Aufstehen

 

Nach einer Woche Pause geht es am Abend mit Hallenfußball weiter. Beim Kaffee sagte mir Heute Morgen jemand das es von mir mutig sei das ich wieder spielen will und mich zudem auch wieder ins Tor stellen will.

Ganz so schlimm, wie dem Berliner Flughafen, ist es ja nicht. Es war nur eine Verletzung die nach kurzer Zeit verheilt ist.

So stehe ich vor der Wahl, das ich Angst um meine Gesundheit habe und mit dem Fußball aufhöre oder ob ich von dem was ich mache überzeugt bin und wieder aufstehe um weiterzumachen.

 

Selbstbewusst sein um natürlich weiter zu spielen, das ist die einzig richtige Variante.

Chaostheorie

Die genaue Definition der Chaostheorie möchte ich jeden ersparen, denn sie kommt aus der Mathematik bzw. Informatik und wird seid den neunzigern auch gerne in den Wirtschaftswissenschaften erwähnt.

So dauerte es auch nicht lange bis mir ein Buch darüber in die Hand fiel und ich auch einen Blick hinein warf. Beim Lesen des Inhaltsverzeichnisses fielen mir gleich die Begriffe auf die ich gebrauchen konnte um mein eigenes System auf dem Schreibtisch zu rechtfertigen. Seitdem liebe ich die Chaostheorie und pflege sie in meinen Zimmer. 

Heute morgen herrschte bei mir ein Chaos der Gefühle. Soll ich wie geplant mit der Bahn fahren oder es wagen mit dem Rad zu fahren? Als ich dann mit dem Rad zur Arbeit fuhr überschlugen sich die Freudengefühle. Die Auswirkungen dieses ersten Frühlingstages waren fatal. Ich habe doch tatsächlich soviel Ordnung in mein Zimmer gebracht das sogar meine Frau ein System in dem Chaos entdecken könnte. Theoretisch ist es für mich nun eine Kleinigkeit bis Ostern alles perfekt aufzuräumen.

Eigentlich schade, es wäre das AUS der Chaostheorie

Gedanken 15 – Fahrrad

So wie das Wetter heute ist und ich ständig mit dem Rad durch die Gegend fahre, muß ich an meine vielen Fahrradtouren denken.  Und deswegen werde ich mich in den nächsten Tagen dem Thema Fahrrad zuwenden

Nach einer Operation hat jeder Mensch schon Schwierigkeiten sofort auf die Füße zu kommen. Nach einer Gehirnoperation erst recht. Und bei Gehirnbluten dauert es immer etwas länger. Das Gleichgewichtsgefühl ist nicht mehr vorhanden. Die richtige Motorik muß erst wieder gefunden werden. Und dementsprechend schwer ist es mir auch gefallen die richtige Balance oder Feinabstimmung oder noch besser, die richtige Motorik zu finden.

Angefangen hat alles 1976! Die ersten Jahre nach meinen Unfall habe ich mich nur zu Fuß fortbewegt. Doch irgendwann kam das Gefühl auf, das ich wieder Fahrrad fahren will. Eines Tages erbarmte sich mein kleiner Bruder um mit mir das Fahren wieder zu üben. Er war es leid meine ständigen Nervereien mit anhören zu müssen. Bis zu dem Moment wo das Rad vor mir stand war ich auch ziemlich mutig. Das war dann aber schlagartig vorbei. Nach vielen zureden kam mein Kämpferherz wieder durch und wir haben eine ca. 400 Meter lange Strecke rund um einen kleinen See in Angriff genommen. Nach etlichen Anläufen ist es ihm geglückt mich heile auf das Damenrad zu bekommen. Und irgendwann ist es mir auch gelungen mich so halbwegs, gerade ohne Schlangenlinien,  fortzubewegen. Das war ein tolles Gefühl. Hatte mich mein Bruder bis dahin immer noch ein wenig gehalten, war es nun vorbei. Gleich bin ich schneller gefahren,  100 Meter! und ich hatte meinen ersten Unfall!! Ich bin voll in eine Fahrrad hineingefahren. Die Frau habe ich fast noch ungeschoren gelassen. Sie hatte gar keine Chance. Ich habe sie voll anvisiert.  Natürlich hatte ich meinen 1. Sturz. Dem sollten noch viele folgen.

