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Kreuzfahrt-Fazit

Wenn ich an etwas keine Freude mehr habe, läßt die Bereitschaft mich dafür einzusetzen schlagartig nach. So ähnlich verhält es sich mit unserer Kreuzfahrt.

Wenn ich die Tage noch einmal an mir vorbei ziehen lasse, bleibe ich dabei. Es war ein wunderbar. Diese 11 Tage auf der AIDA Bella waren ein Erlebnis.Die letzten 2 haben leider das Erlebnis getrübt. Zumindest waren die ersten 8 Tage , bis Gran Canaria, ein Traum. Danach war die es nur noch Rückfahrt. Auch wenn mit Tanger noch ein absoluter Höhepunkt auf dem Programm stand, die Luft war raus. Das merkte man schon daran, das abends nur noch Wiederholungen auf dem Programm standen. Nach dem Hochgefühl der ersten Tage war das ein krasser Gegensatz.

Wenn ich noch etwas kritisieren hätte, dann das wir von Mallorca nicht sehr viel gesehen haben. Am 1. Tag Anreise und endloses Warten. Es gab keine Gelegenheit die Insel, außer der Stadtmitte, kennen zu lernen. Am letzten Tag gab es nur 1 Angebot kurz über die Insel zu fahren. Diese 4 Stunden Fahrt war sofort ausgebucht, sodaß wir auf die La Plma Führung ausgewichen sind. Den Rest der Zeit habe ich für den letzten Tag schon beschrieben.

Im Gegensatz zu vielen anderen AIDA Kreuzfahrern brauche ich die nächsten Jahre keinen Urlaub auf See. So schön es auch ist unterschiedliche Orte und Länder kennen zu lernen, man ist immer einen Zeitdruck ausgesetzt. Ein Erholungsurlaub ist das nicht, es sei denn ich verbringe die ganze Zeit auf dem Schiff.Wenn man dann noch das Gefühl vermittelt bekommt, jemand zu sein, dem man das Geld mit aller Macht und Gewalt aus den Taschen holen will, dann kann man sich nur trösten, das die anderen Reedereien es genauso machen. Ob dem wirklich so ist kann ich nicht sagen, es war meine Art unangenehmes zu verdrängen. Es gibt bestimmt noch mehr negatives zu berichten, aber das wäre unfair gegenüber dem Schiff. Die AIDA Bella ist ein Erlebnis der besonderen Art. Ich bin froh dieses Erlebnis einmal mitgemacht zu haben. Ich bin froh das ich wieder einmal sagen kann

„Seht her, auch wenn man Behindert ist, man kann das Leben genießen, man kann an allen teilhaben!“ 

Palma de Mallorca

Am nächsten Morgen hatte ich mich immer noch nicht von dem Betrug erholt. In meinen Augen war es das zumindest, denn sonst hätte ich nie soviel Geld für ein weiteres Essen im Rossini ausgegeben. So gut das Essen und auch das Ambiente waren, es war nicht unsere Welt. Wenn nicht dieses Lockmittel, eines einzigartigen Erlebnisses gewesen wäre, hätten wir es auch  bei dem Geburtstagsabend belassen. So fühlte ich mich von der Reederei betrogen. Das sahen die anderen zum Glück genauso.

Für mich war es schwer die letzten Stunden zu genießen, da ich mich gerade auf den Moment so gefreut hatte.

Da unser Flieger erst um 22.00 Uhr abhob, hatten wir den ganzen Tag Zeit. Zeit die wir überbrücken mußten, denn die AIDA hatte schon um 7.00 Uhr ihren Heimathafen Palma de Mallorca erreicht. Während ich mir in der Nacht das noch alles schlecht geredet hatte, das wir so spät die Insel verlassen, sah ich jetzt den Vorteil dieser 12 stündigen Wartezeit. Wir hatten noch die Möglichkeit die Insel, speziell Palma, kennen zu lernen. 

Es geht heute noch weiter

Abschiedsdinner?

