Zeitraffer

Mir geht es jetzt, über 47 Jahre nach meinen Unfall, so gut das mir in diesen Tagen oft Menschen durch den Kopf gehen die gerade aus dem Koma(heutzutage oft künstliches Koma) erwachen und zurück ins Leben finden oder die schon ein paar Jahre wieder dabei sind und nicht wissen wie lang der Weg sein wird.

Wenn  jemand von diesen Glücklichen meine Zeilen liest weiß er was noch vor ihm liegt. Nicht jeder Weg muss allerdings so lang wie der meinige sein. Denn Vernunft gehörte gerade in den ersten Jahren nicht zu meinen Stärken, das Gegenteil war der Fall. Und gerade die ist vonnöten, sie ist hilfreich. Mit etwas mehr Vernunft in der Anfangszeit wären mir bestimmt in den darauffolgenden Jahren viele schwierige Situationen erspart geblieben. Einzig mein dickes Fell, mein Selbstbewusstsein hat mich vor größeren Schaden bewahrt.

 

Das war nicht leicht wenn mir wieder einmal klar wurde das meine Aussprache ungenau war, das mir wieder Essensreste am linken Mundwinkel klebten, das es wieder einmal einen Knochenbruch gegeben hat oder eine Hose von einen Sturz kaputt gegangen war, dazu kamen immer wieder ungewohnte Aktionen die auf Unverständnis stießen. Das hat sich über die Jahre ergeben und ist hier nur im Zeitraffer wieder gegeben. All das habe ich mit einen Satz verarbeitet und weggesteckt.

„Ich lebe – was wollt ihr denn? es gibt doch nichts schöneres.“

leben

Getreu diesen Motto ist mein ganzes Handeln. Dabei habe ich nie den Glauben an ein Leben in Normalität aufgegeben. Das war auch ein Grund für diesen Blog. Meine Freude, meine positiven Erlebnisse, das was ein Leben an Überraschungen mit sich bringen kann, wie man sich immer wieder aus negativen Situationen befreien kann – das wollte ich mitteilen. Mit 300.000 Besuchern und 690.000 Seitenzugriffen kommt zwar Zufriedenheit auf ist aber auch Ansporn genug um das noch zu steigern

Welten

welten

Heute morgen prallten wieder einmal Welten aufeinander. Morgenmensch traf Nachtmensch. So könnte man es am besten beschreiben. Frohgelaunt fragte mich meine Frau wie es mir ginge ob mein Rücken Fortschritte machen würde oder ob er noch genauso schmerzen würden wie die letzten zwei Tage?

Soviel Fragen auf einmal, das mußte erst einmal verarbeitet werden. Dementsprechend langsam  und vorsichtig war meine Reaktion. Prompt kam die Antwort.

„Du musst Positiv Denken! Nur positives Denken bringt Dich weiter und hilft Dir wieder Gesund zu werden.“

Das saß. Ausgerechnet mir machte sie den Vorwurf Negativ zu Denken. Für einen  Menschen wie sie, ist es eine Selbstverständlichkeit schon morgens in der Früh mit positiven Gedanken wach zu werden. Bis es bei mir soweit ist dauert es immer ein wenig länger. Dafür sind die Rollen spät abends oder Nachts bei uns vertauscht. Egal. Meine Frau hatte Recht. Egal wie verschlafen  oder verträumt ich noch bin. Von der ersten Sekunde an darf es auf ihre Frage nur eine Antwort geben.

„Es wird immer etwas besser – bald bin ich wieder Gesund“

Falsch dagegen war „Ich weiss noch nicht wie es mir geht“

Auch wenn meine Rückenschmerzen, die mich seit Dienstag plagen so schlimm wie selten sind, das einzige was Hilft ist Positives Gedankengut

Schon geschrieben?

Es kann sein das von mir schon einmal ein Beitrag der in die gleiche Richtung geht, geschrieben wurde. Wenn ja – bitte ich um Nachsicht. In diesen Fall kann es nicht oft genug wiederholt werden. Für die einen zur Stärkung des Selbstbewusstseins, für die anderen zum besseren Verständnis.

Gerade für Menschen, mit Beeinträchtigungen am Gehirn, sind Regenerationsphasen wichtig wenn sie ihre Leistung abrufen wollen. An manchen Tagen ist man stark belastbar und dann benötigt man viel mehr Ruhepausen als einen lieb ist. Da können schon Kleinigkeiten zuviel sein.

