Gutmütig

In den letzten Tagen sagte man mir im Gartenverein,von unterschiedlichster Seite aus, das ich zu gutmütig sei. Auch wenn es jeweils kritisch gemeint war, für mich ist es ein Lob und Bestätigung für meine Arbeit.

Bedingt durch meinen Unfall hat sich bei mir eine langfristige Vorgehensweise ergeben.  Das äußert sich so, das man meine aktuellen Aktivitäten belächelt und mich dafür auch gerne unterschätzt oder um es noch drastischer zu sagen nicht immer für voll nimmt, weil man es selber anders machen würde. Mir ist das bewußt, was mich aber nicht davon abhält meinen Weg mein langfristiges Ziel weiter zu verfolgen.

Solange dieses Ziel nicht in Gefahr ist, gibt es für mich keinen Grund zum eingreifen, oder wie so oft zu hören ist. „Mit der Faust auf den Tisch zu hauen“ Mein Ziel ist nicht erwachsenen Menschen machtvoll entgegen zu treten um sie einzuschüchtern, mein Ziel ist mit erwachsenen Menschen so zusammen zu arbeiten, das jeder sich eingebunden fühlt. Das Kleingartengesetz sagt zwar das letztendlich immer der 1. Vorsitzende das Sagen hat, das nur seine Entscheidungen bindend sind.

Aber wenn das mein Stil wäre, dann könnte der Restvorstand immer Zuhause bleiben. Kurzfristig mag das die Arbeit bei schwierigen Entscheidungen vielleicht erleichtern, langfristig ist aber der falsche Weg. So nehme ich lieber etwas mehr Arbeit auf mich, nehme Ärger in kauf, habe aber auf längere Sicht einen zufriedenen Vorstand, der dem gesamten Verein nur von Vorteil sein kann.

Jede Aktion die von mir gemacht wird ist durchdacht, aber immer auf einen längeren Zeitraum ausgelegt. Mal sind es nur ein paar Monate, mal können es mehrere Jahre sein.

Es ist so wie damals als ich noch an Krüken ging, nachdem ich gerade den Rollstuhl verlassen hatte. Fast alle Ziele von mir brauchten Geduld. Geduld die auf minimum 10 Jahre ausgelegt waren. Viele konnte ich schon nach 7-9 Jahre als erledigt betrachten. Für die  meisten  hieß es noch mehr Geduld bewahren.

Genau so betrachte ich mein Vorgehen im Gartenverein. Es ist schon erstaunlich, das Heutzutage kaum noch jemand Geduld und Weitsicht hat um späteren Erfolg erkennen zu können. Trotzdem – ich gehe meinen Weg und lasse mich dabei nicht aus der Ruhe bringen, eben so wie damals.