Soviel gab es eigentlich nicht auszusetzen. Man muß das auch mal von einer anderen Seite betrachten. Wenn man 10 Tage auf einen Schiff, also über 200 Stunden, mit ca.2.200 Menschen unterwegs ist dann kann nicht immer alles gut gehen, Komplikationen sind unausweichlich. Damit war ich dann auch mit der Kritik fertig und konzentrierte mich auf ein weiteres Highlight dieser Reise, ja vielleicht sogar den absoluten Höhepunkt dachte ich mir.

Vom Gefühl her wäre ich ja gerne noch einmal ins Theatrium gegangen und hätte mich vorher im Restaurant „Weite Welten“ bei einen schönen Essen von der Reise verabschiedet. Da ich aber die interne Seite der AIDA Reederei genau durchgesehen hatte und mir jedes Angebot durchgelesen hatte war ich auf ein wahres Highlight gestoßen. So zumindest wurde es angepriesen. 

Das Gala Abschiedsdinner im Rossini!

Nein, nicht ganz so präzise, sondern versteckt in einer Beschreibung für ein Komplettmenü als Eventuellvariante. Klingt kompliziert.

Für diejenigen die ihre Reise gebucht hatten, gab es einen internen Bereich auf der AIDA Homepage, dort konnten schon Ausflüge im voraus gebucht werden oder auch Menüvarianten für das Rossini. Besonders interresant erschien die Kombination aus einer Vorführung im Buffallo Steak Restaurant einer Schiffsführung und einen 11 Gänge Menü im Rossini. Wobei es auf den Zusatz in der Beschreibung ankam.

“ Das Menü können sie an jeden beliebigen Abend wahrnehmen. Empfehlenswert ist aber der letzte Abend, da können sie etwas besonderes und uvergleichbares erleben.“

So in etwa las sich die Beschreibung, sie schien mir sogar noch euphorischer, leider habe ich den genauen Wortlaut nicht mehr parat.

Genau, wie ich, hatten noch 15 andere Gäste den Text gelesen und für jeweils ca. 80 Euro gebucht. Die meisten trafen wir auch an dem Abend im Rossini wieder. Da saßen wir nun, voller Erwartungshaltung, und freuten uns auf dieses besondere Erlebnis.

Wie schön das sein kann hatten wir ja schon auf dem Nil erlebt. Alles wird dunkel und mit einenmal kommt eine hell erleuchtete Torte samt Personal herein. Aber das war ja auf einen kleinen Flußdampfer. Diese Fahrt war um einiges teurer als damals, dementsprechend groß war meine Vorfreude. Als nach dem 6. oder 7. Gang immer noch nichts passiert war fing ich an unruhig zu werden, wobei ich mich in guter Gesellschaft befand.Den anderen erging es genauso. Nach dem letzten Gang fragte ich die Restaurantchefin wie lange wir noch warten müßten.

„Wir schließen gleich“ war ihre Antwort, als unvergessliches Erlebnis betrachtete sie das Essen im Rossini. Innerhalb von ein paar Minuten war das Restaurant leer. Nachdem ich mich von meinen Schock erholt hatte, standen wir auch auf und verließen das Rossini.

Das gesparte Trinkgeld ließ ich der netten Bedienung an der AIDA Bar zukommen.

Nächste Woche gebe ich die letzten, weniger schönen, Stunden auf Mallorca wieder    

Mittelmeer

Bei all den Urlaubsberichten, die ich im Vorfeld gelesen habe, war viel unberechtigte Kritik dabei. So störten sich einige an der Vielzahl der Busse, die morgens vor dem Schiff standen. Ich empfand das als Service, für all diejenigen, die das jeweilige Land erkunden wollten. Gut fand ich auch die Präsentation der Angebote, am Tag vor dem jeweiligen Landgang. Gut fand ich auch das Personal, an ihm gab es kaum etwas auszusetzen, sieht man von einer Kleinigkeit ab die mir überhaupt nicht gefiel, an der das Personal allerdings schuldlos war.

