Archiv der Kategorie: Fussball

Fußball 2/17

Gestern war es nicht leicht, wir mussten durch spielen, dadurch das etliche fehlten, gab es kaum Zeit um eine Pause zu machen.

Bei mir kam noch erschwerend dazu das ich mir meinen neuen Schuhe vom letzten Jahr angezogen habe. Gut, man soll nicht alles verteufeln was beim ersten mal schief gegangen war – aber bisher waren meine teuren Hallenschuhe nicht gerade erfolgreich. Bei den ersten Spielen im alten Jahr war mein Stand so schlecht das ich Mühe hatte mich auf den Beinen zu halten. Bei einen weiteren Versuch kamen diverse Stürze dazu, es gab also genügend Gründe diese Schuhe aus zu sortieren.

Und doch habe ich es Gestern riskiert und mein Mut wurde belohnt. Gewonnen oder verloren, ist für mich unwichtig.

Die Schuhe saßen richtig, passten genau und waren so wie ich sie mir beim Kauf vorgestellt hatte. Ein Volltreffer!

Fußball 1/17

Seit gestern Abend schwebe ich auf Wolke 7

Es war Grandios, nicht meine Leistung aber das ganze Spiel. Es gab nicht einen Moment der körperlich oder Geistigen Schwäche, nicht einen Sturz, es verlief alles ohne Probleme. Zum Schluss stimmte sogar die Leistung. Das erste Mal seit vielen Wochen das alles einwandfrei gewesen ist. Dieses Hochgefühl das mich gerade umgibt lässt sich nur schwer beschreiben, es ist einfach ein Traum.

Fortsetzung

Die Worte meines Freundes gingen mir noch lange durch den Kopf. Meine Entscheidung auf einen Arzt Besuch zu verzichten war, meiner Meinung nach, immer noch richtig. Aber etwas Vernunft könnte ja nicht schaden, also ließ ich mir noch einmal alles durch den Kopf gehen und musste viel nachdenken.

Im Leben geht alles, fast alles ist machbar – aber ein Leben ohne Fußball für mich. Das ist für mich, im Augenblick, unvorstellbar. Und doch es gibt fast nur Argumente die für AUFHÖREN sprechen.

Bisher war das Glück auf meiner Seite. Aber allein die letzten Stürze hätten dramatische bis endgültige Folgen haben können. Je älter ich werde umso grösser ist das Risiko. Gerade im Alter kommen soviel Faktoren dazu die nichts mit meiner Behinderung zu tun haben. Nimmt man sie hinzu ist es ein Tanz auf der Rasierklinge der von mir jeden Donnerstag aufgeführt wird. Wenn mich ein Ball an der falschen Stelle trifft, wenn ein Zweikampf für mich schlecht verläuft, wenn meine Kräfte zu früh nachlassen, wenn ein Sturz nicht so gut wie bisher kompensiert werden kann… Das sind genügend Gründe die gegen Hallenfußball sprechen.

So darf es nicht weiter gehen. Wie gesagt bisher ist alles gut ausgegangen. Aber wenn ich an die Seuchen Jahre  1987 mit zwei Brüchen und 1997 mit Handgelenksbruch und Zusammenbruch inkl. Krankenhausaufenthalt sowie 2006 mit Zusammenbruch und dann noch Kreuzbandriss denke, dann war das im letzten Jahr harmlos.

In jeden Jahrzehnt war also immer so eine negative Phase. Theoretisch dürfte in den nächsten Jahren nichts passieren. Leider ist Theorie keine verlässliche Größe.

Ich werde es noch einmal am 12.1. versuchen und danach entscheiden, wie es in der Halle weitergeht mit mir.

Fußball 27 +28/17

Eigentlich ist es noch zu früh einen Bericht über meine letzten Abende in der Halle zu schreiben, denn mein Oberarm schmerzt noch ziemlich stark.

