Tante

Im Schwarzwald habe ich wieder einiges erlebt, vor allen aber hat mich Tantchen begeistert. Im Laufe der Jahre habe ich nahezu die komplette Verwandschaft kennen gelernt. Wie fast jedesmal, wenn meine Schwiegermutter Geburtstag hat, gibt es ein Treffen mit etlichen Verwandten und Bekannten. Warum sollte es diesmal anders sein?

Ich fahre inzwischen gerne dahin, zum einen weil ich jedesmal mindestens 1 Buch lese zum anderen weil es Spaß macht alles zu beobachten, aber vor allen weil ich fasziniert bin. In erster Linie von meiner Schwiegermutter, aber inzwischen auch von der Tante meiner Frau. Beide zeichnet eines aus. Sie denken nur positiv und blicken größtenteils in die Zukunft. Ausnahmsweise möchte ich mal nicht auf die Mutter meiner Frau eingehen, das habe ich schon getan und es hat sich nichts geändert, außer das sie etwas mehr Zeit für die Pflege des Gartens und des Hauses braucht als früher.

Heute geht es um „Tantchen“. Sie hatte im letzten Jahr einen Schlaganfall und dementsprechend auch Lähmungserscheinungen auf der rechten Seite. Es sah überhaupt nicht gut aus für sie. Doch was macht sie? Nein, sie hat sich nicht in ihr Schicksal begeben und alles über sich ergehen lassen. Sie hat sich für kämpfen entschieden. Zitat: „Dafür bin ich noch zu jung um nur noch herum zu sitzen und nichts mehr unternehmen zu können“ Und so fing sie mit 84 Jahren ein neues Leben an. Betreutes Wohnen ist jetzt angesagt, denn ins Altenheim wollte sie nicht, weil sie dann nur unter „alten Leuten“ wäre. Ihre Leidenschaft, den Garten, hat sie abgegeben und sich sofort in die Reha begeben um dort wiieder das Laufen zu erlernen. Nachdem sie auf das geliebte Schwimmen verzichten mußte, wollte sie ihre täglichen Spaziergänge aber nicht missen. Also stellte sie sich auf einen Rollator ein. Natürlich bedurfte es einer Gewöhnungsphase aber inzwischen macht sie wieder ihre Spaziergänge.Wenn sie zuhause ist, legt sie sich nicht zurück sondern trainiert mit eisernen Willen an ihrer gelähmten Hand um sie so schnell wie möglich gesund zu bekommen.

In den 3 Tagen die ich mit sie gesehen habe, hörte ich sie nicht einmal klagen. Stattdessen erzählte nur von den Schönheiten des Lebens und das sie nächstes Jahr wieder zum Geburtstag durch halb Deutschland fahren würde.

Shopping

Neue Woche, neues Glück, totaler Themenwechsel. Nachdem ich mich in der letzten Woche, mehr oder weniger intensiv um Gesundheitliche Probleme gekümmert habe, werde ich jetzt wieder nach vorne sehen. Wenn das Informationsbedürfnis einiger „körperlich Gesunder“ nicht so ausgeprägt gewesen wäre, hätte ich mich auch nie so intensiv darüber ausgelassen.

Sollte nichts dazwischen kommen, werde ich diese Woche über das Wesen von Politikern schreiben und am Freitag werde ich mit der AIDA Bella den 3. Seetag beschreiben und dabei auf Deck 12 eingehen. Der Samstag steht wieder für einen Bericht vom Hallenfußball. Dazwischen werde ich von meinen täglichen Aktivitäten berichten. So sieht die Planung aus. Die kann sich aber jederzeit ändern, wenn sich etwas unerwartetes ereignet.

Den Freitag haben wir, meine Frau und ich, wie gewohnt mit Einkaufen verbracht. Der Ursprung dafür liegt einige Jahre zurück. Damals befand sich ihr Arm in Gips und sie konnte nur schwer alleine einkaufen.Damit dieses wöchentliche Prozedere etwas angenehmer für mich wird, gingen wir immer erst einen Kaffee trinken. Für mich war es dann einfach shopping.