Beim Buchen der Reise mußte ich schon 40 Euro Trinkgeld zahlen. Meiner Meinung nach, war das Geld, das in erster Linie, der Reederei zugute kam. Wie? das kann jeder für sich Denken. Fakt ist, egal wo wir waren, ob im Rossini, den Restaurants für die Mahlzeiten, den Cocktailbars oder die Bediensteten für die Zimmer: Jeder war froh über Trinkgeld und dankte es auch dementsprechend. Wer sich auf die 40 Euro berief wurde später bedient oder die Kabine wurde vom Putzpersonal auch schon mal vergessen. Wer also eine angenehme Zeit auf dem Schiff verbringen wollte, der mußte Trinkgeld dabei haben. Wenn nicht diese Pauschale gewesen wäre, hätte ich es als vollkommen normal betrachtet Trinkgeld zu geben. So aber hatte ich  jedes Mal ein ungutes Gefühl.

Meine Empfehlung wäre, auf die Trinkgeldpauschale verzichten. Das Bordpersonal würde davon profitieren.

Beim Roulette hatte ich auch wieder etwas auszusetzen. Wir hatten für unseren Alkoholfreien Cocktail einen Gutschein fürs Casino bekommen. Den wollte ich einlösen, doch ich bekam gleich den Hinweis, das dieser Gutschein nur für den äußeren Bereich des Roulettisches galt. Auf Zahlen setzen war nicht möglich. Zum Glück hatte ich noch 4 Jetons a 5 Euro eingetauscht, die wir auch einsetzten und dadurch auch etwas gewinnen konnten.

Beinahe hätte ich das Schiff für perfekt erklärt. Kurz bevor ich der AIDA die Traumnote 10 geben wollte sprach mich meine Frau, die immer noch am Koffer packen war, auf unsere Badesachen ein. Da fiel mir ein ganz großer Minuspunkt ein.

Der Swimmingpool! Er ist das Herzstück eines jeden Sonnendecks. Auf der AIDA Bella hatte man das Herz vergessen. Aber vielleicht sehe ich das auch zu streng. Es gab sogar 2 Bademöglichkeiten.

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Den Whirlpool im Spa Bereich, der nur gegen eine Gebühr genutzt werden konnte, und natürlich der große Pool auf dem Pooldeck.

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Zumindest sieht er auf allen Fotos vom Schiff groß aus. Die Realität war das die Badesachen, bei fast allen, trocken blieben.Außer Planschen war nichts möglich

Da habe ich mich vor 2 Jahren auf dem kleinen Flußdampfer, der Platz für 125 Personen hatte, besser gefühlt.  Dort hatte ich die Möglichkeit zu schwimmen. Das Becken war ungefähr 5 x 5 Meter groß und meistens gut gefüllt. Vielleicht ist so ein großes Becken, auf einen Flußdampfer der 200 Meter kleiner ist und nur 4 Decks hat, leichter unterzubringen als auf einen Schiff das Service für 2.500 Menschen bieten will. Zumindest der Name des Decks auf der AIDA versprach mehr als auf dem Dampfer. Immerhin etwas. Einmal war es das obere oder Sonnendeck auf der AIDA der Etikettenschwindel: Pooldeck! 

Das reichte mir an Kritik, mehr wollte ich nicht, dafür war es bisher zu schön gewesen. Außerdem freute ich mich zu dem Zeitpunkt noch auf den krönenden Abschluss der Fahrt. Es sollte der negative Höhepunkt werden.

Das hebe ich mir für den letzten Teil nächste Woche auf.         

4.Seetag – Kritik

Afrika lag nun hinter uns und wir fuhren Richtung Zielhafen, nach Mallorca. Der 4. Seetag lag vor uns. 

Am späten Nachmittag war noch einmal eine ausgiebige Schiffsbesichtigung angesagt. Das meiste hatten wir schon gesehen, aber es tat einfach gut noch einmal alles zu genießen. Wir besichtigten noch einmal alles ganz genau und sogen es förmlich auf. Ob es der ungeliebte Internetplatz (das Surfen war so unverschämt teuer, das die Plätze immer frei waren) bei der Rezeption war oder unser geliebtes Deck 12 mit seinen Liegemöglichkeiten. Mit dem Wetter hatten wir auch wieder Glück, und so genossen wir die Sonne noch einmal in vollen Zügen. Bei unseren Schiffsrundgang versuchte ich noch einmal den ein anderen Kritikpunkt, in punkto Barrierefreiheit, zu finden. Aber selbst der entlegenste Winkel konnte erreicht werden, sogar der FKK Bereich auf Deck 14 war für Rollstuhlfahrer erreichbar.