An dem Abend habe ich den Einstand als Fahrradfahrer in Bremen gegeben. Und ich hatte gleich alle Kriterien erfüll: Schnelles und verkehrswidriges Fahren. Aber das allerwichtigste für einen Bremer Fahrradfahrer habe ich gleich beherrscht. Schuld am Unfall hat immer der andere Radfahrer.

Damit hatte ich binnen weniger Minuten das wichtigste schon erreicht. Nun mußte ich nur noch lernen, sicher Fahrrad zu fahren.

Gedanken 13 – Röntgenaufnahme

Die folgenden Erklärungen sind schon lange fällig und ich habe sie gestern eingeleitet, dann jedoch auf heute verschoben.

Vor 3 Jahren war meine Unbekümmertheit, frei nach der Devise: „Mir gehts gut, ich bin zu allen bereit“,  schlagartig vorbei!

Nachdem ich, wie schon geschrieben, beim Fußball zusammengebrochen bin, war ich mir nicht mehr sicher wie es um meine Gesundheit steht. Darum schickte mein Arzt mich zum Radiologen um meine Befürchtungen, das ich einen Tumor habe, beseitigen zu können. So groß meine Ängste auch waren, so habe ich mich innerlich doch dagegen gesträubt und versucht nur an das beste zu glauben.

Und dann habe ich beim Radiologen Gegensätze kennen gelernt, wie ich es bis dahin noch nie erlebt habe. Bevor die ganze Prozedur anfing habe ich mich noch gut mit dem Arzt unterhalten. Es war zwar keine hochtrabende Unterhaltung aber es war ein angenehmes Gespräch. Als ich ein wenig später zur Besprechung der Bilder in sein Sprechzimmer kam, mußte ich einen Unterton feststellen, der mich etwas irritierte. Er sprach so vorsichtig und einfühlsam als wäre ich noch in der Vorschule. Eine halbe Stunde später wußte ich warum:

Beim B etrachten Röntgenbilder fiel mir sofort ein kleiner und ein größerer weißer Fleck auf.Dazu kam diese riesige matte Farbe auf dem Bild, das die rechte Schädeldecke wiederspiegelte. Etwas zögerlich rückte er mit vielen Beschreibungen, so wie man es bei Kleinkindern macht, mit der Sprache heraus. Plastikplatte, ein Ventil und ein Metallclip. Das ist die Hardware die sich bei mir in der rechten Gehirnhälfte befindet. Die weißen Flecken stehen für fehlende Gehirnmasse. Und der große matte Teil ist verkrustetes Gehirn. Oder wie Mediziner sagen: Der Teil ist defekt.

Ich hatte keine Lust mehr im zu sagen, wo ich arbeite und das ich gerade den Sprung in den Bremischen Landtag verpasst hatte. Das war mir zu blöd.

Welche Auswirkungen das Ergebniss auf mich gehabt hat, werde ich demnächst erzählen

Michael Jackson

Gestern ist Michael Jackson gestorben. Das ist traurig und ich bin auch betroffen. Nun reden sehr viele davon das sie von Jacko geprägt worden sind. Vielleicht hört es sich so gut an, das soviel das gleiche reden. Ich kann nur hoffen, das sie ihre Persönlichkeit unabhängig von ihm entwickelt haben.

Was mich betrifft, kann ich nur sagen: Er hat Einfluß auf meinen Tanzstil gehabt. Nicht das ich den Anspruch erhebe es mit ihm aufnehmen zu können. Dazu fehlen mir gut 95 % seiner tänzerischen Fähigkeiten. Auch wenn ich seine Musik gerne gehört habe und seine Show habe ich zweimal live genossen habe. Außer für einen bestimmten Schritt hat es nicht gereicht.