 

Wenn ein Glas zerbricht ist es nur schwer zu kitten, eine perfekte Reperatur ist fast unmöglich. Bei Knochenbrüchen oder Kreuzbandrissen verhält es sich ähnlich. Die Auswirkungen sind oft genug noch jahrelang teilweise sogar ein ganzes Leben lang zu spüren.

gehirn

Wie mag es dann bei der Zentrale des Menschen aussehen? Das Gehirn ist der Teil des Menschen der am meisten belastet wird. Dazu kommt das es ein äußerst kompliziertes Gebilde ist. Gerade deswegen ist bei Gehirn-Patienten größte Vorsicht geboten um es nicht noch stärker in Mitleidenschaft zu ziehen.

wasserglas

Um noch einmal auf das Wasserglas zurück zu kommen. Sobald der Wasserduck bzw. die Belastung des geklebten oder gekittenden Glases zunimmt wird sich das Wasser seinen Weg bahnen. Benutzt man dieses Glas jedoch nur selten und auch nur halbvoll kann es lange in benutzbaren Zustand bleiben.

 

Spätestens jetzt sollte jeden klar sein, das Menschen die am Gehirn operiert worden sind oder dort Probleme haben, nie vollkommen Gesund sein werden.

Vorsorge

Die angekündigte Information über meine gestrige Nervosität werde ich erst in 3 Wochen auflösen können. Bis dahin muß auch ich mich in Geduld üben.

 

Meine Frau musste Heute zur Mammographie, zur Krebsvorsorge. Bevor bei einigen Lesern dieses Blogs der Gedanke aufkommt das wir Arztgänger sind, weise ich lieber auf die Gefährlichkeit dieser Krankheit hin.

Viele Hirnkrankheiten können geheilt werden, ja sogar Gehirnbluten wird erfolgreicher als in der 60-er Jahren des letzten Jahrhunderts behandelt. Ein Krankheitsbild ist jedoch auch heutzutage nahezu unheilbar.

 

Der Krebs, in all seinen Facetten. Gerade darum wäre es für jeden ratsam sich in bestimmten Abständen untersuchen zu lassen.

Viele Betroffene stellen erst bei Ausbruch der Krankheit fest, das ein Gang zum Arzt Hilfreich gewesen wäre. Oft ist es dann leider zu spät.

Dieses Horror-Szenario wünsche ich keinen, denn es muß grausam sein, wenn man weiß selber dazu beigetragen zu haben das man den Krebs mit all seinen Folgen durchleiden muss.

Deswegen noch einmal mein Appell an alle!

 

Nehmt die Vorsorgeuntersuchungen wahr!   

 

 

Quadratur des Kreises

  

Wie bekommt man in einen runden Raum ein Quadrat?

Unmöglich! stellte auch schon ein ägyptischer Mathematiker ca. 1550 v. Chr. fest. So ähnlich ergeht es mir mit meinen Blutdruck – oder besser Bluthochdruck.

Gestern morgen wurde wieder einmal ein hoher Wert festgestellt. Diesmal war es nicht 200:90 sondern mit 165 etwas niedriger, damit lag ich aber immer noch zu hoch. Das dies nicht Gesund ist leuchtet  mir auch ein. Nur was soll ich machen?

Genau hier beginnt das Problem.  Wenn ich mich nur auf den Blutdruck konzentriere bekomme ich Probleme mit dem Kopf. Das was für die Verringerung des Blutdrucks hilfreich ist, das ist oft genug schlecht für mein Gehirn. (wie wichtig und kompliziert es bei mir ist muß ich nicht wieder beschreiben.(wer es denoch wissen will – unter. http://mondre.de/2009/03/06/gesundheit/)

 

Es kommen soviele Unwägbarkeiten zusammen, das hätte ich nie gedacht. Es ist wie ein bunter Cocktail Esse ich wenig ist es gut für den Blutdruck aber schlecht für meinen Kopf, esse ich viel freut sich mein Kopf – für den Blutdruck ist es jedoch gefährlich. Allein jede Tablette die man nimmt erhöht den Blutdruck. Es ist eigentlich egal was ich mache, für einen ist es immer falsch. 

Soll ich jetzt verzweifeln?

Nein! Dazu gibt es keinen Grund. Mir wird es schon gelingen den richtigen Weg zu finden. Es gibt immer eine Lösung

Das Knie

 

In der letzten Woche bekam ich ein Problem, das mir in den letzten 20 Jahren fremd geworden war. Mein Knie machte mir zu schaffen. Gut, es war schon immer so das ich bei Überbelastung leichte Schmerzen hatte, aber diesmal waren sie unerträglich. Da mußte ich mich anstrengen weiterhin Positiv zu Denken. Zum Glück fiel mir eine Heilmethode ein, die ich früher oft angewandt hatte.

Gleichmäßiges Fahrradfahren mit niedriger Gangschaltung.

Diese Woche kann ich sogar wieder Treppen steigen ohne gleich zusammen zu zucken. Das Radfahren ist auch nicht mehr so schmerzhaft. So langsam ist Besserung in Sicht. Wo meine Beschwerden am Knie sind kann ich noch nicht sagen. Ich schwanke zwischen Meniskus, Seitenband oder Patellasehne. Ganz genau kann das nur ein Orthopäde feststellen. 

