Archiv für den Monat: September 2017

Hilfsmittel

In den letzten Jahren sind mir viele Menschen begegnet die ein Handicap haben und dieses ignorieren. Sie weigern sich jede Art von Hilfsmittel in Anspruch zu nehmen. Warum soll ich da eine Ausnahme machen?

 

Doch HALT es gibt einen Unterschied. Es gibt einen Zeitpunkt an dem ist es mir egal was andere denken. So war es mit meiner Brille und so ist es jetzt mit meinen Gehstock. Wenn es sein muss und mir Erleichterung bringt dann ist mir jedes Hilfsmittel recht.  Angefangen hat alles mit dem Rollstuhl dann die Krücke und jetzt nach über 49 Jahren der Stock.  Egal welches Objekt mir geholfen hat, in meinen Innern herrschte immer ein Gefühl der Zufriedenheit und Dankbarkeit das es diese Erleichterungen gibt.

Auf eine gewisse Art und Weise das Wort „Glücklich“ im Augenblick am besten zutreffend, denn das trifft auf mich zu. Schon vor ein paar Jahren hat meine Frau auf mich eingeredet und mich zu überzeugen versucht, das ein Stock ein elegantes Hilfsmittel für mich sei. Doch das perlte an mir immer nur ab, denn mein Bewegungsradius war vollkommen in Ordnung. Na ja, es ging noch einigermaßen, es reichte noch.

Ins Grübeln kam ich bei meinen Aus im Fußball.  Vom Gefühl her schien es mir so das ich bis zum letzt möglichen Zeitpunkt alles mitgenommen habe, alles ausgereizt habe. So erscheint es mir auch mit etwas Abstand.

Lange, ja sogar unmöglich lang war es für mich möglich Dinge aus zu üben die eigentlich für mich nicht realistisch sind, mit etwas Glück war es mir möglich jahrelang über meine Verhältnisse zu leben.  Es war nur eine Frage der Zeit wann mein Körper nicht mehr mitspielt. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen und ich bin nicht böse oder traurig sondern schaue zufrieden zurück. Mir ist mehr gelungen als man erwarten konnte.

Irgendwann musste Schluss sein. Das ständige Überschreiten der eigenen körperlichen Grenzen konnte nicht ewig weiter gehen.  Das gleiche trifft auch auf meinen Kopf zu.  Dort musste ich schon etwas früher erkennen, das etwas mehr Ruhe für mich besser sei und das meine geistigen Grenzen schon zu oft von mir überschritten worden waren. Inzwischen ist auch der Schritt zurück vollzogen und verarbeitet.

Der Gehstock ist deswegen für mich mehr als ein Hilfsmittel. Er stellt für mich auch eine gewisse Symbolik da. Jeder Mensch wird älter und gebrechlicher. Das trifft auch auf mich zu, aber dafür bin ich noch ziemlich beweglich und vor allen Geistig fit.

Mehr geht nicht, außer  Glücklich zu sein.

 

Umstellungen

Es ist Montag, nach der Wahl und in Deutschland ist nichts mehr so wie es einmal war.  Ungefähr so ergeht es mir im Augenblick. Der große Unterschied zwischen mir und der Politik ist aber das ich nicht alle vier Jahre davon rede das man nun doch handeln müsse sondern das mein Handeln sofort erfolgt mein Reden sofort in die Tat umgesetzt wird. Der Gehstock  ist schon eine Umstellung für mich, aber ich setze sie auch konsequent um.

Angefangen hat alles vor drei Jahren als wir umgezogen sind. Anfangs hielt sich meine Begeisterung in Grenzen. Endlich fühlten wir uns wohl und hatten ein schönes Zuhause. Doch zugunsten unserer  Gesundheit waren wir gezwungen zu handeln. Dies haben wir auch schnellst möglich getan und es war ein richtiger Schritt, vor allen für meine Gesundheit. Selbiges Prinzip gilt im  Augenblick für meinen Gehstock. Ähnlich wie bei unseren Umzügen wird es etwas dauern bis ich die Umstellung im Kopf verarbeitet habe.

Doch im Gegensatz zu allen Entscheidungen der letzten Jahre, trägt diese zum sofortigen Wohlergehen bei. Mein Gang wird gerader, meine Hüfte/Kreuz schmerzt überhaupt nicht mehr und das Knie wird entlastet.

In den ganzen Jahren haben mich die Blicke der anderen nicht interessiert, ihre oft merkwürdigen Kommentare wurden genauso ignoriert von mir. Warum soll das diesmal anders sein? Warum soll ich nun meine Vorgehensweise ändern? Es geht um meine Gesundheit und das was ihr gut tut.

Sturm

Die Überschrift war für Mittwoch den 13.9. gedacht. Doch wie so oft im Leben, es kam anders.

An dem Tag bin ich zur Mittagszeit, in der Hauptphase des Sturms mit dem Rad von der Uni nach Hause gefahren und gestürzt, mit dem Hinterkopf aufgeschlagen ins Krankenhaus eingeliefert worden, wo die Wunde genäht wurde.

