Ängste

Der geplante beitrag ist von mir gerade eben gestrichen worden. manchmal kann es vorkommen das ein beitrag so ernst so hart so grausam realistisch ist das ich etwas länger brauche ihn zu schreiben. inzwischen bin ich soweit das ich mich nicht quäle sondern die reißleine ziehe und den geplanten text ein paar tage später schreibe. das problem war für mich heute das ich über ängste schreiben wollte. ängste wie sie jeder von uns hat.

er wird aber demnächst fertig gestellt 

Neu

Auch wenn ich einige der nächsten Zeilen schon geschrieben habe, ich kann es, zum besseren Verständnis, nicht oft genug wiederholen. Immerhin gibt es jährlich unzählige Unfallopfer, die mit einenmal vor einen neuen Leben stehen. Und keiner davon wäre im Vorfeld auf die Idee gekommen, das es auch ihn treffen könnte.

So ähnlich erging es mir damals. Fußballprofi wollte ich werden. Die Schule habe ich nur als Spaß angesehen. Nun lag ich da! Kopf verbunden, konnte nicht gehen, nur auf einer Seite fühlen, war kaum belastbar und das Reden und Denken fiel noch schwer. Relativ schnell wurde mir klar, das mein Leben wieder neu, wieder von vorne anfängt. Ein Geistesblitz war mein Glück. Nach kurzer Zeit sagte ich mir:

Dann mußt du eben alles anders machen, du mußt dir neue Ziele setzen, du mußt deinen Kopf einsetzen, du mußt versuchen geistig zu arbeiten!  

Das war natürlich leichter gesagt als getan. Aber ich hatte nur noch ein Ziel. Den Blick nach vorne für ein anderes Leben. Da gab es kein Bedauern über meine mißliche Situation, da gab es nur den Blick in eine bessere Zukunft. Ich wollte keine Zeit, keine Kraft mit nachtrauern verbringen. Sehr schnell war mir klar, das alte Leben kommt nicht zurück. Ich stehe vor einer Herausforderung. Es dauerte ein paar Wochen bis mir klar wurde, das es eine scheinbar unmögliche, ja sogar hoffnungslose Herausforderung war. Aber ich hatte immer nur einen Gedanken!

ICH WILL LEBEN!

Das und der damit verbundene Nachsatz, das kann doch nicht alles sein, ich bin doch gerettet worden, waren mein Antrieb: Und so beschloß ich zu kämpfen, zu kämpfen für ein Leben in Normalität, zu kämpfen um das Leben zu genießen.

Das ich diese Gedanken noch auf der Intensivstation hatte, ist für mich, aus heutiger Sicht, ein Wunder. Aber genau das ist es was man braucht. Die Bereitschaft sich sofort auf ein anderes Leben ein zu stellen. Ein Leben wie es nie geplant war.

Morgen werde ich weiter fort fahren



Gleichgewicht

Gestern war ich nicht mehr in der Lage etwas zu schreiben. Das ausheben der Erde für den Teich kostet schon Kraft.

Aber genau das ist es was ich brauche. Dieses Gefühl etwas produktives zu tun, sich einer Herausforderung zu stellen. Obwohl? Ganz allein mache ich es nicht mehr. Meine Frau hilft mir. Was bringt es mir wenn ich nachher sagen kann, das ich alles allein gemacht habe, der Preis dafür aber wochenlange Schmerzen sind.

Als ich gerade beim graben der Erde war, kam ich ins straucheln. Je tiefer ich kam umso schwieriger wurde es die richtige Balance zu finden. Ich fühlte mich schon zurückversetzt in die Zeit als ich wieder Laufen lernen musste, oder als ich das Balancegefühl fürs Fahrradfahren lernen mußte.

Das war auch eine verrückte Situation, damals. Von einen auf den anderen Moment, konnte ich mich nicht mehr richtig bewegen. Die Feinabstimmung war weg. Da half es auch nicht wenn ich mir vorgenommen hatte 10 Meter gehen zu wollen. Die komplette Motorik war defekt. Es gab keine kontrollierten Bewegungsabläufe mehr. Zum Glück war das Gehirn intakt. Es war zwar nicht optimal, aber das Wahrnehmungsverhalten war unbeschädigt. (Nächste Woche werde ich darauf intensiver eingehen)

Diese oder ähnliche Situationen gibt es täglich mehrfach in Deutschland.Wie man damit fertig werden kann, da gibt es die verschiedensten Wege und Lösungen. Ich werde nächste Woche darauf intensiver eingehen und versuchen damit aufzuzeigen, das man nicht allein ist und aufgeben der schlechteste Weg ist.

Forum

Heute möchte ich mal Auszüge aus einen Brief an eine frisch operierte , den ich in einen Forum für Gehirnerkrankungen gefunden habe, wiedergeben. Damit will ich aufzeigen, das nichts unmöglich ist.

