenkbar gewesen wäre weil ich überall aktiv war, dann ist das jetzt die reinste Erholung – und das täglich. So schön die Zeit in der Politik auch war, der Stressfaktor war zu hoch und nicht förderlich für meine Gesundheit. Ein Wunder das ich alles so gut überstanden habe. Da werde ich mein Glück nicht überstrapazieren und weiterhin so viel in meiner Freizeit machen. Nein – jetzt genieße ich die Zeit in Ruhe und Gemütlichkeit.

Das tut so gut! Ein Leben mit nur wenigen Anfällen. Ich kann es kaum glauben aber es ist wahr.

 

Nach langer Zeit hat es mich mal wieder erwischt. Seit Samstag Abend plagen mich Kopfschmerzen. Mal sind sie deutlich, mal weniger zu spüren. Auf jedenfall ist mir nicht nach großen Einträgen zumute. Es besteht kein Grund zur Sorge, aber ich will mich auch nicht unnötig anstrengen.

Es ist nichts ungewöhnliches aber wenn möglich möchte ich diesen Zustand so schnell wie möglich wieder loswerden.