Früher hatte ich beim Tanzen, Disco-Tanzen genauer gesagt, den Standart Schritt. Vor und zurück quer vor und wieder zurück. Das war gefahrlos. Für mein weibliches Gegenüber und auch für mich. Dann kam „Thriller“ und ich habe geübt. Solange bis ich Knoten im Bein hatte und mir nur noch schwindelig war. Ich habe es geschafft. Ein kleiner Ausfallschritt der zum Schwungholen diente, ganz eng ran und dann um die eigene Achse drehen und das ganze mit einen großen Ausfallschritt beenden. Das war jahrelang mein Paradestück. Es ging allerdings nur wenn ich viel Platz auf der Tanzfläche hatte. Sonst gab es für die umliegenden Tänzer Blessuren.

Vor 2 Jahren habe ich es nach jahrelanger Pause mal wieder versucht. Das war keine gute Idee. Aber der Ehrgeiz hatte mich gepackt. Ein wenig Training reichte allerdings nicht. Es kam hier alles zusammen. Mut, Training und der Glaube das ich es noch kann.

Auf der Kohlfahrt habe ich es im Februar einige Male bewiesen, das es noch geht. Wie schon mehrfach gesagt:   Aufgeben gibt es nicht!    Alles ist möglich

Gedanken 5 – Spiegelei

Heute gab es „Andy-Toast“! Das ist eine meine Erfindung aus dem Herbst 1978. Es gibt das einfache, das mir heute lieber ist, und auch das Spezial.

Das Spezial sieht so aus: 1 Scheibe Toast mit Butter beschmiert und leicht erhitzt im Backofen. Darauf eine Scheibe Käse bevorzugt, Scheibletten, darauf Grillschinken und eine Scheibe  Toast. Dann  2 Scheiben Käse und 2 x Grillschinken. Darauf das dritte Toast. Und nun das gewisse Etwas. Zwei Spiegeleier mit Curry. Eine Prise Salz wie es sich gehört beim Spiegelei fand ich langweilig und habe einen kräftigen Schub Curry auf das Eigelb gestreut.

Erfunden habe ich es nur weil ich meinen Mädchen aus der Damen-Mannschaft etwas zu essen machen wollte. Das mußte aber so sein,  das sie etwas zu reden haben. Dabei habe ich alle Register gezogen und auch etwas riskiert.  Mit Erfolg! Sie sollten sich wohl fühlen und ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln. Als ich letztes Jahr zufällig eine der Spielerinnen wiedertraf sprach sie noch ganz begeistert davon wie ich die Eier mit einer Hand ohne Probleme zerschlagen habe und das Eigelb dabei nicht zerlaufen ist. Sie wußte ja auch nicht wie oft ich damals in meiner Küche das geübt habe.  Und niemand hat gesehen wie meine Küche aussah. Ich hatte damals den festen Willen die Mannschaft zusammen zu halten und dabei versuchte ich kreativ zu sein. So gut das mit den Spiegeleiern ging, so schlecht lief es mit Pfannkuchen. Das Zubereiten war kein Problem. Aber das Herumwerfen in der Bratpfanne gestaltete sich schon etwas schwieriger. Ziemlich oft war alles wunderbar. Anbraten leicht lupfen und dann so in die Luft werfen, das er sich einmal dreht. Dummerweise habe ich doch das ein oder andere Mal etwas übertrieben und entweder zu hoch zu ungenau geworfen. Oder weil es so gut lief, habe ich das gute Stück zu oft gewendet. Auf jedenfall flog mir der Pfannkuchen zu oft daneben. Und als mir diese Wendemanöver mit einer Nudelpfanne auch noch mißlangen, war es vorbei mit experemtieren. Danach habe ich das gemacht was ich gefahrlos konnte.

Seitdem weiß ich, das es reicht wenn man eine Sache gut gemacht hat. Ständig neue erfolgreiche Dinge erfinden oder auszuprobieren. Das geht daneben. Lieber etwas richtig machen und das beherrschen, als  durch andere mißlungene Aktionen den guten Eindruck zu verderben

