Weihnachten untern Tannenbaum

 

So könnte eine Geschichte aussehen wenn ich sie als Buch aufschreiben würde, denn über Weihnachten werde ich jeden Tag eine Geschichte schreiben.

 

Kaum war Klaus von der Intensivstation auf die normale Krankenstation verlegt worden bekam er auch Besuch von seinen Schulfreunden. Es war gerade zu dem Zeitpunkt als er das erste mal darüber nachdachte wie es denn mit ihm weitergehen sollte. Würden ihn die Mädchen überhaupt noch beachten mit ihm sprechen oder ihn einfach ignorieren? Wenn er nur wüsste wie es in der Zukunft mit ihm und den Freundinnen weitergehen würde. Das waren seine Sorgen, denn das war eine unbekannte, nicht vorhersehbare Größe, in seinen neuen Leben. Zum Glück brauchte er diese Gedanken nicht weiter verfolgen, denn vor ihm stand Gaby, seine Freundin. Sie scherzte mit ihm lachte und gab ihm zu verstehen das sie noch oft vorbei kommen wolle. Damit hatten sich alle Sorgen in Luft aufgelöst.

Das nächste Problem bestand für ihn darin möglichst schnell wieder laufen zu können. Es war wichtiger als alles andere. Nur sah Klaus es bei weiten nicht so schwierig wie seine Eltern, seine Freunde oder die Ärzte es sahen, denn er wusste genau was er wollte. Er wollte wieder gehen lernen, laufen lernen und Fußball spielen. Da man im Rollstuhl nicht Fußball spielen kann musste er so schnell wie möglich wieder auf die Beine kommen.  

In den ersten Tagen die er bei vollen Bewusstsein erlebte befand er sich in einer neuen Welt, einer Welt die er erst lernen musste. Soviel war passiert, das es ihm mit seinen zehn Jahren schwer fiel all das zu realisieren. Ständig befanden sich Ärzte um ihn herum, tuschelten, holten Karteikarten hervor und erkundigten sich immer wieder wie es ihm ginge. Bevor er seine Fragen stellen konnte waren sie jedoch schon wieder weg. So hoffte er bei den Krankenschwestern und vor allem bei dem Pfleger, Herrn Blohm, auf Antworten.  Passend zu dem Umzug in das neue 2-Bett Zimmer glaubte er alle Informationen zusammen zu haben.

Er solle sehr lange Bewusstlos gewesen sein, seine Mutter sprach einmal sogar von 4 Wochen im Koma, nur das hörte sich so schlimm an das er es gleich wieder aus seinen Gedanken strich. Nachdem er eingeliefert worden war hat man ihn gleich operiert um 2 Tage danach noch eine weitere Operation vorzunehmen. Seine ganze linke Seite war Gelähmt dazu kam das er Glück gehabt haben soll. Ein paar Tage dauerte es schon bis Klaus alles begriffen hatte. Dann legte er sich eine neue Philosophie fest. Von da an wusste er genau was er wollte. Er wollte ein langes Leben führen und möglichst viel erleben, jede Minute jeden Tag auskosten das Leben so gut es geht wie jeder andere auch genießen.

„Ich kann ja nichts dafür das ich diesen Unfall hatte, warum soll ich nicht auch das gleiche Recht, wie alle anderen auch, haben?“

 

sagte er sich und beschloss den Anfang mit Weihnachten zu machen. 

Denn er wollte den Tannenbaum Zuhause bei seinen Eltern und Geschwistern sehen.  Ein Weihnachten ohne Tannenbaum – das geht nicht

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