1. Etappe – Wingst

An welchen Tag es genau los ging – da bin ich überfragt. Es war auf jedenfall sehr früh. So gegen 6 Uhr begann meine Rundfahrt. Es war für mich eine Fahrt ins ungewisse. Die erste Etappe führte mich nach Wingst.  Ein ca. 4.000 Einwohner großes Dorf im Cuxhavener Land nicht weit von der Nordseeküste entfernt. Das besondere sind die vielen Freizeitmöglichkeiten. Dementsprechend war und ist dort auch eine Jugendherberge zu finden.

wingst

Vor mir lagen also gut 90 Kilometer wenn alles einwandfrei laufen würde. Das es am Ende 110 Kilometer wurden lag daran das nicht jede Strasse so befahren werden konnte wie sie ausgewiesen war. Dazu kamen noch einige Umwege, eine Eigenschaft die sich für mich in den nächsten Tagen noch zur Spezialdisziplin für mich entwickeln sollte. Manche Umwege waren bewusst gewählt, die Mehrzahl ergab sich jedoch aus falschen Lesen der Landkarten.

Mit meinen 5 Gang Damenrad ging es in Richtung Norden. Nach den ersten Kilometern und einer gewissen Euphorie holte mich die Realität ein. Die sah so aus das die Sonne nicht schien sondern es nieselte. Und nach 60 – 80 Kilometern stellte sich für mich die Frage wie mein Knie diese Tour mitmacht. Mitten auf der ersten Etappe schmerzte es.

Im Vorfeld dieser Fahrt war mein Training manchmal doch ziemlich anstrengend gewesen, vielleicht waren die Grenzen meiner Belastungsfähigkeit auch zu stark ausgereizt worden. In Bremen-Nord, einen romantischen Stadtbereich Bremens, hat sich die Vorbereitung gelohnt weil es dort die einzigen Möglichkeiten gab hügeliges Fahren zu testen. Gleichzeitig wurde dadurch mein Knie in Mitleidenschaft gezogen.

„Aufgeben schon nach wenigen Metern — Nein das kommt nicht in Frage – Du musst dich durchbeissen. Streng dich an, fahre den Schmerz weg, mach es so wie Oma es Dir mal erzählt hat“.

Diese Gedanken gingen mir durch den Kopf. Also reduzierte ich mein Tempo und versuchte eine gleichmäßige Geschwindigkeit zu halten, was sich nicht ganz so leicht erwies. Da das Kräfteverhältnis meiner Beine, nicht wie üblich 50:50 ist sondern ungefähr 80:20 zugunsten des rechten Beines ist, war ich ruhiges gleichmäßiges Fahren nicht gewohnt.

landstraße

Die Landstraßen in Niedersachsen zeichnen sich dadurch aus, das sie gut befahrbare Radwege an ihrer Seite haben, was für mich von Vorteil war. denn so konnte ich mich auf gleichmäßiges Treten konzentrieren. So ist es mir tatsächlich gelungen durch langsames Fahren den Schmerz herauszufahren. Leider ließ sich die kalkulierte Ankunftszeit von 16.00 Uhr nicht halten. Zwischen 18 und 20.00 Uhr hatte ich mein erstes Ziel erreicht.

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