Liebe Betroffene, meine Frau war auch sehr am Gehirn erkrankt ,mit einer langen Reha zu Hause mit der ganzen Familie mußte sie alles neu erlernen, lesen ,schreiben,auch die Sprache ,alles was neu war  weil das Kurzzeitgedächtniss und die Orientierung weg waren.Sie wußte nichts mehr,wie alt sie ,die Kinder ich und all die anderen sind. All dieses hat sie wieder geschafft. Normal währe sie ein schwerer Pflegefall,nach damaliger Auskunft der Ärzte.Normal schafft es kein Mensch bei diesen Tumor an der Stelle,ohne Schwierigkeiten.
Du schafft es auch,viel Glück
und gebe nicht auf
Familie unbekannt

Ergänzend dazu folgte ein 2. Beitrag

als zusatz .meine Frau war erst in Freiburg unoperabel entlassen als Pflegefall,in Chemnitz wurde als Versuch eine Operation durch geführt, mit der Option 100% Plegefall, dieses war 1995 heute schreiben wir 2010 und meine Frau ist wieder voll gesund mit kleinen Defizit
sie kann manchmal nicht so schnell umdenken. Aber mit unserer Hilfe klappt es schon.
Du mußt an Dich und Deine Familie glauben,nur es liegt alles an Dir.
Du mußt alles lernen um für deine Familie dazusein.

Diese Beiträge zeigen wie schwer es ist nach einer Gehirnerkrankung ins normale Leben zurück zu kehren, sie zeigen aber auch das es möglich ist wenn man an sich glaubt und sein Ziel, selbst bei allergrößten Schwierigkeiten, nicht aus den Augen verliert.

Ursprung

Nachdem ich gestern mal wieder ziemlich deutlich auf gesundheitliche Probleme eingegangen bin, was  ein Freund als ziemlich brutal empfand, möchte ich das demnächst weiter fortführen. So wie ich den Fr./Sa. für meine Reisegeschichte habe, werde ich demnächst an einen der ersten 3 Tage der Woche auf den Ursprünglichen Gedanken dieses Blogs eingehen. Die Gesundheit, und die Folgeerscheinungen die sich zwangsläufig nach einer größeren Erkrankung ergeben.  

Verletzungen

Gestern wollte mein Drucker nicht so richtig mitmachen. Er hat seinen Dienst einfach eingestellt. Ich werde heute einmal nachsehen. Normalerweise schlafe ich noch ein paar Minuten vorm Fußball.  Diesmal reduzierte sich, dank des Druckers, die Erholungsphase auf wenige Minuten.

Wir hatten gestern ein super Wetter. Nur Sonnenschein. Leider bin ich, im Laufe des Spiels, in eine Unebenheit getreten. Dabei habe ich mir das linke Bein verstaucht.  Unter Schmerzen habe ich bis zum Schluß durchgehalten. Es war ja auch nicht ganz so schlimm wenn ich an andere Verletzungen denke. Obwohl, ich habe bisher Glück gehabt, sieht man mal von meinen Kreuzbandriss vor ein paar Jahren ab. Richtig schwere Verletzungen hatte ich bisher noch nicht. Es war zwar ein Rippenbruch dabei. Den habe ich versucht zu ignorieren und als Prellung abgetan. Einige Male habe ich mir den Finger oder Daumen der linken Hand gebrochen. Als mein linkes Handgelenk zertrümmert wurde, war ich sogar froh denn der Handballen der sich gebildet hatte und zur Verkrümmung des Handgelenks führte, war verschwunden.  Leistenprobleme hatte ich vor allen in übergewichtigen Zeiten zu beklagen. Meine Gehirnerschütterungen hatte ich wenige zu beklagen. Prellungen, Stauchungen, Schürfwunden sowie schmerzhafte Zehen (in den Rasen getreten oder jemand hat darauf getreten) sind nicht weiter erwähnenswert.

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Egal welche Verletzung ich gerade zu beklagen hatte,  ich habe mich immer wieder zurück gekämpft. Einzig beim Kreuzbandriss hat es über ein Jahr gedauert bis ich wieder richtig spielen konnte. Dabei habe ich auch einige Phasen durchlebt. Vom Gefühl her wollte ich schon nach 3 Monaten wieder anfangen mußte aber schnell feststellen das wird nichts. Nach 6 Monaten stand ich schon einmal für 5 Minuten auf dem Platz. Mußte aber feststellen das es immer noch zu früh war. Nach 9 Monaten klappte es. Mein Knie hielt. Und es wurde immer besser. Nach über einen Jahr ging es wieder richtig gut

Meine Devise war immer: Das was ich konnte will ich wieder erreichen. Und darum fange ich am besten damit wieder an. Das galt nicht nur für den Fußball. Und mit dieser Devise bin ich bisher gut gefahren. Auch wenn der Kampf zurück zu kommen manchmal brutal war.