der Erste

Heute morgen stand ein LKW halb auf dem Gehweg und dem Radweg. Er wollte  ein Gerüst zur Verschönerung diverser Häuser anliefern.

„Es geht schon – ich komme gut vorbei“ war mein Kommentar.

„Sie sind der erste der nicht meckert, bisher haben mich alle die hier vorbei gekommen sind  beschimpft“ entgegnete er darauf.

Gleich am Morgen so freundliche Worte zu hören das tut gut. So beginnen „Glückliche Tage“

Es ist mir unverständlich das jemand der etwas Gutes bewirken will, so Negativ behandelt wird. Dabei wäre es doch so leicht. Man könnte es einfach Positiv sehen.  In ein paar Wochen sind die fast farblosen Häuser wieder mit einer guten Fassade versehen. Dafür hat man auch mal einen Bogen von ein paar Metern um den LKW gerne in Kauf genommen.

Warum immer so Negativ? Es kann doch alles so leicht sein, man muss nur die guten Seiten sehen. Am Mittag war das Gerüst übrigens aufgebaut und der Wagen wieder weg.

Gefährlich

Es ist bei mir tatsächlich so gekommen wie ich es, vor über einen Jahr, als „Horror Szenario“ betrachtet habe. Doch was ist so schlimm daran? Ungewohnt ist es  – aber nicht schlimm geschweige denn traurig. Nahezu alles an Aktivitäten ist von mir eingestellt worden oder wird es in der nächsten Zukunft. Gemessen an dem wie  mein Leben bis vor kurzen war, ist es aber ein Gutes Gefühl, das mich umgibt.

Gefährlich, Riskant oder unvernünftig – das wäre die treffende Beschreibung gewesen. Positiv betrachtet kann man es auch Wagemutig bezeichnen. Nun beginnt ein neues Kapitel.

Ich sehe es als Glücksfall an, das es für noch möglich ist, all das zu erleben was noch auf mich zu kommt in den nächsten Jahren. Alle Gefahrenherde wurden von mir auf ein Minimum beschränkt, wodurch meine Sicht eine ganz andere geworden ist. So ist es mir unverständlich wie unvorsichtig ja Gefährlich mein bisheriges Leben verlaufen ist. Und doch würde ich fast alles wieder so machen. Ja gut die Verkehrsregeln würden von mir nicht immer so missachtet werden, aber ansonsten gäbe es wahrscheinlich keine Unterschiede.

Ohne Risiko kann man nicht zum Erfolg kommen, und mein Leben ist eine Erfolgsgeschichte.

Nun kommt der Zeitpunkt an dem die altersbedingten Schwächen des menschlichen Körpers immer bei mir mehr zum Vorschein kommen. Und die voraus gesagten Schwierigkeiten  meiner Krankheit treten jetzt auch nach und nach verstärkt auf. Aus meiner Sicht ist es aber ein Grund zur Freude und alles als glückliche Fügung zu betrachten.

Gegen das Alter und sein Gebrechen kann man nichts machen,  außer stolz darauf zu sein, das man soviel erleben durfte Und bei meiner Krankheit? Da bin ich einfach Glücklich das viele Prognosen entweder überhaupt nicht wahr geworden oder nur teilweise nach über vierzig Jahren eingetreten sind.

Warum auch immer – das ist mir Heute auf dem Rad durch den Kopf gegangen.

Deswegen ist jeder Tag für mich ein Tag der glücklich und zufrieden genossen werden sollte

Glück total

Gestern war ein richtiger Sonnentag.. Zumindest für uns war es so, denn für uns fing der Frühling Gestern an. Grund genug um in unseren Garten zu gehen und mit den ersten Arbeiten anzufangen. Irgendwann unterhielten wir uns mit unseren neuen Garten Nachbar.

Ohne das ich mein Handicap erwähnt hatte, erzählte er von seinen Freund, der auch Gehirnbluten hatte – daran aber Gestorben ist.

Im ersten Moment war mir etwas unwohl, doch dann schlug dieses mulmige Gefühl in ein Glücksgefühl um. Mir wurde wieder einmal klar, was für ein Glückspilz ich bin. Nun sind es schon 49 Jahre bei mir. Bei seinen Freund hat dieses Glück nach der OP weiterleben zu dürfen nur ein oder zwei Jahre gehalten.

Wie viele hat dieses Schicksal auch ereilt? Laut Statistik sollen es nicht wenige sein. Wer es also geschafft, die ersten Tage, Wochen, Monate und Jahre nach einer oder mehreren Operationen, zu überleben – der darf nein er sollte jeden Tag als Geschenk betrachten und sich jeden Tag darüber Glücklich fühlen. Selbst wenn die Tage mal nicht so gut sind – sie müssen als Glückstage betrachtet werden.

 

wirre Gedanken

Im Augenblick spielen meine Gedanken verrückt. Teilweise sind meine Gedanken so verrückt das es schon beängstigend ist. Sie entwickeln eine so große negative Energie das ist nicht leicht dagegen an zu kommen. Heute morgen war es mal wieder extrem, doch diesen wirren Gedanken wollte ich mich nicht kampflos ergeben. So habe ich versucht dagegen zu halten. Mir fiel auf, wie meine Frau mich verwöhnt, wie gut ich es habe usw. Doch dieses negative Gefühl blieb hartnäckig.