Am Samstag waren wir dann mal wirklich shoppen. Für mich stellte sich die Frage, ob ich den größten Teil des Tages zuhause herum sitze oder ob wir in eines der Center fahren um vielleicht etwas zu kaufen. Normalerweise dauert dieses Bummeln endlos lange, weil Frauen ja ein anderes Informationsbedürfnis als Männer haben. Seitdem meine Frau für sich den Donnerstag Nachmittag als persönlichen Bummeltag entdeckt hat, ist es für mich jedoch viel angenehmer geworden, weil alles schneller geht..

Ich finde es gut, das ist besser als immer gemeinsam etwas zu unternehmen. So ganz nebenbei zeigt sie auch ihre Unabhängigkeit von mir. Anfangs wollte ich sie ja noch begleiten, aber sie war der Meinung das ich nicht unbedingt Verständnis dafür habe, wie sie gerne bummelt, und sie wollte keine Kommentare von mir haben und auch keinen der immer auf die Uhr schaut. Einfach frei und unbeschwert genießen. Dafür nimmt sie auch gerne langes Fahren in Kauf. Inzwischen sehe ich das nicht nur als ein Beweis für Selbstständigkeit, sondern vielmehr als eine Art von Lebensgenuß, und davon kann man nie genug kriegen.   

CT

Es ist mal wieder an der Zeit, eine kleine Einführung für neue Leser zu geben.

Als ich vor fast 2 Jahren mit diesen Blog anfing dauerte es nicht lange bis ich mir die Frage stellte, warum machst Du das eigentlich? Warum gibts Du soviel von Deinen Leben preis?  Was bringt Dir dieser Blog? Ist es nicht manchmal zuviel Outing oder wäre es nicht besser etwas zu erfinden als wahrheitsgetreu zu schreiben? Interessiert es überhaupt jemanden, wenn ich hier schreibe? Diese Fragen stellt sich bestimmt auch der ein oder andere neue Leser, was ich gut verstehen kann.  Die Antworten kamen für mich im richtigen Moment, denn so manches Mal habe ich schon ans Aufhören gedacht. Aber!!! 

Die Statistik zeigte einen sprunghaften Anstieg dieser Seite, und bisher geht es noch so weiter. Im Laufe der Zeit bekam ich viele Reaktionen, in Form von Mails oder Kommentaren im Blog. Sie haben im Grunde genommen alle eins gemeinsam. Es gibt eine große Zustimmung und es besteht ein großer Wunsch nach Fortführung dieser Seite. Gerade deswegen fällt es mir inzwischen leicht über vieles zu schreiben, was viele als ihr Geheimnis betrachten würden. Dabei schreibe ich nur über Erlebtes. In der ganzen Zeit habe ich nach Erfahrungsberichten Behinderter Menschen im Netz gesucht. Erfahrungen ohne Selbstmitleid, tägliche Erfahrungen, positive und negative. Leider habe ich nichts gefunden.  Das sind genügend Gründe um diesen Blog weiter fort zu führen, auch mit seinen Fehlern. Es soll kein Buch sein, das mehrfach Korrektur gelesen wurde. Es soll ein Spiegelbild des ganz gewöhnlichen Lebens sein. Ein offen und ehrliches Spiegelbild. Denn hier geht es nicht um Schönfärbei sondern um die Realität.

Das war speziell für die Neulinge, jetzt möchte ich noch ein Versprechen aus der vorletzten Woche einlösen!

Als ich vor 3 Wochen ins Krankenhaus kam konnte ich eine Computerthomographie noch so gerade umgehen. Was ist aber nun eine CT?  

ct.jpg 

Eigentlich müsste die Computertomographie richtigerweise Röntgen-Computertomographie heißen. Denn die CT ist nichts anderes als eine computergestützte Röntgenuntersuchung. Im Unterschied zum „klassischen“ Röntgen, das nur ein zweidimensionales Bild auf dem Röntgenfilm hinterlässt, liefert die Computertomographie allerdings Schnittbilder durch den Körper beziehungsweise einen bestimmten Körperteil.

Mit den Schichtaufnahmen können Strukturen aus dem Körperinneren also dreidimensional dargestellt werden. Das erlaubt es nicht nur, verschiedenste Krankheiten zu erkennen, sondern auch die Lage und Ausdehnung dieser krankhaften Veränderungen zu bestimmen. Anfang der 1970er wurde die erste CT-Aufnahme am Menschen vorgenommen. Binnen weniger Jahre avancierte die Computertomographie zu einem der wertvollsten Diagnoseverfahren der Radiologie und ist heute aus Klinik und Praxis nicht mehr wegzudenken.