Nur was passiert mit mir dann? Wahrscheinlich wird mir eine Operation empfohlen. Bei dem was mir über Operationen an Knie, Hand oder anderen Gelenken bekannt geworden ist, scheidet diese Möglichkeit für mich jedoch aus. Permanente Schmerzen und keine Verbesserung, das Risiko ist mir zu hoch.

 

Lieber fahre ich langsam und gleichmäßig Fahrrad. Irgendwann wird es meinen Knie schon besser gehen.        

 

 

 

Frühstück

Am Mittwoch hat der Blog Geburtstag. Er wird vier Jahre alt!

Zeit genug um mal über den Ursprung nachzudenken, und was davon übrig geblieben ist. Dabei brauche ich zum ersten mal nicht auf Monica Lierhaus eingehen. Die hat sich, dank ihres positiven Denkens und ihres enormen Kampfgeistes gut entwickelt was mich wiederum sehr freut.

Wie ich darauf komme? Gestern Mittag als ich mein Frühstück vorbereitet habe fiel es mir wieder ein, warum der Blog von mir weitergeführt worden ist obwohl sich nach einer gewissen Zeit meine anfängliche Begeisterung gelegt hatte.

 

Genauer gesagt, fiel es mir beim bestreichen des Rosinenbrotes auf als ich mit der Butter kämpfte. Das Zittern meiner Hand war so stark das ich Mühe hatte die Butter aus dem Alupapier zu bekommen. Anstatt zu verzweifeln, was angesichts des Zeitaufwands nahe lag, rief ich mir eine Tatsache ins Gedächtnis zurück.

„Du leidest doch an Parkinson! so hat es doch dein Arzt damals zu Dir gesagt“

Diese nicht gerade beruhigende Feststellung ging mir durch den Kopf, um dann mit etlichen Gedanken fortgeführt zu werden.

„Das war doch damals vor über 40 Jahren und Dir geht es immer noch gut. Ja, es wurde immer wieder bestätigt diese Diagnose – Na und? Was solls? Die meisten Parkinson Patienten hat es viel schlimmer erwischt als dich.“

Doch das war noch zu wenig um mich entspannter sein zu lassen, das war noch zu wenig an Argumenten.

„Du hast bisher ein ganz normales Leben geführt – mach Dir keine Sorgen, das wird auch weiter der Fall sein. Nur weil Du mit der rechten Hand in bestimmten Situationen zittrig bist geht die Welt nicht unter“

Weil ich die wohltuende Wirkung spürte, ließ ich meinen Gedanken weiterhin freien Lauf.

„Es gibt bestimmt die unterschiedlichsten Formen der Parkinson Krankheit. Der größte Auslöser ist Stress und Ärger gefolgt vom Alkohol. Du befindest Dich auf dem Weg der Besserung. Immerhin kannst Du schon wieder relativ gut schreiben, die Kaffeetasse oder den Becher ruhig halten. Wo ist das Problem? Seitdem Du kaum noch Politik machst scheinen sich die Parkinson Symptone zurück zu entwickeln.“

 

Ausgestattet mit dem Wissen gewann ich den Kampf mit der Butter

Teil 2 folgt Morgen         

Schneeregen

 

Obwohl es nur 2 Grad kalt war und Regen bzw. Schneeregen angesagt war, bin ich mit dem Rad zu meiner Ärzte-Tour aufgebrochen. Im Sommer ist das ja kein Problem, in dieser Jahreszeit hilft jedoch nur Positiv Denken, das der Regen ausbleibt solange ich mit dem Rad unterwegs bin. Wie gewohnt bin ich meine beiden Ärzte angefahren, die mich auch kurz sprechen wollten.

Nachdem mein Hausarzt mir nur den Hinweis auf eine Untersuchung mit auf den Weg gegeben hatte, stellte mein Neurologe fest das ich schon lange keinen so guten Eindruck gemacht hätte.Aus seiner Sicht war mein Verzicht bzw. meine Passivität in der Politik entscheidend für mein Wohlbefinden. Alles andere wäre bei mir altersbedingt oder Verschleiss durch die einseitige Belastung womit er auch mein Rücken oder Kreuzproblem meinte. Die Euphorie, vom letzten mal im Juni , war danach zwar nicht vorhanden aber so zufrieden und ausgeglichen wie ich seitdem bin, das gefällt mir. Zum Jahresendde gibt es für mich nur eine Schlussfolgerung:

Ich bin absolut Gesund! Einzig mein Alter und die damit verbundenen körperlichen Defizite könnten mein Problem werden. Wenn das keine guten Nachrichten sind.  