Vom 24.11. gibt es nicht viel zu berichten, an dem Abend verlief alles einwandfrei, ohne Probleme, es war ein guter Fußball Abend

Am 8.12. sah es anders aus. Es dauerte eine Weile bis ich ins Spiel gefunden hatte. Doch genau in dem Moment erwischte mich ein ungewollter Schubser auf der falschen Körperseite. Da meine Bewegung in dem Moment schon stark zur linken Seite ging um den Torschuss abzuwehren, kam ich ins Stolpern ins Trudeln und landete unsanft auf dem Hallenboden. Diesmal war es die linke Augenbraue die meine Landung bremste. Mit der linken Körperhälfte fällt es mir schwerer einen Sturz so aus zu balanzieren das sich der Schaden in Grenzen hält. Wie genau es passiert ist?, ich habe es verdrängt. Fakt ist das mein Oberarm schmerzt und wahrscheinlich eine Stauchung ausheilen muss. Aber am schlimmsten hat es meine rechte Schulter getroffen.  Geprellt? Verstaucht? Gezerrt? oder doch was anderes.

Der Rat eines Mitspielers kommt für mich auf jeden Fall nicht in Frage. Zum Arzt gehen. Der Gang ist überflüssig. Den Text kenne ich schon vorher den er mir erzählen wird

„In ihren Alter, mit ihrer Beeinträchtigung, das ist grob fahrlässig und unvernünftig. Sie sollten mit dem Fußball aufhören und sich einen anderen Sport suchen.“

Dazu kämen noch andere Vorhaltungen – Nein! Der Gang zum Arzt muss nicht sein

Teil 2 morgen

Fußball 25/16 + 26/16

Es geht nicht anders, mein Bericht kann nicht bis Freitag oder nächste Woche warten.

In der vorletzten Woche war alles gut bei mir, zwei harmlose Stürze weil der Hallenboden zu glatt ist, mehr ist nicht passiert.

Letzte Woche sah es etwas anders. Die Reihe meiner Stürze ging weiter, doch diesmal ging ich die Sache anders an und suchte die Schuld, nach den ersten Stürzen bei mir. Sofort fiel mir auf das meine Schuhe nicht 100% richtig saßen. Kaum war das richtig analisiert worden von mir, fiel ich, nach einer geglückten Fußabwehr so unglücklich zu Boden das es für mich wieder Richtung Hallenboden ging. Ich fiel erst auf die Knie um dann mit dem Kopf aufzuschlagen.

Direkt an der Nahtstelle zwischen Plastik und Knochen. Sofort schoss mir auch Blut über den Kopf. Nun spiele ich schon über 30 Jahre Fußball und auch seit 17 Jahren Hallenfussball, aber so etwas ist mir noch nie passiert. Es gibt eben immer das erste Mal.

Jeder normale Mensch, mit meinen Voraussetzungen, würde jetzt sagen:

„Das war es! Ich höre auf, mein Alter, mein Handicap, mein Wissen darüber was alles passieren kann. Es gibt genügend Gründe um aufzuhören.“

running

Zum Glück trifft das Wort „Normal“ auf mich nicht zu. Am nächsten Tag bin ich los um mir in einen Einkaufscenter neue Hallenschuhe zu kaufen. Gekauft habe ich mir sie aber dann am Samstag in der Bremer Innenstadt. Es waren die teuersten Schuhe die ich mir jemals gekauft habe. Aber dafür ist es jetzt recht unwahrscheinlich das ich demnächst stürze.

Fußball 23 + 24/16

Vor vier Wochen, ging mir nur unser Urlaub durch den Kopf. Dementsprechend vorsichtig und erfolglos war auch mein Spiel. Das einzige was mich beschäftigte war unsere Flusskreuzfahrt. Das Ergebnis war eindeutig: Wenn man nicht voll konzentriert bei der Sache ist, das bringt nichts auf jedenfall keinen Erfolg.

Letzte Woche Donnerstag war es nicht viel besser, eher schlechter. Mir machten die hinzu gekommenen Kilo zu schaffen und im Gedanken war ich schon bei meiner Geburtstagsfeier mit der Mannschaft.

