Aufregend

Egal ob ich ein Glückskind oder medizinisches Wunder bin, eines ist mir in den letzten zwei Jahren bewusst geworden. Wenn ich noch meine Goldene Hochzeit erleben will, muss ich selber etwas dafür tun. Sich einfach darauf zu verlassen das alles immer problemlos weiter geht – das reicht nicht. Also bleibt mir nichts anderes übrig als auch mal an meine Gesundheit zu tun. Mein bisheriges Leben war zwar aufregend und schön – aber das neue wird dann eben vorsichtiger und anders aufregend und schön

Angiomen

Für die letzten Tage  war der 3. Teil vorgesehen – aber es kommt immer anders. Durch Zufall bin ich auf einer Seite gelandet die sich mit den Folgen eines Aneurysma beschäftigt. Dabei fiel auch der Satz das  Angiomen keinen Einfluss auf die Lebensdauer hätten.

Ich weiß nicht was ich glauben soll. Da sich die Ärzte scheinbar nicht einig waren, ergab sich für mich jahrelang folgendes Bild

Das eine Drittel des Ärzte Teams sprach von einen Aneurysma, dann war es auch ein Angiom und für den Chefarzt war es Gehirnbluten. Für mich ist das damit zu erklären, das die Medizin zwar schon weit war, aber es bei der genauen Diagnose damals noch unterschiedliche Meinungen herrschten.

Für mich bedeutet das ganz einfach Glück. Glück das ich das Aneurysma bzw. das Gehirnbluten überstanden habe und Glück wenn es wirklich nur ein Angiom war. Doch STOP

Gerade habe ich mich sicherheitshalber noch einmal bei Wikipedia schlau gemacht. Ganz so unklar war die Begrifflichkeit damals wohl doch nicht. Jeder meiner Ärzte bevorzugte wohl einen anderen Begriff. Denn es lief immer auf das eine hinaus. Hirnblutung.

Egal welcher dieser Fachbegriffe auf mich zu trifft, es gibt mich noch und das hoffentlich noch recht lange

Weiter

Das ich mit dem Beitrag am Freitag schon aufgehört hatte- das war nicht ohne Grund. Auch wenn mir, Heute, vieles leicht fällt. Über diese Zeit, das sind die ersten fünf Jahre(67-72) fällt es mir immer noch  schwer darüber zu sprechen.

Abgesehen vom Laufen lernen, gab es noch einiges andere an Hindernissen zu bewältigen. Es hört sich immer so leicht an  wenn man darüber spricht, aber wenn  man erst einmal parallel dazu  noch das Sprechen die richtige Aussprache auch noch  wieder lernen muss dann ist man schon gefordert. So kamen  in den ersten Jahren noch  einige andere Dinge dazu. Eine Schwierigkeit war für mich auch richtig Essen zu lernen.  Immer wieder klebten noch Essens Reste an meinen linken Mundwinkel, am schwierigsten war es Suppe zu essen.

Weil mir selten die richtigen Worte zur rechten Zeit einfielen, entwickelte ich mich zu einen ruhigen Vertreter.  Zum Glück  ist diese Zeit vorbei.  Am schwierigsten war es für mich den richtigen Gesichtsausdruck zu haben. Aber irgendwann habe ich auch dieses Problem größtenteils in den Griff bekommen.  Wie ich Jahre später erfuhr, das mir Gehirnmasse fehlt, waren die Schwierigkeiten der ersten Jahre nicht weiter verwunderlich.

Als mein Arzt mich vor einen dunklen Loch bewahren wollte, wiederholte er  unbewusst die Sätze meines Arztes der mich damals operiert hatte

„Du kannst Uralt werden“

Das tat, 2006,  unheimlich gut. Vor allen weil er mir jetzt auch sagen konnte, was mir der Chefarzt 1967 verschwiegen hatte.

„Sie haben die  ersten fünf Jahre überstanden, dann sollte es vom Gehirn her keine Gefahr mehr für Sie geben“!

Michael Schumacher

All das, was mich vor neun Jahren bewegt diesen Blog an zu fangen, all das was M. S. in den letzten Jahren wahrscheinlich erlebt hat. Seine Leidensgeschichte ähnelt meiner fast bis aufs Haar. Deswegen erlebe ich im Augenblick vieles wieder aufs neue. Die Erinnerungen sind gespalten.

Es gibt, gerade aus den Anfangs Jahren, nur bedingt Gutes zu erzählen. Gestern war der 50. Geburtstag von Michael Schumacher. Eigentlich hatte ich es schon verdrängt, aber nachdem 2009 Monica Lierhaus der Grund für diesen Blog war, passierte 2013 der Unfall von M.S. was mich aufs neue für den Blog motivierte. So verhält es sich im Augenblick. Gestern kam alles wieder hoch. Aber genau das ist es was mich stark gemacht hat. Die kleinen kaum wahrnehmbaren Erfolge – die persönlichen Fortschritte. Das ist für viele nur schwer nachvollziehbar womit ich wieder in der Vergangenheit und doch in der Gegenwart bin. Denn all das was M.S. gerade durchmacht habe ich schon erlebt.

Das war, aus heutiger Sicht, die schwerste Zeit für mich. Das was ich aus den Tagen mitnehme ist das ich noch gelebt habe und das es danach steil bergauf ging. Es waren die ersten fünf oder sechs Jahre die mir zu schaffen gemacht haben. So dürfte es allen ergehen die das Glück hatten, einen solchen Unfall zu überleben.

Schicksalstage

So ungefähr  hatte ich mir vor ein paar Wochen die Überschrift vorgestellt.