Hirnforschung

 

Spätestens seit meinen Krankenhausaufenthalt, im Februar, weiß ich das ich eine Ausnahmestellung einnehme. Inzwischen habe ich mich damit abgefunden, was nicht heißt das ich mir keine Gedanken darüber mache wieviel überlebende Menschen, die in den sechziger Jahren Gehirnbluten hatten, es noch gibt. Nach meinen Recherchen im Internet ist es eine verschwindend geringe Zahl denn ich habe bisher noch keinen gefunden, egal wo auf der Welt. Stattdessen lese ich nur die schlimmsten Berichte die kein gutes Ende haben.

Keine 200 Meter von meinen Arbeitsplatz entfernt liegt das Institut für Hirnforschung. Da bleibt es nicht aus das ich schon mal daran denke den Forschern einen alternativen Weg für ihre bisherige Art und Weise, das Gehirn zu erforschen, aufzuzeigen. Wahrscheinlich würden sie es ablehnen meine Erfahrungswerte in ihr Gedankengut aufzunehmen. Hier in diesen Blog kann ich es aber versuchen.

Es können alle erdenkbaren, möglichen und unmöglichen Strukturen des Gehirns erforscht werden um die Gesundung von Menschen mit Hirnverletzungen zu verbessern. Sie mögen auch hilfreich sein, die beste Hilfe das beste Mittel sind aber die Glückshormone. Ob die sich bei Affen in Gefangenschaft messen lassen weiß ich nicht.

In all den Jahren meiner Krankheit hat mich eines nie verlassen, es war und ist immer noch ein Teil von mir. Das Lachen, die Freude, das Fröhlich sein, die Zuversicht. Die Phasen der Verzweiflung, des Traurig seins, der Perspektivlosigkeit haben bisher nie lange angehalten. Lachen, positiv Denken das sind nur 2 von vielen Eigenschaften die selbst bei schwersten Krankheiten zu einer immensen Verbesserung des Gesundheitszustandes beitragen können.      

Gefühlsleben

Ausgerechnet heute habe ich mir vorgenommen etwas über die Gefühlswelten von Behinderten zu schreiben, an einen Tag wie diesen. Um 6.23 Uhr bin ich frohgelaunt aus dem Bett gesprungen um dann das morgendliche Prozedere zu erledigen. Da war nichts von Grübeln, nichts von Schwächephasen, da war alles optimal. Selbst als ich bei meinen 10-minütigen Fußmarsch zur Strassenbahn Rückenschmerzen bekam, habe ich positiv gedacht und nicht angefangen darüber nachzudenken wie es wäre wenn? 

Gestern wäre es leichter gewesen über das Thema zu schreiben. Da war ich oft zweifelnd und mir nicht sicher ob es richtig war schon wieder zur Arbeit zu fahren. Es war ein Tag an dem, nach außen hin, bei mir alles in Ordnung erschien, nur in meinen innerern da herrschte wieder Chaos. Ich hatte nicht die Kraft mich gegen das ein oder andere Zimperlein zur Wehr zu setzen. Obwohl ich mich gut fühlte mußte ich es ertragen mit anzusehen, wie ich vieles nicht mehr umsetzen konnte was ich mir vorgenommen hatte. Stattdessen habe ich nichts getan. Der einzige Trost den ich hatte war das sich meine Gedanken um meine geplanten Aktivitäten drehten. Nur ausführen konnte ich sie nicht. Das ist es was mich am Gehirn so fasziniert und auch stört. Es geht seinen eigenen Weg. Wenn der Kopf nicht will habe ich keine Chance, da kann ich denken wie ich will. Das sind dann Tage die einen ganz schnell zum Verzweifeln bringen können. Während andere sich auf das vorgenommene konzentrieren, jagd mir eine Frage nach der anderen durch den Kopf.

„Hat jeder diese Gedanken? Ergeht es auch Menschen so die keine Kopfverletzungen haben? Warum kann ich nicht all das in die Tat umsetzen was ich mir vornehme? Warum sind diese Blockaden da? Andere können das was sie fühlen und Denken auch in die Tat umsetzen, warum ich nicht? Fehlt mir der Wille, der Ehrgeiz?“

Es ist fast so als hätte mein Gehirn an bestimmten Tagen einen Schutzmechanismus damit ich mich nicht übernehme. Auf diesen Schutz würde ich so manches mal gerne verzichten. Einfach das tun was ich mir vornehme und nicht immer der „Schaltzentrale Gehirn“ ausgeliefert sein. Das ist es um was ich Gesunde beneide.

Über all das hätte ich Gestern schreiben können, aber Heute? Da kann ich nur schreiben, das es zwischen meiner Gefühlswelt und der von „Gesunden“ wahrscheinlich kaum Unterschiede gibt.