Gefeuert

Gestern ist der Trainer von Bayern München gefeuert worden. Dieses Gefühl ist mir nicht unbekannt. Das ist mir auch zwei mal passiert.  Aber ich habe mich nicht lange geärgert, sondern war stolz auf mich. Beim 1. Verein wollte mich die 3. Herrenmannschaft als Co-Trainer nicht mehr. Wie sich später herausstellte war ich ihnen zu hart im Training. (Ein paar Mal war ich alleinverantwortlich) Sie hatten die Vorstellung: Gewinnen und aufsteigen ohne sich dafür zu quälen. Das Bier danach war wichtiger als alles andere. Es ist  so als wenn ein Kranker wieder gesund sein will ohne etwas dafür tun zu wollen. Das konnte nichts werden.  Mit dieser Einstellung waren sie bei mir an den falschen geraten. Als ich für 3 Wochen alleinverantlich war, habe ich sie geschliffen.  Dann war meine Tätigkeit als Co. vorbei. Ich wurde gefeuert! Für die Jugendmannschaft durfte ich als 1. Trainer weiter machen. Sie waren bereit sich zu schinden und folgten meinen Anweisungen. Die Belohnung war die Meisterschaft.

Ungefähr das gleiche Schicksal ereilte mich ein Jahr später in Bremen. Dann habe ich meine Trainer bzw. Co-Trainer Tätigkeit aufgegeben. Angefangen hatte alles 1976. Damals habe ich eine Jugendmannschaft übernommen. Es war die 8. Mannschaft in ihrer Altersklasse.  Auch wenn es anfangs ein wilder Haufen von „hoffnungslosen Jungen“ war. Sie hatten alle eine Vision. Und für dieses Ziel haben sie alles gemacht. Und wir haben auch die Vizemeisterschaft geholt. Und das gleich 2 mal hintereinander. Mir ist es gelungen einige von den 8-10 jährigen bis in die 1. und 2. Mannschaft zu bringen.

Nach 3 erfolgreichen Jahren Jugendtrainer habe ich die 1. Damen Fußballmannschaft im Bremer Osten gegründet. Sehr schnell stellte sich heraus: Es wird viel geredet aber nicht jeder ist bereit etwas zu tun. Gegen größte Widerstände ist es gelungen die Damen Mannschaft zu erhalten. Obwohl man uns keinen Trainingsplatz gab. Aber ich hatte ein Ziel und das habe ich konsequent verfolgt. Solange bis sie am Ligabetrieb teilnehmen durften. Und auch ihren Trainingsplatz haben sie bekommen. Und es kam wie ich befürchtet hatte. Die Mädchen waren erfolgreich und gewannen fast alles. Und so wurde ich vom Trainer bis zum vierten Betreuer durchgereicht. Am Schluß war ich nur noch für die Moral zuständig. Das störte mich aber nur wenig. Denn ich hatte etwas geleistet, was man mir erst einmall nachmachen sollte. Der Weg dahin hat  Kraft und Entbehrungen gekostet. Aber es hat mir sehr viel Anerkennung gebracht.

Courage

Zu dem Geburtstag meiner Schwiegermutter, kam auch ihre Schwester aus Potsdam angereist. Das einzige Problem für sie war das Umsteigen in Stuttgart. Denn den weiten Weg vom Ende des Bahnsteig 4 hin zu Bahnsteig 16 das war eine Herausforderung.  Da hat so ziemlich jeder Schwierigkeiten das in 4 Minuten zu schaffen. Wie soll das eine 82-jährige mit Gehproblemen schaffen. Aber Tante Anna wußte sich zu helfen

Im Vorfeld hatte sie die Bahn angerufen. “Serviceorientiert” wie die Bahn ist wurde sie abgewiesen. Das war für Anna nur noch mehr Herausforderung. Sie telefonierte mit der Inneren Mission und ihr wurde Hilfe zugesagt. Auf der Fahrt hat sie zusätzlich einen Schaffner aktiviert, der auch per Funk für sie Hilfe organisierte. Auf dem Bahnsteig wurde sie mit einen Rollstuhl empfangen und ließ sich zum anderen Ende des Bahnhofs rollen. Damit sie auch den Zug erreicht rief sie jeden, der ihr den Weg blockierte zu: “Platz da” und schwang dabei ihren Krückstock.

Sie hatte nur ein Ziel und das hat sie erreicht.  Soviel Energie, das ist bewundernswert. Es zeigt wieder einmal was alles möglich ist wenn man etwas will und sich nicht beirren läßt