Vorausblick

Nach diesen Feuerwerk an Beiträgen ist es, hoffentlich, verständlich das ich 2010 jetzt langsam ausklingen lasse. Bevor es soweit ist möchte ich noch einen Hinweis für alle neuen Leser geben und einen kurzen Vorausblick auf 2011 wagen. Auch 2011 werde ich meinen Stil beibehalten, denn sie soll zeigen wie schön und normal ein Leben sein kann, obwohl man mal schwer krank war. Wie es sich ständig lohnt an sich zu arbeiten obwohl man noch krank ist. So trifft das zumindestens auf mich zu. Ich möchte durch meine Offenheit zeigen, das es besser ist sich nicht zu verstecken sondern sich klar und deutlich zu seinen Handicap zu bekennen.

In dieser Woche wird noch ein weiterer Teil meines Reiseberichts erscheinen und dann geht es am 3. Januar weiter. Eine Neuerung wird es geben.Ich werde wieder verstärkt Weisheiten aufschreiben. Sie werden zum größten Teil von Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens stammen. Denn soviel Weisheiten kann ich nicht selber aufbringen das ich jede Woche etwas Weises von mir gebe.

Rechtschreibung

Ergänzend zu Gestern, kann ich nur sagen, das ich damals wirklich Glück hatte. Und wenn es auch gut für mich ausging, so ist es kein Patentrezept das ich ständig anwenden kann. Denn es hat auch Nebenwirkungen. Danach bin ich so erschöpft, das ich vieles garnicht mehr wahrnehme. Damals waren es sogar einige Tage, die mir Gedächnismäßig verloren gegangen sind.

Am Montag war ich nur etwas geschwächt. Als ich später den Blog schreiben wollte kam ich wieder ständig mit der Groß- und Kleinschreibung durcheinander. Es nervt manchmal, weil ich oft auf die Feststelltaste und nicht auf die Shift taste drücke, das führt oft dazu das ich vergesse sie wieder auf normal zu stellen. (Die hälfte der Tastatur ist für mich mit einer Hand gut erreichbar, beim Rest wird es schwieriger) Darum habe ich mir gesagt, das es eigentlich egal ist. Wir haben schon wieder eine neue Rechtschreibreform, es verändert sich ständig etwas, ich schreibe dann eben größtenteils klein. Dann brauche ich weder die Shift noch die Feststelltaste drücken.

Denn entscheidend sind die inhalte dieses Blogs.

Startseite

Dienstag habe ich mal wieder meine Startseite geändert. Ich wollte das Outfit meiner Seite auch mal wieder auffrischen.
Das Motiv ist zwar kein Fußballschuh, wie ich es gerne hätte, aber immerhin ein Sportschuh. Als wir Freitag in Hamburg waren, hatte das vor allen einen Grund. Ich wollte mir als Geburtstagsgeschenk Fußballschuhe kaufen. Nach langen Suchen habe ich auch Die klassischen Adidas Schuhe in meiner Größe(47) gefunden. Ich hätte zwar noch lieber eines der neuen farbigen Modelle genommen. Bei genauer Betrachtung mußte ich jedoch feststellen, das die nicht sehr wiederstandsfähig sind. So habe ich auf Altbewährtes zurück gegriffen. Es sind wahrscheinlich meine letzten „Treter“ und die sehen genauso aus wie meine ersten Fußballschuhe.

Wie gut das ich vor ein paar Jahren gegen mein Gefühl an gegangen bin und nicht den leichten Weg gewählt habe. Ja, es sind sogar die letzten 3 Jahre in denen ich überlegt habe mit dem Fußball spielen aufzuhören. Inzwischen weiß ich genau wie ich mich vorm Spiel und auch während des Spiels zu verhalten habe und sehe keinen Grund ans Aufhören zu denken.

Das war auch ein Grund für den Kauf meiner Schuhe. Ich wollte damit ein Zeichen setzen. Da passte das Symbol der Sportschuhe Optimal für die neue Startseite.   

