Schlussakt

selbst aktiv

Gestern Abend war die Gründung der AG „Selbst Aktiv“ der Bremer SPD. Das konnte ich mir nicht entgehen lassen. Immerhin wurde „mein Baby“ jetzt erwachsen. Als die Sitzung und das ganze Wahlprozedere anfing gab es noch die Idee einer evtl. Kandidatur für den Vorstand. Denn man hatte mich herzlich begrüßt und vom Bundesvorsitzenden gab es auch lobende Worte in meine Richtung. Da nur 18 Betroffene anwesend waren, es aber 12 Vorstandsposten zu vergeben gab war die Chance recht groß auf eine Beisitzerfunktion. Einzig einer meiner Befürworter hätte mich vorschlagen müssen. Am Ende als es nur noch um die Teilnahme am Bundesparteitag ging wurde ich vorgeschlagen. Da in meiner Vorstellung aber nicht der Schwerpunkt auf meinen Handicap lag, fiel ich dort auch noch raus.

Obwohl es weh tat mit ansehen zu müssen wie jahrelange Arbeit gewürdigt wird, Heute morgen war mir klar warum es so gekommen ist. Mir fehlte der Biß, die Entschlossenheit, die Gier nach der Macht, um mitbestimmen zu können. Das Verlangen sich in den Vordergrund zu spielen um evtl. doch einen der begehrten Plätze zu bekommen die Einfluß bedeuten könnten. Dieser Gesichtsausdruck der in vielen Gesichtern zu erkennen war hat mich später erschrocken.

Heute morgen, nach einer unruhigen Nacht stand meine Entscheidung fest.

Das war Gestern mein letzter Akt auf der Bühne der Behindertenpolitik. Wenn mir mal danach ist werden die SPD Sitzungen meines Ortsvereins in Schwachhausen von mir besucht werden – aber mehr auch nicht. Keine Aktivitäten in der Behindertenpolitik mehr. Für den Bereich habe ich jahrelang gekämpft. Aus meiner AG sind der spätere Landesbehindertenbeauftragte für Bremen und die heutige Landesbehindertenbeauftragte für Niedersachsen hervorgegangen. Meine Arbeitsgruppe Behindertenpolitik hat die Urfassung des Landesbehindertengesetzes hervorgebracht und gleichzeitig auch einen Landesbehindertenbeauftragten mit der dementsprechenden Argumentation gefordert. Woraufhin die Bürgerschaft „eigene Beschlüsse“ gefasst hat um all das umzusetzen.

Dieses Kapitel ist jetzt Geschichte. Damit ist nun definitiv Schluss – aus  – vorbei! Das war Gestern der Schlussakt.

vorhang