Egal, das einzige was half war ein Glücksbringer. Auf dem Weg zur Arbeit hörte es auf zu nieseln – wenn das kein Glück ist – kurz danach lief mir die nette Briefträgerin über den Weg – wenn das kein Glück ist, kurze Zeit später stand der Fischreiher im Bach – wenn das kein Glück ist.

So habe ich mich an ganz einfachen Dingen aus meinen Sumpf wieder herausgezogen. Selbst ernannte Glücksbringer und eine glückliche Fügung des Wetters haben gereicht um mich auf andere Gedanken zu bringen. Diese drei Ereignisse wanderten so lange durch meinen Kopf bis mein Denken wieder zu 100% Positiv waren und diese üblen Gedanken weg waren.

Beste Variante

Am Sonntag ist die Jahreshauptversammlung unseres neuen Gartenvereins. Sonntag um 09.30 Uhr – das ist eine absolut unchristliche Zeit. Für mich ist es doppelt schwer an dieser Sitzung teil zu nehmen. Neben dem Faktor Zeit kommt noch dazu das mehrere Vorstandsmitglieder neu gewählt werden müssen, weil der Verein sonst nicht der Satzung gerecht wird. Inzwischen hat man mich des öfteren auch für eine Funktion angesprochen. Die letzten Tage gingen mir Ausreden für eine Absage durch den Kopf.

Heute morgen erfuhr ich durch Zufall, das die Versammlung auf den 19.3. verschoben werden musste. Besser kann es für mich nicht gehen. Meine Frau ist im Schwarzwald und bei mir ist an dem Sonntag ausschlafen angesagt. Niemand kann mich in eine Funktion hinein drängen wollen.

Es ist ja eine Ehre für mich das einige mich gerne im engeren Vorstand sehen würden. Aber mein Neues Leben steht unter dem Aspekt Gesundheit. Raubbau war Gestern. Es ist nicht unbedingt leicht auf diese Ehrenämter zu verzichten, denn gerade bei den Kleingärtnern hat es Spaß gemacht. Doch leider sind die gesundheitlichen Folge Erscheinungen bei mir zu groß und Negativ.

So genieße ich im Augenblick mein Leben, bin glücklich und zufrieden mit dieser, für mich besten Variante der Jahreshauptversammlung

Glücklich!

Als ich vor kurzen meine Frau ansah, wurde mir bewusst das mein Leben nur als ein Glücksfall betrachtet werden kann. Auch wenn meine Behinderung mein Leben dominiert, es ändert nichts an der Feststellung.

„Du wirst nie eine Chance haben mal eine Frau zu finden und sie vielleicht sogar auch zu heiraten. Oder kennst Du Behinderte die verheiratet sind?“

Diese nicht gerade ermutigenden Worte bekam ich früher ziemlich oft zu hören. Doch warum soll alles wahr sein was Erwachsene sagen? So fing mein Leben damit an, nur an das zu glauben, was aus meiner Sicht, machbar war.

„Nicht von anderen irritieren lassen “ war einer meiner wichtigsten Leitsätze. Die Ratschläge die man bekommt sind meistens aus der Sichtweise des Ratgebers und dementsprechend Negativ. So verliefen die ersten Jahre nach dem gleichen Schema. Viele haben mich nicht verstanden und noch mehr haben mich für unfähig gehalten. Doch mit fortschreitender Zeit ergab meine widerwillige Haltung einen Sinn. Inzwischen ist fast jeder überzeugt das mein Weg richtig war.

Inzwischen sieht es so aus, wie mein aktuelles Leben ist. (s. tägliche Blog Einträge)

Für mich ist es nichts besonderes, vor allen da ich weiß das es jeder schaffen kann. Es ist mit etwas Anstrengung und Mühe sowie den Glauben an sein selbst gestecktes Ziel, für jeden möglich – auch als Beeinträchtigter, zur arbeitenden Bevölkerung zu gehören, Hobbies nach zu gehen, Freunde zu haben und ein akzeptiertes Mitglied unserer Gesellschaft zu sein. Und  das allerwichtigste. Einen Partner zu haben mit dem man Glücklich ist. Das Optimum ist natürlich über einen längeren Zeitraum verheiratet zu sein und dabei auch GLÜCKLICH zu sein.

Selbst wenn es bei mir mal Phasen gibt in denen nicht alles nach Wunsch verläuft – es gibt für mich keinen Grund zum Klagen sondern eher um zufrieden zu sein. Genau dieses Gefühl wünsche ich jeden, denn es ist für jeden zu erreichen

Sorgen

Eigentlich müsste mein Gesicht vollkommen faltig aussehen, so groß sind meine Sorgen um meinen Fußball, dazu kommt noch die innere Zerrissenheit ob ich spielen soll oder nicht. Ja – eine Portion Angst ist schon dabei wenn ich an heute Abend denke. Vielleicht passiert wieder etwas nur diesmal folgenschwerer!

