Archiv für den Monat: August 2014

Hilfe und Verständnis

Auf meinen Beitrag zum Jubiläum muß noch einmal von mir eingegangen werden.

Während meines bisherigen Arbeitslebens kam mir sehr viel Hilfe entgegen und das Verständnis für mich war auch enorm. Unsere „harte und erfolgsorientierte Gesellschaft“ hat auch eine weiche Seite. Diese Menschlichkeit kam mir oft zugute. Es gibt zwei Sorten. Die Seite bei der man bedauert und auch meist überheblich angesehen wird. Und es gibt diejenigen auf deren Hilfe man sich beruhigt verlassen kann, sie haben Verständnis ohne dabei arrogant zu sein.

Hilfe

Hilfe wurde dabei nicht als Mitleid verstanden sondern als das was es ist. Es gab und wird sie immer geben. Situationen die mit einer Hand nicht zu bewältigen sind. Da darf man keine Scheu zeigen, da muß man Fragen. Nur DUMME Menschen helfen nicht. Auf dieses zurückgebliebene Klientel lohnt es sich nicht einzugehen.

Auf der Arbeit haben die Kollegen oft Verständnis für meine Krankheit gehabt und so konnte ich, gerade in der Anfangszeit, oft krank zuhause bleiben. Eine andere Art des Verständnisses ist mir beim Schachspielen passiert. Einmal haben wir uns nach 3 Stunden Spielzeit auf ein Remis geeinigt weil ich vollkommen geschafft war. Jahre zuvor hatten wir eine Partie vertagt weil mein Akku spürbar leerer wurde.

Fragen

Egal um welche Situation es auch ging, eines hatten sie alle gemeinsam. Ich mußte Fragen. So wurde mir das Prinzip auch schnell klar. Ohne Frage – keine Hilfe – und auch kein Verständnis. Für beides ist bei mir nie ein Gefühl der Hilflosikkeit oder Erniedrigung aufgekommen.

40 Jahre Arbeit

vierzig

Es ist soweit. Tatsächlich es ist mir gelungen.
40-jähriges Dienstjubiläum. 40 Jahre Arbeit ohne Unterbrechung. Erst in der Stadtbibliothek dann in der Universitätsbibliothek.

Damals war es von der Stadtbibliothek schon mutig mich als einen der ersten Lehrlinge auf zunehmen. Behinderte wurden entweder Zuhause gehalten oder in Institutionen für Behinderte untergebracht. Das Verhalten meiner ersten Arbeitstelle war damals ungewöhnlich.
Noch mehr Mut und noch Respekt nötigt mir die Entscheidung der Universitätsbibliothek ab. Sie nahm einen Auszubildenden auf der gerade seine Zwischenprüfung nicht bestanden hatte. Dieser Junge hatte einen enormen Wissensdrang, aber umsetzen konnte er eigentlich nur Undiszipliniertes.
Das die Leitung damals Ruhe bewahrt hat, das mich Mitarbeiter extrem geduldig versucht haben immer wieder in die richtigen Bahnen zu lenken. Das war nicht leicht, das hat auf allen Seiten Nerven gekostet.
Mein Dank gilt allen Kollegen und Kolleginnen die mich betreut haben, die mir immer wieder geholfen haben.
Diese Begleitung hat dazu geführt das ich Heute mein vierig-jähriges Dienstjubiläum feiern kann