Weisheiten LX

Eines Tages erzählte mir meine Großmutter, das geistige Arbeit schwerer und anstrengender als körperliche Arbeit wäre. Aus Höflichkeit habe ich geschwiegen.

 

„Sie ist ja schon älter, da können auch mal seltsame Ansichten zustande kommen“ , habe ich mir damals gedacht. Genauso habe ich, ein paar Jahre später, unseren Jura Professor, aus der Fußballtruppe, belächelt als er mich mit den gleichen Worten Worten aufklären wollte.

Auch Heute, nach über 30 Jahren, fällt es mir schwer beiden recht zu geben. Dabei komme ich immer mehr zu der Einsicht das ihr Zitat stimmt. Jüngstes Beispiel war das Lampionfest.

Lampionfest

Egal wer mir an dem Tag begegnet ist, jeder Satz musste wohlüberlegt sein, alles musste sofort verarbeitet werden. Da wirkten die Laufereien von einen Teil des Festgeländes zum anderen, wie die reinste Erholung. Obwohl diese Gänge mich körperlich belasteten, da die Krüke noch mein ständiger Begleiter sein musste. Abends war mein Körper nicht so geschwächt wie mein Kopf.

Plötzlich fielen mir ähnliche Situationen ein die ich erlebt hatte. Wie z.B. das grosse Regale rücken und Bücher sortieren in der Bibliothek. Damals haben wir nach unseren Umzug vom ältesten Gebäude der Uni, in unser jetziges Domizil, tagelang Regale aufgestellt, Bücher ausgepackt und eingestellt. Dabei war für mich nie nach 4 Stunden Schluss. Regelmäßig haben wir alle Überstunden gemacht. Es war harte körperliche Arbeit. Damals war ich jedoch nicht ein einziges Mal so geschafft, wie es mir oft genug auf vielen Sitzungen in der Politik oder jetzt bei den Kleingärtnern, ergangen ist.

 

Inzwischen konnte ich es mehrfach nachlesen und es erscheint mir auch logisch. Der Kopf ist die Zentrale des Menschen und wenn die zu sehr beansprucht ist, dann geht gar nichts mehr. Gerade Kopfpatienten bekommen das deutlich zu spüren. Genau hier liegt das Problem für Menschen die Gehirnerkrankungen haben.

 

Sie spüren es, sie fühlen es und doch sind sie machtlos, sie können nichts dagegen machen. So sehr man sich auch bemüht aktiv zu sein, es hilft nichts – man ist einfach leer und kann nichts dagegen unternehmen. Erschwerend kommt dazu das man es niemanden erzählen kann. Es versteht keiner.Für solche Momente gibt es nur eines:

                                                   POSITIV DENKEN! 

 

Genau genommen reicht das nicht aus. Eine Rückbesinnung aufs Leben ist für mich immer Hilfreich. Der Gedanke, das Wissen noch zu leben lässt mich diese Geistige Leere besser ertragen. Dadurch fällt es mir auch leichter, lachen zu

 

können und selbst in schwierigsten Situationen nur die guten Seiten des Lebens zu sehen. Denn eines ist doch klar.

Egal wie anstrengend und beschwerlich ein Leben auch sein mag.

 

Es gibt nichts Schöneres als das Leben

 

und darum geniesse jeden Tag.

 

 

Autor: Leander

Ich bin 52 Jahre.Lebe in Bremen und arbeite an der Uni Bremen. Seid 1983 bin ich verheiratet. Eigentlich ist alles ganz normal bei mir Aber dadurch das ich Schwerbehindert bin ist es nicht mehr ganz so normal. Meine Freizeit Aktivitäten sind Politik, Fußball, Sport und natürlich Computer bzw. Internet Dazu kommt unser Kleingarten Ich handel nach dem Motto: Genieße jeden Tag

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