Noch ein Hinweis. Die Überschrift des morgigen Reiseberichts heißt: Finnland

Verblendung

Stig Larsson mit seinen Erfolgstrhriller hat Schuld! oder der Literaturkritiker den ich vor ein paar Monaten getroffen habe. Ein wenig verrückt klingt die folgende Geschichte schon. Aber was ist auch normal? Wenn alles planmäßig verlaufen würde, gäbe es keine Unfälle und wir würden wie Maschinen existieren. Wer will das schon? Darum liegt der Reiz auch in dem was schwer zu erklären ist geschweige denn zu verstehen ist. In diesen Fall liegt der Ursprung sehr lange zurück.

Früher habe ich sehr viel gelesen. Ich erinnere mich noch genau das ich einmal innerhalb von 3 Tagen, im Krankenhaus, Quo Vadis gelesen haben. Es gab eine Zeit in der ich fast alles gelesen habe. Grass, Böll, Solzenitschin usw. Minimum 10 Bücher waren normal im Jahr. Mein Zimmer war immer ordentlich und aufgeräumt, ganz wie ein Musterbüro. Dann kam ein Riß! Ich habe immer überhaupt nicht mehr gelesen und an Ordnung hatte ich auch kein Interesse mehr. Nach einen Umzug, vor 10 Jahren steigerte sich der Hang zum Chaos. 2006, beim letzten Umzug, war die zwischenzeitliche Ordnung nur ein Strohfeuer. Warum das so ist weiß ich nicht.Vor 15 Jahren habe ich nach über 10-jähriger Pause wieder ein Buch gelesen. Die Firma, von Grisham. Es war fast so wie in alten Zeiten. Also beschloß ich in meinen Zimmer auf zu räumen. Das war der erste von vielen Versuchen. In meinen Innern hatte ich eine Reihenfolge festgelegt an die ich mich halten wollte. Erst lesen, dann Ordnung schaffen. Das Internet und mangelnde Lesebereitschaft waren aber nicht gerade förderlich für dieses Vorhaben. Nun komme ich zur „Verblendung“ von Stig Larsson. Vor 5 Monaten sah ich diesen Thriller. Platz 1 in jeder Bestenliste und mehrfach ausgezeichnet. Dann traf ich, wie damals beschrieben, den Literaturkritiker. Danach war mir klar: Es muß sich was ändern. Nur schlaue Sachen schreiben, und sich nicht daran halten, das geht nicht. Bis ich dann anfing mein Vorhaben in die Tat umzusetzen vergingen wieder ein paar Monate. Nur jetzt stecke ich fest im Leserausch. Dabei befinde ich mich erst in der Mitte des ersten Bandes. Da es eine Triologie ist, habe ich noch 2 weitere Bücher, mit jeweils über 700 Seiten zu lesen.

Ich habe mich die ganzen Jahre nicht gezwungen. Ich habe es immer so gemacht wie meine Kräfte, meine Gemütslage es zuließen. Auf eine gewisse Art und Weise habe ich mich treiben lassen. Ob es damit vorbei ist, kann ich heute nicht sagen. Aber das Gefühl etwas zu ändern wird immer größer. Ich bin fest davon überzeugt das es mir gelingt. Wenn das der Fall sein sollte, hat es sich wieder einmal gelohnt an die eigenen Fähigkeiten zu glauben.

Diese Geschichte hat einen extrem langen Vorlauf. Sie zeigt aber auch, das es möglich ist seine selbst gesteckten Ziele zu erreichen. Das man sich dabei nicht unter Druck setzen sollte. Wichtiger ist das Gelingen. Das ich mir mit diesen Dingen soviel Zeit gelassen habe liegt allerdings auch daran, das es nichts mit Gesundheit, nichts mit Leben zu tun hat. Es geht einfach nur um Ordnung von toten Material. Ich würde es immer wieder so machen. Erst die Gesundheit dann der Rest.

Sylvester

Wer hat heute schon Zeit einen Blog zu lesen? Wahrscheinlich niemand. Warum soll ich unnötig Energie verschwenden? Energie die mir an anderer Stelle fehlt. Deswegen gibt es heute nur diese Sätze.

Ich wünsche all meinen Lesern einen guten Rutsch ins Neue Jahr