Normalerweise reicht eine Runde Getränke. Aber aus meiner Sicht ist ein runder Geburtstag zumindest bei mir ein Grund zur Freude. Denn zum einen ist es ein unfaßbares Glück die 60 erreicht zuhaben und zum anderen, das ich sogar noch Fußball spielen kann. Diese Freude will ich natürlich mit meiner Frau teilen, aber ein paar Tage später kommen dann Freunde und Arbeitskollegen an die Reihe. So war es letzte Woche Freitag meine Fußballmannschaft.

Dazu eine kleine Anekdote:

Die Feier fand im Vereinsheim unseres Gartenvereins statt. Die Gaststätte war gut besucht und etliche Kleingärtner bekamen unsere Feier mit. Als ich Gestern wieder in der Gaststätte war, sagte man mir.

„Das hätte ich nicht gedacht, das in Deiner Mannschaft soviel Gesunde sind, wir waren davon ausgegangen, das du nur mit Behinderten spielst, aber die wirkten ja richtig dynamisch, wie schaffst Du das nur dort mitzuhalten? Lassen die dich wirklich mitspielen oder bist Du einfach immer dabei wenn sie kicken?“

 

Sie hatte ja recht, für mich ist es auch wie ein Traum, aber ich arbeite und kämpfe auch dafür. Im Grunde genommen, galt meine Konzentration immer dem Fußball. Mein Sport hatte für mich selbst damals, als es um einen erfolgreichen Start in die Politik ging, immer Priorität. Wenn ich für diese beiden Tätigkeiten(Politik, Gartenfunktionär) den gleichen Einsatz gezeigt hätte, wer weiß was geworden wäre?

Das stört mich aber nicht. Sich dort durch zu kämpfen, wo viele von „unmöglich machbar“  sprechen oder es nur als Träumerei abtun. Dort sich Woche für Woche, immer wieder aufs neue zu beweisen, das ist für mich mehr.

Denn jede Woche kann ich zeigen, was mit einen festen Willen und großer Überzeugung vom eigenen Erfolg, alles möglich ist. Mag die Vorstellung davon vielen auch schwer fallen, für mich zählt nur der Glaube an das scheinbar unmögliche. Einfach auch um aufzuzeigen das man alles schaffen kann.

So folgen noch hoffentlich viele Berichte vom Fußball

Fußball 22/16

Meine Vorbereitung sah Gestern überhaupt nicht gut aus. Kein Schlaf nicht einmal Ruhe. Meine ganze Konzentration galt dem Neuen Garten und nicht dem Fußball. Meine Anspannung fand schon vor dem Spiel statt.

Deswegen ist es auch für mich kein Wunder das Heute alle Knochen schmerzen, obwohl meine Leistung eher schlecht bis sehr schlecht war. Dafür habe ich das Spiel ohne Probleme überstanden, kein Sturz, kein Blackout, kein Zusammenbruch einfach alles Gut. Nächste Woche wird alles besser.

Fußball 18 – 21/16

Es war mutig von mir, vor ein paar Wochen wieder mit dem Spielen an zu fangen. Allerdings war es als Torwart, doch schon eine Woche später zog es mich aufs Feld. Letzte Woche bin ich wieder als Stürmer aktiv gewesen, auch mit Erfolg. Das hat mich ermutigt so weiter zu machen.

Doch Gestern waren im Schatten 34 Grad, dementsprechend waren es in der prallen Sonne, über 40 Grad. Abgesehen davon das wir gar nicht spielen dürften, war es für mich besonders gefährlich.  Diesmal habe ich den Platz im Tor, gegenüber unsere Rücken Kranken, verteidigt.  Mir war Laufen zu gefährlich, das Risiko war mir zu hoch. Noch einmal Stürzen, weil die Belastung für meinen Kopf zu groß ist – nein das sollte mir nicht passieren.

Mir ist mein Leben wertvoller, als ein Stürmer Tor. Beim letzten Mal waren es nur ein paar Sekunden, die ich vollkommen weg war und es sah auch nur nach Stolpern aus, beim nächsten Mal können es mehre Minuten sein und wieder ein Krankenhausaufenthalt oder für absolute Pessimisten – sogar noch schlimmer.