Während meine Frau die Koffer packte, konnte ich noch einmal die ganze Reise an mir vorbei ziehen lassen. Bis dahin war es ein Traum in 10 Tagen. Was sollte noch schiefgehen? Der 11. Tag würde sich bestimmt nahtlos aneinander reihen.  Diesmal nahm ich mir die Freiheit heraus, alles kritisch zu betrachten. Von den Ratschlägen des Masseurs im Wellnessbereich, das ich mir Massagen verschreiben lassen soll, bis zu den Abendprogrammen.

Angefangen habe ich meinen Rückblick mit den Kunstversteigerungen sowie der Dauerausstellung unbekannter Maler. Ich weiß nicht wer einige Tausend Euro mit sich herumträgt um diverse Objekte zu kaufen, das Angebot war auf jedenfall vorhanden.

Wie wär es mit einen T-Shirt als Andenken oder eine kleine AIDA für den Schrank? Kein Problem! Der Bordshop war groß genug und hatte auch einiges zu bieten. Einzige Voraussetzung: Bei den Preisen mußte man wegschauen. Einfach auf die Rechnung setzen lassen. Für ein simles T-Shirt mußte ich 39,00 Euro zahlen. Die Nachbildung der AIDA kostete etwas über 50,00 Euro. Da ich gedanklich schon bei den Kosten war kam ich sehr schnell zu der „All in“ Verpflegung. Bei unseren letzten Urlaub in Ägypten haben wir „All in“ genoßen, denn alle Alkoholfreien Getränke waren inbegriffen. Das war auf der AIDA ganz anders. Frühstück, Mittagessen, Kaffee und Abendbrot waren mit Ausnahme von Alkohol, All inclusive, oder auf Deutsch „alles inbegriffen“. Für die übrigen Zeiten mußten wir zahlen, wenn wir etwas trinken wollten. Da wir erst am Ende der Reise zahlen wollten, mußten wir sehr oft eine Quitung unterschreiben.

Das war mir schon gleich am 1. Tag unangenehm aufgefallen, da ich aber genießen wollte habe ich einfach darüber hinweg gesehen. So langsam kamen meine Gedanken richtig in Fahrt, aber davon erzähle ich nächste Woche mehr.

Zwischendurch

In den letzten Wochen habe ich einige, vielleicht sogar zuviele, Reiseberichte über unsere Fahrt gefunden und dementsprechend auch genau gelesen. Das hat mich schon ein wenig irritiert, denn die Art und Weise wie ich es wiedergebe konnte ich nicht finden. Fast jeder drückte sich kurz und knapp aus, dabei hielt sich Persönliches auch in Grenzen.

Das führte dazu das ich mich mehrfach fragte ob mein Stil denn der richtige sei. Mehrfach habe ich meine Schreibweise hinterfragt und war mir nicht sicher ob meine Art zu schreiben überhaupt die richtige sei. Während ich zu Beginn meiner Erzählungen über unsere Reise noch einige Male überlegt hatte, war meine Gefühlswelt in den letzten Wochen vollkommen durcheinander geraten.

Zum richtigen Zeitpunkt habe ich mich wieder in den Griff bekommen. Dies ist mein Stil! Und den werde ich beibehalten.

Wenn man nur auf andere sieht verliert man sein Gesicht und man erreicht  nicht sein Ziel. Man macht sich zu einer erfolglosen Marionette. Man sollte immer seinen eigenen Weg gehen und das selbst gesteckte Ziel auch konsequent verfolgen. Man sollte sich auch nicht davon beirren lassen, wenn es ein ungewöhlicher Weg ist. Genau diese Eigenschaften hatte ich wohl zwischendurch vergessen und mußte sie mir wieder ins Gedächtnis zurück rufen.

