Teil zwei

Es fing alles mit meiner Mutter an, die mir ein paar Daten erzählt hatte

„Deine erste OP hat sieben Stunden gedauert, die entscheidende, zwei Tage später hat sogar Neun Stunden gedauert“ Dazu hat sie immer gruselige Geschichten, über mich erzählt. Für mich zählten da die Aussagen anderer Personen mehr, die ich aber schnell vergaß oder nicht richtig einordnen konnte.

Jahre später kam das Internet und ich konnte mich selber schlau machen um die Aussagen der damaligen Ärzte, des Pflegers oder meiner Krankengymnastin richtig ein zu ordnen.

„Viele Patienten haben die erste OP nicht einmal überstanden, das Du nach zwei Tagen immer noch am Leben warst, das ein großer Erfolg, Das Du sogar nach 3 Monaten gelebt hast, war kaum zu fassen, geschweige denn das du nach 6 Monaten und drei weiteren OPs entlassen worden bist.“  „Es war so kapp das kannst Du dir nicht einmal vorstellen, Du warst der erste der es überlebt hat“

Zitate von von den genannten Personen, die ich in den vergangenen Jahren zu hören bekam,  als ich sie zufällig traf und die meinen Fall immer noch vor Augen hatten..

Jahre später erfuhr ich den normalen Werdegang von Menschen die sich einer OP wegen Gehirnbluten, oder Aneurysma unterziehen mussten.

Kaum Überlebenschancen, deshalb war es bei mir auch so gestaffelt. Aus ein paar Tagen und dann Wochen wurden irgendwann max. Sieben Jahre. Das war die Zeit in der Ärzte von mir gemieden worden sind. So blieben mir diverse Prognosen erspart.

Vor 12 Jahren holte mich die Ungläubigkeit der Ärzte wieder ein. Und vor ein paar Wochen schon wieder. Und es hat sich nichts verändert. Doch – die jüngeren kennen nicht einmal solche Fälle aus der Theorie, die älteren, kommen aus den Staunen nicht raus.

So langsam wird mir klar, wie selten es solche Exemplare wie mich gibt. Aus der theoretischen Sichtweise von Ärzten  kann es mich seit 50 Jahren nicht mehr geben.

Aber damals und auch Heute interessiert es mich nicht was andere denken oder sagen. Für mich zählt das was ich denke, fühle und lebe:

„Das ist mein Leben und das will ich leben um zu genießen, um möglichst viel zu erleben, Egal wie Theorien auch aussehen, sie müssen sich nicht immer bewahrheiten. Dafür kämpfe ich, solange und so gut es geht“

Genau deswegen, ist der 7. August 2017, ein einzigartiger Feiertag für mich.

 

Autor: Leander

Ich bin 52 Jahre.Lebe in Bremen und arbeite an der Uni Bremen. Seid 1983 bin ich verheiratet. Eigentlich ist alles ganz normal bei mir Aber dadurch das ich Schwerbehindert bin ist es nicht mehr ganz so normal. Meine Freizeit Aktivitäten sind Politik, Fußball, Sport und natürlich Computer bzw. Internet Dazu kommt unser Kleingarten Ich handel nach dem Motto: Genieße jeden Tag

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.