Aber nach langen inneren Kämpfen gibt es nur eines. Es wird Fußball gespielt, es wird nur Positiv gedacht, es gibt gar keine andere Möglichkeit – es wird gut ausgehen.

Als es in den siebzigern darum ging mich weiter zu entwickeln und auch Meilenschritte zu machen, gab es nie das Gefühl „auf sicher zu gehen“ Es gab nur eines und das eigentlich täglich denn so viele Hürden mussten von mir bewältigt werden

Augen zu und durch – kämpfen ohne darüber nach zu denken, einzig das Ziel vor Augen zu haben. Es gab nur den Blick nach vorne für Sorgen war kein Platz. So gesehen kann ich über das erreichte Glücklich sein und auch Glücklich darüber das ich es auch soweit gebracht habe mir Gedanken darüber zu machen ich das Risiko eingehe und kämpfe oder mein augenblicklicher Stand mir reicht. Das ist  schon fast Luxus. So eine gute Ausgangslage gab es nicht immer für mich

Skyliner

Auch dieses Jahr ist wieder Freimarkt, und für uns stellte sich wieder die Frage ob wir gehen oder doch lieber Zuhause bleiben. Nachdem wir unseren geplanten Freimarktbesuch schon zweimal verschoben haben, war es Gestern doch soweit. Wir haben es doch versucht. Etwas mulmig war mir schon zumute, denn letztes Jahr war es eine Mogelpackung von mir. Denn zum Schluss war es ziemlich kritisch bei mir. Dementsprechend habe ich mir unseren Gang über den Freimarkt schöngeredet, immerhin 80% waren gut gegangen.

So war es in den letzten Jahren eigentlich immer. Mal war es schlimm, mal war es heftiger aber nie einwandfrei. Der letzte problemlose Bummel liegt schon fast 10 Jahre zurück. Von Jahr zu Jahr schwand der Glaube an einen einwandfreien Besuch. Einzig mein Glaube daran ließ es mich immer wieder versuchen.

skylinerGestern war es soweit! Wir haben einen problemlosen, einwandfreien und gemütlichen Freimarkts Bummel erlebt. Wir haben soviel wie noch nie gegessen sind auch im „Skyliner“, eine Aussichtsplattform die sich um die eigene Achse dreht und ca. 80 Meter hoch fährt, gewesen. Ja – es war so wie früher. Es hat sich wieder einmal bewährt den Glauben an das Gute zu bewahren.

Idioten

Ja – das ist von mir wirklich so gemeint. Auf dem Fahrrad ist es im Augenblick gefährlich, es scheint fast so als ob die Sonne nicht jeden bekommt. Gestern überholte mich eine junge Frau mit 2 Kindern auf dem Rad um direkt vor mir im überholvorgang rechts einzubiegen. Wie gut das ich auf solche Situationen immer eingestellt bin.

Heute fuhr ich auf einer Fahrradstraße und mußte links abbiegen. Um sicher zu gehen, habe ich meinen linken Arm heraus gehalten. Doch der plötzlich auftauchende Fahrradfahrer hatte nur sich und sein Tempo im Kopf.  Auf mein Reklamieren bekam ich nur zur Antwort:

„Wo war da ein Arm? Ich hab nichts gesehen?“

Gut mein Arm ist nicht so weit draussen wie bei körperlich gesunden, aber bisher war es für jeden, auch für Autofahrer, deutlich erkennbar.

Diese beiden Vorkommnisse zeigen, das man immer auf alle Eventualitäten eingestellt sein muß, es gibt genügend Verkehrsteilnehmer die nur sich und sonst überhaupt nichts sehen. Da ist mein Nachteil ein Vorteil, zumindest sehe ich das positive daran, das mir Fahrradfahren nicht so leicht, wie anderen fällt ist bestimmt nachvollziehbar. Ständig auf meine Balance achten, ständig die Aufmerksamkeit auf den linken Fuß richten damit er sich richtig auf der Pedale befindet. Das erhöht die Konzentration und man ist auf alles eingestellt.

Das war jetzt zweimal mein Glück

Unser Schutzengel

Bei mir ist es ja bekannt, mein Schutzengel befindet sich im Dauer Einsatz. Bei meiner Frau hat er einfach nur gut zu tun. Aber wir haben wohl auch einen gemeinsamen Schutzengel.  Nüchtern gesagt,  könnte man es auch mit höherer Gewalt zu unseren Gunsten ausdrücken.

Der Garten den wir unys ausgesucht hatten, erwies sich als Problemfall für den Verein. Uns wurde sehr schnell klar, das wir in den nächsten 2 Jahren keine Chance auf ihn hätten. Vielleicht ist gerade hier unser Glück, denn mit ungefähr 800 qm war er überdurschnittlich groß und dazu verwildert.

Dafür bekommen wir nun eine Liste mit gepflegteren Gärten, die zwar teurer aber leichter zu bearbeiten sind.  Wenn das kein Glück ist?