Jetzt habe ich wieder die notwendige Freude und Begeisterung um den Reisebericht über unsere Kreuzfahrt fortzuführen.

Rossini

Nachdem wir angekommen waren zogen wir uns erst einmal zurück um uns zu erholen. Bis dahin war es ein erlebnisreicher aber anstrengender Geburtstag gewesen. Es fiel uns schon schwer auf das köstliche Essen in einen der Restaurants zu verzichten, die Aussicht auf ein Essen im Rossini ließ diesen Schmerz aber schnell verfliegen. 

Beihnahe wäre nicht dazu gekommen. Im Internet stand das eine Reservierung erwünscht wäre, also hatte ich das gemacht. Als wir am 2. Tag unserer Reise, aus purer Neugierde, vor dem Restaurant standen sahen wir eine Schlange bei den Platz für Tischreservierungen. Um sicher zu gehen, das nichts schief läuft am Geburtstag stellte ich mich auch dazu und wartete.. und wartete geduldig. Als ich endlich an der Reihe war erfuhr ich das die Buchung im Internet ohne Bedeutung wäre, entscheidend sei die Reservierung vor Ort. Unbewußt hatten wir das richtige gemacht und eine der Ungereimtheiten im AIDA System glücklich umschifft.

Endlich war es 19.30 Uhr und wir standen vor dem Rossini. Wir waren gespannt ob der Werbetext auf der AIDA Homepage stimmen könnte. „Gestalten Sie Ihren Urlaub auch kulinarisch ganz nach Ihrem Geschmack. An Bord können Sie im erstklassigen Gourmet-Restaurant Rossini auf Wunsch à la carte speisen. In privater Atmosphäre verwöhnen unsere Spitzenköche Sie gern mit erlesenen Menüs und edlen Weinen.“

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Schon beim Betreten spürten wir das es etwas besonderes ist was wir uns ausgesucht hatten. Wir wurden auch gleich an unseren Tisch geführt,

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direkt am Fenster auf Deck 12, wunderbar. „Rein zufällig“ kam ein Fotograf vorbei der wunderbare Bilder von uns machte. (folgen später) Bevor wir mit dem 8 Gänge Menü anfingen holte ich noch eine Kleinigkeit aus der Anzugtasche, es wäre ja sonst der erste Geburtstag meiner Frau ohne ein Geschenk für sie gewesen. Dann ging es u.a. mit einer Vorsuppe los.

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Das Hauptgericht sah dann ungefähr wie auf dem Bild aus.

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Beim 3. Gang habe ich noch wehmütig an das Buffallo Steak Restaurant gedacht. 

Als der vorletzte Gang

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serviert wurde, war ich dann doch so gesättigt, das nichts mehr ging. Es war wirklich ein Höhepunkt den wir an dem Abend auch genossen haben.

Da wir beide vom Ambiente so fasziniert waren, genossen wir hin und wieder einfach den Moment und ich freute mich einfach das ich diese Reise, diesen Abend, all das erleben durfte, obwohl ich behindert bin. 

„Es gibt also keinen Grund mit dem Leben abzuschließen wenn man Behindert ist“  dachte ich mir,

„Im Gegenteil wenn man Beeinträchtigt ist, dann sollte man versuchen so oft es geht solche Highligts zu genießen. Irgendwann kommt der Moment und dann werden Träume wahr, man muß nur fest daran glauben. Es gibt viele Gründe warum sich ein Traum nicht so schnell umsetzen läßt.

Eine Behinderung ist darf kein Grund sein!“  

Tetouan

Nachdem wir den 1. Teil des Tages in Tanger verbracht hatten, ging es erst einmal wieder zurück aufs Schiff. Es war das einzige Mal das wir auf der AIDA zu Mittag gegessen haben. Kurz danach ging es auch schon los ins ca. 70 Kilometer entfernte Tetouan. Das war Marokko ungeschminkt. Es ging ins Landesinnere und am Wegesrand gab es viel zu sehen. Landschaftlich war es traumhaft, aber oft genug sahen wir Menschen entlang der Straße – und das war Armut, die wir sahen. 