NEIN – da lieber als Torwart spielen.rasi8erklingeDas Fußball spielen ist zwar ein „Ritt auf der Rasierklinge“ für mich, es kann jederzeit etwas passieren. Aber unnötig das Schicksal herausfordern. Das muß nicht sein.

Fußball 17/16 Teil 3

Es hat schon seinen Grund, warum dieser Donnerstag von mir so zelebriert wird und nahezu komplett wieder gegeben wird.

Mir fehlte ein Zentimeter um an den Ball zu kommen, so sah es zumindest aus, um das entscheidende Siegtor zu schiessen. Genau in dem Moment verlor ich für den Bruchteil einer Sekunde all meine Kräfte und stürzte heftig zu Boden.

fußballer1Da ich gerade auf das Tor schiessen wollte, war bei mir soviel Wucht vorhanden, das es mich nach vorne riß.  Als die Situation von mir realsiert wurde befand ich mich kurz vor dem ersten Aufprall. Um den Kopf zu schützen  flog ich so das  meine rechte Kopfhälfte unversehrt blieb, federte ich mit dem rechter Oberarm die Landung auf, was zur Folge hatte das ich mit meinen Brustkorb aufgeschlagen bin um mit dem Kinn zu bremsen und mit der Nase den Flug zu beenden. Dieser Sturz hatte es in sich.

Jeder, der wissen wollte, wie das passieren konnte, bekam die Version des verpassten Torschusses von mir zu hören. Der wahre Grund blieb erst einmal bei mir. Es dauerte ein paar Tage um diesen Sturz zu verarbeiten.  Als wir danach in die Kabine gingen, blutete meine Nase immer noch. Was mir jedoch mehr zu schaffen machte war meine Kraftlosigkeit, was auch kein Wunder war. Bei über 30 Grad und ständigen Hin und her laufen, das kostete Kraft. Wäre meine Vorbereitung nicht so gut gewesen an dem Tag, wahrscheinlich wäre diese Situation viel früher entstanden. Dadurch das ich meine Sonnenmütze vergessen hatte, war es eigentlich eine logische Konsequenz das mein Körper, mein Kopf geschwächt wurden.

Nun 10 Tage danach steht meine Entscheidung fest.

Das Risiko eines weiteren Zusammenbruchs ist mir zu groß.

Wenn – dann kommt für mich nur noch die Position des Torhüters in Frage, auf dem Feld werde ich nicht mehr zu sehen sein.

pokal-1Das war mein letztes Spiel als Stürmer!!

 

Fußball 17/16 Teil 2

So extrem die gestrige Sichtweise auch war, es kann nicht schaden sich vor Augen zu halten wie andere unseren Fußball sehen , bzw. sehen könnten. Nun kommt der maßgebliche Teil, der Teil in dem meine Wahrnehmung zählt. Und egal um was es geht, nur das sollte zählen.

Zu Beginn des Spiels fragten wir uns schon ob wir noch normal sind. Bei über 30 Grad noch Fußball spielen und das in unseren Alter.  Nein normal war das nicht, aber als Alternative zu einen Nachmittag im Liegestuhl empfanden wir unseren Fußball Abend besser.  Anfangs war auch keiner von uns ein Laufwunder, wir hatten alle mit der Hitze zu kämpfen.

Das kam mir natürlich entgegen. So fiel es nicht ganz so deutlich auf, das es sich bei mir um Standfußball handelte.  Immerhin hatte es zur Folge das sich der beste Mann des Gegners ab einen gewissen Zeitpunkt nicht mehr um mich kümmerte. Mein nächster Bewacher war ein Geschenk des Himmels. Er folgte mir auf Schritt und Tritt bis ihm die Puste ausging und er keinen Sinn mehr darin sah mich zu bewachen.

Genau auf den Moment hatte ich gewartet, mit einenmal war ich weder Rechts noch Linksaußen vor dem Tor sondern direkt vor dem Torwart. Es dauerte auch nicht lange und ich hatte  2 Tore geschossen.  Und dann fehlte mir  ein Zentimeter um noch ein weiteres Tor zu schiessen. Doch genau in dem Moment begann das Unheil für mich.

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