Doch der Reihe nach. Es war nicht gerade leicht dem starken Wind zu trotzen, es hat Kraft und vor allen Dingen Konzentration gekostet. Aber der Wind wurde von mir bezwungen. Beinahe  hätte ich sagen können: „Was ist schon Windstärke 7 oder in Boen sogar 9? Kein Problem für mich“

Zehn Meter vor dem Ziel bog ich wie gewohnt in unsere Sackgasse hinter dem Haus ein und war erleichtert alles ohne große Probleme geschafft zu haben.  Von mir fiel eine Zentner schwere Last.  Leider hatte ich meine Konzentration ein paar Sekunden oder fünf Meter zu früh herunter gefahren.

Der letzte Windstoß erwischte mich beim geplanten  Absteigen vom vom Rad. Es war so  wie es nicht sein sollte.  Meine Gedanken waren schon in der Wohnung. Der Weg war ja fast beendet, doch leider nur fast. Mit einen mal hörte ich nur meinen Kopf aufschlagen und das Blut strömte. Kurz danach ging es im Krankenwagen Richtung Krankenhaus. Die Folgen des Sturzes waren nicht nur Kopfschmerzen sondern vor allen eine kleine Gehirnerschütterung.  Ein paar Tage ging überhaupt nichts bei mir.

So langsam kommt alles wieder.Doch der Sturz hatte auch was Gutes. Mir ist klar aufgezeigt worden, das man bis zum Ziel kämpfen und voll konzentriert sein muss und sich nicht zu früh freuen darf.

Mühsam

Es ist soweit, seid Heute ist ein Geh-Stock mein neuer Begleiter. Viele Jahre habe ich mich dagegen gewehrt. Aber in den letzten Monaten fiel mir das Gehen immer schwieriger, es war eine Mischung aus Qual und schmerzhaft. Je länger das Gehen dauerte umso mühsamer wurde es für mich.  Dazu kam das meine Körperhaltung immer schiefer wurde und immer mehr an ein schaukelndes Schiff erinnerte.

Traurig, Verzweifelt oder deprimiert – das trifft aber auf mich nicht zu, denn dieser Stock ist eine Hilfe für längere Spaziergänge.

Jetzt findet die Fortsetzung der Voraussagen von damals statt.

Glücklich ist der falsche Ausdruck aber ich bin zufrieden.  Angefangen hat alles ohne Möglichkeit mich zu bewegen bzw. zu gehen dann kam der Rollstuhl, kurz darauf folgte die Krücke und danach hatte ich fast fünfzig Jahre  Glück und konnte mich ohne Hilfsmittel fortbewegen.

Für kurze Distanzen ist es auch heute noch möglich, aber wenn es länger wird dann ist es mühsam für mich. Der Gehstock ist jetzt das willkommene Hilfsmittel für mich und eine Erleichterung die ich gerne annehme.

Problem – Lösung

Im Augenblick ergibt sich eine Neue Welt für mich, eine Welt der Rückschritte.  Diese sind aber so heftig das es  mir schwer fällt ruhig zu bleiben und meine Zuversicht zu behalten. Das einzige was hilft ist der Blick nach vorn.

Meine augenblicklichen körperlichen Probleme beziehen sich hauptsächlich auf das Gehen – dann kommen Rückenschmerzen und dann mein Knie.

Alles ist ein ungewohntes Gefühl für mich.  Der ganze Bewegungs – Rhytmus  ist durcheinander geraten. Nichts ist mehr so wie es früher war. Es scheint fast so als ob die Vorhersagen der Ärzte mit vierigjähriger Verspätung zutreffen. Einziger Haken an der Sache „Ich bin nicht gewillt die Voraussagungen kampflos hin zu nehmen.

Auch für mein aktuelles Problem wird es eine Lösung geben.

Jubiläum

Ja, es ist geschafft!!

Fünfzig Jahre nach meinen Unfall, nach meinen Kopfoperationen, nach meinen Gehirnbluten    – gibt es mich noch

Das entspricht nicht der Normalität – das ist mir bewusst. Inwieweit es eine Ausnahme darstellt  ist mir egal. Ich weiß aber das jeder es schaffen kann. Egal um welche Krankheit es sich handelt,  egal wie schwer der jeweilige Fall auch ist, eines darf man nie!

Sich aufgeben und ohne Zuversicht sein. Es spielt keine Rolle was andere sagen, entscheidend ist der Glaube an das Gute an den Erfolg. Vielleicht ist man der erste der die Krankheit bezwingt, vielleicht ist man einer von vielen – aber nur der Glaube an die eigene Stärke ist die beste Grundlage um am Ende  erfolgreich alles überstehen zu können.

Ja – es gab viele Tage der Verzweiflung bei mir, aber von einer Sache war ich immer überzeugt. Das meine Gesundung voran schreitet und das mir ein langes Leben bevor steht.

Das ich mit diesen Gedanken oft allein da stand, hat mich nicht gestört – Nur mein Glaube zählte für mich.  Je  zuversichtlicher ich war, umso leichter fiel mir alles. Und deswegen ist Positiv Denken stets mein Motto. Mein Glas wird nie halb leer  sondern immer halb voll sein.

Aufgewacht

Das war eine lange Pause! Nein es war keine Pause, es war der Versuch zu demonstrieren wie lange 33 Tage und Nächte sein können. Nach der Sonderausgabe vom 29.7. habe ich bewusst eine so lange Pause eingelegt, auch für mich um einmal zu spüren wie lange diese 33 Tage sein können. Allerdings war es mir nicht möglich vom 7.8. bis 10.9. die Originalgetreue Phase nach zu vollziehen.

Das ist dann doch zuviel des Guten