Tetouan ist eine Stadt mit ca. 500.000 Einwohnern und zugleich Sitz der Sommerresidenz von König Mohammed VI. Wir bekamen gleich am Anfang die Postkarten Version zu sehen oder um es anders zu sagen den Platz an dem sich Touristen bevorzugt aufhalten. Doch das änderte sich für uns sehr schnell. Es war wie am Vormittag in Tanger. Wir wurden durch enge und dunkle Gassen geführt, die sich abseits von den üblichen Touristenpfaden befanden.

Es war ein unvergesslicher Nachmittag, ein Nachmittag der mir noch lange durch den Kopf ging. Mir wurde deutlich wie gut es uns in Deutschland geht und das wir überhaupt keinen Grund zum Jammern und Klagen haben. Auf der Rückfahrt ließ ich den Tag mal von einer ganz anderen Seite Revue passieren. Das uns die „Scouts“ oder Führer so abenteuerlich durch die Souks oder Gassen und über Plätze begleitet haben war ja gut und auch lehrreich, aber für Menschen mit einen Handicap war diese Tour unmöglich zu überstehen. Mal ging es 20 ungleiche Stufen runter dann wieder 50 Stufen hoch, die Wege waren sowieso allesamt uneben und immer wieder tauchte eine Strufe auf. Es war wie bei einer Verfolgungsjagd im Film. Springen und hüpfen war angesagt. Dann wechselte mal der Strassenbelag von uneben auf noch schlimmer weil zusammengesuchte Steine den Weg bildeten. Für ältere Menschen war dieser Ausflug nicht oder nur sehr schwer zu schaffen.

Dabei war die Reise bisher absolut vorbildlich verlaufen. Auf Madeira war mir eine Rollstuhlfahrerin aufgefallen, kurz danach eine ältere Dame mit ihren Rollator, und so könnte ich noch etliche aufzählen. Die AIDA war absolut Barrierefrei, das war ein großer Pluspunkt den sie gegenüber einigen Kreuzfahrtschiffen hatte. Denn genau darüber hat sich ein Freund von mir, der gerade eine Reise mit einen Ozeanriesen hinter sich hat, beschwert. Die vielen Hindernisse auf dem Schiff machen es Menschen mit Beeinträchtigungen schwer bis unmöglich. Das war auf der AIDA Bella anders. Egal wo man sich befand auf dem Schiff, für Rollstuhlfahrer und sonstige Beeinträchtigte gab es keine Probleme. Das Gegenteil waren die Ausflüge. Sieht man einmal von den VIP Touren ab, waren das doch sehr anstrengende Ausflüge, die ihren Höhepunkt in Tanger und Tetouan hatten, was die Belastbarkeit betrifft.

Zum Glück dauerte die Rückfahrt noch an, denn am Abend sollte ja der Höhepunkt der Reise kommen. Das Essen im Rossini

Tanger

Endlich war er da, der Tag! Der Geburtstag meiner Frau. Für keine andere Stadt auf unserer Fahrt gibt es so unterschiedliche Beurteilungen. Ich möchte mal die AIDA Version als Grundlage für meine Sichtweise nehmen. 

Tanger (650 000 Ew.) liebt man – oder man hasst es. Für viele ist es nur eine unschöne Hafenstadt, heruntergekommen, dreckig und gefährlich. Für andere ist Tanger ein lebender Mythos. Dunkle, verwinkelte Gassen, die den Hauch der Vergangenheit atmen, durchziehen die Altstadt. Daneben gibt es Villenviertel – und natürlich die Neustadt. In keiner anderen Stadt Marokkos stoßen soziale Unterschiede so krass aufeinander wie in Tanger.Schriftsteller, Maler und Musiker suchten in Tanger, dem Tor zu Afrika, Inspiration und Freiheit. Hier scheinen der Himmel höher und das Licht klarer zu sein. Wenn sich fremde Stimmen und verlockende Düfte mischen, das bunte Treiben der Märkte wie ein Märchen aus 1001 Nacht scheint, werden auch Sie den Zauber des Orients spüren. Von der Kasbah, Tangers ehemaliger Königsresidenz, führt unser Weg durch die verwinkelten Gassen der Altstadt und auf den Grand Socco, den wichtigsten Marktplatz der Stadt.