Doch jetzt vierzehn Tage später müsste es wie folgt heißen:

„Alles halb so schlimm“

Das was mir im ersten Moment als schlimm oder störend vorkam – mich auch einige Tage blockiert hat, ist jetzt nur noch als nervige Kleinigkeit zu sehen

Es ist egal um was es bei mir gegangen ist – auf lange Sicht erscheinen viele Dinge nur noch  als Kleinigkeit. Deswegen ist es auch besser vieles gelassener anzugehen oder es ist sinnvoll sich eine Pause, eine Auszeit zu nehmen

Weisheiten XCI

In den letzten vierzehn Tagen ist viel passiert, was mich täglich aus der Ruhe, aus der Fassung bringen könnte. Doch egal was es war, ich habe versucht Ruhe zu bewahren, in der Hoffnung das Besserung eintreten würde.

Es ist der einzige Weg aus der negativen Spirale heraus zu kommen. Heute scheint es fast so als ob ich es geschafft hätte. Das meiste ist wieder so wie es sein soll, aber perfekt ist es noch nicht. Es gibt immer wieder Situationen  die es mir schwer machen. Aber genau das muss ich lernen richtig zu verarbeiten.

Und ich werde nicht aufgeben alles richtig zu schaffen, denn es lohnt sich immer zu kämpfen

Auch wenn diese Weisheit schon unzählige Male von mir geschrieben habe, es lohnt sich immer diese Sätze neu zu schreiben. Gerade nach einen Tief ist es wichtig sich all das noch einmal ins Gedächtnis zu rufen

Bonus

In den letzten Tagen, ja sogar Wochen habe ich wenig bis gar nichts geschrieben. Das hat seinen Grund, wird sich aber hoffentlich bald wieder ändern.

Vor ein paar Jahren(in der Anfangsphase des Blogs) habe ich ziemlich oft negatives über mich berichtet um  auf zu zeigen das es mir nicht immer gut ging. Das soll aber nicht wieder vorkommen. Dann schreibe ich lieber nichts, und im nach hinnein .werde ich auch nicht darauf eingehen. Es ist eben so: Es kann nicht immer alles Plan laufen. Die Zuversicht auf Besserung sollte aber immer da sein.

Wenn mal wirklich solche Tage, wie im Augenblick, sind, dann mache ich mir gerne Mut

„OK – die Momentaufnahme ist  nicht besonders  – sie läuft auf den Rollstuhl oder schlimmeres hinaus.

Aber!! Die letzten 51 Jahre sind als Bonus zu betrachten, zumindest aus Sicht von Medizinern, Warum soll  mit dem Bonus jetzt Schluss sein? Für mich beginnt eben jetzt ein Neues Leben. Ein  Leben in dem mein Bewegungsablauf etwas  eingeschränkt ist  und ich den Schwerpunkt auf meine Gesundheit legen muss.“

Diese  Gedanken gehen mir im Augenblick ziemlich oft durch den Kopf und schließen immer mit der Feststellung

„Du hast keinen Grund zu klagen bzw. Unzufrieden zu sein. Deinen Kopf, Deinen Gedächtnis geht es gut. Soviel Glück hat nicht jeder – sei einfach zufrieden und glücklich mit  deiner Lage“

So kann die normalerweise  menschliche aufkommende Unzufriedenheit keinen Nährboden finden und somit meine Zuversicht nicht gefährden

 

 

Gedanken 65 oder Stürze

Im Augenblick mache ich mir ernsthaft Gedanken über mich. Gestern bin ich schon wieder gestürzt. Nicht mit dem Fahrrad, sondern im Büro. Ich bin einfach mit dem linken Fuß gegen einen der vielen Kartons gekommen und habe das Gleichgewicht verloren. Überhaupt das Gleichgewicht! Die gleichen Aktionen früher waren alle mit einen Kopfschütteln und einen Gedanken verbunden.

„Bist Du heute verrückt?“ das war meistens mein Gedanke

Heute bleibt mir keine Zeit für solche Gedanken. Es geht so schnell abwärts das mich nur eines beschäftigt.

Wie falle ich richtig?

Dann kommen erst die Gedanken. Und die sind allesamt mit einer Frage verbunden. Warum?

Es ist ganz einfach. Meine Gleichgewichtsstörungen nehmen zu und ich habe noch kein Mittel bzw. keine Maßnahme dagegen gefunden. Was nicht heißt das ich mich klaglos in mein Schicksal ergebe. Für alles gibt es eine Lösung. Und auch hier wird es Möglichkeiten geben.

Welche weiß ich noch nicht. Eine erste Maßnahme von mir ist über vorsichtig zu sein um möglichst viel negatives zu vermeiden. Und doch wird wohl noch einige Stürze geben.  Eines kommt für mich jedoch nicht in Frage, Aufgeben ist ein Fremdwort

 

Rentenreform 2018

Heute bin ich im wahrsten Sinne des Wortes euphorisiert. Ja,auf den ersten Blick sieht es so aus als ob das neue Rentenpaket mir zugute kommen könnte.

Das würde für nichts anderes bedeuten als das ich schon am 2.1.2019 aufhören könnte und meine Rentenanwartschaft würde trotzdem so gerechnet als ob ich bis 65 gearbeitet hätte. Einfach genial. Dann hätte sich mein Durchhaltevermögen gelohnt.

Inwieweit die Rente sich für mich erhöhen würde, kann ich nicht sagen. Aber allein das Gefühl schon (ab dem 11.1.19) jederzeit aufhören zu können, das ist ein tolles Gefühl. Mir blieben die Jahre 2019 bis 2021 erspart. Denn die Arbeit, so positiv sie auch von mir beschrieben wird, fällt mir immer schwerer.

Wie gut das der Kampfeswille bei mir so ausgeprägt ist.