Wir liefen bei besten Sonnenschein in den Hafen von Tanger ein. Obwohl wir einen Doppelausflug hatten konnten wir uns Zeit lassen, denn es war ein langes Anlegemanöver und wir fuhren auch erst um 10.00 Uhr zu der Stadtbesichtigung durch Tanger los. Das war mir auch ganz recht, denn immerhin hatte meine Frau Geburtstag. Als Geschenk gab es eine Umarmung, nette Worte und einen Kuß. Das war natürlich ziemlich dürftig. Am frühen Morgen wollte ich beließ ich es bei der nüchternen Feststellung, das wir uns ja die Reise geschenkt haben.

Pink Floyd

Es war überwältigend, es war eine aneinanderreihung von außergewöhnlichen Informationen die wir nun bekamen, so das ich ab einen gewissen Zeitpunkt nicht mehr genau sagen kann auf welchen Deck wir uns befanden. Auf Deck 3 war ein Kühlhaus neben dem anderen. Ich war mir irgendwann nicht mehr sicher wo die größte Küche war. Ob wir auf Deck 3, 4, 9 oder 10 waren, oder habe ich ein Deck vergessen? Wir wurden quer durch die Innersten Heiligtümer des Schiffes geführt. Wir lernten die Speiseräume der Besatzung kennen. Vom Kapitän bis zu den Philipinos, die als letzte in der Rangfolge standen.Uns wurden die Pausen bzw. Freizeiträume der Offiziere und des Kapitäns gezeigt. Die Animateure hatten ihren eigenen Bereich genauso wie das Bordpersonal. Es war alles streng hierarchisch geregelt. Die ganze Führung war wie ein 2 stündiger Rausch. Gegen 18.00 Uhr wurden wir verabschiedet.

Als wir im Marktrestaurant saßen, erlebten wir unseren einzigen unangenehmen Zwischenfall mit einen Tischnachbarn. Mit einenmal empfand ich es vorteilhaft keine feste Tischordnung zu haben. Wir standen einfach auf und gingen ein Deck höher ins Restaurant „Weite Welten“, dort war es auch wie gewohnt, es ging freundlich zu und wir waren auch sehr schnell im Gespräch mit unseren Nachbarn. Im Gegensatz zu vorher war das eine Wohltat, keine angetrunkenen pöbelnden Gäste und kein Ehemann der seine Frau schikanierte. (Zum Glück blieb es auch bei diesen einen Vorfall) Von dem Ehepaar mit dem wir uns jetzt unterhielten erfuhren wir was wir alles am Nachmittag verpasst hatten. Eine Kunstauktion , die Besichtigung der Schmuckwerkstatt auf Deck 6, den Tanztreff hatten wir auch wie die nautische Fragestunde verpasst und natürlich Shuffleboard.

Die Sportschau haben wir uns nicht in der Anytime Bar sondern auf unseren Zimmer angesehen. Deswegen bekamen wir auch die Globetrotter Gameshow im Theatrium nicht mit und von der Musical Reise „Memories“ sahen wir auch nur die letzten Minuten.

Nachdem am Vorabend meine Frau musikalisch auf ihre Kosten gekommen war, konnte ich mich auf ein ganz besonderes Musikerlebnis freuen. “ Echoes“ ein Hitmix von Pink Floyd als Musical zusammengestellt. Nun hatte ich schon 2 mal eine Hardrock Vorführung gesehen und dann dies. „Dark side of the moon, another brick in the wall,  und viele mehr. Danach wollte ich auch nichts mehr sehen, sondern nur noch im Gedanken genießen, und das ging am besten bei einen Cocktail. Eigentlich schade das es, hier in der AIDA Bar, unser letzter Abend war dachte ich mir und so schossen mir tausende Gedanken durch den Kopf. Aber die nächsten Abende waren für das Rossini reserviert und dann ging es ja schon wieder nach Hause.

Morgen lag aber erst einmal Tanger an. Auf die Fahrt freute ich mich besonders